Der gute Hirte |
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10 1 Wahrlich wahrlich, ich sage euch:
Wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht,
sondern anderswo hineinsteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
Eine erste Regel ist: Stellen werden im Kontext interpretiert. Und so ist es wunderlich, was hat das vorangehende mit diesem zu tun, zu dem es doch in einem Kontext der Situation steht, denn das Gespräch ist im Kontext von Joh. 9.39 zu lesen.
Denken wir an die Blindenheilung. Zu Beginn wird eine Frage gestellt, und ein Ziel gesteckt:
wer hat gesündigt - damit offenbar werde.
Und dieses begleitet dann das Thema.
So stehen wir in einem neuen Kapitel, und wir dürfen vermuten, dass dieses off-topic Thema in gleichem Sinne zum Zentrum wird.
Inwiefern ist aber ein Kontext zu sehen? Gib Gott die Ehre. Eine wichtige Textparallele findet sich zu Achans Diebstahl. dieser Diebstahl Achans ist in der Geschichte deshalb wichtig, weil er der erste Grund präsentiert, warum Israel das gelobte Land nicht einnehmen kann.
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Wie aber ergibt sich das Stichwort "Dieb" aus dem vorangehenden? Drei Stichworte: Sehen - Gericht - Sünde.
Der Dieb tut ungesehen. Zu sehen, während er nicht gesehen wird, ist das Hauptmerkmal. Und dies führt wieder zum Baum der Erkenntnis. Ihn zu sehen ohne dass andere wissen, dass er ihn gesehen hat, das ist der Dieb in Bezug auf das esoterische Wissen. Aber Jesu spricht hier zu einer ganzen Gruppierung. Der Dieb ist also ein Typus, wie der blind Geborene, und man betrachte die Gegensätze (siehe Kasten):
Damit ist die Brücke geschaffen als eine Art Dialektik. Und dies ist sowohl als Antwort zu lesen an jene die fragten:
9 40 ...Sind etwa auch wir blind ?
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| Der Dieb | der blind Geborene | | sieht | sieht nicht | | wird nicht gesehen | wird gesehen | | nimmt ungefragt | Bettler |
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fahren wir fort:
Im Zusammenhang mit Dieben taucht häufig im Kontext mit auf: Mörder - Diebe - Ehebrecher - Meineidige, Siehe dazu auch Hiob Rede (Kasten), oder Das Beispiel zum BdE. in Stellenvergleich MT zu LXX im Abschnitt Deuteronomium. Das Synonym ist ein direkter Hinweis auf den BdE. wenn auch nicht mit Gewissheit in jedem Fall vom Autor mit dieser Absicht erwähnt. Im Falle Hiobs überrascht es nicht. Vers 19 sagt schon mehr über den Kontext aus: die Schlange am Baum.
Anders haben wir es hier nur mit dem Dieb zu tun. Aber interessant ist doch:
9 41 Nun aber sagt ihr: Wir sehen. Eure Sünde bleibt.
Die Sünde generell wird damit angesprochen, und bedeutet auch zuerst "die Sünde" vor allen anderen Sünden.
2 Wer aber durch die Türe hineingeht,
ist der Hirte der Schafe.
3 Diesem tut der Türhüter auf,
und die Schafe hören seine Stimme,
und er ruft seine Schafe beim Namen
und führt sie hinaus.
Hier kommt ein neues Element hinzu. Der Dieb wird nicht gehört, Jesu Stimme aber wird verstanden. Dies könnte nochmals untermauern: das esoterische Kauderwelsch aus dem BdE im Gegensatz zur verständlichen Botschaft.
Das Thema der Schafe ist mittlerweile so verbraucht, dass angesichts der Kirche keiner mehr sich zu den stummen (oder dummen) Schafen zählen will. Aber man muss doch dieses ausblenden, um die Symbolik zur Zeit des Evangelisten zu verstehen.
Erstens war das Thema des Diebes angesprochen, und in der Torah wird der Dieb häufig um Zusammenhang mit Vieh vor anderen Gütern bezeichnet, was einfach für die primäre Lebensgrundlage der Zeit spricht. Aber es stellt doch einen Kontrast dar, wenn man bedenkt: Jesu Botschaft dient, den Menschen zu erhöhen, was nicht vereinbar ist, Schafe als Bild des Menschen zu verwenden. Wir können aber nicht daran vorbeisehen, dass hier das Charakteristikum der Schafe gebraucht wird: Unselbständigkeit, Vertrauensseligkeit und Gewohnheit. Alles zusammen höchst menschliche Eigenschaften, die wir noch reiner in Schafen erblicken.
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Offb 9,21 Und sie taten nicht Buße, weder von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien noch von ihrer Unzucht noch von ihren Diebereien.
Hi 24,13 Jene hassen das Licht, sie wollen seine Wege nicht kennen und bleiben nicht auf seinen Pfaden. 14 Mit Tagesanbruch steht der Mörder auf, den Elenden und Armen umzubringen; in der Nacht aber ist er wie ein Dieb. 15 Das Auge des Ehebrechers wartet auf die Dämmerung; er spricht: Kein Auge sieht mich! - und verhüllt sein Angesicht. 16 In der Finsternis bricht man in die Häuser ein; bei Tage verschließen sie sich; sie scheuen das Licht. 17 Denn ihnen ist die dichteste Finsternis gleich wie der Morgen; sie sind sogar mit dem Todesdunkel vertraut. 18 Schnell fährt er auf dem Wasser dahin. Verflucht ist sein Teil auf Erden; sein Weg führt nicht durch Weingärten. 19 Wie Hitze und Sonnenglut die Schneewasser wegraffen, so das Totenreich die, welche sündigen. 20 Der Mutterschoß wird seiner vergessen, Würmer laben sich an ihm, seiner wird nicht mehr gedacht, und wie ein Baum wird der Übermut dessen gebrochen, 21 der die Unfruchtbare beraubte, die nicht gebar, und der Witwe nichts Gutes tat. 22 Und doch erhält Er die Mächtigen lange durch seine Kraft; mancher steht noch aufrecht, der seines Lebens nicht mehr sicher war.
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Wie wird nun diesen menschlichen Eigenschaften Begegnet? Gleich einem Dieb, der diese Eigenschaften für sich ausnutzt, oder gleich einem Hirten? (der ich weiss, letztendlich uns auch nicht über den Eigennutz hinaus ein Bild zu transzendieren vermag).
Aber ein weiteres Thema: Amtsanmassung. Dies kommt durch die Türe, und das Türöffnen zu stehen, und widerspiegelt den Ausschluss des blind Gewesenen aus der Gemeinde. Waren wir anderseits vor einem Beispiel, dass der Blinde die Stimme erkannt, und Jesu ihn hinausführte? So kommentiert hier dieser Text: um meines Wortes Willen bist du hinausgestossen. Und wir sehen, dass hier bis jetzt nicht einfach das Bild einer Nutztierhaltung besteht zum Eigennutz, sondern ebenso das Herausführen angesprochen wird.
Nochmals der Türöffner. Ist Jesu Hirte, dann ist wer oder was der Türöffner? Diese Frage bleibt offen. Was soll dem Hirten die Türe zu den Schafen öffnen? das Gesetz, der Schlüssel. Und so ist die Aussage bis jetzt wieder unter der Möglichkeit, der Konformität zu lesen. Es ist also 666 des Gesetzes, das als Schlüssel die Türe aufmacht.
Aber Jesu wird sich noch anders äussern. Gehen wir nochmal zu jenem Blinden. Sehend wurde er in der Auseinandersetzung mit den Richtern und am Teich. Das heisst, der Schlüssel war nicht bei Jesu. Er war als Ereignis dort. Aber sie haben ihn aus der Gemeinde geschlossen. Also hatten auch sie Schlüssel. Sie sind die Schlüsselwärter, die niemanden hineinlassen. Und der Blinde hat es verstanden. Es sind solche Schlüsselereignisse, die die Türe zum anderen auftun. Und der Schlüssel tritt in eine andere Beziehung.
In der Offenbarung etwa sind Schlüsslworte sehr wichtig, wenn sie direkt auf wichtige Versnummern verweisen, die wiederum den Baum der Erkenntnis begründen. Der Schlüssel, der gleiche ist also in Händen der Kabbalisten wie auch der Jesu-Gemeinde, aber mit unterschiedlichem Effekt.
4 Wenn er alle, die ihm gehören, herausgelassen hat,
geht er vor ihnen her,
und die Schafe folgen ihm nach;
denn sie kennen seine Stimme.
Dies ist Gleichnisrede. Aber wovon ist es Gleichnis? Wie machte sich Jakob Herden bei Laban? Indem er Schafe aussonderte und herausführte aus dem Gehege Labans. Er legte Ruten vor, ein Sinnbild für den BdE. Ob wir letzten Hinweis akzeptieren, sei fraglich, aber das Gleichnis steht für Jakob bei Laban, und ist bei allem doch kontrovers. War denn Jakob nicht ein Dieb?
5 Einem Fremden aber werden sie nicht nachfolgen,
sondern vor ihm fliehen;
denn sie kennen die Stimme des Fremden nicht.
Man folgt dem, was man kennt. Wissen ist ausschlaggebend. Bevor wir hier zuordnen oder entscheiden: Dies ist die Darstellung eines Faktums, unabhängig vom Subjekt oder vom Gegenstand der Kenntnis. Und diese einfache Lebensregel, die gilt, ob wir wollen oder nicht, gilt, wer immer der Hirte ist.
Damit haben wir Schafe und Hirten, die Türe, aber wo ist der Türhüter? Man könnte sagen, was ist der Schlüssel, welcher dem Hirten Zutritt verschafft, dass er die Schafe hinausführt? Oder was ist das bestimmende Element, auf das die Schafe hören, das es ist, als ob sie ihm folgen?
Der Riegel, das Schloss, das sind die Tabus, das sind Gesetze und das ist die Torah. Aber es gibt noch andere Schlüssel in der Torah. Es sind die Schlüssel der Kabbala und genau mit jenen brachen Diebe ein und stahlen die Schafe aus der Herde.
Ist denn nun Jesu nicht auch ein Hirte, der einen solchen Schlüssel besitzt? Was denn unterscheidet ihn von einem Dieb?
Dies einige vorbereitende Gedanken.
6 Diese Bildrede sprach Jesus zu ihnen.
Jene aber verstanden die Bedeutung seiner Rede nicht.
7 Jesus sprach nun wiederum:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ich bin die Türe zu den Schafen.
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Was ist der Riegel, die Türe, das Schloss? Ich vermute einmal: die Wahrheit. Die Wahrheit wird euch frei machen.
8 Alle, die vor mir gekommen sind,
sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf ihre Stimme gehört.
Wie kommt der Dieb: er kommt mit dem Dietrich 666 und stiehlt Schafe. Er kommt nicht mit der Wahrheit. er ist Dieb, weil er seinen Schlüssel nicht verraten darf, das ist die Definition. Er kommt nicht, um die Schafe in Freiheit zu setzen, sondern zu seinem Nutzen sind die Schafe für den Kabbalisten da.
Alle sind Diebe... wie doch die Wahrheit noch nicht war.
Aber: der Tag kommt wie ein Dieb, besonders bei Johannes als Teil der Verführung, weil das Diebische mit 666 manipuliert. Der Offenbarer gibt mit seinen Schlüsseln Kernhinweise zum Bau des BdE.
Der Tag wie ein Dieb in der Nacht ist vor allem ein Hinweis auf den mystischen "Heilsplan" der Kabbalisten. Der Offenbarer will diese Kenntnis mitteilen.
9 Ich bin die Türe.
wenn jemand durch mich hineingeht,
wird er gerettet werden,
und er wird ein uns aus gehen,
und wird Weide finden.
10 Der Dieb kommt nur,
um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.
