Jesu Biographie |
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Unstimmigkeiten und Widersprüche zu Jesu Biographie in den vier Evangelien wurden häufig behandelt. Bemerkt wurde die Unsicherheit bezüglich Geburtsdatum und Unsicherheiten bezüglich dem Passa der Kreuzigung.
Mathäus verlangt eine Geburt ein oder zwei Jahre vor dem Tod des Herodes. Lukas aber erwähnt die Geburt anlässlich der Volkszählung unter Censorinus im Jahr 6 n.Chr. Jeder Versuch, eine frühere Zählung unter Censorinus überzeugend darzustellen, ist bisher gescheitert, weshalb Lukas und Mathäus in diesem Punkt nicht zu vereinen sind.
Eine weitere Unsicherheit betrifft das Passa. Indem die Synoptiker dem Abendmahl Passa sagen, nötigen sie zu einem unmöglichen Ablauf. Johannes aber spricht nur von einem Mahl.
Die Synoptiker lassen Jesus in Galiläa auftreten oder m Jordan. Erst am Ende seines Wirkens geht er nach Jerusalem. Johannes aber erwähnt drei Passa und zeigt Jesu wirken als ausgedehntere Wanderschaft.
Ich will hier die Biographie Jesu nach Johannes beschreiben ohne Rücksicht auf die Synoptiker. Johannes verzichtet weitgehend auf Biographie, und um so ungezwungener erscheint Jesu eingebetet in Geschichte und astronomischem Umfeld.
Die Anhaltspunkte
Es werden drei Passa erwähnt. Nach der Hochzeit zu Kana, als das Passa nahe ist, geht Jesu nach Jerusalem, reinigt den Tempel und es entspinnt sich dieser Dialog:
218 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm:
Was für ein Zeichen zeigst du uns, weil du solches tun darfst?
19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten!
20 Da sprachen die Juden:
In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel erbaut worden,
und du willst ihn in drei Tagen aufrichten?
21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.
Herodes wurde König im Jahr 37.
Im Jahr 19 v.Chr. wurde mit dem Umbau des Tempels begonnen.
19 vor bis - 28 nach glech 46 Jahre (kein Jahr Null).
Das erste erwähnte Passa fand also statt im Jahr 28 n.Chr.
Die Taufe muss im Herbst des Jahres 27 stattgefunden haben oder im Winter (eher unwahrscheinlich)
Im Sommer 28 hören wir, dass eine Streitfrage entsteht zwischen den Jüngern Johannes und den Jüngern Jesu. Johannes war nicht nicht ins Gefängnis geworfen worden. (Joh. 3,23 ff)
Es folgt die Reise an den Jakobsbrunnen,
wieder nach Galiläa und Kana, Heilung des Beamtensohnes. Diese Ereignisse füllen die Frist bis zum nächsten Fest.
51 Darnach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.
Auf diesem Fest haben wir die Heilung des Kranken am Teich. Es könnte sich um die Zeit des Laubhüttenfestes handeln.
Die Rede in Joh.5,33 deutet an Johannes der Täufer sei bereits verhaftet.
Es folgt ein Sprung. Die Ereignisse im Winter 28/29 werden nicht erzählt.
61 Darnach fuhr Jesus über das galiläische Meer bei Tiberias.
2 Und es folgte ihm viel Volk nach,
weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
3 Jesus aber ging auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern.
4 Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden.
5 Da nun Jesus die Augen erhob und sah, daß eine große Menge zu ihm kam,
spricht er zu Philippus:
Woher kaufen wir Brot, daß diese essen können?
Das zweite Passa im Jahr 29 ist das Passa des Brotzeichens (Speisung der 5000). Es erscheint, Jesu sei ünberhaupt nicht nach Jerusalem gegangen zum Passa. Die Ereignisse finden in Galiläa statt. Dieses Passa steht ganz im Zeichen des Brotes.
6 48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben;
Diese Rede geschieht vor dem Hintergrund der ungesäuerten Brote. Es folgt die Rede ...esst mein Fleisch...
Danach folgt aber unmittelbar der nächste Festhintergrund....
72 Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe.
Dies wäre dann das Laubhüttenfest im Jahr 29. Nachdem Jesu das Passa nicht in Jerusalem verbrachte, wird Jesu zur Reise nach Jerusalem genötigt, dem er widerstrebend und unerkannt folgt. Jesu tritt in der Mittes des Festes im Tempel lehrend auf (Joh 7,14).
Es folgen Reden über das Wasser des Lebens, über Jesu baldiges fortgehen, und über Abraham.
Jesu heilt einen Blinden, Rede über den wahren Hirten,
1022 Es fand aber in Jerusalem die Tempelweihe statt; es war Winter,
23 und Jesus wandelte im Tempel, in der Halle Salomos.
Das Tempelweihfest ist bekannter als Lichterfest "Chanukah", anlässlich der Wiederweihe des Tempels durch Judas Makkabäus im Jahr 164 v.Chr. (ca.). Es wird vom 25.Kislew an 8 Tag lang gefeiert, und beruht auf dem legendären 8 tägigen Brennen des Leuchters, obwohl kein koscheres Öl vorhanden war.
25.Kislev 3790 = ca. 19.Dez.29 n.Chr. (ein Tag Unterschied möglich, weil nach Halacha rückdatiert.)
1040 und zog wieder jenseits des Jordan an den Ort,
wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst.
Johannes ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr am Taufen und ev. auch nicht mehr am Leben.
Jesus erweckt den Lazarus.
Beschluss der Hohenpriester (Kaiphas der in jenen Jahren Hohepriester war), Jesus zu töten.
1154 Darum wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden,
sondern zog von dort weg in die Gegend nahe bei der Wüste,
in eine Stadt namens Ephraim,
und hielt sich daselbst auf mit seinen Jüngern.
55 Es war aber das Passah der Juden nahe.
Und viele aus der Gegend gingen vor dem Passah nach Jerusalem hinauf,
um sich zu reinigen.
121 Sechs Tage vor dem Passah kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus war,
welchen Jesus von den Toten auferweckt hatte.
Jesus kam also nach drei Monaten wieder ins Gebiet Judäa. Jesus hält dort ein Gastmahl und wird von Maria gesalbt, und daraufhin von vielen aufgesucht.
Das dritte Passa im Jahr 30 ist nach dem Abendmahl, das bei Johannes ein Mahl ist.
Am Donnerstag Morgen dem 14. Nissan wird Jesu verhört, gegen Mittag gekreuzigt.
Am Donnerstag Abend gegen Anbruch des heiligen Festsabbat wird Jesu ins Grab gelegt.
Es folgt der Festsabbat des 15. Nissan
Es folgt der Wochensabbat des 16. Nissan.
Am Morgen des Sonntag 17. Nissan wird das Grab leer aufgefunden.
Datierung des Passa
Die Abfolge des Passafestes kann anhand von zwei Prüfungen geklärt werden:
- Die astronomischen Monddaten
- die rückdatierte Halacha zum jüdischen Festkalender aus dem 4.Jh.
Die anwendung der Halache ist wohl nicht statthaft, wenn es um den genauen Tag geht, denn für die Zeit Jesu darf immer noch angenommen werden, dass der 1.Nissan noch beobachtet wurde.
Wir nehmen aber an dass der Metonzyklus, welcher die Reihenfolge der Schaltmonate angibt, berücksichtigt wird.
Der Datenstand
Zur Ermitlung der Monddaten wurde ein aktuelles Astroprogramm beigezogen, und nach dem Neumond bei Sonnenuntergang Lokalzeit gesucht. Gesunder Verstand sagt, dass wir den gelieferten Daten, mögen sie noch so präziss angegeben sein, doch in Bezug auf den Winkel eine gewisse Unsicherheit zugestehen müssen. Möglich wären bis zu 5 Minuten Unterschied bezüglich Monduntergang (In der Regel geht man nur von einer Minute aus in diesem Zeitraum).
Die Angaben zum halachisch rückdatierten Passa entstammen dem Programm Kaluach. Die Daten geben an, wann das Passa zu feiern gewesen wäre, wenn die Regeln des Hillel II zu Jesu zeiten bereits konsequent angewendet worden wären.
Mond Data Neumond bei Sonnenuntergang Jerusalem Lokalzeit
Location: Israel, Jerusalem
Coordinates 035° 13' 00" E 31° 46' 00" N
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| Jahr | 30 n.Chr. | 31 n.Chr.** | 31 n.Chr.* | 32 n.Chr. | 33 n.Chr.*** | 33 n.Chr. |
| Local time | 23/03/0030 17:47:53 | 12/03/0031 17:49:40 | 11/04/0031 18:02:15 | 30/03/0032 17:55:42 | 19/03/0033 17:49:04 | 20/03/0033 17:49:40 |
| Universal time | 23/03/0030 15:47:53 | 12/03/0031 15:49:40 | 11/04/0031 16:02:15 | 30/03/0032 15:55:42 | 19/03/0033 15:49:04 | 20/03/0033 15:49:40 |
| Julian date | 1732097.1583 | 1732451.1595 | 1732481.1682 | 1732835.1637 | 1733189.1591 | 1733190.1595 |
| Right ascension | 00h 42m 46s | 00h 02m 50s | 01h 58m 34s | 01h 05m 47s | 00h 02m 35s | 00h 50m 09s |
| Declination | +00° 13' 26" | -04° 22' 11" | +11° 09' 45" | +06° 27' 44" | -00° 55' 03" | +06° 18' 34" |
| Azimuth | 265° 00' 53" | 261° 31' 08" | 276° 09' 05" | 272° 17' 53" | 268° 16' 15" | 268° 06' 43" |
| Altitude | +08° 30' 54" | +05° 18' 14" | +11° 25' 35" | +08° 36' 47" | +01° 02' 55" | +15° 04' 38" |
| Longitude | 10° 47' 02" | 358° 31' 17" | 32° 21' 46" | 18° 34' 25" | 00° 02' 42" | 14° 57' 10" |
| Latitude | -03° 56' 10" | -03° 34' 30" | -00° 51' 36" | -00° 25' 56" | -00° 26' 25" | +00° 56' 01" |
| Angular diameter | 29.5' | 30.8' | 30.0' | 31.6' | 33.2' | 33.0' |
| Magnitude | -7.6 | -7.3 | -8.1 | -7.5 | -4.8 | -8.5 |
| Rises | 23/03/0030 06:16 | 12/03/0031 06:26 | 11/04/0031 05:49 | 30/03/0032 05:53 | 19/03/0033 05:46 | 20/03/0033 06:17 |
| Transits | 23/03/0030 12:21 | 12/03/0031 12:19 | 11/04/0031 12:22 | 30/03/0032 12:13 | 19/03/0033 11:47 | 20/03/0033 12:38 |
| Sets | 23/03/0030 18:33 | 12/03/0031 18:20 | 11/04/0031 19:03 | 30/03/0032 18:42 | 19/03/0033 17:58 | 20/03/0033 19:08 |
| Disk-Illumination | 0.9% / Wax. crescent | 0.7% / New moon | 1.4% / Wax. crescent | 0.8% / Wax. crescent | 0.1% / New moon | 2.2% / Wax. crescent |
| Neumond Wochentag | Do/Fr | Mo/Di | Mi/Do | So/Mo | Do/Fr | Fr/Sa |
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| 15.Nissan astronomisch | Do/Fr 6./7.April | Mo/Di 26./27.März | Mi/Do 25./26.April | So/Mo 13./14.April | Do/Fr 2./3.April | Fr/Sa 3./4.April |
| 15.Nissan Halacha rückdatiert | Mi/Do 5./6.April | Mo/Di 26./27.März | - | Mo/Di 14./15.April | - | Fr/Sa 3./4.April |
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* Dies ist der erste Neumond nach dem Equinox. Die Halacha nimmt aber mit dem Metonzyklus den Vollmond einen Monat früher.
