Im Anfang |
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Im Anfang war das Wort,
und das Wort war vor Gott,
und das Wort ward Gott.
Der erste Vers des Evangeliums besteht aus genau drei Sätzen. Man
beachte die Parallele zu Genesis
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
Das ist ein Satz. Johannes Anfang ist fundamental. Es ist der Anfang einer
Schöpfung gleich, und ist doch nicht blosse Imitation. Johannes Anspruch
ist dies: 'Fangen wir nochmal von Vorne an' im Sinne von, ein Anfang.
Im Anfang....
Um was geht es eigentlich. Hüten wir uns vor dem Sauerteig des
ewigen Vorurteils. Es geht im nicht mehr und nicht weniger als das Wort
'Gott'.
Es geht nicht um Jesus, nicht um Jahwe nicht um irgendwas, als um diese
zwei Dinge, das Wort und Gott, oder um 'Gott' und <Gott>
Was bedeutet das Wort Gott? Denn das Wort Gott muss etwas bedeuten wenn
es ein Wort Gott gibt. Johannes schreibt Griechisch für das Wort 'Logos'.
Logos ist nicht Nomos, sondern hat mehr mit dem zu tun, was Nomos hervor bringt.
Logos hat mit Sprache, mit der Rede zu tun. Wir müssen 'Gott' sprechen
um <Gott> zu erfahren. So kann das Wort von seinem Inhalt nicht getrennt
werden, wie es etwa bei einem blossen Namen der Fall wäre. Denn im
Logos sind schon die gesprochenen Erfahrungen Gottes enthalten, etwa durch
die Torah oder die Propheten, aber auch durch andere Ausprachen des Logos
in der Welt. Gott hat viele Namen aber nur einen Logos. Viele Worte kennen
wir für Gott aber nur einen Logos, der dem all Umfassenden Gottes gerecht
werden kann.
Manche Ausleger nehmen an, dass Johannes meinte: und das Wort war ein Gott , wobei dies nicht als 'irgend ein Gott vo vielen' verstehe, sondern wenn möglich als eine besondere Betonung auf die Einheit Gottes. Im Hebräischen ist Gott Elohym, eine Mehrzahlform, und dies sorgte und sorgt noch heute für Spekulationen, ob die Torah tatsächlich den polythistischen Götterhimmel Kanaans als Schöpfungskräfte bezeichnete.
Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und das Wort
war 'Gott'
Was bedeutet das Wort Gott? Wenn wir den Satz lesen, so bemerken wir, dass
sich Rätsel auftun. Wie kann der Mensch Gott erfahren. was drückt
'Gott' aus, was verbirgt es? Im Satz ist ein fundamentaler Ansatz
und so ist Johannes Evangelium ein Anfang.
In der Kabbala gibt es ein Wort: YHVH, und es ist so zentral, das wir bei dem Wort an dieses Wort erinnert werden. Aber bedeutet Logos dieses Wort? Wie will man Logos fassen? Ist in diesem Wort nicht etwas schwer fassbares, dass es zugleich Ruf, Sinn, Idee, Geist, Sein berührt?
Jüdische Mystik suchte nach dem geheimen Sinn dieses Wortes und glaubte das darin einmagischer Schlüssel zu den Schöpfungskräften lag. Johannes macht etwas nicht unähnliches. Er sagt: Logos ist in Gott. und Logos wird, wie wir später lesen, auch der Name sein, also ein Name, der eine Schöpfungskraft entfaltet. Der Autor meint, ein Logos / Sinn ist im Wort, das Gott bezeichnet.
1 Im Anfang war das Wort,
und das Wort war vor Gott,
und das Wort ward Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott.
3 Alle Dinge sind durch dasselbe geworden,
und ohne dieses (das Wort) ist nicht eines geworden, das geworden ist
4 In ihm war Leben,
und das Leben war das Licht für die Menschen
5 Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht angenommen.
Dieses Wort war das Leben, in ihm war das Licht. Das Licht war also vor Gott. Damit geht Johannes weg vom Baumeister YHWH hin, zu etwas, dem wir eher eine Uridee, ein Urgedanke etc. sagen. Und dieses wurde Gott. Das ist die Idee vor allen Gottesnamen, um deren Willen man sich die Köpfe einschlägt.
Johannes gibt dem Logos, das der Inhalt des Namens Gottes ist, einen schöpferischen Sinn. Hier steht der Autor in der jüdischen mystischen Tradition.
