Jesus das Licht der Welt |
|
|
|
 |
![]() |
8 12 Jesus redete nun wiederum zu ihnen und sprach:
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln.,
sondern er wird das Licht des Lebens haben.
13 da sagten die Pharisäer zu ihm:
Du zeugst von dir selbst;
dein Zeugnis ist nicht wahr
Soeben hatte wir das Problem, wie kann die Schrift zuverlässig zeugen, oder wie sollte Jesu reden, dass er überhaupt aus der Schrift beglaubigt werden kann. Nun führt er ein Zeugnis an, dass gar nicht mehr aus der Schrift beglaubigt werden kann.
Dies ist die Anhörung. Und sie hat die Finsternis der Schrift zum Thema.
Im Kasten rechts: Jesaia über den Knecht Gottes, den Heiden zum Licht. Ich würde sehr warnen, diese Stelle irgend apologetische zu verwenden. Sie stellt nur hier einen Standardquerverweis dar. Was geflissentlich übersehen wird. Die Passage ist Teil von Jesaias zerstückelten Texten, da er warnt vor gegossenen Götzen.
14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Auch wenn ich von mir selbst zeuge,
ist mein Zeugnis wahr,
denn ich weiss, woher ich gekommen bin
und wohin ich gehe;
ihr aber wisst nicht woher ich komme und wohin ich gehe.
Eben die Uneinigkeit über ihn in der Frage: Messias, Prophet Galiläa oder Bethlehem, war Zeugnis des Unwissens seiner Herkunft. Sie suchten in der Schrift, und fanden es nicht.
...nicht woher... dies kontrastiert eigentlich ihr Wissen um Jesu Herkunft (Galiläa) aber bezieht sich anderseits doch auf die im Volk bezeugte oder geglaubte Funktion als Messias oder Prophet. Dies könnte man lesen: ihr seid euch uneinig inwiefern ich aus der Schrift komme. Insofern geht er einen Schritt weiter: Ihr wisst überhaupt nicht woher.
Zu wem spricht Jesu diese Worte? Dies ist abhängig, davon, ob wir die Hurenszene behalten oder ausblenden. Im letzteren Fall spricht Jesu im Tempel in den Arkaden, und zwar nicht unbedingt an einem anderen Tag (wie dies bei Behaltung der Hurenszene der Fall wäre) Sein Publikum ist also jenes, das in ihm den Messias oder Propheten erkannte.
|
|
Jes 42,1 Siehe, das ist mein Knecht, auf den ich mich verlassen kann, mein Auserwählter, an welchem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Völkern hinaustragen. 2 Er wird nicht schreien und kein Aufhebens machen, noch seine Stimme auf den Gassen hören lassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen; wahrheitsgetreu wird er das Recht auseinandersetzen. 4 Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat; und die Inseln werden auf seine Lehre warten. 5 So spricht Gott der HERR, der die Himmel geschaffen und ausgespannt und die Erde samt ihrem Gewächs ausgebreitet hat, der dem Volk auf ihr Odem gibt und Geist denen, die darauf wandeln: 6 Ich, der HERR, habe dich in Gerechtigkeit berufen und ergreife dich bei deiner Hand und will dich behüten und dich dem Volk zum Bund geben, den Heiden zum Licht; 7 daß du die Augen der Blinden öffnest,
die Gebundenen aus dem Gefängnis führest und aus dem Kerker die, so in der Finsternis sitzen. 8 Ich bin der HERR, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen! 9 Siehe, das Frühere ist eingetroffen, und Neues verkündige ich euch; ehe es eintritt, lasse ich es euch hören. 10 Singet dem HERRN ein neues Lied und traget seinen Ruhm bis ans Ende der Erde! Was auf dem Meere fährt und was darinnen ist, die Inseln und ihre Bewohner!
|
|
|
15 Ihr richtet nach dem Fleische;
ich richte niemand.
16 Doch auch wenn ich richte, ist mein Gericht wahr;
denn ich bin nicht allein,
sondern ich und der,
welcher mich gesandt hat [richten gemeinsam].
Der Satz würde doch gut auf die Szene mit der Ehebrecherin passen. Aber wo fing es an? Nikodemus: richtet man auch, bevor man einen Menschen angehört hat?
...nach dem Fleische... hier Buchstaben des Gesetzes. Ihr kommt um zu hören, wie ich richte, aber ich richte nicht. Ich lasse eure Anhörung in diesem Sinne unbeantwortet. Und dennoch beruft sich Jesu auf Verantwortung auf jenen, der ihn gesandt hat. Worauf nun sich bezieht: ihr wisst nicht von wem ich komme.
Damit wird der Bevollmächtiger von Jesu Richteramt als den Richtern unbekannt dargelegt. Er richtet nicht aus der Schrift.
Ich bin das Licht der Welt... es scheint in der Finsternis. Diesen Gegensatz haben wir hier wieder aufscheinen und er wird seit dem Anfang konsequent bezeugt.
17 Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben,
dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.
...eurem Gesetz... wieder die Distanzierung: das ist nicht mein Gesetz.
18 Ich bin es, der von mir zeugt,
und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat.
Jetzt wird es schwierig: das Selbstzeugnis lehnen sie ab, den Vater aber kennen sie nicht. Was ist also solches Zeugnis nutze?
19 Sie sagten nun zu ihm: Wo ist dein Vater?
Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater;
wenn ihr mich kenntet, würdet ihr auch meinen Vater kennen.
wo ist... damit er als Zeuge auftritt...
kennt weder...noch... obwohl er vor ihnen steht. Kennen heisst eigentlich anerkennen, und beruht auf wiederfinden des Anderen im Eigenen. So erkennt man Jesu aus den Worten als das Eigene, oder ebenso Gott. Gottes Stimme erkennt man als Wiederfinden im Eigenen. Das Wiederfinden im Eigenen ist ihnen aber verwehrt. Sie sind durch die Torah vom Himmelreich ausgesperrt.
20 Diese Worte redete er,
als er beim Opferstock im Tempel lehrte.
Und niemand ergriff ihn;
denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
...seine Stunde... haben wir mehrfach vernommen, und doch werden wir an etwas geführt. Wann ist seine Stunde gekommen? Ich vermute, dass es gerade etwas mit zwei Zeugen zu tun hat.
An dieser Stelle will ich etwas vorgreiffen. Der Opferstock erinnert an Judas, der wider Jesus zeugte. Jesu Stunde ist gekommen, da Judas hinausgeht, um wider Jesu zu zeugen.
Die Assoziation ...Opferstock... Stunde.... ist also nicht zufällig, sondern im ganzen Kontext sinnreich.
Kommentiert aber der Opferstock das Zeugnis des Jesu? Würde man die Rede beim Opferstock wie folgt interpretieren können: Wenn ihr keinen Zeugen kennt wider mich, dann kauft euch doch einen Zeugen wider mich, um dem Tempel Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Anderseits, der Opferstock selbst gilt als Zeugnis für den Tempel und dokumentiert den Glauben. Siehe dazu das Gleichnis der armen Witwe Mk 12.43, welche ihr Scherflein beisteuerte.
Jesu Rede über sein Zeugnis wird also gesprochen vor einer Kulisse, da alle Zeugnis für den Tempel ablegen. Der Evangelist baut also hier auf eine Provokation, denn der Wert des Zeugnisses des Opferstocks steht gegen den Wert des Zeugnisses Jesu. Nach der Zerstörung des Tempels muss dieses ein besonders Statement beinhalten, nicht in dem Sinne als ob das Zeugnis des Opferstocks generell entwertet würde, sondern eher das Unwissen oder das Ungewisse dieses Zeugnisses sichtbar würde. (Ähnlich einem Manne, der eine Pflanze goss, die am nächsten Tag von einem Unhold ausgerauft wird).
|
Opfergeld
|
Mt 27,4 und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldiges Blut verraten habe! Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Da siehe du zu! 5 Da warf er die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon, ging hin und erhängte sich. 6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Wir dürfen sie nicht in den Gotteskasten legen, weil es Blutgeld ist. 7 Nachdem sie aber Rat gehalten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremdlinge.
Joh 13,30 Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Es war aber Nacht. 31 Als er nun hinausgegangen war, sprach Jesus: Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht durch ihn! 32 Ist Gott verherrlicht durch ihn, so wird Gott auch ihn verherrlichen durch sich selbst und wird ihn alsbald verherrlichen.
|
|
|
Der Aspekt der Unzuverlässigkeit der Zeugnisse wird sichtbar, in dem Sinne: Meine Zeugen kennt ihr nicht, und eure Zeugen sind auch nicht so zuverlässig.
King James verwendet für Gotteskasten/Opferstock Schatzhaus (treasury). Gemeint ist also nicht ein Opferstock in dem Sinne eines Gefässes am bei der Pforte heutiger Kirche, sondern ein umfassender Raum. Josephus nennt einen solchen Bezirk im Frauenhof, welcher nicht nur die Kästen für die Gaben, sondern Aufbewahrungsort für weitere schätze wie heilige Geräte war. Wenn also Jesus angesichts dessen spricht, so meint er den umfassenden Tempelschatz, auf welchen sich die Hoffnung der Juden stützt.
Damit gib es auch eine andere Note: wo dein Schatz ist, dort hängt dein Herz, und wie Jesu rede vom wahren Wasser, von der Quelle lebendigen Wassers gegen den Tempel war, so ist sein Zeugnis noch mehr gegen diesen Zeugen der Taten gerichtet. Dieser Schatzbezirk steht also als Zeugnis für die Anwesenden dar.
|
Ihr werdet in euren Sünden sterben |
 |
![]() |
8 21 Er sprach nun wiederum zu ihnen:
Ich gehe hinweg,
und ihr werdet mich suchen
und werdet in eurer Sünde sterben.
Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen.
Diese Rede gilt immer noch vor dem Opferstock. Schmeisset rein, was ihr wollt, ihr werdet in euren Sünden sterben.
Aber was ist die Sünde? Im griechischen heisst Sünde (amartia) ohne Anteil. Oder in diesem Kontext: ohne Zeugnis, ohne Bezeugung. Ihr werdet an mir keinen Anteil haben. Diese Rede vor dem Schatz macht Sinn.
Aber der Fortgang ist doch seltsam.
22 Darauf sagten die Juden:
Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt:
Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen?