** Der Neumond vor dem Equinox
*** an diesem Tag dürfte der Mond noch nicht zu beobachten gewesen sein.
Da nach Johannes die Auferstehung am ersten tag der Woche stattfindet, fallen die Jahre 31 und 32 weg.
Im Jahr 33 lag das Passa auf einem Wochensabbat. In diesem Fall wären Kalenderstreitigkeiten zwischen Sadduzzäer n und Pharisäern denkbar (aber ncht wahrscheinlich). Damit könnte begründet werden, warum die Synoptiker dem Abendmahl Passa sagen.
Johannes aber nennt das Abendmahl nur ein Mahl.
Es wird also konsequent das Jahr 30 betrachtet.
Jesu wird am Donnerstag, dem Rüsttag auf den Festsabbat gekreuzigt. Am Nachmittag dieses Rüsttags werden auch die mehrere 100'000 Passalämmer geschlachtet, deren Rauch über der Stadt hängt, so dass alle Synoptiker von einer Verfinsterung der Sonne von der 6. bis zur 9. Stunde sprechen.
Jesu wird bei Anbruch des Festsabbat zu Grab gelegt. Er ist diesen Festsabbat und den Wochensabbat daruf im Grab.
Die Jünger beachten die Ruhe beider Sabbate. Am Morgen des 17.Nissan aber wird das Grab leer gefunden. Jesu war also mehr als 48 Stunden im Grab.
Für das Jahr 30 ergäbe ein mit der Halacha rückdatiertes Passa einen Termin um einen Tag früher. Wir müssen aber dies ablehnen, weil dadurch die Auferstehung am Freitag Morgen wäre.
19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten!
Auch hier sind Johannes Worte stimmiger für das Jahr 30 als in der Variante zum Jahr 33.
Kommentar
Johannes verzichtet darauf, uns Jesu Lebensalter anzugeben oder die Umstände seiner Geburt zu berichten. Er zeigt vielmehr einen ungezwungenen Lehrablauf über etwas mehr als zwei Jahre von der Taufe bis zur Kreuzigung.
Dieses Schema wird bestätigt durch andere Quellen.
Johannes sagt dem Abendmahl ein Mahl, wissen darum, dass der Rüsttag ein Tag der Vorbereitung war.
Dieser Tag der Vorbereitung beagnn mit einem Ritual. Im Zentrum stand, dass alles alte (gesäuerte) Brot entwder vollständig aufgezehrt oder aus dem Hause geschaft werden musste. Es durfte verkauft oder verschenkt werden. Dies wir zuweilen mit Akribie beschrieben, so dass der Hausherr mit der Kerze in der Hand noch nach jeder Brotkrume forschte.
Johannes sagt also nicht Passa zum Abendmahl. Er erwähnt auch nicht das gesprochene Ritual. Vielmehr steht der Verrat bei ihm im Zentrum, oder die Fusswaschung: Reinigung und Unterscheidung. Aus diesen Hinweisen sind wir geneigt, das Abendmahl als Vorbereitung aufzufassen, und nicht als Passa.
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Johannes Biographie zu den Lebensdaten sind lückenhaft. Dies bezeugt dass Johannes schrieb, was er wusste.
857 Da sprachen die Juden zu ihm:
Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
Dieses Statement gibt nicht Jesu Alter an. Es ist auch symbolisch zu lesen. besagend: Die bist noch nicht mal zur Hälfte beschnitten...
Abraham stirbt 175 jährig. Dies wird im 666. Vers der Torah erzählt. Andere Altersangaben zu Abraham sind ebenfalls im BdE parallel mit den Schlüsselwerten "festgenagelt".
3 1/2 mal 50 = 175, dies eventuell in Rücksicht auf Offenbarung und undere Funktionen der 3 1/2 ein Hinweis.
Jesu Leben könnte aus dem Johannes Evangelium exegetisch erweitert werden. Dies aber ist spekulativ und geht am Sinn vorbei. Im Zentrum steht bei Johannes das Wort Gottes, und dies ist in einem gewissen Sinne Zeitlos. Auf ein Alter kommt es nicht an. Alles was Johannes uns zu erkennen gibt: da war ein Rabbi Jesu, und die Zeit seines Auftritts, den viele bezeugen, ist bei Johannes zwanglos und in Einklang mit der astronomischen und jüdischen Regel belegt. Dennoch bleiben Lücken offen. Johannes zeigt Stationen. Er zeigt kein vollständiges Leben.
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Der 666. Vers der Torah
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1Mo 25,7 Dies ist aber die Zahl der Lebensjahre Abrahams: hundertfünfundsiebzig Jahre. .
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3 ½
Siehe Off.
3 ½ Jahre zu 360 Tagen = 1260 Tage = 42 Monate
Bundeslade:
1 ½ mal 50 = 75 (Haran)
3 ½ mal 50 = 175 (Abrahams Tod)
3 ½ Generationen:
| Adam | 130 |
| Seth | 105 |
| Enos | 90 |
| ½ Kain | 35 (von 70) |
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| | 360 |
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Dass die Synoptiker das Abendmahl als Passa bezeichnen, mag eine Ungenauigkeit sein. Wäre das Schlachten der Lämmer mit dem Abendmahl zu denken, so haben wir drei Kreuzigungen am Heiligen Festsabbat. Eine undenkbare Situation. Eine solche Interpretation müsste denn auch den Himmel bewegen, umd die Sonnen-Finsternis während der Kreuzigung zu erklären.
Auch hat die Annahme, Jesus wäre im Jahr 33 gekreuzigt worden den Nachteil, dass die Synopse, welches solches nahelegt, durchaus nicht das Material liefert, die Zeit von 28/29 bis 33 mit Wirken des Rabbi Jesu aufzufüllen.
Johannes und Lukas sind durchaus im Einklang, denn Lukas erwähnt Johannes auftritt im 15. Jahr des Kaiser Tiberius
Tiberius war Kaiser von 14 bis 37, war aber ab 12 Koregent.
Dies ermöglicht einen Auftritt des Täufers im Jahr 28 oder im Jahr 26. Berücksichtigt man, dass Lukas vielleicht nicht genaue Angaben macht (Jesus war um die 30, / im 15. Jahr des Tiberius), und zuweilen eventuell falsche Information vorliegen hat (ein Census unter Kyrenios), so bleibt doch eine ungefähr angedeutet Zeit der Taufe Jesu um das Jahr 27 .
Wäre es möglich, dass Johannes das Leben Jesu nach einem Schema auslegte? Wir beobachten, dass die Zeit im Grab in Tagen in etwas der Wirkunszeit in Jahren entspricht. Es wird öfters eine 3 1/2 jährige First postuliert in Rücksicht auf das Buch Daniel. Aber 3 1/2 Jahre sind etwas anderes als die etwas mehr als zwei Jahre Wirkungszeit, die Johannes andeutet. Johannes ist zudem durchaus nicht aufdringlich in seiner Beschreibung, so dass ihm ein Schema höchst unwahscheinlich nicht wichtig war.
Wäre es möglich dass Johannes den Festzyklus als Hintegrund verwendet? Dies kann man sogar bejahen. Viele Reden Jesu stehen im Kontrast zum Festhintergrund. Die Tempelreinigung als Hintergrund der Unterscheidung spielt bereits auf das Abendmahl an. Das Passa in Galiläa erinnert an die Wüstenwanderung und spielt auf das Abendmahl an. Man könnte deshalb vermuten, Johannes Ablauf verfolge eher ein Drama. ich kann dies nicht widerlegen. Es muss aber diese Anlage nicht im Widerspruch stehen zum hier gefunden Lebenslauf der Wirkung Jesu.
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Die Kabbala im Evangelium |
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Der Begriff und seine verschiedenen Bereiche
Das Wort Kabbala hat eine Idee, die geheime oder kyptische Botschaft bedeutet.
Zunächst kommt das Wort von qibel, und kann als empfangen bezeichnet werden.
Als Kabbala werden demnach empfangene Überlieferungen bezeichnet, im Unterschied zu den akzeptierten Überlieferungen in der Tenach. Der Rückgrriff auf die mündliche Überlieferung ist oft ein Versuch, einer eigenen Theorie einen grösseren Wert zu geben.
Der Talmud ist ein grosses und in sich selbst widerspüchiches Kompendium der Lehren der Rabbiner seit Jesu Zeit, gesammelt und Mischna und Gemarra. Darin zeigen sich die seltsamsten Eigenschaften. Eine von mir beobachtete ist etwa, dass wohl überlieferte Sprüche vorliegen können, in der Art und Weise aber, wie um eine Mischna sich die Kommentare gruppieren, tritt ein anderer Sinn hervor.
Wir haben es im Evangelium weniger mit Rabbinen zu tun, sondern mit einer eigentümlichen Auffassung, einem Verständnis, das spezielle Mischna beim Autor voraussetzt. Was ist ein Beispiel für eine solche inoffizielle Voraussetzung?