Ich bin gekommen,
dass sie Leben und reiche Fülle haben.
Um die Aspekte zu vervollständigen: Die Kabbala hat einen atheistischen Hintergrund, oder besser, sie ist wider die Gesetze, braucht aber Gehorsam den Gesetzen für eigene Zwecke. Das ist das Verderbnis. Der Eigennutz ist das Schlachten, und das Unangemessene an Gottes Volk ist der Diebstahl.
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1Thes 5,2 Denn ihr wisset ja genau, daß der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. 3 Wenn sie sagen werden: «Friede und Sicherheit», dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. 4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte;
Offb 3,3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße. Wenn du nun nicht wachst, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht merken, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.
Offb 16,14 Es sind nämlich Geister von Dämonen, welche Zeichen tun und zu den Königen des ganzen Erdkreises ausziehen, um sie zum Kampf an jenem großen Tage Gottes, des Allmächtigen, zu versammeln. - 15 Siehe, ich komme wie ein Dieb! Selig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht bloß einhergehe und man nicht seine Schande sehe! - 16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt.
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Der Sinn des Hofes ist ein Bild der Bejahung Gottes. Dieses Reich ist ein offenes Reich, man geht ein und aus, ohne Schloss und Riegel.
11 Ich bin der gute Hirte;
der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe.
Dies könnte, so meint man, seinen Tod reflektieren, hat aber eine andere Bedeutung, denn Hirte ist nicht exklusiv, sondern Jesu spricht ja von der Lebensregel. Der Kontrast steht in anderem Bezug, wie folgt....
12 Wer Mietling und nicht Hirt ist,
wem die Schafe nicht eigen sind,
der sieht den Wolf kommen
und lässt die Schafe im Stich - und flieht
und der Wolf raubt sie und zerstreut sie- ;
Der Mietling ist der Knecht des Gesetzes. er tut um den Lohn willen, nicht weil ihn das Leben der Schafe etwas angeht.
Er ist aber praktisch gesehen oft auch selbst der Wolf (der Dieb). Der gute Hirte ist zunächst eine grundsätzliche Einstellung, welche aber viel mit dem (oder gegen das) System zu tun hat.
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Wir waren bei Jakobs Herdenbildung bei Laban, und hatten ein offenes Gleichnis. Hier ein effektiver Unterschied:
Jesu: der gute Hirte gibt das Leben für die Schafe-
Jakob gab das Leben der Schafe für sein Leben, als er Esau begegnete in Angst.
13 Denn er ist ein Mietling
und bekümmert sich nicht um die Schafe.
14 Ich bin der gute Hirt
und kenne die Meinen
und die Meinen kennen mich
Dies, dass Leute ihm nachfolgen und seine Stimme hören musste wiederum die angestellten Hirten, die Richter und Wächter in Israel degradieren. Das Kennen der Stimme mag dabei so rätselhaft sein, wie der Grund, warum der Blinde sehend wurde.
15 wie der Vater mich kennt,
und ich den Vater kenne.
Und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
Dieses Erkennen und Kennen in Bezug auf den Vater nimmt früher gesagtes auf. Er sagt damit, der Mietling: wer um angestellten Lohnes Willen tut, kennt zwar das Gesetz, seine aufgaben, aber nicht Gott. Und so lässt er es zu, dass die Diebe und Wölfe, die das Gesetz noch besser kennen (weil sie es gemacht haben), rauben und schlachten.
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Joh 12,5 Warum hat man diese Salbe nicht für dreihundert Denare verkauft und es den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er sich um die Armen kümmerte, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt wurde. 7 Da sprach Jesus: Laß sie! Solches hat sie für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.
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Jesu gibt das Leben. Das hat wieder mehrfache Aussagen:
erstens: faktisch gegen jede Anfeindung alles für die Wahrheit einsetzen.
zweitens: Das Leben der Erkenntnis geben im Dienst für die Wahrheit.
Jesu Aussagen verbieten es, seine Kenntnis des BdE. unbedingt abzulehnen. Jesu kennt demnach die Wölfe und weiss, gegen wen er kämpft. Nur unter dieser Prämisse, sind viele Gleichnisse überhaupt klar zu verstehen.
Das Leben geben: Für die Wahrheit kämpfen befreit von jener esoterischen Mystik, die mit der Angst der Schafe operiert, deshalb beide Bedeutungen aber mit der ersten Bedeutung als effektives Zeugnis.
16 Und ich habe [noch] andere Schafe,
die nicht aus diesem Stall sind;
auch sie muss ich führen,
und sie werden auf meine Stimme hören,
und es wird eine Herde sein, ein Hirt werden.
Dieses ist nun ohne Beispiel eines Gleichnisses. Ich verbiete mir hier apologetische Inanspruchnahme von Propheten, sondern die Meinung ist einfach:
Dieser Stall: der Stall Israel, oder Judäa, das seine eigenen Wölfe hat.
andere... Jesu Botschaft wird eben nicht unter der Prämisse des Wolfsgesetzes verstanden. Jesu spricht tatsächlich aus einem Verständnis, das jede Heilsanmassung sprengt. Dies sagt er gegenüber den Pharisäern. Es bedeutet aber auch, was er sich verpflichtet fühlt. Die Wahrheit ist nicht ein jüdisches Privileg und kein Gesetz. Sondern sie ist die Türe zu allen Ställen, die nur getrennt von eigenen Mietlingen und Wölfen verwaltet uns ausgenutzt werden.
Dies sagt der Evangelist wohlwissend nicht einer paulinischen Völkermenge, um ihr zu schmeicheln, sondern er sagt es in Jerusalem vor der Bedeutung des Heilsprimats, das dort konzentriert ist.
Hier durchaus lesbar: ein Hirt eine Herde: ganz Israel, ohne Trennung und ohne Primat. Dies der Hauptaspekt.
Dies letzlich führt auch zum Schlüssel zurück. Der Schlüssel des Diebes ist nur in diesem Stall 666. Es ist, wie gesagt eher, der Schlüssel zur verbotenen Hintertür, dem VIP Eingang. Die eigentliche Tür kann nur eine Sein, die man versteht, und die für andere immer ein Rätsel bleibt: die Wahrheit.
17 Deshalb liebt mich der Vater,
weil ich mein Leben hingebe,
damit ich es wieder nehme.
18 Niemand nimmt es von mir,
sondern ich gebe es von mir aus hin.
Ich habe Macht, es hinzugeben,
und habe Macht, es wieder zu nehmen.
Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.
Die Macht, das leben zu geben und es wieder zu nehmen steht in vollkommenem Kontrast zu dem, was der Baum der Erkenntnis über Mose Schicksal sagt.
Mose Namen steht im Torahvers Nr. 1565, was (in Ermangelung von ausreichenden Versen) "10565" meint und als die numerische Darstellung des Tetragrammaton YHVH zu lesen ist. Mose ist also im Namen Gottes, oder er ist in ihm. Dies der Anspruch der Torah.
Wiederum ist Mose Berufung eng verbunden mit der Handhabe des Schlangenstabes. Siehe wie folgt.
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| 4. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; | 4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und sie ward zum Stab in seiner Hand. | 35. Und sollt vor der Tür der Hütte des Stifts Tag und Nacht bleiben, sieben Tage lang, und sollt auf die Hut des HErrn warten, daß ihr nicht sterbet; denn also ist mir's geboten. | 7. und soll seine Kleider waschen und seinen Leib mit Wasser baden und danach ins Lager gehen und unrein sein bis an den Abend. | 3. dazu ihr Speisopfer: drei Zehnten Semmelmehls, mit Öl gemenget, zu dem Farren, zwo Zehnten zu dem Widder |
| 60 / 60 | 73 / 1606 | 207 / 2950 | 692 / 4294 | 1008 / 4610 |
Man addiere 60 und 1606
Und nun beachte man den Vers nr.1606 in Spalte A
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| 4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und sie ward zum Stab in seiner Hand. | 43. Wenn dann das Mal wiederkommt und ausbricht am Hause, nachdem man die Steine ausgerissen und das Haus anders beworfen hat, | 8. Aber die Kinder Pallus waren Eliab; | 5. Also starb Mose, der Knecht des HErrn, daselbst im Lande der Moabiter nach dem Wort des HErrn. | 6. alle, die auf dem Gebirge wohnen, vom Libanon an bis an die warmen Wasser, und alle Zidonier. Ich will sie vertreiben vor den Kindern Israel. Lose nur drum, sie auszuteilen unter Israel, wie ich dir geboten habe. |
| 73 / 1606 | 409 / 3152 | 894 / 4496 | 949 / 5840 | 309 / 6156 |
Betrachten wir nun den Code 1606 mal 2 = 3212, so finden wir ihn wie folgt in einer 666 Anordnung
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| 10. Da redete der HErr mit Mose und sprach: | 13. und das Räuchwerk aufs Feuer tun vor dem HErrn, daß der Nebel vom Räuchwerk den Gnadenstuhl bedecke, der auf dem Zeugnis ist, daß er nicht sterbe. | 3. Unser Vater ist gestorben in der Wüste und war nicht mit unter der Gemeine, die sich wider den HErrn empörten in der Rotte Korahs, sondern ist an seiner Sünde gestorben und hatte keine Söhne. | 11. Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch hergehen in den Jordan. | 18. Und es begab sich, da sie einzog, ward ihr geraten, einen Acker zu fordern von ihrem Vater; und sie fiel vom Esel. Da sprach Kaleb zu ihr: Was ist dir? |
| 133 / 1666 | 469 / 3212 | 954 / 4556 | 53 / 5900 | 369 / 6216 |
Wie ist der Weihrauch zu verstehen in Spalte B? Ist er Symbol der Heuchelei? In spalte E finden wir eine Frau, die vom Esel fällt. Auch Rebekka geschah wie folgt bei der Begegnung mit Isaak: 64. Und Rebekka hub ihre Augen auf und sah Isaak; da fiel sie vom Kamel (Vers Nr 656). Auch dies also nicht ganz zufällig.
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Wir sehen also, dass Mose leben und Tod ganz in der Torah nach der Weise der Schlange codiert ist. Es ist also nicht er, der Leben gibt und nimmt, sondern es ist die Schlange in Bezug auf ihn.
Bei Mose gibt es einen Grund, warum er nicht ins gelobte Land darf: Weil er beim zweiten Mal auch mit dem Schlangenstab auf den Felsen schlug. Dies die Begründung. Es liest sich dies also als ein Symbol für die Anwendung des BdE. beim zweiten Mal Mose Tod parallel zu dem Vers zu finden, der für seinen Handhabe des Stabes steht.
Die Begründung wird also vielmehr zu einem Kommentar zur korrekten Darstellung des BdE. Und wir sehen, dass hier die Erkenntnis der Kabbala selbst den Tod Mose instrumentalisiert.
Nun darf man wieder lesen: Jesu habe Macht, das Leben zu geben und es wieder zu nehmen. Vor diesem Hintergrund entfaltet diese Rede ihren vollkommenen Kontrast.
19 Wiederum entstand eine Spaltung unter den Juden
um dieser Worte willen.
20 Und zwar sagten viele von ihnen:
Er hat einen Dämon und ist von Sinnen;
was hört ihr auf ihn?
21 Andere sagten:
das sind nicht die Worte eines Besessenen.
Kann etwa ein Dämon Blinden die Augen auftun?
Gott weiss: am Tage da ihr davon esst... sprach die Schlange. Kann ein Dämon die Augen auftun? Hat er ein Dämon, weil er vom ewigen Leben spricht?
Wir sehen, dass die Fragen und Symbole voll um diesen Kontext kreisen. Mose Tod wird im Kontext des BdE. dargestellt, und Jesu spricht vom Leben, das verwehrt ist. Am Beispiel des BdE. liess sich dies kontrovers diskutieren. Aber wie weit geht die Gültigkeit des BdE. da es sich hier um erklärende Suggestion handelt?.