"einen Anteil an der kommenden Welt haben" ist ein typisch jüdischer (pharisäischer) Satz. Die kommende oder andere Welt geht aufgrund dieser Frage also durch den Tod. Es ist nicht so, dass das Wort Sünde hier den störenden Anklang hat, den es im Deutschen oder Englischen hat. Der Sinn ist tatsächlich: keinen Anteil.
Was ist die kommende Welt (der Begriff war zu Jesu Zeit nicht unbekannt). War sie eine andere Welt in einer anderen Zeit, oder ein anderes Sein jenseits des irdischen Seins? Letzteres wird unterstellt mit ...selbst töten... Warum aber selbst töten, und nicht einfach sterben? Wenn es ein Sterben wäre, dann würde ihm geschehen wie den anderen (Gläubigen), so dass sie einen Anteil hätten. Würde er getötet durch das Gericht, hätte er selbst gar keinen Anteil.
Anders als durch diese seltsame Dialektik kann ich mir den Zusammenhang nicht erklären.
21 Und er sprach zu ihnen:
Ihr seid von unten her, ich bin von oben her;
Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.
Jesu betrachtet nun das ganze anders. er spricht von geschiedenen Welten, dieser Welt, die faktische herrschende Welt, die ihn verurteilt, und die andere, jenen unbekannte Welt. Wer die andere Welt nicht jetzt schon hört, wird sie nicht haben. Dies ist eine andere Auffassung als jene durch die Rückfrage zu Grunde liegende. Sie werden also sterben wie sie sind, ohne einen Anteil zu haben an dem was jetzt schon anzunehmen wäre.
24 Darum habe ich euch gesagt,
dass ihr in euren Sünden sterben werdet;
denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin,
werdet ihr in euren Sünden sterben.
25 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du?
Jesus sprach:
Was rede ich überhaupt noch zu euch?
Er: ...ich es bin... Sie: ...wer... gemeint, was. Und dies nun ist das Zeugnis, sie kennen ihn nicht.
26 Vieles hätte ich über euch zu reden und zu richten.
Doch der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig,
und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zur Welt.
Was könnte die Quelle sein seiner Worte? Vom wem hatte er empfangen? Empfangen von Worten, oder dem Geist im Allgemeinen, kommt nach der traditionellen Anschauung aus der Torah. Aber wäre es so, so spräche Jesu nicht von dieser Welt, in welcher die Torah das Wort ist, und von jener Welt, die diese nicht empfangen können.
27 Sie verstanden nicht, dass er vom Vater zu ihnen redete.
28 Da sprach Jesus:
wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet,
dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin
und nichts von mir aus tue,
sondern so rede, wie mich der Vater gelehrt hat.
...Sohn des Menschen erhöht... wieder eine Anspielung auf die erhöhte Schlange, ein Gegensatz. Und wie die Schlange betrachtet wurde, damit nicht sterbe, wer da gebissen wurde, so steht dies im Zusammenhang mit dem Tode Jesu, und der Rückfrage: wird dieser sich selbst töten?
...ich es bin... wiederholter Ausdruck. erhöht deshalb als Antwort auf: Wer bist du?
Die erhöhte Schlange: das ist die Torah mit ihren Prinzipien. Gegen die Torah muss der Mensch erhöht werden, damit man Jesu annehmen kann. Diese Welt... jene Welt... nach der Torah zu unterscheiden: dieseits des Jordan... im gelobten Land ...
Dies führt zu einer kommenden Welt als nicht jetzt existent, und bis da gilt die erhöhte Schlange. Aber Jesu sagt, sie ist schon da, die andere Welt, aber ihr seht sie nicht, weil ihr die Schlange, und nicht den Sohn des Menschen erhöht habt.
29 Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir.
Er hat mich nicht allein gelassen;
denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.
...nicht allein gelassen... Sinnbild von der Präsenz. Gott in der Welt, aber unerkannt. Nicht die Torah waltet als Stellvertreter, nicht Mose als Mittler. Sondern Jesu Taten sind unmittelbar vor Gott.
30 Als er dies redete, glaubten viele an ihn.
Warum glauben sie, warum verlassen sie ihn? Einen Grund fanden wir in der Kabbala, dass sie ihn verliessen. Aber nach welchen Mustern glauben sie an ihn?
Bei der Tempelreinigung glaubten sie um seines Eifers willen, und aus nachvollziehbaren Gründen. warum glaube sie aber hier? Weil er sprach: den Sohn des Menschen erhöhen? Oder klang in der Rede Prophetisches an, das uns entgangen ist?
Oder glaubten sie um seiner mutigen Rede willen?
Übersehen wir nicht: Jesu redet von dieser Welt... jener Welt... was im Heilsgeschichlichen Aspekt für die Zuhörer bedeuten mochte, diese Welt des unfreien Judäa, jene Welt eines befreiten Juda, mit einem endzeitlichen Aspekt dazwischen. Dieses Ereignis soll eingeleitet werden durch den Elia, der das Herz der Söhne den Vätern zuwenden solle. Mochte das Wort vom Vater diesen Anklang haben, Das Wort Vater jeweils vor dem Hintergrund dieser Prophezeiung gehört werden? das ist möglich, hier aber nicht eindeutig.
Ich mag also das Glaubensmotiv an dieser Stelle nicht klar darzustellen. Aber der Gedanke, den ich entworfen habe, wird doch das nächste Thema berühren, das besprochen wird: Abrahams Kinder.
31 Jesus sprach nun zu den Juden,
die zum Glauben an ihn gekommen waren:
Wenn ihr in meinem Worte bleibt,
seid ihr in Wahrheit meine Jünger,
32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen,
und die Wahrheit wird euch frei machen.
|
|
Mal 3,20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heilung unter ihren Flügeln; und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall! 21 Und ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie werden wie Asche sein unter euren Fußsohlen am Tage, da ich handle, spricht der HERR der Heerscharen. 22 Seid eingedenk des Gesetzes Moses, meines Knechtes, das ich ihm auf dem Horeb für ganz Israel befohlen habe, der Pflichten und der Rechte! 23 Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und furchtbare Tag des HERRN; 24 der soll das Herz der Väter den Kindern und
das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Banne schlagen muß!
|
|
|
Mit anderen Worten: Jesus sagt: Ihr seid jetzt nicht frei und nicht in der Wahrheit. Aber wenn ihr in meinen Worten bleibt, dann werdet ihr die Wahrheit erkennen. Jesu Wort ist die Türe zur Wahrheit, aber die Wahrheit steht hier nicht wie auf einem Plakat geschrieben.
Wieder denke man an Johannes Bekenntnis: das Gesetz kam mit Mose, die Wahrheit aber...
Wenn man die nicht zwingende Assoziation zur Elia Hoffnung in einer Endzeit berücksichtigt, so wird ein doppelter Zwiespalt sichtbar. Denn Maleachi spricht von Elia als dem Erneuerer des Gesetzes hin zu den Vätern.
Der zweite Aspekt, der Aspekt der Freiheit (oder Befreiung auch im politischen Sinne): Das Abraham Thema ist oft bemüht zu unterscheiden: Frei Knechte (siehe Hebräerbrief). Und so wird nun ein Thema angeschnitten, das mit der Herkunft zu tun hat. Es liegt eine Logik darin, denn damit wird auch erforscht: Wer ist Jesu Vater? Den diese ja nicht kennen.
33 Sie antworteten ihm:
Wir sind Abrahams Nachkommen
und sind nie jemandes Knechte gewesen;
wie kannst du sagen: Ihr werdet frei werden?
34 Jesus antwortete ihnen:
wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Jeder des Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
Jesus hört wohl dass sie sagen wollen: wir stammen von Abraham ab, uns sind seinem Segen verpflichtet. Wenn nun Jesu von Sünde spricht, so redet er scheinbar allgemein, dass die Werke zeugen. Aber es ist eine scharfe Antwort auf gerade diesen Anspruch. Und ihr werdet die Wahrheit erfahren: Abrahams Kinder sind Knechte der Sünde. Dies wird bewiesen werden.
35 Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Hause;
der Sohn bleibt für immer.
36 Wenn nun der Sohn euch frei macht,
werdet ihr wirklich frei sein.
Verschiedene Lesarten: der Sohn: hier der Sohn des Abraham, dem das Haus übergeben ist im Gegensatz zu den Knechten. Hier nun könnte Jesu in die Rolle des Sohnes Abrahams schlüpfen, des einen, der auf dem Berg Moriah geschlachtet wurde. Dieser Sohn nun soll sie frei machen. Wie aber und wovon soll er sie frei machen? von der Knechtschaft an der Sünde. Hierzu gilt es zuerst zu wissen, was die Sünde ist. Hier ist sie. Erkennet die Wahrheit.
Die Sünde ist der Baum der Erkenntnis, und die Wahrheit ist, dass Abrahams Alter eine grosse Rolle im Code spielt.
Siehe dazu die Ausschnitte aus dem BdE. zum Thema Beschneidung. Issak wurde geboren, an der Stelle, in welcher im Dekalog Zusammengefasst ist, du sollst nicht töten... kein falsch Zeugnis, und dies alles in einer 666 Anordnung. Ist Isaak den ein Sohn der Sünde, ein Knecht der Sünde? Wenn nun dieser euch frei macht?
Der Vergleich Jesu zu Isaak wurde des öfteren bemüht. Abraham sollte seinen Sohn opfern auf dem Berg Moriah. Entsprechend wird Jesu Opfer als das grosse Sühnelamm dargestellt. Laut Matthäus verraten um 30 Silberlinge, da Matthäus hierin Sacharja folgte (irrtümlich Jeremia bezeichnet, da er bereits ein Schrift vor sich liegen haben mochte, die so zitierte).
Es folgen Ausschnitte aus dem BdE:
Vervollständigung zum Thema Beschneidung und Abrahams Alter,
Aber besonders, Isaaks Opfer auf dem Berg Moriah.
|
|
Sach 11,10 Und ich nahm meinen Stab «Huld» und zerbrach ihn, um meinen Bund zu brechen, den ich mit allen Völkern gemacht hatte.
11 Als er nun an jenem Tage gebrochen ward, da erkannten die Schafhändler, die mich beobachteten, daß es des HERRN Wort war.
12 Da sprach ich zu ihnen: Wenn es euch gefällig ist, so gebt mir meinen Lohn; wo aber nicht, so laßt es bleiben! Da wogen sie mir meinen Lohn dar, dreißig Silberlinge.