Hier greife ich zunächst zur Offenbarung, welche den Bau der Torah thematisiert, ohne dies explizit auszusprechen. Dies zu erkennen bedingt, dass man über diesen Bau der Torah, welcher 666 zur Basisi hat, Bescheid weiss.
Die Diskussion über weitere Hinweise die in der Offenbarung direkt aus der Verseinteilung herrühren, ist hierbei zwiespältig, da ja diese Verseinteilung (so glücklich sie ist) eine spätere Er-findung war. Wie konnte diese Einteilung durch Robert Stephanus so glücklich geschehen, dass sie den Sinn der Offenbarung in mehrere Punkten voll unterstützt? Dies ist der springende Punkt, der zur Überlegung führt, dass die Verseinteilung lediglich die Publikation einer bisher nur als Kabbala behandelten Eigenschaft des Textes war.
Kann man für das Johannesevangelium die gleichen Eigenschaften aufweisen wie für die Offenbarung? Mehrer Gründe sprechen dagegen:
- Anders als die Offenbarung finden wir im Evangelium Einschübe und Anhänge in grösserem Ausmass.
- Wir finden darüber hinaus aber auch einzelne eingeschobene (oder umstrittene Verse)
- Auch in rücksicht dessen konnte ich keine auf Verseinteilung sich beziehende Kryptfunktion im Ev. finden über den ganzen Text.
- Damit bleiben lokale Phänomene, womit Verseinteilungen höchstens als Beispiele im Ev. vorgesehen sind.
Der Bezug auf Verseinteilungen kann sich also nur innerhalb spezifischer Kapitel abspielen, nachdem nachgewiesen ist, dass eine solche Referenz mit der allgemeinen Absicht des Ev durch anderen Methoden (Klartext, erweiterte Auslegung, Tendenzen) belegt ist.
Die Anwendung von Versbezügen gibt dem Ev. eine antilegitimistische Auslegung, wie sie für die meisten gnostischen Strömungen typisch ist. Dieselben Strömungen sehen wir aber auch durch andere Methoden. Diese Scheinen nun zunächst, weil sie legitimistische Funktionen sind, das gesetz zu bestätigen. Bleibt nur die Frage, was mit der Akzeptanz oder dem Wert eines gesetzes bleibt, dessen Fundament überhaupt einmal klar offengelegt wird. In einer Adoptionslehre, in der Gott die Kinder adoptiert, ist es möglich, dass diese "Kinder" eben bereit zu einer "Adoption" sind, indem sie den Zustand, in dem sie sind, erkennen - Erkenntnis des Gesetzes als negative Verfangenheit = Blindheit. Es muss also nicht ein Widerspruch sein, wenn die "Gnosis" des Johannes durch das Gesetz führt. Hieraus begründen sich mannigfaltige Anwendungen und überhaupt zuerst ein Streben des Evangelisten, dass seine Schrift im Lichte des AT gelesen werde. Denn es ist ja eine dialektische bestimmung in diesem Ev.
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Beispiel für den Talmud und einen Metakommentar:
Der Versumfang des Pentateuch über den Traktat Kiduschin 30a)
Adoptionismus:
Bei Marcion vorhanden, indem der unbekannte Gott die Kinder des Demiurgen zu adoptieren bereit ist.
In einem anderen Akzent, ein judenchristlicher Versuch, Jesus nicht zu "vergotten", also mit einer verschiedenen Argumentation. Adoptionismus wird meist in letzter Bedeutung verstanden.
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Ich habe Im Kommentar zu diesem Evangelium auf die Versnummer 6.66 hingewiesen. Wenn man einmal die Frage nach der Zeit der Versnummerierung weglässt, stellt sich die Frage, wie sich dieser Verweis überhaupt rechtfertigen könnte.
Zunächst lässt sich feststellen, dass kein Kapitel ausser das sechste im Evangelium überhaupt eine Versnummer 66 enthält und dass das 6.Kapitel mit Abstand das längste Kapitel ist.
Robert Stephanus hat dieses Kapitel keineswegs enger eingeteilt um diese höhere Anzahl Verse zu erreichen, sondern dieses Kapitel ist effektiv schon länger als alle anderen, auch in Worten.
Dieses Kapitel hat nun die Besonderheit, dass es eben im bereich der jüdischen Kodezahlen 656 und 666 wichtiges sagt. erstens. "Esst mein Fleisch, trinkt mein Blut" als absolute Provokation, und in 666 dann erstens die Vollzahl der Jünger, welche ihn aber verlassen und in diesem Umfeld zugleich noch ein "Teufel" erwähnt. Teufel ist hier ein deutscher Ausdruck, der aber wohl eher Satan bedeuten sollte.
Ich werde im folgenden Thema die Jünger nochmals auf die Anspielungen durch Vernummern zu reden kommen.
Für eine vordisponierte Intention seitens des Autors fehlt uns allerdings der Nachweis durch Textzeugen. Und so gilt in diesem Falle das gleiche wie für die Offenbarung: egal wer die Einteilung anbrachte, sie hat eine zugrundeliegende Intention und transzendiert damit ein Verständnis der Schrift, welche nicht im Widerspruch mit dem Autor steht.
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| Kapitel | Verse |
| 1 | 51 |
| 2 | 25 |
| 3 | 36 |
| 4 | 54 |
| 5 | 47 |
| 6 | 71 |
| 7 | 53 (52) |
| 8 | 59 (48) |
| 9 | 41 |
| 10 | 42 |
| 11 | 57 |
| 12 | 50 |
| 13 | 38 |
| 14 | 31 |
| 15 | 27 |
| 16 | 33 |
| 17 | 26 |
| 18 | 40 |
| 19 | 42 |
| 20 | 31 |
| 21 | 25 |
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Die Jünger |
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Kein Faktum ist weniger umstritten, als dass die zwölf Jünger
für die Stämme Israels symblisch stehen. Während die Synoptiker
diese zwölf mit Namen und einigermassen einheitlich aufzählen,
verzichtet Johannes darauf. Warum eigentlich?
Man könnte annehmen, dass Johannes, den man gemeinhin später datiert als etwa die Synoptiker, dieses Symbol als allgemein gewusst voranstellt. Meiner Meinung nach aber ist eine solche vorangeheinde Akzeptanz dieser
Symbolik nicht unbedingt zwingend. Johannes geht in Bezug auf die Zwölf nicht ins Detail (zeigt aber Widersprüche zu den Synoptikern), konzentriert sich aber auf den Beginn.
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Andreas <=> Ruben
Johannes beginnt die Berufung der Junger schon mal anders als die Synoptiker, da nach JohEv. Andreas und Simon Jünger des Johannes sind (ergo nicht am fischen, sondern am tauchen).
In einem anderen Punkt tut sich noch ein Rätsel auf. Andreas ist hier einer von zwei Johannesjüngern welcher Jesus zuerst entdecken. Dieser sagt es dem Simon, indem er sagt: wir haben gefunden, womit also Sinom nicht zu den zwei ersten gehörte. Demnach bleibt der andere Jünger neben Andreas verschwiegen. Dies eine kleine Schwierigkeit, wenn man es mit dem Text genau nimmt. Dieses wir kann man aber auch in Rücksicht auf die Johannesjünger insgesamt beziehen. Demnach wird nur gesagt, dass Andreas den Jesus findet, weil er es von Johannes hört, und er sagt es Simon, welche zwei dann Jesus nachfolgen. Dazu müsste man aber die Abfolge der Verse umstellen, was aber nicht ohne Widersprüche funktioniert.
Wie wollen wir diesen Knacks in der Rangfolge erklären? Indem Johannes einen anderen Jünger vorschlagt, ist Andreas nicht der erste und Simon ist es auch nicht.
Rubens Rolle war die des verworfenen Ersteborenen 'weil er des Vaters Bett bestieg'. Ruben hat eine grosse Funktion innerhalb des Baumes des Erkenntnisses. Wenn er die Glückswurzeln dort findet, Wenn sein Stamm gezählt wird, so hat dies ein Bezug zur 666, und zu Josefs Steuerfünftem, der 133.
Andreas ist der Jünger, der zur Unzeit Jesu findet, dies implitziert 'es war gegen die zehnte Stunde'. Und dass Andreas Jesu 'findet' wie Ruben die Liebsäpfel 'findet', festigt die Analogie.
Bei Johannes ist Andreas mit der Art der schwierigen Einführung hier zurückgesetzt. Und wir können die Schwierigkeit nicht anders erklären als in Funktion einer Andeutung auf Ruben.
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Mk 1,16 Und als er am galiläischen Meere wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer.
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Joh 1,35 Am folgenden Tage stand Johannes wiederum da und zwei seiner Jünger.
36 Und indem er auf Jesus blickte, der vorüberwandelte, sprach er: Siehe, das Lamm Gottes!
37 Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach.
38 Da aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi (das heißt übersetzt: Lehrer), wo wohnst
du?
39 Er spricht zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde.
40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren.
41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden (das heißt übersetzt: den Gesalbten ).
42 Und er führte ihn zu Jesus. Jesus aber sah ihn an und sprach: Du bist Simon, Jonas Sohn, du sollst Kephas heißen (das wird übersetzt: Fels ).
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Simon Petrus <=> Simeon
Hier heisst es gleich zu Beginn: du bist Kephas. Die Rolle Simons, die Herkunft des Namens wird gar nicht erst erklärt. es wird hier vorausgesetzt, dass der Leser dies weiss.
Für unsere Gleichung: Simon = Simon ist das natürlich wie fester Grund: Petrus.
Ruben ist einigermassen deutlich charakterisiert. Mit Simeon aber steht es etwas anders. Er wird gemeinsam mit Levi als gewalttätig bezeichnet, wegen der Tat an Sichem und Hemor. Bei den Segnungen in Deuteronomium
wird Simeon ganz unterschlagen. Das Siedlungsgebiet Simeon aber ist innerhalb Judas bezeichnet. In der Wüstenwanderung erlitt der Stamm den stärksten Einbruch. Ein Fürst aus Simeon wurde durch den eifernden Pinehas erstochen, als Israel verführt wurde im Gefilde Moabs.
Was sagt dies aus? Vielleicht dies. Simeon ist sehr schnell in seinen Handlungen und Bekenntnissen. Und genau dies drückt auch Petrus aus. Sogar seine Gewalttätigkeit kommt zum Zuge, ist es doch sein Schwert,
das des Malchus Ohr abtrennt, in einer Weisen Anspielung auf den Namen 'Simeon' und 'Malchus'.