Sprechen wir allgemeiner: die Spaltung, sie erklärte sich durchaus aus der Kluft zwischen Sadduzäer und Pharisäern. Es heisst, die Pharisäer akzeptierten eher die Vorstellung der Unsterblichkeit. Ob wir diese Klassendefinition nicht eher dem Historiker Josephus verdanken?
Die Stelle hier auf jeden Fall scheint ewiges Leben als Streitpunkt zu bestätigen. Das ist nicht die einzige Streitfrage. Denn der Charakter der Torah (die Schlange verlangt für sich ewiges Leben, nämlich Bestand) wird auf der anderes Seite bestritten.
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Fest der Tempelweihe |
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10 22 damals fand in Jerusalem
das Fest der Tempelweihe statt;
es war Winter.
Wir haben hier eine Zäsur. Die Rede über den guten Hirten gehört noch ins Umfeld des Laubhüttenfestes.
Ab Joh 19 aber wird eine Spaltung als Prozess dargestellt. Die Handlung wird wieder aufgenommen.
Das Fest der Tempelweihe meint wohl das Chanukkah Fest, anlässlich der Neuweihe des Tempels im Winter 164 v.Chr.
Dennoch sollten wir, auch wenn ein zeitlicher Unterschied in der Geschichte besteht, den Kontext nicht verlieren. Denn das Thema der Schafe wird wieder auftauchen.
Einen seltsamen Zusammenhang haben wir. Das Laubhüttenfest war der Hintergrund vieler kontroverser Reden. Man mag sagen, dass das Heiligtum aus jüdischer Sicht entweiht wurde. Und nun stellt uns Johannes einen anderen Bühnenhintergrund hin: Tempelweihe, was eine Restauration des Tempels darstellen soll.
23 Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher.
24 Da umringten ihn die Juden und sagten zu ihm:
Wie lange lässest du unserer Seele im Ungewissen?
Bist du der Christus, so sag es frei heraus!
Jesu Gegenwart zum Leuchterfest ist nach Gesetz nicht verlangt. Er wandelt aber vor diesem Hintergrund der Restauration. Und Im Andenken an diese Restauration erscheint er selbst als ein Angebot zur Restauration.
Ich denke, Johannes verwendet wegen dem Symbol diese Kulisse, um damit den Hintergrund der Fragen zu beleuchten. Die Tempelweihe war von einem Wunder begleitet (der Leuchter brannte acht Tage ohne das neues Öl da war). Offenbarung ist also das Stichwort, das den Wunsch der Juden hier begleitet.
25 Jesus antwortete ihnen:
Ich habe es euch gesagt,
und ihr glaubt es nicht:
die Werke, die ich im Namen meines Vaters tue,
diese zeugen von mir.
26 Aber ihr glaubt nicht;
denn ihr gehört nicht zu meinen Schafen.
27 Meine Schafe hören auf meine Stimme,
und ich kenne sie,
und sie folgen mir nach.
Hier ist also wieder der Hirte. Die Hoffnung nach Restauration wird also zurückgeführt zur Rede am Laubhüttenfest und zur Blindenheilung. Diesem glauben sie nicht.
Jesu Wandel in der Halle Salomos ist ein Paradox. Er bestätigt den Kultus nicht, vielmehr wandelt er wie ein böses Omen in der Halle.
Was wäre Glauben in Werke? Jesu ist anwesend, gewiss ist dies ein Zeichen. Aber Jesu Anwesenheit ist nicht orthodoxe Bestätigung, dies wäre: seine Stimme nicht hören.
Es ist also das Paradoxe seines Verhaltens, das sie im Unklaren lässt.
28 Und ich gebe ihnen ewiges Leben,
und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen,
und niemand wird sie aus meiner Hand reissen.
29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat,
ist grösser als alle.
Und niemand kann sie aus der Hand des Vaters reissen.
20 Ich und der Vater sind eins.
Als Jesu das erste mal sprach: er habe Macht, das Leben zu geben und es wieder zu nehmen, dachten sie, er habe einen Dämon. Nun aber suchen sie ihn zu steinigen.
Jesu Bestätigung vertieft also die Kluft. Und dies ist ein Zeugnis. Jesu Anwesenheit ist nicht mit der Tempelweihe, sondern gegen diese Weihe gerichtet, während er aber seine eigene Rede bestätigt.
Ich und der Vater sind eins... Das ist mehr als die übliche Auffassung von Kindern Gottes. Es heisst dies: sind Ebenbild. Und so ist jedes Wort ein Ebenbild Gottes, und die Juden hören damit das Urteil Gottes über sie. Darum wollen sie ihn steinigen.
31 Die Juden trugen wiederum Steine herbei,
um ihn zu steinigen.
32 Jesus begann und sprach zu ihnen:
Viele gute Werke vom Vater her habe ich euch sehen lassen;
wegen welchem unter diesen Werken wollt ihr mich steinigen?
Wir können als Leser die guten Werke nicht beurteilen, da wir sie nicht sehen, und nicht lesen. Die Werke geraten in diesem Evangelium in den Hintergrund. Was wir erfahren sind Worte und ihre Wirkungen.
Und auch die Werke scheinen nicht einer Beurteilung zu unterliegen nach jenen die Steine zusammen trugen, denn sie sprechen:
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33 Die Juden antworteten ihm:
Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen,
sondern wegen einer Lästerung,
und zwar, weil du, der du ein Mensch bist,
dich zu Gott machst.
Eigentlich impliziert dies, dass seine Worte, wie bereits gesagt, Ebenbild von Gottes Worten wären, und diese kontrastieren nun das Gesetz.
34 Jesus antwortete ihnen:
Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben:
"Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"?
Dies steht nirgendwo im Gesetz, das uns zur Verfügung steht. Es ist zu finden im Psalm 82, und wenn man diesen Psalm genauer liest, so scheint es, Jesus spricht den ganzen Psalm her.
Jesus hält also den Spiegel vor. Sie wollen ihn richten wegen Worten. Er hält ihnen Worte entgegen, derentwillen sie ihn richten wollen.
eurem Gesetz... wieder Distanzierung. aber treffend, da doch der Psalmist das ausspricht was im Gesetz ist. Denn die Schlange sprach: Gott weiss ... werdet sein wie Gott.
Wie Gott hat zwei Aspekte: die Kenntnis von Gut und Böse, und damit die Urteilsfähigkeit, aber als Preis dieser Urteilsfähigkeit den Tod. Wir sind also mitten Im Baum der Erkenntnis. Und auch hiervon spricht der Psalmist. Spricht er doch: wie Götter - richtet gerecht - sollt ihr sterben.
Der Psalmist spricht also vom Sündenfall, oder dem Baum der Erkenntnis als der Richtschnur derer, die in der Finsternis wandeln.
Interessant der letzte Satz: Mache dich auf...
Der Evangelist sieht hier Jesu als den Erben der Nationen und er stellt ihn hier dar als Richter inmitten der Richtenden. Er gebraucht also den Psalm in dieser Situation als einen erklärenden Hintergrund, und all dies verkürzt in dem einen Satz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter"
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Ihr seid Götter....
Ps 82,1 Ein Psalm Asaphs.
Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Götter richtet er: 2 «Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Schuldigen ansehen? - (Pause.)
3 Schafft dem Geringen und Verwaisten Recht, rechtfertigt den Elenden und Armen! 4 Lasset den Geringen und Dürftigen frei, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!» 5 Aber sie wollen nichts merken und nichts verstehen, sondern wandeln in der Finsternis; es wanken alle Stützen des Landes!
6 Ich habe gesagt: «Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten; 7 dennoch sollt ihr sterben wie Menschen und fallen wie einer der Fürsten!» 8 Mache dich auf, o Gott, richte die
Erde; denn du bist Erbherr über alle Nationen!
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....eurem Gesetz... unbedingte Distanzierung gegenüber dieser Art von Gesetz. Wenn seine Richter, die ihn wegen der Lästerung steinigen wollten, ihr Gesetz nicht kennen, warum steinigen sie ihn dann? Wenn sie es kennen, warum heucheln sie dann? Sowas nennt man den Spiegel vorhalten.
35 Wenn es jene [Menschen] Götter genannt hat,
an die das Wort Gottes erging -
und die Schrift kann nicht aufgelöst werden -
36 sagt ihr da von dem,
welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat:
Du lästerst!
weil ich gesagt habe:
Ich bin Gottes Sohn?
Würden sie verlangen, er halte sich an das Gesetz, so kann Jesu dies für sich beanspruchen.
Aber man lese genau:
wenn es jene ... an die das Gesetz... enthält wieder eine Distanzierung. Das Gesetz jener.
Und der Fall ist, dass seine Verurteiler sich in diesem Punkt auch nicht nach dem Gesetz richten.
Die Torah erhebt ihre Eingeweihten zu Göttern. Da ist kein Zweifel. Aber wir begegnen immer dem Umstand, dass jeder Versuch, diesen Mechanismus der Mysterienreligion auszusprechen, als Lästerung empfunden wird. So verbirgt die Torah viel Wahrheit hinter Unaussprechlichem, weil eine emotionale Herde (oder ihre Polizisten) sofort entweder Empörung oder Verrat wittern.
Das Traumatische muss sein: In der Torah ist die Schlange versteckt, welche die ganze Zeit sagt: bete mich an und ich mache dich zu Gott. Während aber die Richter danach trachten, eben dieses Gesetz, das die Schlange enthält, zu Gott zu machen.
Es ist also eine verworrene Dialektik am Spiel hier, so dass es immer im Auge zu behalten gilt: Jesu distanziert sich in den Worten des Evangelisten Johannes ausdrücklich davon. Er sagt: euer Gesetz, euer Vater. Die Verwirrung taucht dann auf, wenn der Evangelist mit Beispielen darstellen will, wer der Vater, wer der Gott der Kabbalisten und Richter ist.
...und die Schrift kann nicht aufgelöst werden... Nach welcher Richtschnur soll sie aufgelöst werden, oder soll sie aufgelöst werden, damit die ihn Verurteilenden ihre Schande bedeckt hätten?
Wenn Johannes solche Dinge schreibt, dann, weil er die Torah als Lastschrift durchaus nicht verändert haben will. Denn es ist die Schrift, die eben die Richter über das Wort Logos letztlich verurteilen wird.
37 Tue ich die Werke meines Vaters nicht,
so glaubet mir nicht!
38 tue ich sie aber, so glaubet,
wenn ihr auch nicht mir glaubt, [doch] den Werken,
damit ihr erfasst und erkennt,
dass der Vater in mir ist und ich im Vater.
Würden wir also mal Jesu und seine Worte ganz wegtun. Es würde also heissen: Sieh den Menschen an und sein tun, und du siehst ob er im Wille Gottes ist.
Damit nimmt Jesu den Worten allein jeden Urteilsboden weg. Es ist das Wort des Gesetzes, dieses Wort, das ja auch ein Logos ist, wenn auch ein Pseudologos, ja Ursache und Verhehrung.
Aber wie soll man die Werke des Vaters beurteilen? Wenn nicht mit dem Gesetz?
Hoppla, auf dem falschen Fuss erwischt. Das Gesetz beurteilt also die Werke Gottes?
Gott schuff, und es war gut. Dann kam die Schlange daher, d.h. die Schriftmagier und drückten Mose und Adam die Rolle in die Hand, damit sie Gottes Schöpfung beurteilen.
Im Ungesagten steckt doch ein Sprengstoff.
39 Da suchten sie wiederum sich seiner zu bemächtigen.
Und er entkam aus ihrer Hand.
Ich denke, der Grund muss nicht wiederholt werden.
40 Und er ging wieder über den Jordan
an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte,
und blieb dort.