13Aber der HERR sprach zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wert geachtet worden bin! Da nahm ich die dreißig Silberlinge und warf sie ins Haus des HERRN für den Töpfer.
14 Darauf zerbrach ich auch meinen zweiten Stab «Verbindung», um die Brüderschaft aufzulösen zwischen Juda und dem Hause Israel.
Mt 26,15 und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm dreißig Silberlinge dar.
Mt 27,3 Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn; und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück
Mt 27,9 Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, welcher spricht: «Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Wert des Geschätzten, den sie geschätzt hatten, von den Kindern Israel
|
|
|
| 3. Und Abraham hieß seinen Sohn, der ihm geboren war, Isaak, den ihm Sara gebar, | 44. Aber wer ein erkaufter Knecht ist, den beschneide man, und dann esse er davon. | 6. Und Aaron soll den Farren, sein Sündopfer, herzubringen und sich und sein Haus versöhnen; | 54. Wird er aber auf diese Weise sich nicht lösen, so soll er im Halljahr los ausgehen und seine Kinder mit ihm. |
| 4. und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm GOtt geboten hatte. | 45. Ein Hausgenoß und Mietling sollen nicht davon essen. | 7. und danach die zween Böcke nehmen und vor den HErrn stellen vor der Tür der Hütte des Stifts. | 55. Denn die Kinder Israel sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland geführet habe. Ich bin der HErr, euer GOtt. |
| 5. Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward. | 46. In einem Hause soll man's essen; ihr sollt nichts von seinem Fleisch hinaus vor das Haus tragen; und sollt kein Bein an ihm zerbrechen. | 8. Und soll das Los werfen über die zween Böcke, ein Los dem HErrn und das andere dem ledigen Bock. | 26.1. Ihr sollt euch keinen Götzen machen noch Bild, und sollt euch keine Säule aufrichten, noch keinen Malstein setzen in eurem Lande, daß ihr davor anbetet; denn ich bin der HErr, euer GOtt. | |
Isaak, Opferlos, Loswurf, erkaufter Knecht, dies der Kontext hier in diesem Ausschnitt zu Abrahams Alter, diesmal in einer anderen Anordnung.
| 10. und reckte seine Hand aus und fassete das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. | 12. Ist's nicht das, das wir dir sagten in Ägypten: Höre auf und laß uns den Ägyptern dienen? Denn es wäre uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, denn in der Wüste sterben. | 13. Und welcher Mensch, er sei vom Hause Israel oder ein Fremdling unter euch, der ein Tier oder Vogel fähet auf der Jagd, das man isset, der soll desselben Blut vergießen und mit Erde zuscharren. | 40. Da werden sie denn bekennen ihre Missetat und ihrer Väter Missetat, damit sie sich an mir versündiget und mir entgegen gewandelt haben. |
| 558 / 558 | 369 / 1902 | 503 / 3246 | 819 / 3562 | |
3246 entspricht 515 v.Chr. Die Tempelweihe unter Serubbabel und Joshua. Die Auslösung des Opfers steht hier symbolisch. Dem entspricht in der fünften Spalte die letzten Verse des Fluchs hin zur Umkehr, wie der Engel Abraham sagen wird: schlachte nicht...
| 10. und reckte seine Hand aus und fassete das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. | 29. Ist aber der Ochse vorhin stößig gewesen, und seinem Herrn ist's angesagt, und er ihn nicht verwahret hat, und tötet darüber einen Mann oder Weib, soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben. | 4. Er soll aber die Lampen auf dem feinen Leuchter zurichten vor dem HErrn täglich. | 33. Von Horgidgad zogen sie aus und lagerten sich in Jathbatha. | 7.1. Wenn dich der HErr, dein GOtt, ins Land bringet, darein du kommen wirst, dasselbe einzunehmen, und ausrottet viele Völker vor dir her: die Hethiter, Girgositer, Amoriter, Kanaaniter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind denn du; |
| 11. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hie bin ich. | 30. Wird man aber ein Geld auf ihn legen, so soll er geben, sein Leben zu lösen, was man ihm auflegt. | 5. Und sollst Semmelmehl nehmen und davon zwölf Kuchen backen; zwo Zehnten soll ein Kuchen haben. | 34. Von Jathbatha zogen sie aus und lagerten sich in Abrona. | 2. und wenn sie der HErr, dein GOtt, vor dir gibt, daß du sie schlägst: so sollst du sie verbannen, daß du keinen Bund mit ihnen machest noch ihnen Gunst erzeigest. |
| 12. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts! Denn nun weiß ich, daß du GOtt fürchtest und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinetwillen. | 31. Desselbigengleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder Tochter stößet. | 6. Und sollst sie legen je sechs auf eine Schicht auf den feinen Tisch vor dem HErrn. | 35. Von Abrona zogen sie aus und lagerten sich in Ezeon-Gaber. | 3. Und sollst dich mit ihnen nicht befreunden. Eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen, und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen euren Söhnen; |
| 13. Da hub Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter ihm in der Hecke mit seinen Hörnern hangen; und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. | 32. Stößet er aber einen Knecht oder Magd, so soll er ihrem Herrn dreißig silberne Sekel geben, und den Ochsen soll man steinigen. | 7. Und sollst auf dieselben legen reinen Weihrauch, daß es seien Denkbrote zum Feuer dem HErrn. | 36. Von Ezeon-Gaber zogen sie aus und lagerten sich in der Wüste Zin, das ist Kades. | 4. denn sie werden eure Söhne mir abfällig machen, daß sie andern Göttern dienen; so wird dann des HErrn Zorn ergrimmen über euch und euch bald vertilgen.
| |
|
Diese Anordnung wurde in Bezug auf das Manna schon dargestellt. (Die Brote zu zwei gereihten Sechse ausgelegt)
Die Auslösung von Isaaks Opfer steht Parallel zu den dreissig Silberlingen Schadenersatz.
Abraham und Isaak stehen zentral im Baum der Erkenntnis. Und wie 666 Anlass war, dass die Jünger Jesu verliessen, so liest sich der Anlass des Verräters auch wieder im Spiegel des BdE.
Wenn wir also jetzt den Diskurs hören über die Frage: ob die Kinder Abrahams Kinder der Freiheit oder der Sünde seien, so sollten wir diese Erkenntnis im Sinne haben. Denn dieser Erkenntnis erkaufte Knechte waren jene, die von sich sagten: wir waren nie jemandes Knecht.
Ein Detail: Die Anordnung Spalte B geht gleich Vers 2108 voran, welches Geburtsjahr von Jakob und Esau ist. In diesem Lichte liest sich Spalte E.
|
Gegen Ansprüche der Juden |
 |
![]() |
8 37 Ich weiss, dass ihr Abrahams Nachkommen seid;
aber ihr sucht mich zu töten,
weil mein Wort keinen Fortschritt in euch macht.
...ihr Abrahams Nachkommen... desgleichen: ...euer Gesetz... Seltsame Distanzierung. Damit hat Jesu eigentlich schon die Frage beantwortet, wer sein nicht Vater sei.
38 Ich rede, was ich beim Vater gesehen habe;
auch ihr mögt nun tun, was ihr von eurem Vater gehört habt.
39 Sie antworteten und sagten zu ihm:
Unser Vater ist Abraham.
Jesus sagte zu ihnen:
Wenn ihr Abrahams Kinder seid, so tut Abrahams Werke!
40 Nun aber sucht ihr mich zu töten,
einen Menschen, der auch die Wahrheit gesagt hat,
die ich von Gott her gehört habe;
das hat Abraham nicht getan.
...unser Vater... kann bedeuten, unser und dein Vater, da ist kein Unterschied für Juden.
Abrahams Werke... gerade in der Versuchung an Abraham wird das Werk zwiespältig wie überhaupt in seiner ganzen Geschichte. Zuerst die Flucht aus dem Vaterhause, dann die Weigerung, mit seiner Schwester Kinder zu haben, zweimaliger Versuch, Sarah dem Pharao als auch Abimelech anzudrehen, dann die versuchte Selbstverstümmelung (Beschneidung), dann die Opferung,
Abrahams Werk scheint von einer Misslungenen Weigerung zu zeugen, Auch wenn der Weigerung diese massive Indizienkette verdunkelt.
...sucht mich zu töten... das hat Abraham nicht getan, da er die Stimme vernahm. Abrahams Leben ist nicht frei von Konflikten mit dem Gesetz. Mehrmals verstösst er gegen die Nachfolgenden Mosaischen Gebote (Heirat der Schwester, Eltern verlassen (=missachtet), Einschnitte am Leib (später als Bundeszeichen abgesegnet).
weitere Pointe: Abraham als Schlüsselfigur im BdE. Der BdE als Frucht des Todes. Die Figur Abrahams ist vollständig von diesem Gesetz vereinnahmt. Die Figur Abrahams kann sich dagegen nicht auflehnen. Über sie wird verfügt.
41 Ihr tut die Werke eures Vaters.
Sie sagten zu ihm:
wir sind nicht aus Unzucht geboren;
wir haben einen Vater, Gott.
...nicht aus Unzucht... Anklage gegen Jesu (im Lichte des Matthäus Ev.)? Oder eher ein Eingeständnis, dass die Unzucht Abrahams ein verhülltes Thema ist unter der Gesetzesanwendung?
...einen Vater, Gott... wie will der Evangelist dies zu verstehen geben? Ist nun Abraham Gott, oder ist jenes Gott, das Abraham instrumentalisierte und das Gesetz schrieb? (ist die Kabbala Gott, ergo die Schlange?)
Oder ist dies so zu verstehen: Wir haben alle einen Vater: Gott - Adam und Eva - Kain Abel und Seth. Eva hatte nicht zwei Männer. Es gibt keine Söhne der Schlange und Söhne Gottes als Zwiespalt, wir haben EINEN Gott. Eva trieb nicht Unzucht.
Aber es geht hier nicht darum, sondern um die Kinder Abrahams: wer Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Man bedenke immer das Wort Sünde, das ja "keinen Anteil" hat, und man könnte sagen, dass der Knecht keinen Anteil hat. Es ist eine Idee, die aus der Logik des Wortes kommt, der Knecht ist getrennt vom Vater, hat keinen Anteil. Das getrennt Sein ist auch im Bild des Sündenfalls vorhanden. Der Sünde Folge war die Trennung von der Gegenwart Gottes, und der Mensch wird zum Knecht und Sklave des Ackers.
