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Johannes

© elcappuccino - last update: Sept 2003

Die Autoren Namens Johannes

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Die Autoren Namens Johannes

Johannes Evangelium spezielle Themen
 


 

Offenbarung und Evangelium     

          zum Inhalt


Eine Autorenschaft zu belegen ist eine Geschichte. ein gemeinsames Verständnis aber zu beschreiben, ist eine andere Geschichte. Die Textforschung kann gute Gründe zeigen, warum der Autor der Offenbarung nicht mit dem Autor des Evangeliums identisch ist.
Sprachlich gesehen stehen wir vor einigen Problemen. Die Qualität des Griechischen unterscheidet sich in der Offenbarung erheblich von jener des Evageliums. Die Forschung vermutet hinter dem Offenbarer einen palästinensischen Autor, der im Aramäischen bewandert war, Koine aber nur mangelhaft beherrschte. Wir wissen aber nicht, wieviele Redaktionen das Evangelium erdulden musste. Und die Offenbarung zeigt Symptome von Stress.

"In the synoptic gospels Jesus' proclamation of God's kingdom lies at the heart of his teaching. but in John the word 'kingdom' is found in only two passages, 3:3, 5 and 18:36, 38. The word 'power' (dunamis) is used ten times in Mark, thirteen in Matthew, fifteen in Luke, but never in John. 'Tax collector' occurs twenty one times in all the synoptic gospels,but not at all in John." "On the other hand, John's favorite vocabulary; is largely absent from the synoptic gospels: 'life', 'light', 'the world', 'the Jews', 'to witness' (and the related nouns), and 'love' (as noun and verb) are all used very frequently in John, but no more than a handful of times in the synoptic gospels. John's vocabulary is much more limited in extent than Mark's. His Greek style is very simple but not uncouth."

- Graham N. Stanton, The Gospels and Jesus, The Oxford Bible Series (1989), paperback, p. 105

Könnte ein so einfacher Sprachschatz mit richtiger Ausdrucksweise das Resultat einer im Griechischen bewanderten Quelle sein, oder nicht viel eher das Resultat eines durch einen 'Korrektor' redigierten Textes, der ursprünglich so 'liederlich' war wie die Offenbarung? Für den Evangelisten (bzw. seine Quelle, siehe späte Redaktion), sind sehr gute Ortskenntnisse in Jerusalem bezeugt. Der Zeuge ist in diesem Falle gewiss ein Ortszeuge, der vor 70 in Jerusalem lebte. Wie wir gesehen haben, steht das Evangelium dem jüdischen nicht so fern, wie das die Forschung in Reklamierung eines Hellenisierenden Evangeliums gerne annimmt. Das Evangelium ist sprachlich hellenisiert. Aber ist es dies auch inhaltlich? Es gibt gerade die Erweiterung Kap 21 des JohEv Aufschluss. (siehe rechts)

Durch die nachfolgende Redaktion ist nicht ausgeschlossen, dass die Sprache verbessert wurde. Es gibt ja, andern als in der Offenbarung, eigentlich keinen Anlass, der dies verbietet. Im Gegenteil würde gerade dieser Warnton in der Offenbarung sich daraus erklären, dass der alte Evangelist um die Redaktion seines Evangeliums wusste, und dies für die Offenbarung verhindern wollte.
Solche Einwürfe sind natürlich hypothetisch, aber eben durch diesen Nachsatz im Evangelium möglich. Das sprachliche Kriterium kann also nicht das Hauptargument bilden, die zwei Quellen zu separieren.

Joh 21,23 Daher kam nun das Gerede unter den Brüdern: «Dieser Jünger stirbt nicht.» Und doch hat Jesus nicht zu ihm gesagt, er sterbe nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Joh 21,24 Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und dieses geschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist.Joh 21,25 Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; und wenn sie eins nach dem andern beschrieben würden, so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären.