Wir haben lange nichts mehr von Johannes gehört. Es ist seltsam. Wo ist Johannes. Ist er ganz entschwunden? Es geht mir jetzt so, als kehrte Jesus an einen geliebten Ort zurück, und etwas wird vermisst.
Dieses Gefühl ist deshalb stark in mir, weil ich Vers für Vers vorwärts ging, und zuweilen mehrere Tage über wenigen Versen brütete. Das ist schon eine Geschichte und man bemerkt nicht, wie die Zeit verrinnt.
Nun kehrt er zurück, wie ein Sohn zum Vater. Aber wo ist er Johannes? wir haben nichts vernommen. Der Evangelist blieb stumm. Das ist eine merkwürdige Erfahrung. Denn hier entsteht das Grosse Fragezeichen über Johannes den Täufer. Wir aber nähern uns der Auferweckung des Lazarus. Wie seltsam.
41 Und viele kamen zu ihm und sagten:
Johannes hat zwar kein Zeichen getan;
was aber Johannes über diesen gesagt hat,
ist alles wahr gewesen.
42 Und viele glaubten dort an ihn.
Der Formulierung entnehme ich, dass Johannes tot ist. Er, der zeugte für Jesus, ist nun nicht mehr. Sein Zeugnis ist abgeschlossen.
Ich denke, für den Evangelisten war dies auch ein wichtiger Punkt. Hier am Jordan, dem Grenzfluss der zum Toten Meer, zum Meer der Toten führt, möchte ich eine Marke setzen.
Das Johannes Evangelium hat 21 Kapitel und wir nähern uns dem mittleren Kapitel. Dieses würde man bezeichnen können: Tod und Leben.
Vom Kontext her gehören diese drei letzten Verse schon zum 11. Kapitel.
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Die Auferweckung des Lazarus |
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Wie will ich dieses Kapitel beginnen? Ich will es auf die überraschendste Weise tun:
107 Jesus sprach nun wiederum:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ich bin die Türe zu den Schafen.
8 Alle, die vor mir gekommen sind,
sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf ihre Stimme gehört.
9 Ich bin die Türe.
wenn jemand durch mich hineingeht,
wird er gerettet werden,
und er wird ein und aus gehen,
und wird Weide finden.
Was ist besonders an diesem Vers?
Das Evangelium ausser der Szene mit der Ehebrecherin im Tempel umfasst: 869 Verse. Die Mitte davon in Versen sind obige drei Verse Nr. 434-436
Besonders 10.8 bezeichnet also die Mitte.
In der Offenbarung kann man die Mitte nach Versen genau gleich ermitteln (siehe Kasten)
Nun ist im Evangelium aber eine gewisse Problematik vorhanden, sich auf einen Kanon ursprünglicher Verse festzulegen. Denn das ganze 21. Kapitel wird als späterer Nachtrag ausgewiesen. Allein die Textkomposition weist jenes Kapitel als Anhang aus. Wir wollen einen Gedanken aber dennoch betrachten.
Die Mitte in der Offenbarung ist ein wichtiger Schlüssel. Jesus als Tür steht im Zusammenhang mit dem Schlüssel. Diese Variante würde also unterstützen, dass Evangelium und Offenbarung hier in gleichem Sinne auf Verständnis der Kabbala fussen und dennoch mindestens von der gleichen Schule zeugen.
Wir forschen nun nach der Mitte nach Kapiteln. Das Evangelium umfasst 21 Kapitel, ergo ist das 11. Kapitel diese Mitte. Wenn die Schule, wenn nicht ihr Spiritus Rektor identisch sind, so würden wir in dieser Mitte eine besondere Heraushebung finden. was finden wir?
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Die Mitte nach Versen:
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Offb 12,9 So wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen.
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Die Mitte nach Kapiteln:
Offb 11,19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und es entstanden Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und großer Hagel.
Offb 12,1 Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: ein Weib, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupte eine Krone mit zwölf Sternen.
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Die Auferstehung des Lazarus
Jesu Botschaft nach dem Johannes Evangelium ist weniger materielle Wunder, sondern Glauben an das Wort, das Heil ist. Wer an dieses Wort glaubt hat ewiges Leben, so vernahmen wir. So wie in der Offenbarung die Bundeslade und das Weib als Sinnbild der ganzen Gemeinde ins Zentrum rückt, so wird hier die Auferstehung von den Toten ins Zentrum gerückt.
Und dennoch gilt hier etwas ganz besonderes: Es ist die Auferweckung EINES MENSCHEN.
11 1 Es war aber einer krank,
Lazarus von Bethanien,
aus dem Ort der Maria und ihrer Schwester Martha.
2 Maria aber war die,
welche den Herrn mit Salbe gesalbt
und seine Füsse mit ihren Haaren getrocknet hat;
deren Bruder Lazarus war krank
Ich will jetzt eine unmögliche verkehrte Assoziation nicht verschweigen:
Maria = Moses
Martha = Aaron
Lazarus = Mirjam
alleine durch die Rangfolge, Miryams Aussatz, und Moses als der, der mit dem Herrn redete. (hat Maria sich nicht dadurch das Haupt gesalbt?) Doch lassen wir es, dies entwickelte sich aus dem 3er-Set der Figuren.
Warum Lazarus? Lazarus ist die hellenisierte Form von Eleasar, dem dritten Sohn Aarons, auf dessen Nachkommen die höchste Befugnis über das Heiligtum und besonders: das Salböl übergingen.
Eleasar erscheint also möglich als Figur des Eleasars. Und seine Schwester salbt ihm die Füsse. Gerade dies stärkt die Assoziation. Ist also Eleasar der Hohenpriester (in symbolischer Funktion?), der Jesus salben sollte. Nun er ist krank. Es ist niemand da, der Jesus salben könnte.
Johannes sagt hier in etwa: Jesus ist nicht ordentlich eingeweiht in die Kabbala (er ist ein Chaot) Weil die Priester krank sind.
Maria salbt ihm die Füsse (das wird sie später tun) und Jesus sagt: zum Tode.
Wiederum ist Aaron gekrönt und gesalbt in der Mitte der Torah unter dem Zeichen 666.
Es entbehrt nicht einer Logik, dass Eleasar krank ist (zum Tode), denn wenn der Baum der Erkenntnis den Tod bringt, dann ist der Hohenpriester zum Tode. Dies wäre die Voraussetzung für dieses Drama, das sich nun leichter verstehen lässt.
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Eleasar...
4Mo 3,32 Aber der oberste Fürst der Leviten soll sein Eleasar, der Sohn Aarons, des Priesters, mit der Aufsicht über die, welche des Heiligtums warten.
...
4Mo 4,16 Eleasar aber, der Sohn Aarons, soll die Aufsicht haben über das Öl für den Leuchter, und über die Spezerei zum Räucherwerk, und über das beständige Speisopfer und das Salböl, dazu die Aufsicht über die ganze Wohnung und alles, was darin ist, über das Heiligtum und seine Geräte.
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Johannes fordert uns auf, allgemeine Evangeliengeschichte zu überdenken. Beides ist möglich: der Bezug auf die Synoptiker oder auf mündliche Tradition.
Die Nähe zu Lukas in gewissen Themen (die Speisung) legt nahe, dem Autor sei dieses Evangelium bekannt gewesen. Im Lukas-Evangelium finden wir das Gleichnis vom Armen Lazarus, der einzige Ort, wo der Name Lazarus überhaupt im NT ausserhalb des Johannes Evangeliums auftaucht.
Doch wie taucht es auf? Lazarus in den Armen Abrahams? Über Abraham als kabbalistische Kernfigur wurde hier schon berichtet. Der Tod Abrahams ist der 666. Vers der Torah.
Wir dürfen die Synopse nicht ganz ausblenden, aber Erfahrung verbietet uns, Johannes als Ergänzung zur Synopse zu betrachten. Viel eher erscheinen gerade starke Kontraste zu Synopse (die Jünger) oder kleine Ergänzungen, die ganz andere Deutungen zulassen (Speisung).
Demgemäss ist in Bezug auf Lazarus und Maria Vorsicht geboten. Denn die Figur der Maria wird vollkommen vermischt, wenn man sie synoptisch rekonstruiert. Bei Lazarus wird aber überhaupt ein Verständnis verunmöglicht.
Wahrscheinlich lag Johannes ein solches Lukas-Evangelium vor. Betrachten wir die Geschichte bei Lukas, so fällt die Auferstehung als Zeichen auf. Dies wird nun bei Johannes einzigartig verarbeitet, denn nur Johannes erzählt uns die Geschichte von der Auferweckung.
Damit müssen die Bedingungen dieser Geschichte geklärt werden:
Die Auferstehung Jesu Christi ist Zentrum aller vier Evangelien. Aber die Auferstehung erscheint dort am Ende als Höhepunkt. Johannes aber bildet in der Mitte eine Geschichte um den Begriff der Auferweckung, welches ein typisch johannitischer Begriff ist. Die Mitte ist aber ein für die Kabbala ein so zentraler Begriff (Aaron wird gekrönt in der Versmitte der Torah) dass dieser Ort im Text vorbelastet ist.
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Lazarus bei Lukas
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Lk 16,20 Ein Armer aber, namens Lazarus, lag vor dessen Tür, voller Geschwüre,...
Lk 16,23 Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, daß er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme! 25 Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt.
...
Lk 16,30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun! 31 Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstände.
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Wenn einer von den Toten auferstünde: betrachtet in der Relation Mitte nach Versen - Mitte nach Kapiteln, so würde dies so erkannt werden: Wenn Lazarus als Symbol des Aaronitischen, der Kabbala, nicht mehr in der Versmitte erschiene, sondern in der offensichtlichen Mitte (nach Kapiteln) so ginge ein Toter zu den Lebenden.
Auf diese Weise könnte die Geschichte in Lukas anders gearbeitet sein.
Die Geschichte hier im 11. Kapitel des Evangeliums ist also ein Zeichen. Es kontrastiert die Auferstehung am Ende der Tage, stellt als Zeichen eine Ausnahme dar, oder eventuell einen Widerspruch? (im Vorgriff der Text:)
23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen!
24 Martha spricht zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tage.
Weiter muss die vorgestellte Rahmengeschichte betrachtet werden.
Indem Johannes Lukas liest, verbindet er drei Geschichte, nämlich
a) die Geschichte von der Sünderin, die Jesus salbte,
b) die Geschichte von Martha und Maria und
c) das Gleichnis des Lazarus.
Man könnte umgekehrt argumentieren: Johannes erzähle den originalen Kontext, während ihn Lukas in drei unabhängige Geschichten auseinander pflückt. Die Denkökonomie wird letzteren Fall eher annehmen. Wenn wir aber respektieren, das gleichnishafte Aussagen als kontroverser Kommentar zur Kabbala eher Johannes Sache ist, so dürfen wir ersteres erwägen.
Johannes aber erzählt nicht den ganzen Kontext, sondern er streift ihn nur am Rand, setzt ihn als bekannt voraus (weil das Lukas Evangelium zirkulierte). Aber Achtung die Geschichte mit der Sünderin wird noch folgen.
Damit ergibt sich eine zusätzliche Möglichkeit: Johannes bildete ebenfalls einen Kommentar zu Lukas. Er zwingt quasi zur Lektüre, und da muss es dann aufgehen: der positiv bewertete Lazarus im Schoss Abrahams wird vollkommen kontrovers bei Johannes, da doch Abraham als Kernfigur der Kabbala entlarvt ist.
Ist es also möglich, dass Johannes die ganze Evangelienbasis seiner Zeit kontrovers behandelt, weil er der Botschaft Jesu eine andere Richtung geben will? Dazu wäre Lukas als Anlass nicht schlecht geeignet, denn Lukas entfernt die Spitzen gegen die Lehre, die Antijudaismen des Matthäus und Elemente, die der jüdische Orthodoxie widersprechen (die Weisen aus dem Morgenland etwa).