Dem gegenüber steht der ultimative Segen an Abraham, um Abrahams Willen. Hier kommt eine etwas künstliche Geschichte legalistischer Freiheit zustande.
Der Baum der Erkenntnis die Torah ist das Gesetz und die Sünde, aber unerkannt ausser von den Eingeweihten. Aber offen wird die Freiheit unter dem Gesetz (dem Bund Abrahams) als Segen zum Zentrum der jüdischen Nation erhoben.
42 Jesus sprach zu ihnen:
Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben.
Denn ich bin von Gott ausgegangen. und gekommen;
und nicht von mir aus bin ich ja gekommen,
sondern jener hat mich gesandt.
43 Warum versteht ihr meine Rede nicht?
weil ihr mein Wort nicht hören könnt.
44 Ihr stammt vom Teufel als eurem Vater
und wollt die Gelüste eures Vaters tun.
Der war von Anfang an ein Menschenmörder
und stand nicht in der Wahrheit,
denn Wahrheit ist nicht in ihm.
Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen,
denn er ist ein Lügner und [ist] der Vater derselben.
|
|
1Mo 12,1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will! 2 So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden! 4 Da ging Abram, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot ging mit ihm; Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, da er von Haran auszog.
|
|
|
Diese Rede kann nicht anders als den biblischen Satan bezeichnen, und scheint eine duale Sicht zu erwecken im Sinne: Söhne des Lichts, Söhne der Finsternis. Aber orientiert sich dies wirklich am biblischen Schema? Ist Jesu hier einer biblisch dualen Kosmologien verhaftet? Nein, der Hintergrund ist ein anderer. Denn Jesu leugnet ja nicht, dass diese Söhne Abrahams sind.
Wie das Gesetz ein Werk des Teufels ist, dieses Gesetz auf jeden Fall, aus welchem das Denken seiner Kritiker argumentiert, so spricht Jesu einfach die logische Konsequenz. Was bedeutet dies aber für den Gott der Torah. Dieser Gott wird von Jesu in Frage gestellt. Hier lauert tatsächlich die grösste Lästerung, so der Hintergrund von Jesu Worten nicht stets im Auge behalten wird.
Das Wort Gottes ist die Pforte zum Inhalt Gott. Diesem Wort Gottes wird aus der Torah begründend widersprochen.
45 Weil aber ich die Wahrheit rede, glaubt ihr mir nicht.
46 wer unter euch überführt mich einer Sünde?
Wenn ich Wahrheit rede, warum glaubt ihr mir nicht?
47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes;
deshalb hört ihr sie nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
Was bedeutet aber, Satan ist ein Lügner von Anfang an? Repetieren wir Satans Methoden aus der entsprechenden Stelle der Bibel, im Sündenfall.
|
|
| 17. aber von dem Baum des Erkenntnisses Gutes und Böses sollst du nicht essen. Denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben. | 14. GOtt sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werd's sein, der hat mich zu euch gesandt. |
| 18. Und GOtt der HErr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. | 15. Und GOtt sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der HErr, eurer Väter GOtt, der GOtt Abrahams, der GOtt Isaaks, der GOtt Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für. |
| ... | ... |
| 3.1. Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die GOtt der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte GOtt gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten. | 4.1. Mose antwortete und sprach: Siehe, sie werden mir nicht glauben noch meine Stimme hören, sondern werden sagen: Der HErr ist dir nicht erschienen. |
| 2. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; | 2. Der HErr sprach zu ihm: Was ist, das du in deiner Hand hast? Er sprach: Ein Stab. | | 3. aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat GOtt gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! | 3. Er sprach: Wirf ihn von dir auf die Erde! Und er warf ihn von sich; da ward er zur Schlange. Und Mose floh vor ihr. |
| 4. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; | 4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und sie ward zum Stab in seiner Hand. |
| 60 / 60 | 73 / 1606 |
| 5. sondern GOtt weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie GOtt und wissen, was gut und böse ist. | 5. Darum werden sie glauben, daß dir erschienen sei der HErr, der GOtt ihrer Väter, der GOtt Abrahams, der GOtt Isaaks, der GOtt Jakobs. |
| 6. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. | 6. Und der HErr sprach weiter zu ihm: Stecke deine Hand in deinen Busen. Und er steckte sie in seinen Busen und zog sie heraus; siehe, da war sie aussätzig wie Schnee.
| |
|
60+1606=1666
Moses Torah erscheint als die Schlange, die Rolle am Stab. Die Offenbarung des Namens Gottes steht ausgerechnet parallel dem Vers, der verbietet, vom Baum der Erkenntnis zu naschen.
Damit wird gedeutet, welcher Schule die Torah entsprang. Und dies meint Jesu, wenn er von ihnen als den Kindern des Teufels spricht, denn seiner Schule gehorchen sie, dass sie durch die Sünde sein Wort nicht verstehen.
48 Die Juden antworteten und sagten zu ihm:
sagen wir nicht mit Recht,
dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?
Wie soll dies gedeutet werden? Erkennen die Juden an den Worten Jesu: er ist einer von den Synkretisten, die nur eine minderwertige Torah haben?. Dahinter steht mehr. Denn der Samaritanische Pentateuch lässt einiges an masoretischer Kabbala vermissen. Wie konnten die Leute, oder die Gelehrten ihn daran messen? Auf welcher Grundlage können diese Sagen, Jesu beweist, er spricht aus SamP? Dazu müsste ja ein Unterschied angedeutet sein aufgrund der Worte Jesu. Dies kann aber hier nicht nachvollzogen werden.
Aber etwas ist doch bedenklich. Wie die Torah der Schlangenpriester um 600 gebastelt wurde in Babel, da gab es ja ältere Überlieferung. Die Übriggebliebenen werden zu unrecht als Cutäer bezeichnet und ihre ältere Tradition geleugnet. Statt dessen erhielten diese eine schlechte Kopie der Mosaischen Gesetze durch die Masoreten zugespielt.
Gerade die Aussage, die Samaritaner seien von Dämonen besessen ist eigentlich der Gipfel der Lüge, da die Rabbis in Jerusalem, die frühen "Masoreten" die Geheimnisse der Kabbala alleine in ihrer eigenen Schrift bewahrten, und weder in der LXX noch im SamP die Schlüssel blosslegten.
Anderseits, im Kasten Rechts hört man den Propheten Michaja auf listige Weise wider die Propheten reden. Aus dieser Szene mag die Verbindung von Lügengeistern zu Samaria stammen. Dies ist insofern widersprüchlich, als ja die Samaritaner die Propheten als heilige Schrift ablehnten.
49 Jesus antwortete:
Ich habe keinen Dämon,
sondern ich ehre meinen Vater,
und ihr versagt mir die Ehre.
50 Ich aber suche nicht meine Ehre;
es ist einer da, der sie sucht und der richtet.
51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wenn jemand mein Wort befolgt,
wird er in Ewigkeit den Tod nicht sehen.
|
1Kö 22,10 Der König von Israel aber und Josaphat, der König von Juda, saßen ein jeder auf seinem Thron, angetan mit königlichen Kleidern, auf dem Platze vor der Tür, am Tor Samarias, und alle Propheten weissagten vor ihnen. 11 Und Zedekia, der Sohn Kenaanas, hatte sich eiserne Hörner gemacht und sprach: So spricht der HERR: Hiermit wirst du die Syrer stoßen, bis du sie aufgerieben hast! 12 Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Ziehe hinauf gen Ramot in Gilead, und du wirst Gelingen haben, und der HERR wird es in des Königs Hand geben! ...
1Kö 22,14 Michajah sprach: So wahr der HERR lebt, ich will reden, was mir der HERR sagen wird! ....
1Kö 22,19 Er sprach: Darum höre das Wort des HERRN! Ich sah den HERRN auf seinem Throne sitzen und das ganze himmlische Heer neben ihm zu seiner Rechten und zu seiner Linken stehen. 20 Und der HERR sprach: Wer will Ahab überreden, daß er hinaufziehe und zu Ramot in Gilead falle? Und einer sagte dies, der andere das. 21 Da ging ein Geist aus und trat vor den HERRN und sprach: Ich will ihn überreden! Der HERR sprach zu ihm: Womit? 22 Er sprach: Ich will ausgehen und ein Lügengeist sein im Munde aller seiner Propheten! Er sprach: Du sollst ihn überreden, und du wirst es auch vermögen! Gehe aus und tue also! 23 Und nun siehe, der HERR hat in den Mund aller dieser deiner Propheten einen Lügengeist gelegt, und der HERR hat Unglück über dich
beschlossen!
|
|
|
Wir waren mit der Anspielung auf den Satan beim Sündenfall, und hier kommt Jesu auf dieses Thema. Er sagt, seine Worte seien nicht der Tod. Dies kontrastiert die Torah, in welcher die Erkenntnis zum Tode ja steht.
52 Jetzt haben wir erkannt, dass du einen Dämon hast.
Abraham ist gestorben und [ebenso] die Propheten,
und du sagst:
Wenn jemand mein Wort befolgt,
wird er in Ewigkeit den Tod nicht schmecken.
53 Bist du etwa grösser als unser Vater Abraham,
der gestorben ist? -
und die Propheten sind [doch auch] gestorben.
Wozu machst du dich?
Abrahams Tod: er wird beschrieben im 666. Vers der Torah.
|
|
| 7. Das ist aber Abrahams Alter, das er gelebet hat, hundert und fünfundsiebenzig Jahre. | 19. daß ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an dem andern Ende, und also zween Cherubim seien an des Gnadenstuhls Enden. | 34. Alsdann wird das Land ihm seine Feier gefallen lassen, solange es wüste liegt, und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land feiern und ihm seine Feier gefallen lassen, | 9. Da sprach ich zu derselben Zeit zu euch: Ich kann euch nicht allein ertragen; | 12. auf welch Land der HErr, dein GOtt, acht hat, und die Augen des HErrn, deines GOttes, immerdar drauf sehen von Anfang des Jahrs bis ans Ende. |
| 666 / 666 | 679 / 2212 | 813 / 3556 | 9 / 4900 | 325 / 5216 | |
|
Und ebenso die Propheten, mit der Meinung, dass das 666 Prinzip eben typisch masoretisches Privileg war.