Ich möchte abschliessend einige gemeinsame Punkte von Evangelium und Offenbarung aufzeigen

Beide Schriften haben die Kabbala zum Thema, ohne diese offen darzustellen. Beide Schriften sprechen den Laien (Exoteriker) wie den Gelehrten (den jüdischen Kaballisten) gemeinsam aber auf verschiedener Ebene an. beide Texte bezeugen gute, die Offenbarung sogar sehr gute Kenntnisse über die Kabbala. Mir ist keine andere christliche Schrift bekannt, die diese Kenntnisse belegt.
Dies heisst, die beiden Verfasser haben denselben Hintergrund.
Beide Schriften orten das Satanische in der Kabbala, oder spezifischer im mosaischen Gesetz der Schrift. Das Satanische drückt sich in der Offenbarung ganz offen in der Zahl aus, aber auch in den angedeuteten Schemen des Baumes der Erkenntnis, sowie im System der Zeitalter nach Daniel. Beiden Verfassern liegt zugrunde, dass sie Dan eine satanische Rolle zuspielen, da Dan Sinnbild der Kabbala aus dem Zustand der Unfreiheit ist. In der Offenbarung fehlt der Stamm Dan, und Daniel repräsentiert dort den falschen Propheten. Im Evangelium wird diese Rolle durch das Gleichnis von Jakobs Söhnen sichtbar und lesbar.

Die Offenbarung ist das logische Fortsetzungswerk aus dem Evangelium. Es ist die innere Einheit (trotz stilistischer Unterschiede), welche auch die ideelle Einheit der Autorenschaft befördert. Diese Einheit ist nicht unwidersprochen. Die Ostkirche stand der Offenbarung lange Zeit kritisch gegenüber und es gab Widerstände gegen eine vorbehaltlose Kanonisierung. Diese Vorbehalte werden gespeist aus dem für christliche Schriften untypischen literarische Genre.
Dass die Offenbarung aber genau diese Genre pflegt, verdankt sie derselben Funktion wie das Evangelium, dass sie nämlich als Spiegelbild aus der Sicht ds pharisäischen esoterischen Judentums gelesen werden will. Hier hat die Absicht über einen 'christlichen Formenzwang' gesiegt.

Ist damit die Einheit der zwei Quellen gewährleistet? Der Fairness halber muss ich sagen, nein. Denn was die zwei Quellen trennt, das ist der Zeitfaktor. Der Offenbarer lebt zur Zeit Domitians. Er wird also, wenn er identisch mit einem Jünger Johannes war, ein ziemlicher Greis gewesen sein. Gegen ein hohes Alter des Verfassers gibt es eigentlich keine Einwände, denn die Offenbarung ist das Werk eines in der Kabbala bewanderten. Wer die Kabbala kennt, der weiss, dass der Lernprozess ein langwieriger war, wenn man nicht einer Schule angehörte. Nun aber offenbart auch die Evangelienquelle kabbalistische Schlüssel. Dort aber sind sie so allgemein verfasst, während uns der Offenbarer den Baum der Erkenntnis demonstriert. Es muss dies also nicht ein Widerspruch sein, sondern spiegelt den möglichen Fortschritt des Studiums eines Menschen in seinem Leben wieder.

Eine Identität der Quellen ist also möglich, unter gewissen Voraussetzungen (Redaktion des Evangeliums). Sie ist aber nicht zwingend. Die Behauptung einer Identität müsste sich auch auf die Briefe, die unter dem Namen des Johannes in den Kanon aufgenommen wurden, ausdehnen. Dies muss ich aber der Forschung überlassen.
 

Entwurf eines statistischen Prüfverfahrens zur Textanalyse

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Ich habe die vier Evangelien und die Offenbarung nach dem griechischen Text von Scrivener einer statistischen Wortanalyse unterzogen. Dabei konnteich soch einige Dinge beobachten was den Charakter von Johannes Evangelium und Offenbarung angeht.

Wir beherschen die Sprache nur zum Teil, zum grössten Teil beherrscht sie uns. Was meine ich damit? Die Intention befassst sich zumeist mit Inhaltsworten oder tätigkeitsworten, übersieht aber vollkommen die grosse Masse der und oder wenn dann damals sowohl eigentlich sogar alsdenn inwiefern ausserdem nichtsdestotrotz....

Nehmen sie zwei Werke von ein und demselben Autor. Nun handelt das eine Werk von fliegenden Untertassen, das andere aber von der Aura des Menschen (eine solche Verbindung an Themen ist nicht einmal unwahrscheinlich). Wenn sie nun diese Inhaltsworte nummerisch vergleichen, stellen sie fest, dass die Worte Aura und Ufo der Intention des Autors unterliegen, nicht aber die Worte wenn aber undsoweiter.

Auf welcher Grundlage nun entscheiden wir, ob ein Werk von einem Autor sein kann? Wir entscheiden kaum aufgrend von wenn dann entweder oftmals selten als... weil wir diese Worte vollkommen unbewusst aufnehmen, so unbewusst sie dem Autor entglitten sind.
Wenn ein Autor seine Sprache nicht beherrscht, das heisst, sie nicht absichtlich auch im Detail formt, dann verhalten sich Wortvorkommen voollkommen willkürlich. In jedem seiner Texte werden die Füll und Hilfworte denselben Wortanteil einnehmen.