Es ist explizit bei Johannes, dass er mit Petrus den Gewalttäter bei der Festnahme Jesu namentlich erwähnt.
Dass Petrus hier dem Malchus das Ohr abhaut (im Tumult gewiss ein Kunststück) wird duch folgende Anekdote kommentiert, die damals im allgemeinen Bewusstsein war.
Als Herodes sich an die Macht kämpfte, paktierte er mit Hyrcan gegen Antigonus (beides Hasmonäer). Anitgonus flüchtete zu den Parthern und erobete Jerusalem mit diesen Kräften. Er liess seinen Bruder rituell die Ohren verstümmeln, damit dieser nicht mehr das Amt des Hohenpriesters ausübern konnte.
Petrus vollzieht hier eine rituelle Verstümmelung am Diener des Hohenpriesters, das ist, am eventuell kommenden Hohenpriester. Wir glauben zwar nicht, dass dies geschah, aber es zeigt erstens, den zelotschen Hintergrund der Ursprünge dieser Bewegung, und den Charakter der Gewalt, wenn man bedenkt, dass Simon mit Levi ja die Sichemiten wegen der Beschneidung ermordeten.
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Joh 18,10 Da nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zog er es und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Name des Knechtes aber war Malchus.
Joh 18,11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide!
Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir der Vater gegeben hat?
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Jakobs Segen
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1Mo 49,5 Die Brüder Simeon und Levi Mordwerkzeuge sind ihre Messer! 6 Meine Seele komme nicht in ihren Kreis und meine Ehre vereine sich nicht mit ihrer Versammlung! Denn in ihrem Zorn haben sie Männer gemordet und in ihrer Willkür Ochsen verstümmelt. 7 Verflucht sei ihr Zorn, weil er so heftig, und ihr Grimm, weil er so hartnäckig ist! Ich will sie verteilen unter Jakob und zerstreuen unter Israel. 8 Dich, Juda, werden deine Brüder loben! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. |
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Philippus <=> Levi
Philippus Eigenart ist, dass er aus dem Gesetz begründet. Als Schriftkundiger gehört er zu Levi.
Hie rückt Johannes gleich zweimal von der Synopse ab. Laut Synopse sind die Zebedäussöhne die nächsten Jünger. Und diese werden als Mitfischer auf dem Boot des Simon auch am galiläischen See angeworben.
Hier aber sind wir immer noch am südlichen Jordan. Und es wird hier Philippus in eine Beziehung zu Simon gebracht: aus Bethsaida. Sollte die ganze Gruppe bereist als Johannesjünger exisiert haben und von Jesu aufgelesen worden sein? Dies scheint arg vorbei am gewohnten Schema.
Doch mit der Gleichung Simon = Simeon und Philippus = Levi wird auch ein anderes Paar in einem Segen wach:
Jakob setzte diese Söhne zurück, inder er sie Söhne der Gewalt nannte.
Zweimal nennt Johannes den Philippus aus Bethsaida stammend 1:44 , 12:21. Philippus wird so mit den Fischer n in Verbindung gebracht, und besonders mit Petrus.
Nathanael <=> Juda
Aus Nathanael spricht die Arroganz eines Juden: kann aus Nazareth etwas gutes kommen? und gleichzeitig hat er als erster den Königsttel im Sinne, wie doch Juden Könige von Judäa waren.
Der Feigenbaum ist hier eventuell als Sinnbild Jerusalems gemeint. Es ist dieser Feigenbaum, der verdorrt, wie der Berg, der sich ins Meer stürzt. Nathanael wird so als Jude kenntlich.
Demgegenüber aber steht: Nathanael von Kana im 21.Kapitel (ergo im Kapitel aus späterer Hand).
Dies verwirrt nun unsere Symmetrie. Doch sei darauf hingewiesen, dass die nächste Station nach den ersten vier Jüngern in der Hochzeit zu Kana besteht, und dass Kana sehr wohl auch mit dem Wein des Eifers verbunden ist. Man bedenke das Wort Kananäer fü Eiferer (z.B. Simon der Kananäer).
Die Hochzeot zu Kana wurde bereits im Kommentar 3.Kap. besprochen. Zu ihr passt der Wechsel der Frauen Jakobs, von Lea zu Bilha. Eifersucht und Eifer um den Tempel begegnen uns im Fortlauf des Ev.
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Joh 1,43 Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa reisen; und er findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! 44 Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. 45 Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.
46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem keine Falschheit ist! 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! 49 Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, daß ich dich unter dem Feigenbaum sah! Du wirst Größeres sehen als das!
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Kana
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Joh 21,2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
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Judas - ???
Judas, Simons Sohn wird bei Johannes an fünfter Stelle eingeführt.
Bei Judas erhebt sich die Frage, wo er zuzuordnen ist, wenn wir das Stämmeschema
weiterführen wollen. Jakobs fünfter Sohn war.... (ihr wisst es).
Mk 14,3 Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen
war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche
voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche
und goß sie aus auf sein Haupt.
Mk 14,4 Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen:
Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen?
Mk 14,5 Man hätte doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare
verkaufen und es den Armen geben können. Und sie zürnten ihr.
Joh 12,2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente. Lazarus
aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen.
Joh 12,3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe,
salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße
mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch der Salbe.
Joh 12,4 Da spricht Judas, Simons Sohn, der Ischariot, einer seiner
Jünger, der ihn hernach verriet:
Joh 12,5 Warum hat man diese Salbe nicht für dreihundert Denare
verkauft und es den Armen gegeben?
Joh 12,6 Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte,
sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt
wurde.
Joh 12,7 Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für den
Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.
Der Quervergleich deutet Judas Zunahmen Sohn des Simon. Denn das Haus,
in welchem sich der Vorfall ereignete, war das Haus des Simon nach Markus.
Judas ist nur bei Johannes der Säckelmeister. Eigentlich ist unter
den Jüngern ein anderer Geldspezialist vorhanden, nämlich Mathias
der Zölner. Entsprechend lesen wir in Markus auch eine allgemeine
Empörung im Haus des Simon. Johannes aber macht aus Judas mehr. Warum?
Warum geht es?
Der Anlass hier ist die Salbung, und merkwürdigerweise geschieht
sie an den Füssen (vielleicht ist der Kopf zu intellektuell). Wen
könnte Judas Simon hier darstellen, dass er sich über diese Salbung
empört?
Wir kennen auch unter den Stämmen Israels einen mit Fluch belasteten:
Dan. Dan wird eine Schlange sein.. im ersten Segen, oder Dan ist ein Löwe
aus Basan. Der Löwe aus Basan. Alle sind sich einig, Judas heisst
Isch-Kariot, was als Mann von Karioth in Juda gedeutet wird. Andere sagen,
sein Name meine Sikarier, als Dolchmann, warum ihn Johannes auch einen
Dieb nennen kann. Wie wäre es aber damit: Isch Ariot.
Ein Vorkommen von Ariot verweist auf folgenden Vers.
Ri 14,5 Also ging Simson mit seinem Vater und mit seiner Mutter
gen Timnat hinab. Und als sie an die Weinberge bei Timnat kamen, siehe,
da begegnete ihm ein junger brüllender Löwe!
Simson ist selbst wie ein junger Löwe, der 300 Füchsen Fackeln
an die Schwänze bindet und sie in die Wiesen der Philister treibt.
Es gibt eine Konkurrenz zwischen Dan und Juda, schon wegen des permanenten
Vorwurfs des Bilderdienstes, aber auch, weil Dan für den Berg Hermon,
das andere Zion steht. Dan ist nicht leicht zu fassen. Seine Rede ist wie
süsser Hönig aus dem Leichnahm des Löwen. Ob auch Daniel
hier Dan vertritt mag ich nicht zu sagen. Beim Offenbarer Johannes ist
es auf jeden Fall so. Daniel wäre ein gutes Beispiel für die
doppelzüngige Verführung. Was auf Simson im Bezug auf die Fackelfüchse
zutrifft, stimmt auf Daniel zehn mal mehr. Dan und Daniel sind bewandert
in der Kabbala. Desshalb ist ihr Spruch der sozialen Wohlfahrt süsser
Honig, der bitter im Bauch ist.
Wenn also Johannes dem Judas (er allein nennt ihn Sim[s]ons Sohn) eine
Beziehung herstellt zu Dan, dann passt dies vorzüglich in das Gleichnis
der Jünger als stellvertretend für die Stämme. Das vergehen
Judas ist eigentlich nicht dies, dass er Jesus verraten hat, sondern dass
er ihn verurteilt hat. Diese Verurteilung geschieht aus dem gespaltenen
Bekenntnis Jesu zur Kabbala. Wir dürfen nicht verkennen, dass Männer
wie Daniel, oder Bezallel für den Intellekt stehen, weniger für
das Sikariertum, das man Judas gerne andichten will. Judas tritt als Verräter
Jesu auf, weil er die Kabbala durch Jesus verraten sieht.
Dies ist nicht so weil Judas der Judas ist, sondern weil Jesu Offenbarung
einen vollkommenen Affront gegen die Tora und die Kabbala darstellt. Judas
ist hier nicht Person sondern Typus der verborgenen Priesterschaft. Dass
ihnen das Atttribut des Geldes durch Johannes gegeben wird, beruht in einer
einfachen Tatsache. In der Tora hat Kabbala viel mit Geld zu tun.
Judas ist entrüstet über die Art der Salbung, weil sie so
verkehrt (an den Füssen) als Symbol einer ganz anderen Messiasschaft
erscheint, die Konträr zu einer kopflastigen (oder hierarchischen?) Messiasschaft durch Tora
und Kabbala ist.
Diese Umkehrung wird auch im Taufritual deutlich. Die andere Messiasschaft
(duch die Füsse) führt zu einer anderen Reinigung. Jesu wäscht
seinen Jüngern die Füsse. Und es ist gerade Simon Petrus, der
doch gerade nach den ersten Zweifeln noch bekannte 'du hast Worte des
ewigen Lebens', der an dieser Umkehr des Taufsymbols scheitert.
Dieses Symbol wollen wir nun betrachten. Vers 13,3 hatten wir schon
behandelt unter dem Siegel der Kabbala. Wenn ich nun Zwei mal 656 rechne,
so ergibt sich Vers 13,12 (656 ist wie 666 wichtig für die Kabbala
und den Baum der Erkenntnis), so werden wir darin eine Art Klammer erblicken,
in der sich die Umkehr der Taufe hier abspielt.