54 Jesus antwortete:
Wenn ich mich selbst ehre, ist meine Ehre nichts,
mein Vater ist es, der mich ehrt,
er, von dem ihr sagt, er ist unser Gott.
wozu machst du dich? sieh das Kennzeichen Abrahams, das Kennzeichen der Propheten. Die Kabbala macht es offenbar, Sie argumentieren und rechtfertigen sich aus dem geistige Tode der Erkenntnis.
55 Und doch habt ihr ihn nicht erkannt;
ich aber kenne ihn.
Und wenn ich sage: Ich kenne ihn nicht,
werde ich gleich euch ein Lügner sein.
Hier müsste man eine logische Tafel entwerfen, um die vielfachen Aussagenebenen zu klären. Es gilt zu bedenken:
a) Seit dem Sündenfall, wer kennt Gott? Und doch gilt das erste, seinen Gott zu kennen. Was aber soll Israel erkennen, Gott durch das Gesetz.
b) Wer aber wollte öffentlich gestehen, dass er die Frucht der Erkenntnis ässe? Nein verleugnet wird dies. Und darum sind die Kenner der Materie in diesem Sinne Lügner.
c) ...nicht erkannt... oder Gott wegen der Erkenntnis verkannt? denn die Gefahr besteht ja, aufgrund der Erkenntnis in der Torah einer falschen Gotterkenntnis, quasi Atheismus zu verfallen.
d) Gott kennen, nicht den Torah Gott, Jesu hat Gott erkannt ausserhalb der Machenschaft der Torah und der Kabbala. Demnach müsste man eher von einem dialektisch verworfenen Gott durch die Torah ausgehen.
56 Euer Vater Abraham frohlockte,
dass er meinen Tag sehen sollte.
Und er sah ihn und freute sich.
57 darauf sagten die Juden zu ihm:
du bist noch nicht fünfzig Jahre alt
und hast Abraham gesehen?
Seltsamer Dialog. Was änderte es, wenn Jesu hundert wäre, hätte er dann Abraham gesehen? Was soll diese Erörterung zum Alter? 3 1/2 mal 50 = 175 Jahre. Abrahams Alter im BdE. wurde bereits dargestellt.
Was könnte ein anderer Sinn sein? Bedurfte es eines gewissen Alters, um in die Kabbala eingeweiht zu werden?
58 Jesus sprach zu ihnen:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ehe Abraham war, bin ich.
59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen.
Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
...ehe Abraham war... Euer Abraham ist eine Phantasiegeburt, soll dies es bedeuten? Dann wäre der Zorn verständlich, da ja der Segen geleugnet wird. Aber der Satz korrespondiert mit ...Abraham frohlockte...
Gerade Abrahams Tod im 666. Vers zeigt ihn als Opfer der Sünde. Jesus aber leugnet nicht nur den Tod, er spricht von ewigem Leben im Gegensatz zum Gang der Sünde, im Gegensatz zum Wandel unter dem Zeichen der erhöhten Schlange.
Es ist sehr wohl ein Kommentar zum Segen Abrahams, denn wenn alle Geschlechter in Abraham gesegnet sind, dann als Zeiten nach Abraham. Jesus aber sagt, ich war vor ihm. Er steht quasi nicht unter dem Segen, der in der Torah ein Fluch wurde.
Interessant ist der Dialog in Markus (siehe Kasten), da er den Gott Abrahams beim Dornbusch erinnert, gerade jener Stelle, die doch im Baum der Erkenntnis parallel steht zu ...sollt nicht essen vom Baum der Erkenntnis... Womit im Kontext steht: nicht ein Gott von den Toten. Markus will mit Gott Abrahams Isaaks und Jakobs sagen: Gott ist mit den Auferstandenen Abraham... liest also allein in der Bezeichnung des Namens Gottes ein Zeichen der Gemeinschaft.
Womöglich meinte aber eine ursprüngliches Lehrbeispiel eher den Bezug zum Baum der Erkenntnis, wobei Jesus seine anderes Gottesbild darstellte, gegen die Regeln der Torah. Dort gerade steht Der Gott Abrahams parallel im BdE zu ...will dem Menschen eine Gehilfin... was ja das Thema um Heirat bei Markus war. Siehe dazu den Ausschnitt des BdE.: Paradiesschlange.
Deutlich wird ein solch positiver Bezug auf Abraham auch bei Lukas, der ja die Extreme Matthäus mit mehr Sympathie für jüdische Lehre ausglich (der 12 jährige im Tempel etc.)
|
|
Mk 12,24 Jesus sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennet noch die Kraft Gottes?
25 Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. 26 Was aber die Toten anbelangt, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buche Moses, bei [der Geschichte von] dem Busch, wie Gott zu ihm sprach: «Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs»? 27 Er ist aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr sehr.
Lk 13,28 Da wird das Heulen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, euch selbst aber hinausgestoßen!
Lk 16,22 Es begab sich aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben.
|
|
|
Deutlich anders wird dies bei Johannes, da Johannes generell Abstand nimmt zur Torah, oder zu Bezeichnungen wie Kinder Abrahams. Würde der Gott Abrahams... bedeutet sein, wie bei Markus, gäbe es keinen Anlass zur Distanzierung.
Gerade der Rückgriff auf Markus im Lichte der Johannes-Schule erlaubt, das Gleichnis als ursprüngliches Anschauungsbeispiel Rabbis Jesu an seine Jünger zu rekonstruieren.
Der BdE sagt: YHVH - Baum der Erkenntnis
Jesu sagte: nicht also. Gott ist ein Gott der Lebenden, die nicht der Manipulation durch Kabbala unterliegen und auch nicht von ihr beherrscht werden.
Der BdE sagt: Gott Abrahams - Gehilfin
Jesu sagte: nicht also. Gott wird nicht durch Religion (Gehilfin: Gemeinschaften sind weiblich) sich dem Menschen mitteilen. Der Mensch wird nicht verheiratet.
Damit dürfte Jesu Kernaussagen der Kabbala, welche auch die jüdische Praxis bestimmte, abgelehnt haben, und Gott auf einem Boden gepredigt haben, der frei von Verhaftung im Erkenntnissystem der Kabbala, dem spirituellen Tode, war.
Kapitel 7 und 8 spielen immer vor dem Hintergrund des Laubhüttenfestes, das die Reinigung des Heiligtums, die Entsündigung des Volkes und das Andenken an die Wüste zum Zentrum hat. Vor diesem Hintergrund hat Jesu Gott gereinigt vor verderblichen Voraussetzungen.
|
Heilung eines Blindgeborenen am Sabbat |
 |
![]() |
Im 8. Kapitel verfolgten wir die Reinigung des Wortes Gottes vor der Kabbala und der Anmassung. Es bestand die Gefahr, wichtige Indizien zu übersehen, weshalb hier eine Blindenheilung geschieht. Aber es ist die Heilung eines Blindgeborenen, die also Bezug nimmt auf die nationale Identifikation. Abrahams Kinder war zuvor das Thema. Und Wer als solcher in diesem Verständnis geboren ist, von dem kann gesagt werden: Er ist blind geboren, oder in die Blindheit hinein, die ja die Finsternis ist.
Es wird also die Frage erörtert, warum dieses Volk, die Kinder Abrahams, seine Worte nicht hören, und sein Licht nicht erkennen.
9 1 Und im Vorübergehen sah er einen Menschen,
der von Geburt an blind war.
2 Und seine Jünger fragten ihn:
Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern,
dass er blind geboren worden ist?
Übersetze man die Frage vor den vorangehenden Hintergrund:
Ist ein Mensch selbst verantwortlich, für die Religion, in die er geboren wird, oder sind die Erzieher, die Autoren, die Theologen Schuld, die dieses System entwarfen oder mitgestalteten? Es ist etwas wie mit der Frage: Was war zuerst: das Huhn oder das Ei.
3 Jesus antwortete:
Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
Jesus geht nicht auf die Schuldfrage ein, sondern sieht das Positive. Die Werke Gottes kann wieder zweifach interpretiert werden. Indem ein Gläubige Werke der Schrift repräsentiert, wird an ihm das Religiöse sichtbar. Anderseits aber auch in der Befreiung jenes, wovon eigentlich nur Religion sprechen kann, ohne es zu sein.
4 Wir müssen die Werke dessen, der mich gesandt hat, wirken,
solange es Tag ist;
Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.
Ich bin das Licht der Welt... Thema des 8. Kapitels, Jesu ist in diesem Sinne der Tag. Frei übersetzt: verschwenden wir nicht unnötige Fragen, nutzen wir die Gelegenheit da ein Unterschied zu sehen ist. Kann ein Blinder im Dunkel unterscheiden ob er sehend geworden ist?
...es kommt die Nacht... Rückblickend das Ereignis von Jesu Weggang. Es wird dann niemand mehr da sein, das Finstere zu beleuchten.
5 Solange ich in der Welt bin,
bin ich das Licht der Welt.
6 Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde
und machte einen Teig aus dem Speichel,
und legte ihm den Teig auf die Augen
7 und sprach zu ihm:
Geh, hin, wasche dich im Teich Siloah (was übersetzt heisst, Abgesandter).
Da ging er hin und wusch sich und ging sehend weg.
Es sei folgendes bemerkt: Der Blinde hat kein Wort zu Jesu geredet oder gefragt. Jesu handelt an ihm wie ein Vorübergehender. Als wolle er nicht dem Blinden ein Gefallen erweisen, sondern seinen Jüngern ein Beispiel geben.
Dieses Beispiel kann man nun homöopatisch oder medizinisch zu deuten versuchen. Mir fällt anderes auf. Jesu nimmt Erde und seinen Speichel. Es hat damit etwas an sich, als ob er dem Blinden ins Angesicht spie. Weiter sagt er: wasch dich im Teich Siloah. Es war das Wasser aus diesem Teich, das auf den Altar gegossen wurde, und gegen welches er seine eigene Quelle lebendigen Wassers aussprach. Dass Jesu hier zu einer Manipulation greift, überrascht, hätte es nicht genügt zu sagen: werde sehend, so wie er am Teich Bethesda sprach: nimm dein Bett...
Wir müssen etwas weiter lesen:
8 Die Nachbarn nun und die, welche ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten:
Ist das nicht der, welcher dasass und bettelte?
9 Andre sagten: er ist es.
Noch andre sagten: Nein, sondern er ist ihm ähnlich.
jener sagte: Ich bin es.