Johannes erbt den Stellenwert der Lehre von Lukas, nimmt aber eine andere Bewertung vor. Und so würden wir erwarten, dass gerade Elemente, die typisch für Lukas sind, Thema für Umschreibung bei Johannes werden.
Wir müssen nun wieder vorgreiffen:
12 2 Sie machten ihm nun dort ein Gastmahl, und Martha diente.
Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen.
3 Da nahm Maria ein Pfund echter, köstlicher Nardensalbe,
salbte Jesus die Füße und trocknete ihm die Füße mit ihren Haaren; das Haus aber wurde erfüllt vom Geruch der Salbe.
Damit haben wir einen Lapsus entdeckt: Maria wird eingeführt als jene, die dem Herrn die Füsse gesalbt hatte, bevor sie es im Fortgang des Evangeliums tut. ("Dem Herrn die Füsse salben" klingt hebräisch echt seltsam) Es macht keinen Sinn, einen Tatbestand zu erinnern, es sei denn er sei bekannt (aus Lukas). Und
dennoch macht Johannes etwas neues: er nennt diese, die dem Leser bekannt ist Maria. Dies ist das neue und legitimiert einzig diese erinnerte Anekdote an dieser Stelle. Johannes interpretiert also um, und er wird denn auch die Geschichte mit der Salbung nochmals erzählen.
Bethanien.... wird bei Lukas nicht im Zusammenhang erwähnt mit Simon, der Sünderin oder dem Gleichnis mit Lazarus. Bethanien wird aber in Markus erwähnt als Ort des Simon, in dessen Haus sich die Geschichte abspielte.
Für Johannes nun mochte es auf der Hand liegen, in Rücksicht auf Markus zu ergänzen: Bethanien. Damit liefert er ein Familienbild, ortbar, und deshalb interessant für historisiernde Rekonstruktion. Aber ist es dies?
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Die Salbung bei Lukas
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Lk 7,36 Es bat ihn aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tische. 37 Und siehe, eine Frau war in der Stadt, eine Sünderin; und als sie vernahm, daß er in dem Hause des Pharisäers zu Tische wäre, brachte sie eine alabasterne Flasche voll Salbe 38 und trat hinten zu seinen Füßen, weinte und fing an, seine Füße mit Tränen zu benetzen, und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes, küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe. 39 Als aber der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, daß sie eine Sünderin ist! 40 Da antwortete Jesus und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er sprach: Meister, sage an!
Lk 8,2 und etliche Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, von welcher sieben Teufel ausgefahren waren,
....
Lk 10,38 Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. 39 Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt? Sage ihr doch, daß sie mir helfe! 41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; 42 eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!
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Bei Markus
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Mk 14,3 Und da er zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war und zu Tische saß, kam ein Weib mit einer alabasternen Flasche voll Salbe, echter köstlicher Narde, zerbrach die alabasterne Flasche und goß sie aus auf sein Haupt.
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Die Auferweckung des Lazarus ist eine so einzigartige Story, dass man sich fragt: warum fehlt sie bei den Synoptikern? Der mündlichen Tradition kann sie nicht entstammen. Da ist keine Historie als Literatur in Gleichnissen. Johannes bietet hier eher eine Komposition von eigentlich unabhängigen Teilen. Er macht genau genommen all dies, das jeder Bibelstudent macht: er verknüpft nach Ähnlichkeit, nach Spuren, nach Indizien. Studium funktioniert in der Regel wie folgt:
Aussage: A = B
Aussage: B = C
Folgerung: A = C
dabei wird übersehen:
Aussage: A = B(1)
Aussage: B(2) = C
Folgerung nicht möglich, denn eine Identität ist durch Namen nicht zwingend.
Der Leser mag diese logisch Erörterung krank finden. Wie es doch heisst:
1 Es war aber einer krank,
Lazarus von Bethanien,
aus dem Ort der Maria und ihrer Schwester Martha.
2 Maria aber war die,
welche den Herrn mit Salbe gesalbt
und seine Füsse mit ihren Haaren getrocknet hat;
deren Bruder Lazarus war krank
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Wenn Johannes ein kleines Who ist Who Spiel hier betreibt, so erinnere ich doch an etwas anderes:
Jesus kehrt zurück an den Jordan und wir vermissen, ohne dass er erwähnt ist, Johannes den Täufer.
Wenn wir vor einer Auferstehungsgeschichte stehen: warum nicht jene des Täufers?
Das Wort des Täufers kommt im Johannes Evangelium nicht mehr vor, weder sein Name, noch eine Frage noch ein Gleichnis in Bezug auf sein Wirken. Hierin unterscheidet sich das Johannesevangelium von den anderen Berichten.
Fahren wir aber weiter im Text:
3 Die Schwestern sandten zu ihm und liessen sagen:
Herr, siehe, den du lieb hast, ist krank.
4 Als Jesu das hörte, sprach er:
Diese Krankheit führt nicht zum Tode,
sondern sie dient zur Ehre Gottes,
damit der Sohn Gottes duch sie verherrlicht wird.
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Mt 14,1 Zu jener Zeit hörte der Vierfürst Herodes das Gerücht von Jesus. 2 Und er sprach zu seinen Dienern: Das ist Johannes der Täufer; der ist von den Toten auferstanden; darum sind auch die Kräfte wirksam in ihm! 3 Denn Herodes hatte den Johannes greifen,
binden und ins Gefängnis legen lassen, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus.
Mt 16,14 Sie sprachen: Etliche sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber Elia; noch andere Jeremia oder einer der Propheten.
Mk 6,14 Und der König Herodes hörte das (denn sein Name ward bekannt), und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum wirken die Wunderkräfte durch ihn!
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Diese Textanlage erinnert ganz an die Heilung des Blindgeborenen. Begonnen bei der Frage: wer hat gesündigt, kommt der Sinn: zur Verherrlichung
Hier ganz ähnlich könnte die Frage stehen: wie kann es sein, dass jemand vom Herrn geliebt erkrankt?
den du lieb hast... vertieft die Beziehung und das Gewicht, eigentlich vollkommen überraschend. es heisst nicht: der dich liebt... sondern: den du lieb hast. Dies meldet einen Anspruch an. Dieser Anspruch würde Aaron gerecht als dem auserwählten Prister für welchen Lazarus hier in der Buchmitte erkrankt.
nicht zum Tode... Der Tod hat manche Facette. Nehmen wir den Tod materiell, so stellen wir die Frage: wodurch kann Jesus das wissen? durch seine Allwissenheit? Oder durch die Art, wie die Schwestern schicken lassen?
Überlegen wir mal anders. Wir haben nun genug Kabbala erhalten. Ist sie nicht Krankheit zu geistigen Tode? Worin soll der Unterschied sein, dass der Baum der Erkenntnis die Frucht zum Tode ist (oder durch diese Erklärung eine tödliche Angst vor dem Tabu erstellt wird?) Wie kann es sein, dass aus dieser Hand die Kabbala nicht zum Tode (geistig) führt? Gerade die itte der Torah ist durch die 666 belastet. Man müsste sagen: jeder echte Priester der Kabbala ist (in esoterischem Sinne) zum Tode. Und so sagt Jesu etwas, was vollkommen neben dem Wesen der Torah vorbeigeht. Während die Torah sagt, was Tod was Leben sei (und es also kabbalistisch bestimmt) ist hier der Widerspruch eines, dem durch die Pristersschwester die Füsse gesalbt wurde (Anzeichen einer verräterischen halben Einweihe in priesterliches Wissen?).
Überraschende Fragestellung? Johannes verwendet einen Mensch namens Eleasar, umd die Frage nach dem Tod zu stellen. Eleasar ist ein Hinweis auf Hohepriesterschaft. Lukas stellt den armen Lazarus in den Armen Abrahams dar. Johannes deutet eigentlich etwas ähnliches an. Lazarus neigt zum Tode, weil er eine Neigung zur Schrift hat.
Warum sollte Jesus Lazarus lieben, der zur Krankheit neigt? Er liebt ihn, will Johannes uns sagen: er lehrte ihn diese Krankheit zum Tode, oder eben nicht zum Tode? Es wäre nicht überraschend, wenn hier die Kriese durch die Krankheit der Erkenntnis nach dem Baum überwunden wird, durch das Wort das - wir erinnern den Anfang - das Wort Gott ist.
5 Jesus hatte aber die Martha und ihre Schwester und den Lazarus lieb.
6 Als er nun hörte, dass er krank sei,
da blieb er zwei Tage an dem Ort, wo er war.
7 Darnach sagt er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen!
Vers 5 und 6 klaffen aufeinander: Trotz Freundschaft verharren? Jesu sagt, die Krankheit ist nicht zum Tode, und man möchte meinen, es fehlt das Wort "noch", da er genau den Tod erwartet.
8 Die Jünger sagen zu ihm:
Rabbi, soeben [noch] suchten sie dich zu steinigen,
und du willst wieder dorthin gehen?
9 Jesus antwortete:
Hat nicht der Tag zwölf Stunden?
Wenn jemand bei Tage umhergeht, stösst er nicht an;
denn er sieht das Licht dieser Welt.
10 Wenn aber jemand bei Nacht umhergeht, stösst er an;
denn das Licht ist nicht in ihm.
Vers neuen spricht vom Licht dieser Welt, Vers zehn aber vom Mangel eines anderen Lichts. Jesus spricht also von nicht vergleichbaren Dingen. Er wird als Licht der Welt dennoch anstossen Aber der Satz ist wichtig für das Folgende:
11 Dies sprach er; und darnach sagte er zu ihnen:
Unser Freund Lazarus ist entschlummert.
Na ist der Groschen gefallen? Da sind zwei Themen. Einerseits das Faktische: das Licht dieser Welt, anderseits das Geistige. In wem das Licht nicht ist, der stösst an. Dies war ein Anklang auf etwas das folgt: es gibt eine andere Notwendigkeit, zu gehen, als die Gefahr, gesteinigt zu werden,
Lazarus Krankheit: in ihm ist das Licht nicht.
Er ist entschlummert... wird für Verwirrung sorgen, sollte aber im Hinblick auf das Licht betrachtet werden. Ist sein Licht erloschen?
Wiederum dies: Wenn hier Aaron angesprochen wird (der Allein in der Finsternis des Allerheiligsten des Tempels wandelte) ist diese Finsternis auch das mysteriöse der Kabbala.
12 Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr ist er entschlummert, so wird er gerettet werden
13 Jesus hatte jedoch von seinem Tode gesprochen;
jene aber meinten, er spreche vom Entschlummern zum Schlaf.
14 Da nun sagte ihnen Jesus frei heraus:
Lazarus ist gestorben.
15 und ich freue mich, dass ich nicht dort gewesen bin,
um euretwillen, damit ihr zum Glauben kommt. Aber lasset uns zu ihm gehen.
Wie imer ist es eine Frage, welche Ebene wir venehmen.
und ich freue mich... Wenn es darum geht, dass Jesu an einem wahrhaft Toten sein Kraft des Lebens demonstrieren kann, dann hat dies tatsächlich überzeugende Kraft. Denn bisher hat er blinde geheilt oder??? Nein, reden wir vom Wissen, von der Kabbala. Er hat Blinde initiert und sie sprechen gemacht mit der Folge, dass sie wegen ihres Wissens aus der Gemeinde ausgestossen wurde. Aber ist dies überzeugend? Ein Jünger könnte denken, einen Narren kann man schnell was vormachen. Aber wenn man einen wahrhaft Wisseden und Eingeweihten, einen Hohenpriester oder dergleichen überzeugen kann, also einen nach der Kabbala an der Erkenntnis verstorbenen, dann darf man glauben, ja was???