Joh 13,1 Vor dem Passahfeste aber, da Jesus wußte, daß
seine Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie er geliebt
hatte die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.
Joh 13,2 Und während der Mahlzeit, als schon der Teufel dem Judas,
Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
Joh 13,3 obgleich Jesus wußte, daß ihm der Vater
alles in die Hände gegeben habe und daß er von Gott ausgegangen
sei und zu Gott hingehe,
Joh 13,4 steht er vom Mahle auf, legt seine Kleider ab, nimmt einen
Schurz und umgürtet sich; Joh 13,5 darauf goß er Wasser in das
Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und
sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.
Joh 13,6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr,
solltest du mir die Füße waschen?
Joh 13,7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, weißt
du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Joh 13,8 Petrus spricht
zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete
ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.
Joh 13,9 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht meine Füße
nur, sondern auch die Hände und das Haupt! Joh 13,10 Jesus spricht
zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen
die Füße, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber
nicht alle.
Joh 13,11 Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr
seid nicht alle rein.
Joh 13,12 Nachdem er nun ihre Füße gewaschen und
seine Kleider angezogen hatte, setzte er sich wieder zu Tische und sprach
zu ihnen: Versteht ihr, was ich euch getan habe? Joh 13,13 Ihr heißet
mich Meister und Herr und saget es mit Recht; denn ich bin es auch.
Diese Fusswaschung ist eine Umkehr. Es ist dies, wovon Jesu sprach 'grösseres
werdet ihr erleben' . Denn bisher ging alles nach gewohnter Symbolik. Die
Taufe war nichts anderes als das Reinigungsbad, das Tauchbad. Im geistigen
Sinne war es die Aufnahme der Tora. Die Salbung zu Beginn im Sinne der
Taube geschah von Oben auf den Kopf. Nun aber wird die Umkehr sichtbar,
eine wirkliche Reinigung, und es ist die Weigerung vor dieser Reinigung,
die zur Erkenntnis führt, es sind nicht alle rein sondern sie bleiben
verhaftet in der alten Symbolik, in der Jesu durchaus seinen Anfang nehmen
musste.
Dass er dabei seine Kleider auszieht, heisst, dass er sein priesterliches
Gewand, den Habitus des gewohnten Rituals verlässt.
Joh 13,14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße
gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen.
Joh 13,15 Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr tut,
wie ich euch getan habe.
Joh 13,16 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer
als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt
hat.
Joh 13,17 Wenn ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut.
Joh 13,18 Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich
erwählt habe. Doch muß die Schrift erfüllt werden: «Der
mit mir das Brot ißt, hat seine Ferse wider mich erhoben.»
Einer von Davids Psalmen
Joh 13,19 Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit,
wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin.
Joh 13,20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer aufnimmt, welchen
ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt
den auf, der mich gesandt hat.
Joh 13,21 Da Jesus solches gesprochen hatte, ward er im Geiste erregt,
bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter euch
wird mich verraten!
Joh 13,22 Da sahen die Jünger einander an und wußten nicht,
von welchem er redete.
Joh 13,23 Es hatte aber einer seiner Jünger, den Jesus liebte,
bei Tische seinen Platz an der Seite Jesu.
Das ist etwas neues. Hier ist die Frage, wer wohl der Jünger sei,
der den Herrn verrät. Wir aber können uns fragen, wer wohl der
Jünger ist, den der Herr lieb hat.
Joh 13,24 Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen
möchte, wer es sei, von dem er rede.
Joh 13,25 Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm:
Herr, wer ist's?
Joh 13,26 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen
und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons
Sohn, dem Ischariot.
Denken wir an römische Tischsitten, da liegt man also zu Tisch. Es
ist also anders, als bei einem Tisch, wo man mit einer Armbewegung viele
mögliche Kandidaten erreicht. Sowohl der Lieblingsjünger, als
auch, der den Bissen empfing, mussten ihm unmittelbar benachbart liegen.
Nun zurück zu Judas. Jakobs fünfter Sohn war Dan, den er durch
Bilha, Rahels Magd hatte..
Wer ist als nächster dran? Wir haben Text ausgelassen.
Joh 11,1 Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus
dem Dorfe der Maria und ihrer Schwester Martha, Joh 11,2 nämlich der
Maria, die den Herrn gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren
getrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.
Joh 11,3 Da ließen ihm die Schwestern sagen: Herr, siehe, den
du lieb hast, der ist krank!
Joh 11,4 Als Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht
zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht
werde!
Joh 11,5 Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus. Joh
11,6 Als er nun hörte, daß jener krank sei, blieb er noch zwei
Tage an dem Orte, wo er war. Joh 11,7 Dann erst spricht er zu den Jüngern:
Laßt uns wieder nach Judäa ziehen!
Joh 11,8 Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben noch haben dich
die Juden zu steinigen gesucht, und du begibst dich wieder dorthin? Joh
11,9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand
bei Tage wandelt, so stößt er nicht an, denn er sieht das Licht
dieser Welt. Joh 11,10 Wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt
er an, weil das Licht nicht in ihm ist. Joh 11,11 Solches sprach er, und
darnach sagte er zu ihnen: Unser Freund Lazarus ist entschlafen; aber ich
gehe hin, um ihn aus dem Schlafe zu erwecken.
Joh 11,12 Da sprachen seine Jünger: Herr, ist er entschlafen,
so wird er genesen! Joh 11,13 Jesus aber hatte von seinem Tode geredet;
sie meinten aber, er rede von dem natürlichen Schlaf. Joh 11,14 Da
sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben; Joh 11,15 und
ich bin froh um euretwillen, daß ich nicht dort gewesen bin, damit
ihr glaubet. Aber lasset uns zu ihm gehen!
Joh 11,16 Da sprach Thomas, der Zwilling genannt wird, zu den Mitjüngern:
Lasset uns auch hingehen, daß wir mit ihm sterben!
Der Didymos ist als sechster Jünger eingeführt. er entspricht
damit dem Naftali. Über die Rolle des Thomas habe ich zum Thema Kreuz schon etwas berichtet. Thomas begegnet uns bei beiden Auferstehungsgeschichten.
Thomas hat bei Johannes eine einzigartige Rolle inne, und wir müssen
uns fragen, warum. Es scheinen zwei Höhepunkte sich hier abzuspielen
in den beiden symbolischen Söhnen Bilhas, einmal in Judas, dem Verräter,
und dann in Thomas, dem Zweifler. Es ist da etwas, das Thomas als Zwilling
des Judas erscheinen lässt. Es ist, als ob er in der Frage nach sichtbarem
Erkennen seines Lehrers an der Schwelle des Verrats oder der Verwerfung
steht. Johannes ist der einzige Evangelist, welcher Thomas Namen 'erklärt'.
Von seinem hebräischen Stamm her würde der Name einen schlechten
Anklang haben.
Wir erinnern die Abfolge: Maia salbt Jesu die Füsse, was Judas
veranlasst zu seienr Bemerkung über die teure Narde, deren Gegenwert
man besser für die Armen gebrauchen konnte.
Lazarus sirbt und das erste Auferstehungsmysterium steht bevor, und
hier meldet der Zwilling seinen Zweifel an.
Dann kommt der zweite Aufzug. Jesu wäscht den Jüngern die Füsse,
damit sie seine Auferstehung begreifen. In dieserm Kontext taucht auch
wieder der Verräter auf.
Jesus ist auferstanden, aber der Zwilling bedarf ein besonderes Zeichen
zur Überwingung seines Zweifels.
Das sind zwei auffällig gesetzte Patterns, die sowohl die Salbung
als auch die Auferstehung in einen Kontext setzen.
Hier geht es um eine Anlage, die wir bei den Synoptikern nicht finden
werden.
Mk 14,3 Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen
war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche
voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche
und goß sie aus auf sein Haupt.
Mk 14,4 Es wurden aber etliche unwillig bei sich selbst und sprachen:
Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? Mk 14,5 Man hätte
doch diese Salbe um mehr als dreihundert Denare verkaufen und es den Armen
geben können. Und sie zürnten ihr.
Mk 14,6 Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum bekümmert ihr sie?
Sie hat ein edles Werk an mir getan. Mk 14,7 Denn die Armen habt ihr allezeit
bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber
habt ihr nicht allezeit. Mk 14,8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat
zum voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt.
Mk 14,9 Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium gepredigt
wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen, was diese getan hat, zu
ihrem Gedächtnis.
Mk 14,10 Da ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu
den Hohenpriestern, um ihn an sie auszuliefern.
Mk 14,11 Als sie das hörten, wurden sie froh und versprachen ihm
Geld zu geben. Und er suchte eine passende Gelegenheit, um ihn zu verraten.
Markus erwähnt die Salbung zum Begrabnis. Wir bemerken, hier wird
das Haupt gesalbt. Unmittelbar darauf geht Judas zu den Pharisäern.
Matthäus folgt hier Markus und ergänzt nur den Verräterlohn.
Lk 7,36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu
essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische.
Lk 7,37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und
als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische
wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe Lk 7,38 und
trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße
mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes,
küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe.
Lk 7,39 Als aber der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah,
sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte
er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt,
daß sie eine Sünderin ist! Lk 7,40 Da antwortete Jesus und sprach
zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an!
Lk 7,41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert
Denare schuldig, der andere fünfzig.
Lk 7,41 Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war fünfhundert
Denare schuldig, der andere fünfzig.
Lk 7,42 Da sie aber nichts hatten zu bezahlen, schenkte er es beiden.
Welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?
Lk 7,43 Simon antwortete und sprach: Ich vermute der, dem er am meisten
geschenkt hat. Er sprach zu ihm: Du hast richtig geurteilt! Lk 7,44 Und
indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau?
Ich bin in dein Haus gekommen, du hast mir kein Wasser für die Füße
gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und
mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
Lk 7,45 Du hast mir keinen Kuß gegeben; sie aber hat, seit sie
hereingekommen ist, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.
Lk 7,46 Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt, sie aber hat meine
Füße mit Salbe gesalbt. Lk 7,47 Darum, sage ich dir, ihre vielen
Sünden sind vergeben worden, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem
aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.
Lukas hat eine eigene Entwicklung. Simon der Aussätzige ist bei ihm
Simon der Pharisäer, und Jesu erzählt hier ein Gleichnis. Die
Salbung steht in keiner Beziehung zum Begräbnis. Die Begriffe Sünderin,
Liebe und Vergebung stellen diesen Akt in einen ganz anderen Kontext als
die anderen Evangelien, besonders Johannes. Erhalten geblieben sind Stichworte.