Es gibt ein einfaches Verfahren, um herauszufinden, ob ein Wort der Intention des Autors unterliegt, oder ob es vollkommen von der unbewussten Sprachgewohnheit beherrscht ist. Nehmen wir einen Text und halbieren ihn (nach Anzahl Worten) so lassen sich die Vorkommen in der vorderen Hälfte mit den Vorkommen in der hinteren Hälfte vergleichen. Widerspricht die Verteilung auf einem festgelegten Signifikanzniveau der Nullhypothes (die Wahrscheinlichkeit, dass jede Urne die Wahrscheinlichkeit p=50% aufweist), so unterliegt dem Wort eine Intention.

Wenn ich nun alle Worte diesem Test unterziehe, dann bleibt am Ende eine Wortliste übrig, die die Eigenschaft hat, dass sie nicht intentional ist, also quantitativ die Sprachgewohnheit wiederspiegelt.

Als Beispiel sollen die vier häufigsten Worte der Offenbarung nach Scrivener dienen:
 

Wort Offb. 1.Viertel2.Viertel3.Viertel4.ViertelTotalKritBinom 1%KritBinom 99%
kai 210 250 233 238 931 264 202
tou 51 53 63 66 233 74 43
o 60 30 35 37 162 54 28
ths29 29 36 45 139 47 23


Dem Text wurden Blöcke zu 2000 Worten entnommen. Der Test wiederspiegelt also fast 80% des ganzen Textes. Jedes Wort hat die Chance 25% in eine der vier Urnen (Schriften) zu fallen. Wie gross ist der kritische Wert (Anzahl Worte) so dass nicht mehr von einer zufälligen Verteilung gesprochen werden kann?
KritBinom 1% stellt den kritischen Wert nach Binominalverteilung dar. für das Wort kai heisst dies, dass bei mehr als 264 Worten in einer Urne nicht mehr von einer zufälligen Verteilung ausgegangen werden darf, wobei die Null-these ab diesem Wert zu 1% zu unrecht verworfen wird.
Kritbinom 99% stellt den anderen Grenzwert dar.

Wenn sich nun die Ausfälle innerhalb dieser zwei Grenzwerte bewegen, könen wir zu 99% Sicherheit von einer zufallsverteilten Stichprobe sprechen. Das Wort 'o' ist also 99% nicht zufallsverteilt, unterliegt also der Intention.

Da wir aber nur die Zufallsverteilten Worte suchen, wird klar, dass Worte mit geringen Vorkommen gar nicht auf einem zuverlässigen Signifikanzniveau beurteilt werden können.
Zweitens bedeutet auch ein zufallsverteiltes Ergebnis nicht unbedingt den Mangel an Intention, da wir vielleicht nur den Text anders in Blöcke schneiden müssten, um ein signifikant abweichendes Ergebnis zu erhalten.

Nun werden aufgrund dieses Test Worte wie autwn autou twn und h, also alles Artikel ausgeschieden, die von diesem Verfahren nicht als zufallsverteilt angenommen werden. Hier haben wir es mit Wortvarianten zu tun, die auch nicht der reinen Sprachgewohnheit anpassen dürfen, sondern durchaus vom Kontext gebeugt (dekliniert) werden. Es ist also ratsam, einen solchen Test nicht auf der Ebene jeder einzelnen Wortvariante durchzuführen, sondern auf der Ebene von Stammworten, bzw, Wortklassen.

Da auf diese Weise die Worthäufigkeit generell ansteigt, besteht eine reellere Chance, mit dem Signifikanztest eine legale Wortliste anzufertigen.

Was sind nun statistisch interessante Fragen?

Es lassen sich die Häufigkeiten ganzer Wortgruppen vergleichen. So ist etwa die Häufigkeit des Wortes 'und' in der Offenbarung radikal verschieden von jener im JohEv.
Wie aber steht es mit den Anteilen der Personalpronomen, der Artikel?

Damit wird schon eine ungefähre Richtung des Tests vorgegeben. Er umfasst, gefiltert durch den Signifikanztest, nicht jene Begriffe, an denen wir gewöhnlich zweifelhafte Autoren einander zuornden, sondern er umfasst viel eher das Wortgewebe, innerhalb dessen erst die Inhalte hineingewoben werden können.