Es ist ja mehr als nur eine Glaubensfrage, sondern letztlich eine Hierarchie Frage, in ritueller Hinsicht hatte eine Tempelpriester Vollmacht über andere. Wenn diese Hierarchie einmal gestürzt ist, dann ist es aus mit dem Primat der Hohenpriesterschaft und ihrer mystischen Todes/Erkenntnissucht. Wichtig dabei: Jesus wartet, bis dieser Priester aus eigenem Dünkel (Versprechungen an sein Amt) geistig verstirbt an der Erkenntnis.
Die Auferweckung des Lazarus folgt der Funktion der anderen Taten. Sie snd Profanationen des Scheinheiligen Wissens mit welchem manipuliert wird. Dazu gehört das Mysterium des Sterbens durch Erkenntnis.
16Thomas nun, der [auch] Didymos genannt wird,
sagte zu den Mitjüngern:
lasset auch uns hingehen, damit wir mit ihm sterben!
Der Didymos, erklärt sich daraus, dass Thomas als Naftali ein Bruder des Dan (Judas) ist. Ob nun Zwilling damals schon etwas zweigesichtiges bedeutete, mag ich nicht sagen, Im Vordergrund steht hier ein Wesenzug, welcher der "Bruder" des Judas erbt.
Seine Aussage nun kann mehrfach gedeutet werden. Wenn wir das ganze weltlich verstehen, also von einem faktisch Toten sprechen, so bezieht er sich auf die Steinigung. Wenn wir aber vom intellektuellen Aspekt her denken, so hat Thomas in etwa folgende Gedanken:
"So, du willst es nun auf einen Wettkampf unter Kabbalisten ankommen lassen. Ich zweifle dass du den gegen Lazarus gewinnst und wir werden viel eher den Tod des Lazarus sterben." Mit dieser Haltung glaubt er, dass die Kabbala der 666 gewinnen wird, wodurch er noch näher zu Judas gerückt wird.
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Vier Tage in der Gruft |
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1117Als nun Jesus hinkam,
fand er ihn schon vier Tage in der Gruft liegend.
Vier Monate ist es her, seit ich das letzte Mal an diesem Evangelium gearbeitet habe. Ich habe dem zuvor gesagten nichts mehr beizufügen. Es wird wohl einfach eine Art Neuanfang sein.
Was sagen die Vier Tage in der Gruft. Nach allgemeinem Verständnis bedeutet es, dass Lazarus wohl tot, und nicht nur scheintot ist. In dieser Zeit beginnt der Verwesungsprozess deutlich sichtbar zu werden.
Was bedeutet ...schon vier Tage... ? Die Erklärung ist einfach. Lazarus stirbt. Am nächsten Tag vernimmt es Jesus, bleibt aber noch zwei Tage, und ist am 4. Tag erst in Bethanien. Es ist ganz einfach eine vernünftige Aussage im Verhältnis zum vorhergehenden.
Warum aber blieb Jesus zwei Tage am Jordan? Wie wichtig ist es, wann etwas geschieht? Die Auferstehung am dritten Tag ist eine christliche Floskel. Hier aber haben wir eine Auferstehung nach dem dritten Tag.
Frage: Woher kommt eigentlich die Auferstehung am dritten Tag?
Im Kasten Rechts sind Beispiele für die verbreitete Floskel "am dritten Tag" zu lesen. es ist deutlich, dass auch die Auferstehung am dritten Tag nicht Tatsachen wiedergibt, sondern eher als Floskel zu verstehen ist (ursprünglich).
Als Johannes das Evangelium schreibt, ist die Auferstehung am dritten Tag bereits Bestandteil des Glaubenskanons. Um so stärker muss hier auffallen, dass er um Lazarus eine Geschichte schreibt, welche nicht in dieses Schema passt.
Es gibt in der Bibel nur zwei Szenen, die einen Vierten Tag erwähnen: das Lobetal 2.Chr 20:26, und die vier Tage im Jahr, welche der Jungfrauschaft von Jeftas Tochter erinnert wird. Ri 11:40
Johannes hat also etwas im Sinne, wenn Lazarus Auferstehung wegen Jesus zögerlichem Handeln erst am vierten Tage stattfindet. Geht es nur darum, dass Maria ihm vorwerfen kann 32 ...Herr wärest du hier gewesen, so wäre mein Bruder nicht gestorben.
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Am dritten Tag
1Mo 31,22 Am dritten Tag ward Laban angezeigt, daß Jakob geflohen sei.
1Mo 34,25 Es begab sich aber am dritten Tag, da sie wundkrank waren, daß die beiden Söhne Jakobs, Simeon und Levi, Dinas Brüder, ein jeder sein Schwert nahmen und unversehens in die Stadt eindrangen und alles Männliche umbrachten.
1Mo 40,12 Joseph sprach zu ihm: Dies ist die Bedeutung: Die drei Schosse sind drei Tage;
1Mo 40,18 Da antwortete Joseph und sprach: Dies ist die Bedeutung: Die drei Körbe sind drei Tage;
1Mo 40,20 Und es begab sich am dritten Tag, dem Geburtstag des Pharao, als er für alle seine Knechte ein Mahl veranstaltete, daß er das Haupt des obersten Mundschenken und des obersten Bäckers unter allen seinen Knechten erhob;
1Mo 42,17 Und er tat sie alle zusammen in Verwahrung, drei Tage lang.
1Mo 42,18 Am dritten Tag aber sprach Joseph zu ihnen: Um euer Leben zu fristen, macht es so; denn ich fürchte Gott:
2Mo 19,11 und bereit sein auf den dritten Tag; denn am dritten Tage wird der HERR vor dem ganzen Volk auf den Berg Sinai herabsteigen.
4Mo 19,12 Ein solcher soll sich mit demselben [Wasser] am dritten und am siebenten Tag entsündigen, so wird er rein. Wenn er sich aber am dritten und am siebenten Tag nicht entsündigt, so wird er nicht rein.
Mt 27,64 So befiehl nun, daß das Grab sicher bewacht werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und zum Volke sagen: Er ist von den Toten auferstanden, und der letzte Betrug ärger werde als der erste.
Lk 24,21 Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem ist heute schon der dritte Tag, seit solches geschehen ist.
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Zwei Motive lassen sich ausmachen:
Da die Verwesung sichtbar ab dem dritten Tag einsetzt, mochte sich dieser dritte Tag als eine letzte Schwelle zur Rettung im Glauben halten. Jesu Tat überschreitet demnach diese Schwelle, macht sie noch ausgezeichneter.
Johannes bricht mit vielen Schemen in seinem Evangelium. Weshalb sollte eine solche Floskel nicht unberührt bleiben. gerade der Bruch mit der Gewohnheit zwingt zu besserem Hinhören. Durchaus auch ein Anliegen des Johannes.
18 Bethanien war aber nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19 Es waren aber viele von den Juden zu Martha und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten
Wir haben im vorigen Kapitel etwas vernommen über den Gehalt von Lazarus Tod, den spirituellen Tod durch die Kabbala. Johannes aber beschreibt dies imer vor einer materiell ausstaffierten Kulisse. Hier haben wir die Trauergäste.
Dennoch fragen wir, warum die Erwähnung von Bethaniens Nähe zu Jerusalem. Der Vers könnte auch an anderer Stelle stehen. Hier scheint er anzudeuten, dass die Gäste mehrheitlich aus Jerusalem kommen. Dies aber erhellt die Bedeutung von Lazarus.
20 wie nun Martha hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen;
Maria aber blieb zu Hause.
21 Martha sagte nun zu Jesus:
Herr, wärest du hier gewesen,
so wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Und jetzt weiss ich [trotzdem]:
Alles, um was du Gott bitten wirst, wird Gott dir geben.
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Wie erklärt sich das unterschiedliche Verhalten von Martha und Maria ?
Ich will hier nicht zu weit spekulieren, sondern erwähnen, dass Martha als die Ältere (und Hausvorstand) das Haus verlässt. Ich bezweifle, dass hier Johannes auf die Wittwenschaft Marias anspielt (wie dies manchmal zu lesen ist).
Beide Schwestern machen Jesus den Vorwurf, hierin unterscheiden sie sich nicht. Aber 11:20-45 wird doch eine Geschichte erzählen, welche die zwei unterscheidet (bzw. die Figuren verwendet für verschiedene Haltungen).
Bekannt ist etwa das Gleichnis in Lukas. Wir werden aber sehen, ob Johannes hier dem gleichen Schema folgt, oder ob er die Rollen nicht irgendwie vertauscht oder gar zusammenschaut.
23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Alles was du Gott bitten wirst.... Martha velässt das Haus und geht auf Jesus zu. Man könnte dies auch als besonderes Verhalten verstehen, eine besondere Energie, ein besonderes Vertrauen. Und doch gerade hier überrascht Jesus Martha vielleicht in dem Sinne: Traust du mir zu, dass darum bitte?
24 Martha sagt zu ihm:
Ich weiss dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am jüngsten Tage.
Martha vertritt hier eine Glaubenshaltung, welche man den Pharisäern (aber nicht nur ihnen) im Gegensatz zu den Sadduzzäern zuschreibt. Es ist dies zwar eine Bejahung, aber zugleich doch eine aufgeschobene, nicht auf das Heute bedachte Hoffnung oder Erwarung. Genau dies in der Situation, da ja Martha Jesus herausfordert.
Martha glaubt, aber sie glaubt in einem allgemeinen Sinne, oder man könnte sagen: in Erfüllung der erwarteten Glaubenspflichten ihrer Umwelt.
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Martha und Maria charakterisiert
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Lk 10,38-42 Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; ein Weib aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. / Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. / Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, daß mich meine Schwester allein dienen läßt?
Sage ihr doch, daß sie mir helfe! / Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; / eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!
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25 Jesus sprach zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.
Glaubst du das?
Ich kann mich nicht unterstehen, mal wieder auf die Versnummer zu schielen, welche diesen zentralen Vers bezeichnet.
Ich bin... verstehe ich als: durch mich...
auch wenn er stirbt... müsste im Kontext heissen: auch wenn er bereits gestorben ist. Oder sollte sich Jesu Worte nur an seine Zeitgenossen und die Nachgeborenen richten, ohne Rücksicht auf jene, die vor seinen geschichtlichen Auftreten lebten?
Nun, wie ist dies gemeint? Der Rückblick und die Überlieferung aus den Vätern und den Gemeinden stellt uns vor die Wahl: entweder hat die Jesugemeinde nicht geglaubt, dass sie also dennoch gestorben sind (oder die Pflaume von einem Jesus konnte seine Botschaft nicht rüberkriegen),
oder wir sind gezwungen, dies in einer anderen Ebene zu interpretieren.
...in Ewigkeit nicht sterben.
Der Offenbarer bietet hier einen (vordergründige) Notlösung, spricht er doch von einem zweiten Tod. Wir aber fragen, was ist denn der erste Tod? Ist Tod nur in Bezug auf den Körper gegeben? Oder sollten wir hier nicht alle Todeserfahrungen einschliesslich den der lebendig begrabenen Seele bedenken?
Wenn es um ein Leben nach dem Tod geht, stehe ich so ahnungslos und auf reinen Glauben angewiesen da wie die meisten Menschen. Ich kann dieses zentrale Moment des Christentums an diesem Punkt in keiner Weise kritisieren (und will es auch nicht).
Wenn es aber um Erfahrungen des Todes im Leben geht, so steht mir eine persönliche Erfahrung zu, welche mich durch Beschäftigung mir der Bibel und der Botschaft Jesu mit dieser Aussage konfrontiert.