Die Wiederholungen in Johannes sind auch auffällig in Bezug auf
die Auferstehung und Maria. Maria sieht Jesu am Grab des Lazarus, und spricht
ähnlich wie später bei Jesus Gruft. Eine andere, von dieser Maria,
der Schwester der Martha bekannte Maria aus Magdala, oder eine Sünderin
kommt bei Johannes gar nicht vor.
Zurück also zur Salbung. Sie ist Salbung zum Begräbnis, und
findet nach der Auferstehung des Lazarus statt. Sie ist die Tat einer Frau,
die die Auferstehung ihres Bruders erlebte. Diese Salbung reicht Jesus
in der Form der Fusswaschung weiter.
Dann wird auch Jesu sterben und auferstehen. Danach kommt eine andere
'Salbung', die wir unter dem Motto 'Ausgiessung des Geistes' oder Pfingserlebnis
kennen. Ich meine, dass solche Abfolge bei Johannes wichtig und bewusst
gesetzt sind.
Um den Preis eines zerhackten Textes hier haben wir nach der Rolle der
Jünger gefragt. Diese Frage war nicht ohne Früchte, denn sie
hat den Judas und den Thomas innerhalb einer Beziehung gefunden, die nicht
ohne Anklang an die Josefsgeschichte ist.
Was aber ist das Thema des Johannes. Bei einem verspielten Gleichnis
kann es nicht bleiben. Was bedeutet Auferstehung und wie geschieht sie?
Joh 11,41 Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob die Augen
empor und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast.
Joh 11,42 Doch ich weiß, daß du mich allezeit erhörst;
aber um des umstehenden Volkes willen habe ich es gesagt, damit sie glauben,
daß du mich gesandt hast.
Joh 11,43 Und als er solches gesagt, rief er mit lauter Stimme: Lazarus,
komm heraus!
Joh 11,44 Und der Verstorbene kam heraus, an Händen und Füßen
mit Grabtüchern umwickelt und sein Angesicht mit einem Schweißtuch
umhüllt. Jesus spricht zu ihnen: Bindet ihn los und laßt ihn
gehen!
Joh 11,45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und
sahen, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn.
Ein Wort. Das Wort selbst steht im Zentrum der Auferstehung. Und es ist
kein Zweifel, dass wir Auferstehung nicht begreiffen, wenn nicht die Worte
in uns zuvor lebendig werden. Wie kann man ein Wort verlebendigen? Dass
dazu Tatsachenberichte oder alltägliches kaum dienlich sind, leuchtet
ein. Das Wort selbst muss in die Frage kommen, ein Zeichen, über das
man sich wundert.
Es ist seltsam. Ein Wort und es geschieht. Aber dadurch, dass durch
ein Wort etwas geschieht, ist es eigentlich ein blinder Mechanismus. Die
Zeichen und Gleichnisse im Evangelium heben zunächst solche blinden
Mechanismen auf, und machen uns 'wundern'. Wie war das doch eben noch,
eine Versnummer galt als Zeichen. Das ist eingefleischter Mechanismus,
und führt zu Bewertung. Was ist aber eine Bewertung in der Blindheit
wert? Was ist das Zeugnis eines Petrus mehr wert als das Zeugnis eines
Judas, wenn beide Zeugnisse blinden Mechanismen gehorchen?
Es ist ein merkwürdiger Widerspruch, dass das Wort in seiner Blinheit
erst ersterben muss, damit der Geist erwacht. Denn erst die Frage kann
vom Geist zeugen, wenn das Wort nicht mehr Gegenstand des Urteils, sondern
des Wunderns wird. Wenn das Samenkorn nicht erstirbt...
Dies ist ein Gleichnis für die Salbung zum Tode, und weist gewiss
auf den Tod Jesu hin. Aber das Wunder ist, warum kam das Wort in die Welt,
damit es erstirbt?
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort war
'Gott'.
In allen Dingen und Worten geht es immer auch um dieses erste und umfassendste
Wort, das ersterben muss, aus dem blindgeborenen Zustand, in den geistig
auferstandenen, befreiten Zustand im Menschen.
Die grösste Diskrepanz besteht zwischen dem blinden Kalkül,
wie es hier durch Kabbala demonstriert wurde, und den Menschen blinden
Gehorsam abverlangt, und n den Pharisäern sichtbar wird, und dem Wort,
das belebt, weil es dem Zwang und dem bezwingenden entlkleidet ist.
Wenn Judas unmittelbar nach der Salbung durch Maria zu den Pharisern
geht, dann ist dies ein Gleichnis für den blinden Gehorsam gegenüber
dem Wort:
Joh 12,7 Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für
den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.
Auch Thomas steht noch unter diesem Verhältnis des Gehorsams, dass
er schwer frei wird. Als er nach der Auferstehung die Wundmale sehen will,
da geht es um die Frage, ist dies noch dasselbe Wort?
Das Verhältnis zum Wort, ob in materiellem blindem Gehorsam oder
in er Freiheit des Geistes drückt sich aus im Verhältnis vom
Knechten zum Sohn. Und hier ist die Brücke zu Jakobs Frauen. Denn
Dan und Naftali sind Söhne der Bilha, der Magd Rahels.
Vielleicht ist es etwas spekuliert, wenn man Hiram, den Sohn einer
Wittwe aus Naftali, und Bezaleel, den Daniten, die beide als Kunsthandwerker
massgeblich an der Fertigung von Bundeszelt und salomonischem Tempel
beteiligt waren, als Gleichnis nimmt für den materiellen Wortgehorsam.
Dass der materielle Beitrag von den Kindern der Magd herrühren, bezeichnet
vielleicht das Wesen der Magd im Unterschied zur Freien. Die Spekulation
wird aber im Falle des Thomas durch Legenden untermauert.
Legenden, die auf den apokryphen Thomas-Akten beruhen, erzählen,
dass Christus ihm erschien und ihn aufforderte, dem Boten des Königs
Gundisar nach Indien zu folgen, da der König den besten Baumeister
suche, um sich einen Palast nach römischer Bauweise errichten zu lassen.
Thomas wurde mit Abbanes, dem Boten, unterwegs veranlasst, an der Hochzeit
einer Königstochter teilzunehmen; eine hebräische Musikantin
wiederholte für Thomas einen Hymnus in der Muttersprache, worauf der
Mundschenk ihn ohrfeigte. Thomas prophezeite die eintretende Strafe: Löwen
zerrissen den Mundschenk am Brunnen, ein Hund brachte die Hand, die den
Glaubensboten geschlagen hatte, das Brautpaar bekehrte sich und wurde gesegnet.
Bei Gundisar angelangt, zeichnete Thomas diesem einen Palast und erhielt große Schätze zum Bau, verteilte diese aber während der Abwesenheit des Königs an die Armen, predigte und bekehrte Unzählige.
Dem zurückgekehrten, empörten König, der Thomas in den Kerker warf, erschien sein vor kurzem verstorbener Bruder; der erklärte ihm, Thomas habe für ihn im Jenseits den prächtigsten Palast
errichtet, worauf Gundisar sich bekehrte und Thomas in fernere indische Gebiete ziehen ließ. Vornehme Frauen eines Herrscherhauses wurden von Thomas bekehrt, der König aber ließ ihn gefangensetzen,
vielfältig martern und wollte ihn zum Opfer vor dem Sonnengott zwingen. Thomas sprach den im Standbild verborgenen Teufel an, das Bronzewerk zerschmolz wie Wachs, der außer sich geratene Oberpriester durchbohrte Thomas
mit seinem Schwert, doch der König ließ ihn ehrenvoll begraben.
aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/index.htm
Sechs Jünger werden namentlich erwähnt
Andreas - Ruben
Simon Petrus - Simeon
Philippus - Levi
Nathanael - Juda
Judas, Simons Sohn - Dan
Thomas, Didymos - Naftali
Dies reicht, um eine Spannung innerhalb dieser Frage zu erstellen. Der
einzige Jünger, der nun noch auftritt, ist der Jünger, den der
Herr lieb hat. Man kann Rätseln, wer damit gemeint ist. Es ist ein
Produkt der Phantasie, das ihn mit Johannes gleichsetzen will, das doch
Johannes, wie Jakobus in den anderen Evangelien den Zunamen Donnersöhne
haben. Johannes und Jakobus treten im Johannesevangelium überhaupt
nicht namentlich auf und das Bild eines inneren Kreises von drei Jüngern
hat hier keinen Bestand.
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Der Jünger... |
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Wer ist dieser Jünger? Drei Auftritte hat er.
Joh 13,21 Da Jesus solches gesprochen hatte, ward er im Geiste
erregt, bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, einer unter
euch wird mich verraten!
Joh 13,22 Da sahen die Jünger einander an und wußten nicht,
von welchem er redete.
Joh 13,23 Es hatte aber einer seiner Jünger, den Jesus liebte,
bei Tische seinen Platz an der Seite Jesu.
Joh 13,24 Diesem winkt nun Simon Petrus, daß er forschen möchte,
wer es sei, von dem er rede.
Joh 13,25 Da lehnt sich jener an die Brust Jesu und spricht zu ihm:
Herr, wer ist's?
Joh 13,26 Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauchen
und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons
Sohn, dem Ischariot.
Joh 18,13 und führten ihn zuerst zu Hannas; denn er war der Schwiegervater
des Kajaphas, welcher in jenem Jahre Hoherpriester war. Joh 18,14 Das war
der Kajaphas, der den Juden geraten hatte, es sei besser, daß ein
Mensch für das Volk sterbe.
Joh 18,15 Simon Petrus aber folgte Jesus nach, und ein anderer Jünger.
Dieser Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus
hinein in den Hof des Hohenpriesters. Joh 18,16 Petrus aber stand draußen
vor der Tür. Da ging der andere Jünger hinaus, der mit dem Hohenpriester
bekannt war, und redete mit der Türhüterin und führte Petrus
hinein.
Joh 18,17 Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus:
Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Petrus spricht:
Ich bin's nicht! Joh 18,18 Es standen aber die Knechte und Diener um ein
Kohlenfeuer, das sie gemacht hatten - denn es war kalt - und wärmten
sich; Petrus aber trat auch zu ihnen und wärmte sich.
Es folgt der dreimalige Verrat des Petrus
Joh 19,23 Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten,
nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht
einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben
bis unten in einem Stück gewoben.