10 da sagten sie zu ihm:
Wie sind dir nun die Augen aufgetan worden?
11 Jener antwortete:
Der Mensch, der Jesus heisst, machte einen Teig,
bestrich mir damit die Augen und sprach zu mir:
Geh an den Teich Siloah und wasche dich!
Als ich nun hinging und mich wusch,
wurde ich sehend.
Was der Blinde nicht erwähnt: Jesu spie in den Teig. Die anderen Angaben mochte er als Blinder erkennen. Der Bericht des Blinden ist also nicht unwahrscheinlich, bedingt aber einen vollständigeren Dialog. So weiss er: Der Rabbi heisst Jesus.
Wenn ich die Frage um die Wasser auf dem Altar erwähne: heiligt das Wasser den Altar, oder heiligt der Altar das Wasser? Diese liesse sich auf dieses Thema anwenden: heiligt der Speichel die Erde, oder heiligt die Erde den Speichel?
Was es nicht seltsam, dass Jesu nicht einfach spricht: Werde sehend, dass Johannes diesen ja man möchte fast sagen "al-kamaischen" Vorgang schildert? "Nicht was der Mensch ist, sondern was aus ihm kommt, verunreinigt den Menschen" heisst es irgendwo, und so ist es möglich, im Speichel sowohl das Wort zu erblicken, wie das Wasser. Denn Speichel ist aus dem Mund und Wasser als Symbol der Lehre steht auch für das Wort.
Jesu spuckt kamai (zu Boden), wie das Wort zu Boden fällt. Der Vorgang erscheint als Allegorie, erinnernd an den Segen, der wie der Tau auf die Erde fällt, wie das Manna, das in der Wüste am Morgen glitzert, denn am Morgen wurde es gesammelt. Ist also das ganze eine Allegorie für die Predigt gegenüber dem Blind geborenen?
Dann heisst es: Wasche dich im Teich Siloah. Wovon muss sich der Blinde reinigen? Gewiss, Reinigung entspricht AT Vorstellung nach jedem Bussübung. Aber Tag und Nacht werden dem Blinden auf die Augen gelegt, Wort und Staub, Leben und Tod.
Blind noch ging er zum Teich, sehend ging er hinfort. Dies führt zur Frage: wie gelangte der Blinde zum Teich, wenn nicht durch einen Zeugen begleitet? Aber Zeugen geleiteten ihn nicht, wie an dem nachfolgenden Dialog ersichtlich wurde. Sehend wurde er durch die Reinigung. Hat also nicht Jesu Vorgang ihn allein sehend gemacht, sein Wort nicht genügt, sondern es ist als sagte Jesu zu ihm: nun hast du mein Wort, und nun geh zum Siloah und betrachte dich im Alten.
|
|
Der Blindgeborene steht als Symbol für den Israeliten, denn er ist als Israelit geboren. Der Israelit erhält die neue Botschaft, und muss diese mit der alten konfrontieren, symbolisiert durch den Teich Siloah, aus welchem das Wasser auf den Altar gegossen wurde.
Diese Auslegung korrespondiert mit folgenden Sachverhalten:
- Johannes hält an der Weisung fest, und fördert das Denken (anders als Paulus)
- Der Offenbarer macht intensivste Referenz zum Alten Testament, und zwingt damit, dieses zu Betrachten im Lichte der Offenbarung Jesu
- Ebenfalls gilt im Evangelium: starker Bezug zur biblischen Geschichte
Der blind Geborene wird Quasi unter dem Beistand von Jesu Wort zur Quelle seiner Blindheit geführt. Gegen alle praktische (Text-) Logik wird er dort sehend, eben nicht auf Jesu Wort allein, losgelöst und ohne Kontrast auf das Wort des 'Gesandten' (Torah).
3 Jesus antwortete:
Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
Sein Wort wird an ihm offenbar, das heisst viel mehr noch: für ihn, nämlich an der Quelle, wo der Kontrast sichtbar werden muss: am Teich Siloah.
12 Und sie sagten zu ihm: Wo ist er?
Er erwiderte: Ich weiss es nicht.
Wie liest sich das? Fragen sie: Siehst du ihn?
13 Sie führten ihn, der vorher blind war,
zu den Pharisäern.
Ein merkwürdiger Kontrast: der Blinde findet allein an den Teich, aber da er sehend wird, muss er geführt werden. Woran denkt hier der Evangelist? Ist es so, dass man die Blinden gehen lässt, wohin sie wollen, werden aber Sehende als Bedrohung empfunden, dass sie geführt werden? Vielleicht ist dem Evangelisten dieser Kontext entgangen, vielleicht aber war er beabsichtigt.
vielleicht aber eine Folge der Übersetzung: sie führten den ehemals Blinden zu... würde den Gedanke mildern.
14 Es war aber Sabbat an dem Tage,
an dem Jesus den Teig machte
und ihm die Augen auftat.
Dieser Nachsatz scheint zu begründen, warum sie ihn führten: ein Verstoss gegen den Sabbat. Persönlich finde ich diese Begründung hier seltsam, da die Szene doch ein praktisches Beispiel bilden soll zu dem Satz, wer aus seinen Worten nimmt, aus dem soll eine Quelle lebendigen Wassers... was er anlässlich der Ausgiessung des Wassers über den Altar sprach. Weiter sagte er in Unterscheidung, woher sie stammten (nämlich vom Teufel):
|
Schlachter-Version
Joh 9,13 Da führten sie ihn, den Blindgewesenen, zu den Pharisäern.
|
|
|
8 45 Weil aber ich die Wahrheit rede, glaubt ihr mir nicht.
46 wer unter euch überführt mich einer Sünde?
Wenn ich Wahrheit rede, warum glaubt ihr mir nicht?
47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes;
deshalb hört ihr sie nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.
Wer überführt ihn einer Sünde? Er wird erst hier, als ein Zeuge auftritt (der Blinde) zu überführen gesucht.
Warum wird die Sünde gegen den Sabbat dermassen in den Vordergrund gestellt. Viel Anlass wäre gegeben gewesen, Jesu um seiner Worte willen vorzuführen, aber der Sabbat erscheint entscheidend bei all dieses Themen. Warum:
Der Sabbat Gottes ist Kernthema des BdE. (siehe Kasten) Und wie Jesu über Abrahams Alter (666) debattierte, so wird seine Debatte im Lichte des BdE. gelesen. Er zweifelt die ganze Torah an. Es ist aber gerade der Sabbatsünder (der Holzsammler) in der Torah einziges Exempel einer Bestrafung einer Verletzung des Sabbat, und bezeichnet dort das Ende der Torah.
Vielleicht bedeutet die Sünde gegen den Sabbat für den Evangelisten unter diesem Kenntnisstand mehr: nämlich den Bruch des ganzen Gesetzes.
|
Der Sabbat im BdE. zeigt einen Ausschnitt aus dem BdE. am Ende der Torah. Der Sabbat wird generell betrachtet.
|
Dies würde kommentieren, was Blindheit und Sehen für den angesprochenen Fall bedeutet. Dem Blinden wurde die Unterscheidungskraft in der ganzen Torah gegeben. Und die Unterscheidungskraft machte in sehend, aber zugleich zu einem Zeugen über den Bruch des Sabbat.
15 Wiederum fragten ihn nun auch die Pharisäer,
wie er sehend geworden sei.
Er sagte zu ihnen:
er legte mir einen Teig auf die Augen,
und ich wusch mich, und ich sehe [jetzt]
Wir bemerken wieder, dass der Blinde unterschlägt, Jesu Speichel (Wort, Predigt).
16 Da sagten etliche unter den Pharisäern:
Dieser Mensch ist nicht von Gott her,
weil er den Sabbat nicht hält.
Andre sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
Und es war eine Spaltung unter ihnen.
Der Evangelist war sich zu bewusst, dass Wunder und andere Zeichen nur bedingt einen Propheten ausmachten. Sprechen wir von Blindheit im materiellen Sinne (trinken wir materiell Jesu Blut?) oder im allegorischen Sinne? So steht hier Blindheit im Kontext um die Kenntnis des Wortes der Torah.
...nicht von Gott her... wenn gerade die Torah betroffen ist, so ist die Aussage falsch, so Gott ein anderer als der Übermittler der Torah wäre. Das Urteil ist also absurd in Bezug auf die Pharisäer. Aber richtig, wenn attestiert wird "nicht von unserem Gott her" unter der Voraussetzung: Jesu war nicht befugt.
Aber die Aussage darf auch einfach gelesen werden ohne diese Prämisse. Jesu ist ein Verletzer des Sabbat, und dies spricht gegen ihn als Propheten der Torah.
...wie kann ein sündiger... führt zur Frage, was ist ein Prophet. Wiederum gilt: im materiellen Sinne können wir nicht diskutieren (nur ein beschriebenes Faktum glauben, welches der Evangelist als phantastischer Zeuge mit allen Dialogen liefert).
Im allegorischen Sinne aber: Wenn Jesu uns die Machenschaften Satans zeigte, damit wir darüber herrschten, wäre dies nicht ein Zeichen? Aus welchem Blickwinkel ist er sündig? Oder was wäre das Zeugnis Jesu im Hinblick auf Gott? Mit Jesu kam die Gnade und die Wahrheit. Das Zeichen: Ist es Sünde, mit der Kraft eines wahren Geistes eine Lüge aufzudecken?
Diese kleinen Unterscheidungen machen aber nur Sinn unter dem vergrösserten Kenntnisstand. Ich gebe zu, dass diese Kasuistik im kleinen lokalen Bereich kaum logisch ist. Aber es soll immer das Detail auch in Rücksicht auf die Summe betrachtet werden.
17 Sie sagten nun wiederum zu dem Blinden:
Was sagst du über ihn,
dass er dir die Augen aufgetan hat?
Er aber sagte:
Er ist ein Prophet.
...er aber sagte... kann als unerwartete Antwort stehen. Die Zwingli-Bibel ist hier etwas tendenziös bei unentschiedener Grundlage in den Schriften.
o de eipen oti profhthv estin (IGNT) er aber sprach, dass ein Prophet er ist.
oder "und er sprach..."
würde man hier "aber" akzeptieren, wäre dies im Kontext nicht überraschend, denn mir selbst erschiene, es wäre eine andere Art Antwort erwartet, etwa Bezug nehmend auf den Sabbat, oder das Zeichen.