Ein Beispiel:

Ein Textfälscher, oder Pseudopigraph wird sich ganz vordergründig die äusseren Textmerkmals des Autors, den er imitieren will, bedienen. Aber er wird nicht auf das achten, was seinem Blick vollkommen entgeht. Das Sprachgefühl erkennt Floskeln, Redewendungen oder beliebte Schlagworte, gerade dann, wenn sie in einer Passage gehäuft repetiert vorkommen. Aber es verkennt vollkommen, was nur quantitativ erscheint.

Wenn also Worte unterschiedliche Funktion haben, sagen wir, wie in einem Metallgitter. So gibt es die Atome, und die Elektronen. Je seltener ein Wort, um so wahrscheinlicher ist es ein Elektron, dass sich innerhalb des Gitters nach Intention des Autors bewegt. Häufige Worte sind hingegen eher wie das Gitter selbst, die Atome. Sie sind das unverzichtbare.
Nun gibt es verschiedene Salze, Legierungen etc. Das Stabile ist ihnen gemeinsam, und doch können sie unterschieden werden. Auch wenn unser Ohr unfähig ist, die Gitterstruktur zu analysieren, weil wir eher auf die Elektronen achten, so heisst dies nicht, dass diese Wortgitter nicht doch unterschieden werden können.

Dabei gibt es nun aber Voraussetzungen, nämlich die Annhame, dass jeder Mensch ein einigermassen konstantes Sprachgefühl hat für eine längere Lebensdauer. Wir wissen aber, dass die Sprache des Menschen stetig sich entwickelt. Das gilt für die Muttersprache, noch viel eher aber für eine Fremdsprache.

Um überhaupt ein Prüfverfahren zu entwerfen, müsste es die belegte Identität und und anerkannte Zuordnung erst richtig nachvollziehen können.

Ende

Die Fortsetzung des Tests und dieses Artikels muss wegen anderer Arbeiten leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Mitteilen möchte ich folgende Beobachtungen, die als Ansatz gelten, aber durchaus nicht stichhaltig sind, da sie nicht auf einem sauber und konsequent durchgeführtem Verfahren basieren. Ein solches Verfahren müsste ja den Faktor langzeitige Redaktion irgendwie mitberücksichtigen, das heisst, den Umstand, das Schreiber intuitiv einen Text 'verbesserten'. Wir wissen also nie, wieviele Worte jetzt ganz genau dem 'originalen' Text genau entsprechen. Damit ist entscheidend, auf welcher Textgrundlage ein solcher Test durchgeführt wird. Hier stand Scrivener zur Verfügung. Aber ein Test müsste auch eine andere Fassung alternativ bearbeiten. Einerseits bedeutet es einen Mehraufwand, auf der anderen Seite kommt es dem Wesen der Statistik zu Gute, welche nur aus widerholten Tests Aussagen mit einer wahrscheinlichkeit machen kann.

Wortvarianten

In Bezug auf die Wortvarianz neigen Offenbarung und Johannesevangelium zu Vermeidung vieler Varianten im relativen Vergleich zu den anderen drei Evangelien.
 

 JohannesMarKusLukas MatthäusOffenbarungJ bis O
Anzahl Wortvarianten 18952511 27622560212411852
Stichprobe
Anzahl erste Worte im Text
9947994799479947994749735
mittlere Worthäufigkeit5,253,963,603,894,684,20
die Anzahl Varianten seltener Worthäufigkeiten
Häufigkeit=1106815771827156612197257
Häufigkeit=23024044194443371906
Häufigkeit=3130159166154163772
Häufigkeit=48671809693426
Häufigkeit=54973596061302


Welchen Einfluss hat das Wörtchen 'und' (häufigstes Wort der Offenbarung, aber von allen Texten im Johannesevangelium am wenigsten häufig) auf diese Varianzaussage?
 

 JKL M OJ bis O
Anzahl Vorkommen von 'kai' (und)52794578865211594071
Hier zeigen J und O gegensätzliche Extreme. Der Wert von O beruht gewiss im Genre der Offenbarung, die diesen typisch alttestamentlichen Stil imitiert. Uns interessiert aber die mittlere Worthäufigkeit nach Abzug des Wortes 'und'
Rest-Stichprobe ohne 'und'9420 90029159 9295878845664
Varanten minus 1 Wort1894251027612559212311851
mittlere Worthäufigkeit ohne und4,973,593,323,634,143,85


Man sieht, dass dieses eine Wort einen grossen Einfluss ausübt, aber dennoch den Effekt nicht aufhebt. Das Johannesevangelium bleibt der Offenbarung am ähnlichsten in punkto Wortvarianz. Damit ist einer möglichen Argumentation der Weg geebnet, das Wort 'und' verdanke in der Offenbarung seine Häufigkeit dem literarischen Stilelement des Autors zu diesem Zweck, ohne damit aber seine Sprach zu determinieren.