Joh 19,24 Da sprachen sie zueinander: Laßt uns den nicht zertrennen,
sondern darum losen, wem er gehören soll; - auf daß die Schrift
erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter
sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Solches taten
die Kriegsknechte.
Joh 19,25 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die
Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena.
Joh 19,26 Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen,
den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn!
Joh 19,27 Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!
Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Joh 19,28 Nach diesem, da Jesus wußte, daß schon alles
vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er:
Mich dürstet!
Man beachte folgendes. Die Kleider werden in viert Teile geteilt. Ebenso
sind vier Frauen am Kreuz gegenwärtig. Ebenso wird das Los geworfen
über das Gewand. Jesu Wort über seine Mutter und den Jünger
ist auch eine Losentscheidung. Ist das Gewand, das aus einem Stück
genäht ist, ein Symbol für den ganzen Sinn?
Wiederum stellen die vier Frauen Jakobs Frauen symbolisch dar?
Joh 20,1 Am ersten Tage aber der Woche kommt Maria Magdalena
früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der
Gruft hinweggenommen. Joh 20,2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus
und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen:
Sie haben den Herrn aus der Gruft genommen, und wir wissen nicht, wo sie
ihn hingelegt haben!
Joh 20,3 Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben
sich zu der Gruft. Joh 20,4 Die beiden liefen miteinander, und der andere
Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zur Gruft,
Joh 20,5 bückte sich hinein und sieht die leinenen Tücher daliegen,
ging jedoch nicht hinein.
Joh 20,6 Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und geht in die Gruft
hinein und sieht die Tücher daliegen Joh 20,7 und das Schweißtuch,
das um sein Haupt gebunden war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern
für sich zusammengewickelt an einem besondern Ort.
Joh 20,8 Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst
zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte. Joh 20,9 Denn sie verstanden
die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse.
Joh 20,10 Nun gingen die Jünger wieder heim.
Joh 20,11 Maria aber stand draußen vor der Gruft und weinte.
Wie sie nun weinte, bückte sie sich in die Gruft
Joh 20,12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den
einen zu den Häupten, den andern zu den Füßen, wo der Leib
Jesu gelegen hatte.
Joh 20,13 Und diese sprechen zu ihr: Weib, was weinst du? Sie spricht
zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht,
wo sie ihn hingelegt haben!
Joh 21,13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und ebenso
den Fisch. Joh 21,14 Das war schon das drittemal, daß sich Jesus
den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Joh 21,15 Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus
zu Simon Petrus: Simon Jona, liebst du mich mehr als diese? Er spricht
zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe! Er spricht
zu ihm: Weide meine Lämmer! Joh 21,16 Wiederum spricht er, zum zweitenmal:
Simon Jona, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt,
daß ich dich lieb habe. Er spricht zu ihm: Hüte meine Schafe!
Joh 21,17 Und zum drittenmal fragt er ihn: Simon Jona, hast du mich lieb?
Da ward Petrus traurig, daß er ihn zum drittenmal fragte: Hast du
mich lieb? - und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt,
daß ich dich lieb habe. Jesus spricht zu ihm: Weide meine Schafe!
Joh 21,18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst,
gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du
aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein
anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. Joh
21,19 Solches aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen
werde. Und nachdem er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
Joh 21,20 Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen,
den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und
gefragt hatte: Herr, wer ist's, der dich verrät? Joh 21,21 Als Petrus
diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was soll aber dieser? Joh 21,22
Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme,
was geht es dich an? Folge du mir nach!
Joh 21,23 Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser
Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt,
er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme,
was geht es dich an? Joh 21,24 Das ist der Jünger, der von diesen
Dingen zeugt und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein
Zeugnis wahr ist.
Joh 21,25 Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat;
und wenn sie eins nach dem andern beschrieben würden, so glaube ich,
die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben
wären.
Der Jünger, den das Wort liebhatte, ist der Jünger, der dem Wort
Gottes nah war. Es ist erst am Schluss unsere Frage beantwortet. Aber ist
damit der Jünger identifitziert.
Wem ist dieser Jüpnger gleich? Er folgt Petrus wie ein Schatten,
als wäre er dessen Schatten. Zusammen rätseln sie um den Verräter.
Dieser Jünger führt Petrus im Haus des Hohepriesters ein. Dort
verleugnet Petrus seinen Rabbi dreimal. Ebenso ist er präsent, als
Jesu seinen Verrat mit einer dreimaligen Frage aufhebt (oder erinnert?).
Am unmöglichsten wird aber dieser Schatten in der Gruft.
Man bemerke, wie Petrus das Kopftuch sieht, der andere Jünger
aber das allgemeine, vielleicht im Sinne des Körpertuches. Man bemerke,
dass Maria zwei Engel sieht, zu Häupten und zu Füssen, wo das
Wort lag, oder um es auszudrücken, am Anfang des Wortes und am Ende
des Wortes.
Joh 20,8 Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der
zuerst zur Gruft gekommen war, und sah und glaubte. Joh 20,9 Denn sie verstanden
die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse.
Ist hier die Meinung, dass sie glaubten, dass der Leichnam gestohlen wurde?
Wir sind hier in der Versuchung zum materiellen Glauben. Doch was wurde
gekreuzigt und verworfen mit Wav Wav Wav, doch das Wort, und im Evangelium
geht es um das Wort.
Was bedeutet es, wenn das Wort aufersteht? Die Auferstehung ist ein
Mysterium. Sie wird vom Individuum erlebt. Auferstehung heisst aber im
Geiste. Denn das Wort wurde materiell gekreuzigt. Auferstanden aber ist
es im Geiste. Damit ist Auferstehung für die Jünger Wandlung.
Es liegt in der Bezeichnung 'der andere Jünger' ein tiefer Sinn,
da es zugleich der andere in Petrus ist. Petrus Zeugnisse und Leugnungen
gehorchten noch seinem materiellen Wortgehorsam. Und dieser Gehorsam, dem
eine blinde Mechanik zugrunde liegt, wird ihn am Ende dorthin führen,
wohin er nicht will. Als Haupt der Kirche steht er für eine Gemeinschaft,
in der die Wandlung zum Anderen erst seinen Anfang nimmt. Der Andere ist
aber jener der bleibt, bis der ganze Sinn wiederersteht im Geiste.
Es ist also müssig, nun diesem Anderen eine Attribut im Sinne eines
Stammes oder im Sinne eines Sohnes der Freien oder der Magd zu geben. Denn
die Magd ist repräsentiert durch Judas und Thomas, die Freie aber
duch Petrus. beides steht noch vor der Wandlung.
Wir haben eine gewisse Zeit mit der Josefsgeschichte als Gleichnis gearbeitet.
Sechs Jünger wurden namentlich erwähnt. Kurz vor der letzten
Szene begegnen wir aber folgendem Zeichen:
Joh 21,1 Darnach offenbarte sich Jesus den Jüngern wiederum
am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:
Joh 21,2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt
wird, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus
und zwei andere von seinen Jüngern.
Sind sieben Jünger. Die Söhne des Zebedäus werden durch
die anderen Evangelien als Jakobus und Johannes definiert.
Joh 21,3 Simon Petrus spricht zu ihnen: Ich gehe fischen! Sie
sprechen zu ihm: So kommen wir auch mit dir. Da gingen sie hinaus und stiegen
sogleich in das Schiff; und in jener Nacht fingen sie nichts.
Joh 21,4 Als es aber schon Morgen wurde, stand Jesus am Gestade; doch
wußten die Jünger nicht, daß es Jesus sei.
Thomas war nicht der einzige, der in Bezug auf das auferstandene Wort unsicher
war.
Joh 21,5 Spricht nun Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts
zu essen? Sie antworteten ihm: Nein!
Joh 21,6 Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz auf der rechten Seite
des Schiffes aus, so werdet ihr finden! Da warfen sie es aus und vermochten
es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische.
Joh 21,7 Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Simon
Petrus: Es ist der Herr! Als nun Simon Petrus hörte, daß es
der Herr sei, gürtete er das Oberkleid um sich, denn er war nackt,
und warf sich ins Meer.
Joh 21,8 Die andern Jünger aber kamen mit dem Schiffe (denn sie
waren nicht fern vom Lande, sondern etwa zweihundert Ellen weit) und zogen
das Netz mit den Fischen nach.
Joh 21,9 Wie sie nun ans Land gestiegen waren, sehen sie ein Kohlenfeuer
am Boden und einen Fisch darauf liegen und Brot.
Joh 21,10 Jesus spricht zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die
ihr jetzt gefangen habt!
Joh 21,11 Da stieg Simon Petrus hinein und zog das Netz auf das Land,
voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig; und wiewohl ihrer
so viele waren, zerriß doch das Netz nicht.
Joh 21,12 Jesus spricht zu ihnen: Kommet zum Frühstück! Aber
keiner der Jünger wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten,
daß es der Herr war.
Joh 21,13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt es ihnen, und
ebenso den Fisch.
Joh 21,14 Das war schon das drittemal, daß sich Jesus den Jüngern
offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Das dritte Zeichen nach der Auferstehung beziehz sich nur auf den Text
selbst. Es ist hier das letzte Zeichen, und wir würden meinen, das
es etwas besiegelt. Dieses letzte Zeichen nimmt nocheinmal Bezug zur Speisung
der 5000, mit einem Unterschied. Hier sind es die Jünger, die nach
Speise suchen.
Das Brotgleichnis stand früher in Beziehung zur Josefsgeschichte.
Es wundert also nicht, dass damals Brot im Sinne der Tora vorhanden war.
Hier aber stehen wir nach der Wandlung, und das Brot steht nicht einfach
zur Verfügung. Petrus geht fischen, und es klingt dies so alltäglich
und banal, wie sonst nichts im Evangelium geschildert wird, das sich von
selbst versteht. Aber, es ist nicht banal. Fischen bedeutet hier, dass Petrus
den Akt des Handelns aufnimmt. Äusserlich betrachtet, sein angestammtes
Handwerk. Aber es ist doch ein anderes Handeln. In diesem verwandelten
Leben kann es zu neuen Offenbarungen Gottes im Leben kommen. Gott spricht
nicht mehr aus den alten Geschichten, aus der Kabbala, sondern er wird
im Leben transzendent.
Die Gegenprobe wäre dies, wenn man für die 153 Fische irgend
ein Gleichnis finden würde. Es ist mir nicht gelaungen, etwas zu finden.