Er aber sprach ein Bekenntnis, in dem Sinne, dass Jesu ein Prophet, wenn auch nicht "der" Prophet sei. Der Blinde attestiert also Autorität mit dieser Aussage, aber nicht unbedingt Autorität nach der Torah.
Sein Statement darf aber auch als Auswahl der vorgegebenen Urteile gelten: Ein Prophet, wider das Argument des Sabbat, dass er also weder zur Frage der Sünde, noch zum Sabbat Stellung nimmt.
...ein Prophet... warum sagt er nicht: ein Heiler? Jesu behandelte ihn, schickte ihn, sich reinigen. das ist nicht das Typische für den Propheten, es sei denn: Prophet drückt Jesu als Ausleger der Schrift aus. Prophet zeigt uns, dass die Heilung eine Allegorie war. Und so es um die Allegorie ging, ist auch der Sabbat hinfällig, da niemand verbietet, am Sabbat die Schrift zu studieren (und zu interpretieren).
18 Die Juden nun glaubten nicht von ihm,
dass er blind gewesen und sehend geworden sei,
bis sie seine, des sehend Gewordenen, Eltern gerufen hatten.
19 Und sie fragten sie:
Ist dies euer Sohn, von dem ihr sagt,
dass er blind geboren worden ist?
Wie kann er denn jetzt sehen?
Das Zeugnis wird verworfen und der Logik nach weiter Zeugen berufen, bis sich das Zeugnis in der Zuständigkeit und Unwissenheit der Masse verliert. Die Eltern werden befragt. Dies interessiert in Bezug auf die Frage: wer hat gesündigt: er oder seine Eltern.
Allegorisch übertragen: die Eltern: die alten Zeugen, der Mann, der Gegenwärtige. Wenn der Israelit hier für den gegenwärtigen Blinden steht, wie ist aus den Alten zeugen eine Bewährung seiner Aussagen zu finden?
|
Er ist alt genug; fragt ihn! |
 |
![]() |
Befragung der Eltern des blind Geborenen. Im 9. Kapitel geht es um blind geborenen und der Kasten rechts zeigt das übergeordnete Thema, das die Heilung dieses blind Geborenen begleitet. Vor diesem Hintergrund steht die Gerichtsszene.
9 20 da antworteten seine Eltern und sagten:
Wir wissen dass dies unser Sohn ist
und dass er blind geboren ist;
21 wie er aber jetzt sehen kann, wissen wir nicht,
oder wer ihm die Augen aufgetan hat, wissen wir nicht.
Fragt ihn!
er ist alt genug;
er mag selber über sich Auskunft geben.
22 Das sagten seine Eltern,
weil sie die Juden fürchteten;
denn die Juden waren schon übereingekommen,
wenn jemand jemand ihn als den Christus bekennen würde,
solle er aus der Synagoge ausgeschlossen werden.
23 Deshalb sagten seine Eltern:
Er ist alt genug; fragt ihn!
|
|
1Mo 3,3 aber von der Frucht des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbet! 4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet sicherlich nicht sterben! 5 Sondern Gott weiß: welchen Tages ihr
davon esset, werden eure Augen aufgetan und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
|
|
|
Der Evangelist stellt hier eine grundsätzliche Beurteilung der Haltung gegenüber Jesus dar, wie sie hier kaum glaubwürdig erscheint, aber für die Zeit nach der Zerstörung, und besonders unter Bar Kochba wohl gelten sollte.
Ausschluss meint hier: aus der Gemeinde, also Synagoge im weiteren Sinne.
...die Juden... auch dies sehr pauschal, gemeint kann aber nur sein: die den Gemeinden vorstehenden Juden, d.h. vor allem die Pharisäer seit der Zerstörung des Tempels. Aber auch: Distanzierung des Evangelisten vor einem Volk, dass nach dem beschriebenen Mechanismus funktioniert, ähnlich wie ...euer Gesetz... oder ...euer Vater...
Zu einer solchen Distanzierung passt das Wort des Offenbarers: ...Juden, die nicht Juden sind, sondern eine Synagoge Satans... . In beiden Werken ist in etwa aus dem gleichen Zeithorizont das pharisäisch bestimmte Judentum gemeint, mit der Kabbala als Zentrum, und keine Splittergruppe.
...alt genug... mit dieser Aussage nehmen sie die Decke elterlicher Verantwortung hinweg, eigentlich ein Verrat am Sohn: "dies ist nicht unser Sohn".
Anderseits, wie sollten diese bezeugen, durch wen... da sie nicht weiter Auskunft geben können als über die Blindheit ihres Sohnes?
Aber ...waren schon übereingekommen... stellt ein Präjudiz vor, unter welchem jegliches Bezeugnis eigentlich eine Farce würde. Aber auch: Respekt vor der Lehrobrigkeit überwiegt in diesem Beispiel das Zugeständnis einer möglichen Wahrheit.
Das Beispiel ist insofern typisch, wie Lauheit noch immer den Courant normal ermöglicht hatte, wie widersinnig er auch gegen die einsichtige Wahrheit sein mochte.
Aber zurück zur Angst der Eltern. Er sagte: ...ein Prophet..., und dies führt uns zu Jesus als Interpret der Schrift. Wer also diesen Interpret bezeugte, der würde aus der Synagoge ausgeschlossen. Warum? aus dem Evangelium allein wissen wir es nicht genau genug. Unter Beihilfe all dessen, was uns durch Johannes verfügbar ist: Jesu zeigte: Synagoge des Satans. Dieser Interpret ist Richter des Systems, und deshalb ist der Ausschluss ein logischer erster Schutz, bei dem es aber nicht bleibt.
In diesem Lichte wird die Befragung der Eltern auch eine andere. Waren diese die Interpreten des Wortes, dass der Blinde sehend wurde? Im Sinne des Eigenschutzes sagen dies: Nein, wir wissen nicht, wer ihn gelehrt hat. Damit haben sie sich der Autorität unterworfen.
|
|
Was wird hier geleugnet? Was darf nicht sein? Sehen ist Einsicht, eine ganz besondere Einsicht, zu der passt: Prophet.
Diese darf nicht sein, denn sie ist, wie aus den Andeutungen klar wird: Einsicht in das satanische in der Bibel. Das Primat über diese Divination wird streng verwaltet. Und diese Einsicht wird auch hier nur hinter Allegorien gezeigt.
24 Da riefen sie den Menschen,
der blind gewesen war, zum zweiten Mal
und sagten zu ihm:
Gib Gott die Ehre!
Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.
Gib Gott die Ehre dov doxan tw yew doxan: Glanz
Im Sinne von: bekenne dich zu Gott, aber mit Anklang: Gottes Lehre, die Torah. Also heisst es: Bekenne dich zur Torah.
Das ist die Feuertaufe für den Mann.
Gib Gott die Ehre findet sich prominent im Lied des Mose (siehe Kasten), welches auf Gottes Vollkommenheit hinweist.
wir wissen... aufgrund der Richtschnur des Gesetzes, oder wenn Jesu Interpret mit Einsicht ist: weil er vom BdE. genascht hat, also sündigte? Jeder wahre Prophet kann in diesem System als Sünder deklariert werden. Das gehört zur Gemeinheit der kabbalistischen Dialektik. Der Grund von ...wir wissen.. ist also doppelzüngig.
Übrig bliebe allenfalls Auslegung nach der Sabbatregel.
23 Jener antwortete nun:
Ob er ein Sünder ist, weiss ich nicht,
eins weiss ich, dass ich blind war, und jetzt sehe.
...weiss ich nicht... nach welcher Definition wollte ich es wissen? Der blinde Israelit, zuvor auch als Bettler bezeichnet, ist Inbegriff des uneingeweihten Standes, der unter der Torah steht, also nicht Richtsätze kennt. Sein Sehen heute führt ihn nicht zum Urteilen.
Anderseits: kann Sehen von Blindheit unterscheiden.
Ich komme zurück auf einige Typen der Geschichte: Der Täufer geht taufen, auf das ihm die Wahrheit offenbart würde. Johannes gewinnt Unterscheidungskraft. Der Blinde wird zum Teich "Gesandter" zum Waschen geschickt. Man mag dies anders lesen (nicht im wörtlichen Sinne) "wasch dich im Teich - Gesandter" (braucht nur einen anderen Artikel). Damit wird er zum Gesandten gleich dem Täufer, und gewinnt Unterscheidungskraft.
Es ist hier ein paralleler Erzähltypus vorhanden. Und einzig steht dieser Mann exemplarisch vor dem Gericht (stellvertretend für Johannes den Täufer?).
26 Darauf sagten sie zu ihm:
Was hat er mit dir gemacht?
Wie hat er dir die Augen aufgetan?
27 Ich habe es euch schon gesagt,
und ihr habt nicht darauf gehört,
was wollt ihr es noch einmal hören?
Wollt ihr etwa auch seine Jünger werden?
|
|
5Mo 31,30 Also redete Mose die Worte dieses Liedes vor den Ohren der ganzen Gemeinde Israel, bis zu Ende: 32,1 Merket auf, ihr Himmel, denn ich will reden, und du Erde, vernimm die Rede meines Mundes! 2 Meine Lehre triefe wie der Regen, meine Rede fließe wie der Tau, wie die Regenschauer auf das Gras, und wie die Tropfen auf das Kraut. 3 Denn ich will den Namen des HERRN verkündigen: Gebt unserm Gott die Ehre! 4 Er ist ein Fels: Vollkommen ist sein Tun; ja alle seine Wege sind gerecht. Gott ist wahrhaftig ohne Falsch; gerecht und fromm ist er. 5 Mit Ihm haben es verderbt, die nicht seine Kinder sind, sondern Schandflecken, ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht. 6 Dankest du also dem HERRN, du törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, dem du gehörst, der dich gemacht und bereitet hat? 7 Denke an die vorigen Tage; merke auf die Jahre der vorigen Geschlechter! Frage deinen Vater, der wird dir's verkündigen; deine Alten, die werden dir's sagen:
Jos 7,19 Und Josua sprach zu Achan: Mein Sohn, gib doch dem HERRN, dem Gott Israels, die Ehre, und bekenne es vor ihm und sage mir: Was hast du getan? Verbirg es nicht vor mir!
|
|
|
Unangenehmer Gedanke: ...noch einmal hören... als Vorwurf an die Jünger, die alles noch und nochmal hören wollen?