Lange Worte

In Bezug auf lange Worte ist die Offenbarung dem Johannesevangelium am ähnlichsten. Beide sind im Vergleich zu den anderen drei Werken geneigt, lange Worte zu vermeiden.

Wortlänge J KLM OJ bis Okrit. Binominalwert
1% / 99%
149252618219911 / 29
1522010152494 / 17
1615531150 / 7
17 2   20 / 2
18  1  10 / 1
Gesamtergebnis125242362416622 / 46


Das Johannesevangelium vermeidet tendentiell lange Worte. Der Effekt einer Ähnlichkeit mit der Offenbarung hebt sich dann aber für mittellange Worte auf. Der kritische Binominalwert soll hier eine Bewertung unterstützen. Eindeutig ist eine Aussage nur in Bezug auf Johannes und Markus, die beide auf dem 99% Niveau nicht Normalverteil sind. Unterschiedliche Wortlänge ist definitif ein Charakteristikum, das diese zwei Schriften unterscheidet.

Wortlänge J KLM OJ bis O
12 54 101 98 93 80 426
13 22 56 56 36 56 226

Immerhin ist die Tendez klar, dass auch in punkto Wortlängen J und O grösste Nähe zeigen

Ertrag

Aufgrund dieser kleinen Messungen darf man noch keine Schlüsse ziehen. Sie dürfen im Besten fall als ein Indiz betrachtet werden, dass sich eine statistische Auswertung lohnen kann. Diese muss aber die im Prüfverfahren beschrieben Einschränkung berücksichtigen. Es können nur häufige Worte geprüft werden. Und es muss auch eine Wortfamilien Beziehung erstellt werden.

Man behalte auch die maximal mögliche Aussage im Auge. Aufgrund solcher Mittel kann nicht eine Identität bewiesen werden. Sollte sich aber herausstellen, dass von allen fünf Texten J und O am nächsten zueinander stehen, dann haben wir ein Indiz in der Hand, das andere textkritische Befunde vor neue Frage stellen muss.

Ich darf als Beobachtung ausführen, dass dieser Test auf der Ebene jedes Wortes durchgeführt meiner Erfahrung nach nicht eindeutig eine Ähnlichkeit statistisch belegen kann, da wir hier Faktoren wie das Wort 'und' oder die 'Redaktion' berücksichtigen müssen. Zuletzt ist es ganz erheblich für eine Messung, ob man auf Wortfamilien sich stützt (also die Essenz des Wortes) oder sich auf die konkrete Wortbildung stützt.

Zu denken gibt aber immerhin folgendes: Johannes neigt zu Einsilbigkeit. Ist dies ein Kennzeichen für einen sprachbegabten Autor, oder ist dies das Ergebnis eines Redaktors, der den Text eines minder griechisch begabten Autors, wie ihn die Offenbarung vorstellt? Rein statistisch kann eine solche Frage nicht beantwortet werden. Hier muss der Klartext konsultiert werden. Aber der Faktor Redaktion könnte eine Rolle spielen in einigen Wesenheiten des Textes.

Inhaltlicher Befund

zum Inhalt


Gibt es Hinweise aus dem Inhalt, welche einen Beitrag zur Frage möglicher Identität beisteuern? Zunächst die Frage, in welcher Weise erwarten wir Identität?

Wie müssen Schriften geartet sein, dass sie als christliche erkannt und akzeptiert werden? Wir erwarten einen gewissen Gedankenkosmos, sich gleich bleibende Themen und Anschauungen, die nicht allein auf Stichworte sich begründen. Das Christliche Verständnis war einerseits stark genug, den gnostischen Standpunkt auszusondern, aber es war nicht eindeutig genug, den Unterschied zwischen Paulinischem Christetum und der Jüngergemeinde zu differnzieren, das heisst, die Masse der diesen Schriften förderlichen Vertreibern war in diesem Punkte mehrheitlich indifferent.