Ist dies eine Enttäuschung, oder passt es nicht vollkommen, dass die
Zahlen entzaubert werden. 153 Fische, und das ist kein Gebot Gottes in
der Bibel!!! Diese Szene spricht für ein befreites Erleben Gottes
im Leben. Und dieses Leben darf wieder fischen gehen.
Das Wort Gottes ist auferstanden. Es steht nun nicht mehr nur in einem
Buch, sondern transzendiert sich im Leben. Was am Kreuz hängenblieb,
das ist der Bannfluch.
Der andere Jünger ist der namenlose Jünger. nach welchem Namen
wäre er zu beschrieben, wenn er doch die Wandlung der Jünger
mit Namen darstellt? Von hier ergiebt sich eine Brücke zur Offenbarung
des Johannes.
Textkritik will gerne 21.15 als spätere Redaktion annehmen. Damit
ist die Identifikation dieses Jüngers betroffen. Es gibt eine gewisse
Logik im Spiel mit den Jüngern in diesem Evangelium, die diese Annahme
untermauern. Der Jünger wäre also im Sinne der Botschaft nicht
als Johannes zu identifizieren. Dieser Jünger, der namentlich unter
dem Kreuz erscheint, hat gemäss der Synopsis einen Vorrang als Zeuge.
Auf diesen vergelichenden Umstand hin bezieht sich die spätere Erweiterung.
Wenn wir aber den Zeugen unter dem Kreuz in Bezug auf das Wort Gottes lesen,
so ist er gleichsam Jedermann, den das Wort lieb hat. Die Redaktion zerstört
also nicht diesen Sinn, aber überdeckt ihn mit einer anderen Aussage,
die für die Forschung interessanter ist.
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Das Judas-Thema bei Johannes |
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Worin unterscheiden sich die Synoptiker und Johannes in Bezug auf die Verratszene? Die Synoptiker haben das gemeinsame, dass vom Moment an, da Judas während des Abendmahls als Verräter hinausgeht, die Handlung ohne Unterbruch vorwärtstreibt, über die Szene im Garten Gethsemane bis zur Verhaftung Jesu.
Johannes aber stellt etwas anderes dar.
Joh 13,30 Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht.
Joh 13,31 Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn!
Joh 13,32 Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.
hier folgen Reden an die verbleibenden Jünger
Joh 18,1 Als Jesus solches gesprochen hatte, ging er mit seinen Jüngern hinaus über den Winterbach Kidron. Dort war ein Garten, in welchen Jesus samt seinen Jüngern eintrat.
Joh 18,2 Aber auch Judas, der ihn verriet, kannte den Ort; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern.
Joh 18,3 Nachdem nun Judas die Rotte und von den Obersten und Pharisäern Diener bekommen hatte, kam er dorthin mit Fackeln und Lampen und mit Waffen.
Johannes hält die Handlung an und macht aus dem Abendmahl einen sehr langen Moment, als stehe die Zeit still. Ein Fünftel des ganzen Evangeliums spielt sich hier ab.
Judas Verrat also hat den Nachteil, dass er selbst wesentliche Reden verpasst. Ist nicht das Brot das Wort, und erhilet nicht gerade Judas den Brocken? Daraus haben viele geschlossen, Judas sei bei weitem der fortgeschrittenste Jünger gewesen. Aber solches lässt sich nicht aus dem Johannesevangelium schliessen.
Was uns Johannes hier vordemonstriert, das ist eine symbolische Sedermahl im Wort. Ich habe einmal eine Darstellung des Sedermahls gelesen. Aufgefallen ist mir eines. Der Vorsizende beim Mahl hat am Ende die Pflicht, alle Brosamen vom Tischtuch mit dem Finger aufzunehmen und zu essen. es soll nichts übrig bleiben.
Johannes macht hier das Selbe. Alle Reden sind wie die Brosamen, die aufgelesen werden und gegessen werden. Judas hat also einen wichtigen Teil des Mahls verpasst.
Als entscheidender Moment steht wieder der Vers 13,32 = 2mal 666 . Warum sagt Jesus hier dass Gott ihn verherrlichen werde? Ist die eigentliche Verherrlichung nicht die Auferstehung nach der Kreuzigung? Wo ist der Punkt, der das Verräterische kennzeichnet? Reduzieren wir Jesus Botschaft auf die Kabbala, dann scheint hier eine wichtige Marke zu sein: Der Verrat an die Pharisäer. Judas erhielt den Brocken. Aber ist dies Jesus ganze Lehre? Geht sie nicht weiter, so dass wir die Ungeduld beherrschen müssen?
Das Motiv der Ungeduld ist mehrfach angesprochen. Wir erkennen es im Gleichnis Rahels, welche zu Jakob spricht: schaffe mir Kinder. Wir vernehemn es als Gleichnis aus dem Mund Jesu: Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Das Motiv der Ungeduld ist stark mit Judas / Dan verflochten. Und hier nötigt uns Johannes, die Zeit ruhen zu lassen.
Bevor wir also Jesu um den stark jaballistischen Bezug hier verwerfen oder vorschnell zuordnen, wolllten wir uns doch den Brosamen widmen, ein Gleichnis für das Auflesen aller Frage, die man auf diesem Tisch noch entdeckt. Denn das Motiv der Ungeduld ist auch in der Offenbarung lesbar.
Wohl ist es so, dass das Tier, dass alle verführt, und veranlasst, dass nur kaufen und verkaufen kann, wer das Malzeichen trägt, seinen Bezug auf die Steuerrechnung in der Torah nimmt. Dies verbindet sich aber mit dem Attribut Judas als Säckelmeister, und das Evangelium nennt ihn einen Dieb.
Aber, das ist nicht der ganze Ausdruck des Verrats. Wesentlich bleibt die Ungeduld, die umgekehrte Zelotik. Das Evangelium wurde hier nicht im Wortlaut und ununterbrochen kommentiert. Der Leser ist also aufgerufen, sich all den Fragen zu widmen, die wie die Brosamen auf dem Tische liegen blieben.
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Textkritische Anmerkungen |
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![]() |
Ich bin nicht hauptsächlich textkritisch bewandert oder interessiert. Dennoch erscheint es mir wichtig, textkritische Bemerkungen aus der Forschung hier anzufügen. Als Quelle möchte ich hier http://www.skypoint.com/~waltzmn/ angeben: The Encyclopedia of New Testament Textual Criticism, Conceived by Rich Elliott of Simon Greenleaf University.
Die Ehebrecherin im Tempel Joh. 7,53 - 8,11
753 So ging jeder in sein Haus.
81 Jesus aber ging an den Ölberg.
2 Und am Morgen früh stellte er sich wieder im Tempel ein, und alles Volk kam zu ihm,
und er setzte sich und lehrte sie.
3 Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer ein Weib zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war,
stellten sie in die Mitte
4 und sprachen zu ihm:
Meister, dieses Weib ist auf der Tat beim Ehebruch ergriffen worden.
5 Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Was sagst nun du?
6 Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten.
Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.
7 Als sie nun dabei verharrten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen:
Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!
8 Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde.
9 Als sie aber das hörten, gingen sie [von ihrem Gewissen gestraft] einer nach dem andern hinaus, die Ältesten zuerst;
Jesus aber ward allein gelassen, mit dem Weib, das in der Mitte stand.
10 Da richtete sich Jesus auf und sprach zu ihr:
Weib, wo sind deine Ankläger? Hat dich niemand verdammt?
11 Sie sprach: Herr, niemand!
Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
Dazu der Befund der Textzeugen nach Rich Eliot
- Include the story of the Adulteress after John 7:52 (with major variations among the manuscripts) -- D
((E) S 1006 1424marg with asterisks, possibly indicating a questionable passage)
(L P omit 7:53-8:2 and place the
rest in asterisks) Fvid G H K M U G
28 180 205 579 597 700 892 1009 1010 1071 (1077 1443 1445 184 211 387 514 751 773 890 1780 include 8:3-11 only)
1079 1195 1216 1243 1292 1342 1344 1365 1505 1546 1646 2148 2174 Byz
aur c d e (ff2 omits 7:53) j r1 vg
peshmss harkmss pal bopt slavmss-marg eth
Ambrosiaster Ambrose Jerome
[(UBS in [[ ]]) (Soden) (Vogels in [[ ] ]) Merk Bover (Souter in [ ]) Hodges-Farstad TR]
- Include the story after Luke 21:28 -- f13 (13 69 346 543 788 826 828 983)
- Include the story after Luke 24:53 -- 1333**
- Include the story after 7:37 -- 225
- Include the story after John 21:25 -- (1 with critical note) 1076 1582 armmss
- Include the story as a separate item -- [(WH in [[ ]]) NEB]
- Omit 7:53-8:11 -- P66 P75 a (A defective but does not leave space) B (C defective but does not leave space) L N T W X Y
D Q Y 0141 0211
22 33 157 209 565 1230 1241 1242 1253 1333txt 1424* 2193 2768 pc
a f l* q cur sin peshmss harkmss sa pbo ach2 bomss armmss geo goth slav
Origenvid [Tischendorf]
Quelle: Rich Eliot
Was besagt die Liste der aufgeführten Textzeugen bezüglicher der Szene mit der Ehebrecherin?
Das Resultat sagt, dass diese Szene eingeschoben wurde. Alle wichtigen alten Zeugen kennen sie nicht. Jene die die Szene aufführen, sind über die Zugehörigkeit nicht im klaren. Ist der Text Teil von Lukas oder von Johannes, und wo im Text?
Damit ist klar, das Textstück ist separat zu behandeln. Vom Inhalt her mag es heute unverzichtbar erscheinen, aber als Teil eines Evangeliums darf man es nicht behandeln.
Was ist der Reiz, der hinter dieser Geschichte steckt? Es zeigt sich, dass diese Szene wohl nicht zu den ältesten oder originalen Szenen gehört. Sie entstammt einer Zeit, da bereits eine Kontroverse um Maria die Jungfer im Gange war. Wie steht es um die Aussage Jesu, eine Ehe sei nicht zu scheiden im Lichte der Kontroverse um seine eigene Herkunft? Wie steht es um den spekulierten Ehestand seiner Eltern? Wer von euch ohne Sünde ist.... gerade im Streit um die Heiligkeit der Ehe gibt das Argument hier zurück.
In der Frühfassung, als Maria noch nicht die Jungfrau war (d.h. vor der Abfassung der Ev. nach Mathäus und Lukas) gab es für ein solches Thema noch keinen Anlass.
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