Möglich aus dem Munde des Evangelisten Johannes.
Ansonsten: vorwitziger Anklang. Wenn sie ihr Urteil schon kennen, wollen sie den Grund für ihr Urteil nochmals hören?
Anderseits, man bedenke: Der Blinde hat zweimal etwas unterschlagen. er selbst bringt vielleicht nicht die typischen Merkmale, wie doch die Rabbis sonst die Gründe für ihr Urteil aus Jesu vorausgegangenen Reden kennen mussten. Und hier wird das folgende Eingeständnis verräterisch.
28 Und sie schmähten ihn und sagten:
Du bist sein Jünger;
wir aber sind Mose Jünger.
Es zeigt sich, dass die Juden den Unterschied, den Jesus im achten Kapitel dokumentierte, akzeptiert haben. Sie klären damit den Standpunkt.
...du bist... eine Zuordnung, die nicht durch Werke oder weitere Predigt oder dergleichen einsichtig ist, sondern allein aufgrund der Tatsache: er sieht, ist sehend geworden. Jünger: Aramäisch Talmid, hat immer die Bedeutung von: Schüler. Auch hierin wird ausgedrückt: Die Heilung ist Allegorie für Predigt und Lehre des Wortes.
Damit wird ergänzt, was der Blinde unterschlug: der Speichel: Wort aus dem Mund und Wasser.
...wir aber sind... Moses ist gewiss nicht ihr Lehrer in dem Sinne, wie wir die Jünger vor dem lebendigen Lehrer Jesu uns denken. Vielmehr sollte man erinnern, die Rabbis sassen auf Moses Thron, gemeint, ihnen oblag zu lösen und zu binden in Verantwortung des Amtes Moses.
29 Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat;
von diesem wissen wir nicht, woher er ist.
...wir wissen... weil's ja in dem Buch steht, woraus sie ihre Rechtslegitimation holten.
...von diesem... entsprechend: welches Buch kündet von ihm?
30 Der Mensch antwortete, und sagte zu ihnen:
Da ist es fürwahr wunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist,
und er hat mir doch die Augen aufgetan.
Der Blinde lernt sprechen, und dies ist das Ausgezeichnete an diesem Kapitel, und überhaupt in den Evangelien. Der ehemalige Bettler beginnt, mit wachem Verstand den Richtern zu begegnen.
Beispiel der Dialektik: Woher wollt ihr wissen, dass Gott zu Mose sprach? Etwa durch die Taten, die er in der Geschichte nach der Tenach euch bezeugte, dass er ein Gott der Taten sei, und euch wissen lasse, was er tue?
Wie dann kommt es, dass ihr dieses, was doch eine Tat ist, nicht erkennt? Erkennt ihr's nicht, so ist euer Buch nicht in allem Wort Gottes, sondern blind.
Zweitens: Was ist Mehr: Gott vom Hörensagen, oder Gott erleben. Er hat mir doch die Augen aufgetan.
Diese Denkweise sollte man erinnern. Der Geist weht, wohin er will. So sind alle, die aus Geist geboren sind. Der ehemals Blinde redet hier ganz klar in diesem Sinne.
Nochmals: ...er ist alt genug... erweist sich hier: alt genug, mit Richtern zu streiten, was seine Eltern nicht wagten.
31 Wir wissen, dass Gott nicht auf Sünder hört,
sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, auf den hört er.
32 Von Ewigkeit her man man nicht vernommen,
dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan hat.
33 Wenn dieser nicht von Gott her wäre,
vermöchte er nichts zu tun.
wir wissen... auch wenn man meinen könnte, hier sprächen die Pharisäer. Nein hier spricht der Blinde, der sein Gegenüber paraphrasiert, ergo am eigenen Urteil misst.
Von Ewigkeit her...nicht... könnte man verstehen: Nie. Dies ist ein brüskes Statement und hat doch den ersten Satz im Sinne. Gott erhört nur die Bitten der Gottesfürchtigen. Hat Gott jemals die Bitte um Einsicht gewährt, dieser Gott? Israel ist stolz auf die Augen seiner Propheten. Aber: Das Gesetz mit Mose, die Gnade und die Wahrheit aber mit Jesu.
Einem Blindgeborenen: Ist es je geschehen, dass einem Blinden, das heisst zu ewiger Blindheit Verdammten (nicht Berufenen) unter der Torah, einmal die Gnade der Einsicht gewährt wurde? Wer dies kann, ist vom wahren Gott mehr denn ihr. So ist die Aussage, die er spricht.
Nochmals anders ausgedrückt: von Ewigkeiten wandelt ihr in der Finsternis nach eurem Gesetz, weil ihr nicht Gottesfürchtig seid. Ich aber sehe durch die Gnade eines, der Gott fürchtet. Er hat mich die Wahrheit sehen lassen, und sie macht mich frei.
Für einen ehemals blinden Bettler ganz schön mutig. Dieser wusch sich im Silaoh. Aber die Worte nahm er von Jesu, und wir hören hier ein Bekenntnis, als ob da eine Quelle lebendigen Wassers sich auftut.
34 Sie antworteten und sagten zu ihm:
du bist ganz in Sünden geboren, und du willst uns lehren?
Und sie stiessen ihn hinaus.
...in Sünden geboren... heisst dies: er hätte die Blindheit als Knecht zu tragen. Die Blindheit wird als Sünde gedeutet.
Damit fällen sie eine andere Antwort als Jesus zu Beginn, der sagte: damit offenbar werde.
Und dennoch, halten wir fest: der Kern der Lehre der Torah ist die Sünde. Das wissen diese sehr genau. Aber es kann auch anders heissen: in Sünden geboren: getrennt von Gott geboren, ohne Beziehung, seine Herkunft mit bezeichnend.
...sie stiessen ihn hinaus... wie die Eltern befürchteten.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestossen hatten,
und als er ihn antraff, sprach er:
Glaubst du an den Sohn des Menschen?
36 Jener antwortete und sagte:
Und wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube?
Er hatte Jesu nicht gesehen, da er erst am Teich sehend war. Aber das sehend werden ist nur der eine Aspekt. Der andere ist, dass aus einem Bettler im Worte ein Verteiler des Wortes wurde, einer, der seine Sache führen kann. Es begann damit, dass Jesu einen behandelte. Wir hörten nicht, dass der Blind danach fragte, sondern es geschah als Zeichen. Dies ist Dulden. Und wie er Jesu Behandlung einmal erdulden musste, stellt sich das andere Dulden dar, jenes des Blinden, der niemanden ängstigte, mit dem Erdulden des Sehenden vor dem Gericht, wo er mehr zum Akteur wird. Ich sehe in dieser Entwicklung einen wichtigen Aspekt, dass sehen auch agieren bedeutet, und zu ihm führen muss.
Er erlebt sich als hinausgestossen um der Worte Willen und all dies gehört auch zum sehend werden der Wirklichkeit, unter welcher Israel lebt.
37 Jesus sprach zu ihm:
Du hast ihn sogar gesehen, und der mit dir redet, der ist es.
38 Er aber sprach: Ich glaube, Herr!
und warf sich vor ihm nieder.
Es ist etwas wichtig. Der Mann hatte eine ganze Bekenntnisgeschichte hinter sich, die nicht an Jesu direkt gerichtet war, sondern wesentlich Unterscheidungswerk war. Deshalb: ...hast ihn sogar gesehen... nicht nur poetisch, sondern als die Wahrheit tätiger Beistand im Mund des ehemals Blinden, ganz ähnlich dem Täufer.
Das Unterscheidungswerk in der Auseinandersetzung ist ein verlässlicherer Beistand im Wissen um die Wahrheit, als faule Lippenbekenntnisse. Deshalb stellt der Evangelist den Weg des Gerichts eines Menschen dar, der unbedingt zum Weg des Glaubens gehört. Wir hören nie ein Dogma der Wahrheit, keine Geschichte der Wahrheit, keine Gesetze der Wahrheit. Was wir erleben, dass ist der Beistand der Wahrheit in der Auseinandersetzung mit dem, was der Wahrheit zu widerstreben trachtet. Aus diesem Erleben, und darum besseren Wissen, weil lebendige Erfahrung, daraus stammt der Glaube des Sehenden, und er sah solcherart die Wahrheit, bevor er den Verursacher mit Augen sah.
39 Und Jesus sprach: Um ein Gericht herbeizuführen,
bin ich in diese Welt gekommen,
damit die Nicht Sehenden sehen,
und die Sehenden blind werden.
Ich arbeite Vers für Vers. Manchmal erstaunt es mich, dass ein Gedanke, der aus der voranschreitenden Logik sich entspinnt, im nächsten oder übernächsten Vers auftaucht. Ich wollte es nicht ankündigen, aber das ist nun schon dutzend Male passiert, und hier muss ich es sagen. Meine Gedanken entwickeln sich mit diesem Buch im Gleichschritt.
Das Gericht ist der Ort des Zeugnisses. Dieses Gericht ist eigentlich die Welt, wie in der Welt die Auseinandersetzung mit der Finsternis ist. Dieses Gericht ist der Ort des Wandels. Die Sehenden: die die Bedingungen bestimmen, werden blind werden, weil sie keinen Nutzen von der Wahrheit haben, aber mehr von der Tradition und den Dogmen, und mehr noch von überkommenen Rechten und Ansprüchen.
Ich wüsste nicht, wann dies aufgehört hätte.
40 Einige der Pharisäer, die bei ihm waren,
hörten dies und sagten zu ihm:
Sind etwa auch wir blind?
41 Jesus sprach zu ihnen:
Wenn ihr blind wäret, hättet ihr keine Sünde.
Nun aber sagt ihr: wir sehen. Eure Sünde bleibt.
Ich kennen einen Fall, in welchem dieser Satz absolut stimmt:
Wer sehend ist, kennt den Baum der Erkenntnis (Gott weiss, am Tage da euch die Augen aufgehen...). Das heisst aber, er sieht um der Sünde Preis. Jesus erwischt sie bei dieser Dialektik nach kabbalistischem Design.
Die Blinden aber kennen ihn nicht, sind also dem Willen dieser Sehenden untertan.
Wie steht es nun mit dem Pharisäer Urteil: Du bist in Sünde geboren?
Und gerade zu diesem Urteil steht Jesu Wort in Kontrast.
|