Aber Johannes sagt auch, dass diese präexistent ist, während das Licht in der Genesis von Gott (Elohim) geschaffen wird. Dies wird uns zu etwas führen, das weiter unten manche Autoren verwirrt und an Interpolationen denken lässt. Der Logos ist der Sinn des Wortes 'Gottes' (vielleicht etwas vorauseilend: des Wortes 'JHVH' ?). Es wird ein Licht, später das wahre Licht (oder Licht der Wahrheit) genannt. Johannes meint also nicht, dass der erleuchtende Logos, indem die Schöpfungskraft liege, das geschaffene Licht sei. Aber er arbeitet doch mit der Unterscheidung von Licht und Finsternis.
Freier übersetzt lautet Genesis:
Im Anfang schuf der Erhabene die Ideen und die Substanz.
Aber bei Johannes ist die erste Idee, das Licht, das jeden Menschen erleuchtet, vor Gott, es ist im Anfang. Und in ihm ist das Leben, denn alles, was jenseits von Licht, Idee und Gedanken ist, ist Finsternis, nicht Leben, Tod.
Johannes arbeitet also den Beginn in Genesis um, weil er eine Rückführung machen will. Man müsste sagen, Die Einleitung ist eine Rekapitulation mit einer Akzentverschiebung. Johannes hatte die Idee des Logos nicht erfunden. Sie gehörte zur Diskussion seiner Zeit, und Johannes versuchte hier, die Schöpfung neu zu interpretieren.
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1Mo 1,1 Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
2 Und die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
4 Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis;
5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis Nacht. Und es ward Abend, und es ward Morgen: der erste Tag.
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Vater und Sohn sind ein christliches Begriffpaar, welches nicht nur
menschlich, fleischlich oder materiell verwendet wird, sondern auch im
Geistigen. Vater und Sohn drückt Nachfolge aus. Was ist der Vater
des Wortes? Muss da nicht eine Bedeutung ein Inhalt sein?
Wenn der Vater eine Bedeutung ist, dann ist das Wort der Sohn, den
dieser Inhalt hervor bringt. Diesen Inhalt zu begreifen, heisst ihn sinnlich
erfahren. Etwas kann nur sinnlich erfahren werden, wenn es Fleisch wird.
Fleisch werden heisst hier, in das Gewand der Dingwelt hinab steigen, in
die bedingten Wortgeschichten sich zu begeben, in die Finsternis des Begrenzten.
Denn alle Dingworte müssen ein Begrenztes haben, da sie sonst nicht
Dinge sein können.
Das Wort Gottes wurde innerhalb der Welt eine Geschichte von von Dingen
und ihren Beziehungen. und soll doch vom Sinn des Inhalts zeugen. Ein Wort
kann nicht für sich selber zeugen. es muss die allumfassende Geschichte
für die Menschen zum Zeugnis aufrufen, damit die Geschichte umfassend
zeugt für das Wort, und durch das Wort für den Vater. Diese Geschichte
ist die biblische Geschichte, in die das Wort hinab stieg.
Die Aussage lautet also: Gott (das Unaussprechliche) gab den Menschen ein Wort seiner selbst, an welches Wort Menschen glauben, und die durch Aufnahme des Wortes Kinder Gottes werden, das heisst, die magisch in diesem Wort deponierten Schöpfungskräfte imitieren können. Soweit ist Johannes sehr in der mystischen jüdischen Tradition seiner Zeit.
Wir bemerken, dass wir sehr philosophisch werden, wenn wir über
so etwas wie ein Wort, oder ein Ding, oder eine Bedeutung nachdenken. Philosophische
Begabung ist eines. Anschauung aber ein anderer Weg. Das Wort kam in die
Anschauung. und dies ist die Geschichte dieser Anschauung des Wortes Gottes.
Schauen wir ins Licht, ob wirs wohl fassen?
Gnosis im Evangelium
Es ist hier nicht der Raum, den Gnostiker Johannes zu behandeln. Dies soll in der Ergänungen geschehen. Hier sei nur darauf hingewiesen, dass der Beginn des Evangeliums allein schon seinen Standpunkt klärt, indem es keinen Raum lässt, den Schöpfer vom Erlöser zu trennen, wie dies in mancher anderer christlichen Gnosis (Marcion) der Fall ist. Insofern ist es verfänglich, von einem gnostische Johannes evnagelium zu sprechen, da die Gnosis der Zeit meist eine antithetische Position zur jüdischen Tradion aufnahm.
Soll die Textgestallt dieses Beginns allein durch Antignosis erklärt werden? Ich halte es statthaft, Textgestalt überhaupt durch den laufenden Diskurs zu begründen. Dies würde hier bedeuten, dass das Evangelium bereits in die Zeit einer Antignostischen Reaktion fällt (also Beginn 2.Jh). Aber der Beginn dieses Evangeliums ist nicht primär antignostisch motiviert, sondern nimmt lediglich eine Idee auf, die mit Philo seit einem Jahrhundert im Umlauf ist: Der Logos. Weiter darf man auf die Stellung der Torah blicken, welche von der Mystik als Urbild der Schöpfung betrachtet wird, mithin als die Emanation aus dem verborgenen Namen Gottes.