Der Sünde Lohn ist der Tod. Die erste Sünde aber ist der Baum der Erkenntnis. Ergo bin ich gestorben (man verzeihe mir diese spitzfindige aber nicht wenig orthodoxe Logik). Inwiefern bin ich gestorben: Die Erkenntnis durch den BdE. hat meine Anschauung fundamental verändert und mein (Gott-)Vertrauen gehörig zertrümmert, soweit es sich um den theologisch festgenagelten Gott handelt. Obwohl der BdE. nicht so ohne weiteres zugänglich ist, er quasi ein elitäres Privileg darstellt, in das vielleicht ein Dieb einzubrechen vermag, besteht er doch als permanentes Ärgernis, wobei mit Gewalt ein Glauben aufgerichtet wird, der in sich doch die Perversion des Unglaubens enthält.
Persönlich gesprochen: für mich ohne die Botschaft Jesu ein auswegloser Zustand, dessen absehbares Ende dahin führte, dass die Erkenntnis allein als trotziger Fluchthorizont in alle Ewigkeit sich anbietet.
Es ist nicht mein Verdienst, sondern mein irgendwie zufälliges Privileg, dass ich nun dieses alttestamentliche Erbe aus einer anderen Optik betrachten darf, nämlich aus der christlichen (historischen und kulturellen) Erfahrung.
Uns ist das Alte Testament nicht weggenommen. Die Möglichkeit besteht weiter, dass Lazarus stirbt (weil Jesus mal wieder zu spät kommt). Tod ist nicht verschlungen als Faktum, aber als der (aus esoterischer jüdischer Sicht de BdE) oberster Einweiher, der keinen Ausweg mehr kennt, als sich selbst.
Martha sagt: am jüngsten Tag...
damit bezeichnend, dass der Tod (hier die spirituelle Erfahrung des Todes durch die Mysterienreligion) nicht aufgehoben werden kann, als am Ende der Zeit.
Hier engegnet Jesu: Ich bin die Auferstehung und das Leben....
er ist quasi dieser jüngste Tag, der Anbruch des Endes der alten Welt, der alten Zeit, des Zeitlichen, in welcher Wissen und Erkenntnis vor Glauben gingen, Gerechtigkeit und Richten vor Vertrauen und Gnade.
Oder anders gesagt: in Ihm kommt die Verurteilung zum Tode durch die Erkenntnis zur Ruhe. Das Zwanghafte entfällt.
glaubst du das?
27 Sie sagt zu ihm:
Ja, Herr, ich habe den Glauben gewonnen,
dass du der Christus, der Sohn Gottes bist,
der in die Welt kommen soll.
Ich habe gesagt: Das Zwanghafte entfällt. bedeutet dies, dass Erkenntnis damit geleugnet oder negativ bewertet wird? Nein, denn dies wäre ja das Zwanghafte des Gerichtes. Und ich konnte ja nicht vermeiden, auf die Versnummer zu schielen: 26 (die Gematria für YHVH).
Ich möchte den Dialog nochmals darstellen ohne Unterbuch:
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20 wie nun Martha hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen;
Maria aber blieb zu Hause.
21 Martha sagte nun zu Jesus:
Herr, wärest du hier gewesen,
so wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Und jetzt weiss ich [trotzdem]:
Alles, um was du Gott bitten wirst, wird Gott dir geben.
23 Jesus sagt zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Martha sagt zu ihm:
Ich weiss dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am jüngsten Tage.
25 Jesus sprach zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt;
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.
Glaubst du das?
27 Sie sagt zu ihm:
Ja, Herr, ich habe den Glauben gewonnen,
dass du der Christus, der Sohn Gottes bist,
der in die Welt kommen soll.
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Konzentriert:
Es geht um die Glaubensfrage,
"Alles, worum du Gott bitten wirst...", auch auf die Bitte zuzulassen, dass das zwanghafte des geistigen Todes nach der alten Lehre ein Ende habe.
Jesus Auftritt wird hier mit dem jüngsten Tag verglichen.
Erfüllung und Auflösung in einem.
Martha stellt hier quasi den theologischen Aspekt dar, vielleicht entsprechend zum Dienst bei Lukas (?).
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Dieses Kapitel wurde mit der Überschrift "vier Tage in der Gruft" bezeichnet, vielleicht etwas unpassend, da es doch um den zentralen Satz geht: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Aber bedenken wir nochmals: die Erfüllung und der Jüngste Tag, sie sind hier im Glaubensbekenntnis mitten im Heute angesprochen. Die Zeit ist irgendwie aufgehoben in ihrem Begriff. Und dies passt wieder sehr gut zur Frage: warum liegt Lazarus vier Tage in der Gruft, und eben nicht die der eingefleischten Formel folgenden drei Tage.
Jesu Zögern um zwei Tage, und sein Spruch, der eigentlich bedeutet: Ich bin der jüngste Tag, sind zusammengehörig. In beidem stellt sich ein Bruch dar mit der Konvention der Zeit.
Vers Nr. 26: ...in Ewigkeit nicht sterben...
Deutsche Ausgaben hebräischer Bibeln nennen Gott (YHVH) im Text überwiegend "der Ewige". In Ewigkeit... nun so zu verstehen, bedeutet zuviel Abhängigkeit von Übersetzungsgewohnheiten, dass wir hier nicht beharren dürfen.
Aber es ist der Kontext gegeben, und damit wird eigentlich durch Johannes gleichwohl ein Unterschied gesetzt, zwischen der Pharisäischen Auferstehung, und dem Glauben Jesu.
Es ist wieder eine Frage des Standpunkts, wodurch nun Martha den Glauben "gewonnen" hat. Die etwas zweischneidige Funktion ist hier unüberhörbar und kommentiert eben die Frage der Auferstehung auch im Sinne des Erkenntnistodes im Dienste der jahwistischen Mysterienreligion.
Jesu ist ja nicht nur Verkünder der frohen Botschaft. Durch dass johannitische Werk wird uns die jahwistische Erkenntnisreligion überhaupt aufgeschlossen. Wenn die Erkenntnis den Tod bedeuet, so heisst dies auch, dass der Tod sichtbar wird. Auch hierin haben wir vielleicht die vier Tage des Lazarus in der Gruft, also über die ominöse Schwelle hinaus, als Zeichen der besonderen Sichtbarkeit (er stinkt schon).
Das sichtbar Machen ist Bestandteil dieses Werkes. Nicht nur die Auferstehung wird hier besprochen, sondern in besonderem Masse auch die Sichtbarkeit des Todes.
Diese Krankheit führt nicht zum Tode... nein, sie dient eher der Sichtbarmachung des Todes und der Auferstehung. All dies geschieht in der Mitte des Evangeliums.
Mehr zum Thema, die Mitte der Torah und der Offenbarung findet sich in BdE. Online Kurse.
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Siehe, wie hat er ihn liebgehabt |
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1128 Und als sie dies gesagt hatte, ging sie hinweg,
rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte:
Der Meister ist da und lässt dich rufen.
Johannes lässt die Schwestern getrennt auftreten, und die Unterschiede werden deutlich.
29 Als jene das hörte,
stand sie eilends auf und machte sich eilends auf den Weg zu ihm.
30 Jesus war aber noch nicht in das Dorf gekommen,
sondern er war noch an dem Orte,
wohin ihm Martha entgegen gegangen war.
Jesus zögert weiter. Er scheint es nicht eilig zu haben. Oder will er beide am gleichen Ort empfangen, müssen beide ihm gleich weit entgegenkommen?
31 Als nun die Juden, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, sahen
dass Maria eilends aufstand und hinausging,
folgten sie ihr nach in der Meinung,
sie gehe zur Gruft, um dort zu weinen.
Martha war in ihrer Auferstehungshoffnung dem verbreiteten Glauben verpflichtet, am jüngsten Tag. Ebenso schildert hier Johannes die verbreitete Auffassung in Bezug auf die Trauergemeinde. Wir haben also einen Status Quo, und wir haben einen Jesus, der nicht direkt kommt, sondern auf ein entgegenkommen wartet.
32 Wie nun Maria dahin kam, wo Jesus war,
warf sie sich bei seinem Anblick ihm zu Füssen
und sagte zu ihm:
Herr, wärest du hier gewesen,
so wäre mein Bruder nicht gestorben.
Auch Martha macht ihm diesen Vorwurf. Beachten wir aber zuerst die Gestik, die vielleicht etwas vom Lukasbericht aufnimmt, da Maria zu Füssen Jesu sitzt, während Maria den Haushalt schmeisst.
Doch Maria wird hier nicht sentimental besser "bewertet", sondern Johannes zeigt sie am gleichen Ort. Maria und Martha müssen ihm entgegenkommen. Und mitten in diese Tatsache, diese kleine Forderung fällt der Vorwurf ...wärest du gekommen...
Es ist uns überlassen, ob wir ihn auf das generelle Zögern Jesu beziehen, oder ihn gerade ihn in dieser kleinen Situation wieder finden.
...3 ... Herr, siehe den du lieb hast... scheint kein Freibrief zu sein. Jesu Liebe zu Lazarus steht so speziel im Raum (man denke etwa, dass Gott Israel liebt vor allen Völkern), dass diese Liebe allein schon genügt. Jesu aber zögert, hält sich zurück. Er erwartet ein entgegenkommen. Dieses Entgegenkommen darf man als einen Bekenntnisakt verstehen, damit das individuelle sich vom allgemeinen (dem Lippenbekenntnis der religiösen Massenlegitimation) sich scheide.
Jesu ist kein Dienstleistungsgott, den man mit einer überlieferten Glaubensfloskel verpflichten kann.
Jesus wird nun zweifach herausgefordert: durch Martha im Bekenntnis, und er gibt ihr ein anderes sie veränderndes zurück, und bei Maria ist es die Emotion. Maria wirft sich zu Füssen und weint. Jesu aber zürnt.
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33 Da nun Jesus sah, wie sie weinte
und wie die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten
ergrimmte er im Geist und empörte sich
Jeder würde hier sagen, dass sein Grimm den Unglauben betrifft. Man beachte aber, wie er den Reaktionen auf der entsprechenden Ebene begegnet.
34 und sagte: Wo habt ihr ihn hingelegt?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh.
35 Jesus weinte.
36 Da sagten die Juden:
Siehe, wie hat er ihn liebgehabt!
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ergrimmt - oder - ereiffert ?
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33 Als Jeschua sie weinen sah, und auch die Judäer, die weinend mit ihr gekommen waren, war er tief bewegt und auch bekümmert. (David H.Stern "Das Jüdische Neue Testament")
33 ... weinten, ergrimmte er im Geiste und wurde bewegt (Schlachter Bibel)
33 ... ergrimmete er im Geist und betrübte sich selbst (Luther 1545)
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Lazarus ist ausgezeichnet durch die besonders ausgesprochene Liebe des Herrn (des Wortes) zu ihm. Wir kennen dies sonst nur von dem "Jünger, den der Herr lieb hatte". Wodurch ist nun diese Liebe motiviert?
... Jesus weinte... stellt ja nicht den Grund dar, sondern die Folge. Ich bemerke hier einen sehr in seiner Stimmung schwankenden Jesus. weinen andere, dann ergrimmt er. Warum ergrimmt er? ergrimmte er gegen den Tod, oder ergrimmte er gegen die Emotionen der anderen. Oder liegt dem Wort "ergrimmen" hier eine falsche Bedeutung zugrunde, die sich schnell erhellen würde, indem wir statt "ergrimmen" "ereifferte" nehmen würden. Das Wort Eifer, hat ja den Entschluss in sich, zur Tat zu schreiten.
Nur David H.Stern gibt uns eine andere Wendung, welche mir aber richtiger erscheint. Denn wir dürfen eines nicht übersehen, es ist in der Emotion der Anlass gegeben, dass Jesus zur Tat schreitet.
Marthas Konfessio bewirkt nicht, dass Jesus auch nur einen Schritt tut, um zur Tat zu schreiten. Er bleibt am gleichen Ort und empfängt dort Maria. Aber es ist die emotionale Ansprache, die Jesus bewegt. Er ereiffert sich zur Tat.