Steigen wir von der Klasse ''Christentum" hinab in den Sonderfall. Kann man Schulrichtungen innerhalb dieses Christentums ausmachen? Ich meine zweifellos. Denn eine mit der Torah vertraute Gemeinschaft prägt gewiss eine andere Schulrichtung als eine heidnisch geprägte Gemeinschaft, die mehr Anlass sehen wird, Vergleiche zwischen ihrer heidnischen Glaubenstradition und der neuen Offenbarung Jesu zu diskutieren.

Wir haben nun keinen Beleg für ein solchen Synkretismus. Aber es scheint deutlich, dass die Paulinische allein auf Glauben orientierte Betrachtung eigentlich nicht Schulrichtungen förderte, die die Torah weiterhin als Basis integrierten, es sei denn allein zur spekulativen Apologetik des Messias Jesu, welcher in der Konsequenz einzigarig als Gesalbter verstanden wird, und nicht mehr in einer jüdischen Bedeutung.

Was würden wir von einer Johannitischen Schule erwarten? Würden wir in jedem Falle einen Wortlaut in solchen Texten erwarten, welcher eindeutig auf den Autor schliessen lässt, oder bedeutet der Begriff ''Schule'' nicht bereits einen grösseren Rahmen? Ist ein Werk als Johannitisches akzeptabel, auch dann, wenn der Redaktor nicht der Lehrer war? Ich meine, dass eine Identität der Lehrbasis wesentlich für eine Schule ist.

Wenn wir also nach inhaltlichen Befunden suchen, die über die Identität des 'Autors' Auskunft gibt, so werden wir nach der gleichen Lehrbasis in Offenbarung und Evangelium suchen müssen.

Die Kabbala

Wir haben im Johannesevangelium gesehen, dass ein überaus starker Bezug zum Alten testament in Gleichnissen besteht, ohne dass wir aber Zitate aus der Torah kennen würden. Anders ist es mit der Offenbarung, welche als Zitatsammlung erscheint, ohne aber dem Wortlaut getreu zu bleiben. Dieser formale Unterschied kennt aber doch etwas Gemeinsames, den Bezug zu Schlüsselzahlen der Kabbala.

Joh 6,53 Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esset und sein Blut trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Joh 6,54 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Joh 6,55 Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank.
Joh 6,56 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Joh 6,57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch der, welcher mich ißt, um meinetwillen leben. Joh 6,58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter [das Manna] gegessen haben und gestorben sind; wer dieses Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit! Joh 6,59 Solches sprach er, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte. Joh 6,60 Viele nun von seinen Jüngern, die solches hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede, wer kann sie hören? Joh 6,61 Da aber Jesus bei sich selbst merkte, daß seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis? Joh 6,62 Wie denn, wenn ihr des Menschen Sohn dorthin auffahren sehet, wo er zuvor war? Joh 6,63 Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. Joh 6,64 Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, wer die seien, die nicht glaubten, und welcher ihn verraten würde. Joh 6,65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!
Joh 6,66 Aus diesem Anlaß traten viele seiner Jünger zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.

Dies ist Johannes 'Eucharistie'! Unzweifelhaft haben die Codes in den Versbezeichnungen einen Zusammenhang zum Inhalt. Und kennten wir nicht diese Zahl eines Menschen, so würden wir nicht ahnen,was der Grund für den Abfall von Jesu sein könnte.

Esst mein Fleisch, trinkt mein Blut. Das klingt nach Kannibalismus, und wenn wir auch nicht das Verbot von Blutverzehr in der orah kennten, so wäre es abstossend genug. Aber warum lässt Johannes diese überaus abstossende Aufforderung hier so überspitzt auftreten? Jesu mahnt, 656, sein Blut zu trinken. Er meint dies aber nicht fleischlich, sondern geistlich. Wo aber ist das geistliche anders sichtbar, als hier in den Versnummern?

Ja Jesu sagt hier noch mehr: 'Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben'. er spricht vom Vater als dem Manna geber, als dem geistigen ernährer Israels. das deutet alles darauf hin, dass hier die Schlüsselziffern der Kabbala, des Baumes der Erkenntnis angedeutet sind.

Wir wissen nun aber nicht, ob hier positiv oder negativ gedeutet wird. Vergessen wir einmal die werrten und bedenken etwas. Hier handelt es sich um ein Drama. Das Wort muss noch gekreuzigt werden. Dort erst wird entschieden. Hier wird uns aber gesagt, dass die Kabbala Teil des Verständnisses ist. Ohne dieses Wissen geht es nicht. Jesu hat Sünder berufen, nicht Gerechte.

Fortsetzung demnächst

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