Das Evangelium kann als eine Gnosis betrachtet werden, wenn man unter Gnosis das biblische Erkenntnisthema definiert. Dieses Wort muss erhöht werden wie Mose die Schlange erhöhte. Das Evangelium führt zur Wurzelsünde und thematisiert sie. Es soll Licht in diese Sache kommen. Was ehemals ein Fluch Gottes nach dem Fall des Menschen war, soll gewendet werden zum Heil, der Fluch der Welt aufgehoben werden. Dies ist und bedingt eine gnostische Wahrnehmung, wobei man Gnosis nicht als vordefiniertes erachten soll, sondern als ein Erkenntniserlebnis nach der Weise des Johannes.
Das ist die Gnosis des Johannes, nicht anders könnte man sie beschreiben, bedingt durch die Prämisse des geschriebene Wortes (der Torah) und dem Lebensmoment, dem Ereignis, der Verkündigung durch den Rabbi Jesus, in dem der gnostische Anlass, das Licht ist, durch welches verwandelt wird.
Statt aber von johannitischer Gnosis zu sprechen, würde ich eher von der johannitischen Mystik sprechen, wie sie unter Juden durchaus verbreitet war. Es gilt nicht grundsätzlich neues aus einem nie verkündeten Himmel zu erfahren, sondern die Basis ist das gesetz des Moses, das durch das Fleisch gewordene Licht Gnade (das ist eigentlich die Chessed = Worttreue) und Wahrheit erfuhr. Das Licht kam damit um das Gesetz zu bestätigen und eben mit Sinn zu erfüllen. Das ist ein ausdrücklicher Standpunkt für das Gesetz, wenn es auch dem Gesetz einen anderen Aspekt gibt. Denn wir sehen, dass das gesetz nicht als Selbstzweck betrachtet wird, sondern als Prophetie verstanden wird, die das Licht bewähren wird. Damit wird eigentlich das Gesetz zur Instanz, andem jenes Wort, jener Logos erkannt werden soll, in welchem eben die Schöpfungskäfte Gottes liegen und welche laut dem Autor die Gläubigen also zu Kinder Gottes macht.
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Es trat ein Mensch auf |
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Nach den einleitenden fünf Versen (10 Sätzen) folgt ein unmittelbarer Einstieg, und er hat namentlich Daniel Massé (L'enigme de Jesus-Christ) Rätsel bereitet, da wir mit verwirrenden Hilfsworten im Text konfrontiert werden.
6 Es trat ein Mensch auf, von Gott gesandt, mit Namen Johannes
7 Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen,
damit alle durch ihn gläubig würden
gemeint Johannes der Täufer. Nun beginnt aber die Verwirrung. Denn unser Autor heisst auch Johannes (so zumindest nach der traditionellen Autorenzuweisung). Warum, so frag Daniel Massé, wird hier gesagt 'Dieser kam', und warum folgt im weiteren ein 'jener'. Wer ist Dieser und wer ist jener?
... von Gott gesandt... kann hier weitreichend gedeutet werden als spiritueller Auftrag, der angenommen wird, als allgemein anerkannter Rabbi zu seiner Zeit... bis hin zu dem, was dies an positiver Überraschung haben könnte: eine Gabe Gottes.
er kam um von dem Licht zu zeugen. wenn wir den text bereits kennen, aha, er hat einen Menschen bezeugt. Aber wir wissen noch nicht, dass das Wort Fleisch wurde. So könnte man meinen: Johannes habe von dem Wort zeugnis ablegen sollen.
8 Nicht war jener das Licht, sondern zeugen sollte er von dem Licht
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Hier ist es. Wer ist Jener, der nicht das Licht ist? Wir kamen erst hierhin, und haben gedacht, Johannes sollte von dem Licht zeugen, das der Logos ist. Nun aber wird ein 'Jener' angesprichen, das auf die kommende Szene der taufe Jesu verweist. Und So kann man eine Lesart vertreten: 'Nicht war jener (der Getaufte) das Licht, sondern zeugen sollte er (Johannes) von dem Licht'. Das ist eine seltsame Lesart und kaum original. haben wir es mit einer Interpolation zu tun? Einem Satz, einem 'Dieser' und einem 'Jener'? Rekonstruiert man:
7 Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen,
damit alle durch ihn gläubig würden
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. so wird man nichts vermissen. Der Verdacht leigt also nahe, dass 1.8 eine Interpolation ist.