Sich ereifern - ist ein Ausdruck, dem wir in der Bibel des öfteren begegnen. In diesem Wort ist Emotion und Tatendrang miteingeschlossen, und zwar in einem offenen Sinn. Das Wort Grimm aber steht im gegensatz zum Weinen des Jesus.
Ich schlage in dieser Stelle eine Textmodifikation vor, die insgesamt für deutsche Übersezungen gelten sollte:
..., , ereifferte er sich im Geist und bekümmerte sich.
Erst mit dieser genaueren Entscheidung wird eben der Unterschied zwischen Martha und Maria sichtbar. In Martha haben wir Konfessio, mitunter Lehre, Pflicht. Eben jenes was der Hohenpriester Eleasar (Lazarus) vor seinem Tode repräsentiert. Und es bewegt das Wort kein bisschen, ausser, dass es die Konfessio betrifft und belehrt.
Aber in Maria finden wir die Emotionen, Die Emotionen werden bestätigt ... Jesus weinte... und dies führt zur Tat.
... siehe, wie hat er ihn liebgehabt... Nochmals die besondere Rolle des Lazarus. Er ist unter Martha der Hohenpriester, symbolisch Eleasar, das legitime Priestergeschlecht. Hier ist Liebe oder Vorzug ja amtliche Konfession. Wer würde bezweifeln, dass die Priesterschaft einen besonderen Vorzug durch Gottes Wort geniesst? Aber das ist Konfession, und führt nicht zur Tat.
Wie hat er ihn liebgehabt... begegnet uns hier aber als unmittelbares Eingeständnis aufgrund der emotionalen Antwort Jesus, da er weinte. Er liebt ihn aufgrund von was? Aufgrund der Konfessio... oder gar: bedingungslos?
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37 Einige aber von ihnen sagten:
Konnte er, der dem Blinden die Augen aufgetan hat,
nicht machen, dass auch dieser nicht stürbe?
Es ist vielleicht meine Fiessheit, dass ich die Frage sogleich mit einem Querverweis (siehe Kasten) komentiere. Diesem lässt sich auch noch wie folgt antworten:
4 Als Jesu das hörte, sprach er:
Diese Krankheit führt nicht zum Tode,
sondern sie dient zur Ehre Gottes,
damit der Sohn Gottes duch sie verherrlicht wird.
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1Mo 3,4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet sicherlich nicht sterben! 5 Sondern Gott weiß: welchen Tages ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
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Jesus Argumentiert hier nicht wie die Schlange, denn die Voraussetzungen sind verschieden, und auch die Verheissungen. Und doch sind die Assoziationen so dicht, als ob sie zusammengeschaut werden wollen.
Der Glauben sagt: Erkenntnis bringt den Tod als Erfahrung (als gemachte). Die Schlange verspricht anders.
Jesus sagt: ... führt nicht zum Tode... sondern sie hat einen anderen Sinn. Aber die Krankheit ist bereits da. Jesus wird an diesem Punkt nicht als Verführer dargestellt, sondern er antwortet.
Und dann ist die Frage: Ja hat Jesus nicht mit der Blindenheilung die Voraussetzung zur Krankheit geschaffen, da er den Blinden sehend machte, das heisst autonom und damit zur Sünde fähig? Das Johannesevangelium macht nicht den Eindruck, als ob es sich bei Lazarus und dem Blinden um dieselbe Person handeln würde.
2 Und seine Jünger fragten ihn:
Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern,
dass er blind geboren worden ist?
3 Jesus antwortete:
Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
4 Wir müssen die Werke dessen, der mich gesandt hat, wirken,
solange es Tag ist;
Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
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Zum Kontext:
Die Heilung eines Blinden am Sabbat
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Hat nicht der Tag 12 Stunden? Es ist in der Blindenheilung vieles angesprochen, das an die Frage nach der Krankheit des Lazarus erinnert. Und so ist die Frage der Zweifler hier richtig und wichtig. In der Tat stehen die zwei Dinge in ursächlichem Zusammenhang. Wir wissen, Jesus verhinderte Lazarus Tod nicht. Nein, er liess ihn sogar absichtlich zu, da er nicht Eingriff und nicht da war (so wie Gott im Paradies nicht zugegen war, als Eva ihre kleine Unterredung hatte).
Nun, Jesus liess es zu, dass Lazarus starb. Um dies zu verstehen, wie hätte Adam wissen wollen, was sterben ist, ausser er frisst die Frucht? Um dieses Wort "Sterben" zu Erkennen, musste er essen vom Baum der Erkenntnis. Nun haben wir in Genesis zwar dieses Ereignis um den Baum der Erkenntnis. Das andere aber bleibt seltsam vermisst. Das Leben, der Baum des Lebens hat keine Funktion, bleibt Postulat. Johannes aber widmet dem Zentrum seiner Botschaft die Auferstehung.
38 Jesus nun, abermals in seinem Inneren ergrimmt,
kommt zur Gruft;
es war aber eine Höhle,
und ein Stein lag davor.
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1Mo 2,9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprossen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
1Mo 3,22 Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, insofern er weiß, was gut und böse ist; nun soll er nicht auch noch seine Hand ausstrecken und vom Baume des Lebens nehmen und essen und ewiglich leben! 23 Deswegen schickte ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. 24 Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern mit dem gezückten flammenden Schwert, zu bewahren den
Weg zum Baume des Lebens.
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Wieder an dieser Stelle ... in seinem Inneren eifernd... als geeigneteren Text.
Die Frage im Vers 37 war ja nicht ohne, und sie beinhaltet wieder die Frage: wärest du da gewesen, oder allgemeiner: das grosse Warum, Warum, Warum... Ich denke, dass eine solche Frage eher bewegt als verärgert.
Der Baum des Lebens ist ein Postulat in Genesis. Und der Weg ist versperrt. So ist der Weg zum Tode als Einbahnstrasse beschrieben. Wie ein Stein liegt es vor der Gruft der Hoffnungslosigkeit, der Lehre, der Erfahrungen, des Glaubenskanons und auch der Pflichten daraus.
39 Jesus sagt: Hebet den Stein weg!
Martha, die Schwester des Verstorbenen, sagt zu ihm:
Herr, er riecht schon, denn er ist vier Tage tot.
Martha Zweifel wollen hier sagen, dass das Grab auf einer tieferen Ebene versiegelt ist. Sie glaubt, dass dorthin kein Wort vordringen kann, dies entgegen ihrem Bekenntnis: ... worum du Gott bitten wirst ...
40 Jesus sagt zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt,
wenn du glaubest, werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da hoben sie den Stein weg.
Jesus aber richtete die Augen nach oben und sprach:
Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst;
doch um des umherstehenden Volkes willen habe ich es gesagt,
damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.
Jesus geht, obwohl der Stein nun weggehoben ist, nicht in die Gruft, sondern richtet den Blick zum Himmel. Was soll dies? Ich kann hier nicht anders denken, als hier das Wirken des Wortes gezeigt wird. Das Wort war gesandt. Und so wird Jesus den Lazarus mit dem Wort aus der Gruft rufen.
43 Und als er dies gesprochen hatte,
rief er mit lauter Stimme:
Lazarus, komm heraus!
44 Der Verstorbene kam heraus,
an Händen und Füssen mit Binden umwickelt,
und sein Angesicht war mit einem Schweisstuch bedeckt.
Wenn wir dies uns vorstellen, wird deutlich, dass Lazarus nicht herauskommen kann. Er ist ja gebunden. Aber er wird sichtbar, als gebundener. Er kann nichts tun, er kann nirgendwo hingehen, er kann nichts sehen und sprechen. Jesus macht diesen gebundenen Lazarus sichtbar, um den sich doch viele härmten und klagten.
Jesus öffenete nicht die Gruft allein, sondern verlangte, dass sie geöffnet würde. Die den Stein davor taten, müssen ihn hinwegtun. Und nun zeigt er einen gebundenen Lazarus.
Jesus sagt zu ihnen:
Machet ihn frei und lasset ihn hinweggehen.
Auch hier müssen sie ihn befreien, die ihn banden, und die Lazarus folgten und ihn in Anspruch nahmen, müssen ihn hinweggehen lassen.
Jesu tun liegt also ganz im Sinne des sichtbar Machens. Sein Wort macht sichtbar. Das Befreien, Entbinden und Entlassen aber liegt an den Umherstehenden. Vor diesen Umherstehenden sprach Jesu seinen Dank, als sie den Stein hinweggehoben hatten.
Lazarus ist eigentlich eine Zentrale Figur bei Johannes. Aber in dem Moment, da sie entbunden wird, wird sie auch von ihrem Dienst am Evangelium entbunden. Wir erfahren nur am Rande der Salbung in Bethanen Kap.12 noch etwas über diesen Jünger, den das Wort liebhatte. Ansonsten ist die Mitteilung seltsam schweigsam über diese Figur.
Man muss etwas loslassen, um es annehmen zu können. Dieser Gedanke wird im Deutschen dadurch transportiert, dass das Wort Entbindung zwei Bedeutungen hat, als Entbindung bei einer Geburt, oder als Befreiung von einem Dienst.
Beides hat seine Berechtigung, wenn wir Lazarus uns nicht nur als einen beliebigen Menschen denken, sondern als einen Mann oder Priester, an welchen ganz besondere Erwartungen gestellt werden. An den Priester werden Erwartungen gestellt, ansonsten sein Dienst nicht in Anspruch genommen würde. Wenn Jesu die Menge auffordert, am Priester selbst befreiende Handlungen zu vollziehen auf sein Wort hin, dann ist das schon stark und geradezu eine Umkehr zum gewohnten Schema.
Ich möchte es überspitzt formulieren, da es das Folgende doch besser verständlich macht, als wenn wir die Auferstehung des Lazarus in einem rein vegetativen Sinne verstehen. Hier erfolgt eine Übertragung priesterlicher Handlungen auf das Volk: zu Befreien, zu Entbinden und Behinderungen zu entfernen. Der gewohnte Gang des Rituals wird quasi umgekehrt. Und solches muss politisch Konsequenzen haben.
45 Viele von den Juden nun,
die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten was er getan hatte,
glaubten an ihn.
46 Etliche aber von ihnen gingen zu den Pharisäern
und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
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Die Hohenpriester und Pharisäer wollen Jesu töten |
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1147 Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein
und sagten:
Was tun wir? Denn dieser Mensch macht viele Zeichen.
48 Lassen wir ihn auf diese Weise gewähren
so werden alle an ihn glauben,
und die Römer werden kommen
und uns sowohl die [heilige] Stätte als auch das Volk wegnehmen.
Als diese Zeilen geschrieben wurden, war Jerusalem bereis zerstört. Worauf begründet sich aber die Angst der Herrschenden? Richtet sie sich darauf, dass Jesus einen Toten zum Leben erweckte, oder richtet sie sich darauf dass Johannes eigentlich eine Übertragung priesterlicher Handlungen auf das Volk beschreibt, womit natürlich die herrschende Ordnung sich umkehren muss?
Mit dem verstorbenen Lazarus verhielt es sich so: einer für alle. Mit dem befreiten Lazarus aber so: alle für einen. Hören wir dies in Erinnerung nun den Worten des Kajaphas zu.
49 Einer aber von ihnen, Kajaphas,
welcher Hoherpriester jenes Jahres war,
sagte zu ihnen:
Ihr wisst nichts;
50 auch bedenkt ihr nicht, dass es für euch besser ist,
wenn ein Mensch für das Volk stirbt
und nicht das ganze Volk umkommt.
Es wird dies so doppelsinnig. Im vordergründigen politischen Verständnis (und aus dem Kontext gelöst), wenn man den Aufwiegler tötet, so rettet man viele.
Ausarbeitung folgt
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