10 Es war in der Welt,
und die Welt ist durch Ihn geworden,
und die Welt erkannte ihn nicht.
erster Abschnitt: das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht angenommen. Die Welt ist ein Gleichnis der Finsternis. Hier wird uns nochmals gesagt, dass dieser Logos als das schöpferische Wort Gottes gedacht wird.
11 Er kam in das Seine,
und die Seinen nahmen ihn nicht auf
Es scheint, dass hier Johannes den Anfang wiederholt mit einem Unterschied: zuerst hatten wir es mit einer Schöpfungsparallele zu tun, also ersten Dingen, und hier ist es so, dass diese Schöpfung in der Zeit ist. Sie ist aktuell. Man vergleiche hier auch den deutlichen Abstand zu gnostischen Modellen. Hier sind 'die Seinen' das Volk des Gesetzes. Anders als bei gnostischen Sekten wird hier Israel als das Volk der Torah wahrgenommen.
Doch zurück zu jener vermeintlichen Interpolation 1.8. Wir haben nicht geklärt, wodurch diese veranlasst war. Ein möglicher Grund könnte in des Auors Umgang mit dem Licht sein, das er als Logos explizit als wahres Licht bezeichnen soll, denn in genesis gibt es das geschaffenen Licht.
In Genesis ruft Gott: es werde Licht, aber die nächste Tat besteht darin Licht von Finsternis zu scheiden. Das Unterscheidungswerk bestimmt den zweiten und dritten Tag: die Scheide zwischen den Wassern, und die Scheide zwischen Erde und Wasser.
In diesem Zustand der Scheidung tritt der Zeuge auf, der vom Licht kündet. Aber von welchem Licht ist die Rede? Ist es das geschiedene Licht des Tags, als andere Hälfte der Nacht? Hat Johannes nicht ein anderes Licht im Sinne, wenn er es mit Leben, Wort, Sein und Sinn in dem Begriff Logos summiert? Könnte diese Verwechslungsgefahr die Interpolation veranlasst haben? Aber er erzeugt ja die Verwechslung, indem er sagt: Nicht war jener das Licht.' Hätte er gesagt, 'Nicht war jener das Licht der Unterscheidung' oder ' das geschaffene Licht', so wäre die Sache klar. Oder trifft hier die These zu, die Daniel Massé nahekommt. Demnach musste gesagt werden, nicht war Johannes das Licht, weil einige Ihn und nicht Jesus als den Messias anerkannten? Nein, Johannes war nicht das Licht, denn er sollte Zeugen von dem Licht... Damit macht die Interpolation einen Sinn, in einem historisch frühen Kontext. Wir hätten den ersten Fall im Evangelium für die Entwertung der messianischen Rolle des Johannes.
12 So viele ihn aber aufnahmen,
denen gab er das Anrecht,
Kinder Gottes zu werden
denen die an seinen Namen glauben
13 welche nicht aus Blut,
noch aus Fleischwillen
noch aus Manneswillen,
sondern aus Gott gezeugt sind
Der Zeuge vom Licht ist ein Kind Gottes, ein Sohn Gottes. Aber wenn das Licht am Anfang vor Gott ist (ich meine dies nicht zeitlich, sondern als der ursprüngliche Gedanke der Gott wurde), dann bedeutet es auch, dass der Zeuge zugleich ein Sohn dieses ersten Gedankens wird.
Wo finden wir ein solches Verständnis? Wir finden es in der Offenbarung.
Ist dies ein Widerspruch? Niemand hat Gott jemals gesehen... Nein, das Licht ist erst die Pforte, und das Licht ist der Weg zur Erkenntnis Gottes. Johannes Rückführung geht vor den etablierten Namen Gottes und führt zu diesem besonderen Licht vor allen geschaffenen Lichtern.
...soviele an seinen Namen glauben... Wieder schiebt sich das YHVH Siegel in den Vordergrund, wie auch nicht bestimmt ist, auf welchen Namen Vers 10 hinweist. Wir harren also des Namens, den Johannes bekennen wird.
14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns
und wir schauten seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit, wie sie der einzige von seinem Vater hat,
voll Gnade und Wahrheit
Das Licht scheint in der Finsternis, das Wort wurde Fleisch. Wie die Welt Gleichnis der Finsternis ist, ist das in die Welt kommen des Wortes ein Fleisch werden. Diese Fleischwerdung des ersten Gedankens in einem Menschen ist die grosse Herausforderung, in der Welt diese Licht zu finden und zu bezeugen.
15 Johannes zeugt von ihm und ruft:
Dieser war es, von dem ich gesagt habe:
"der nach mir kommt, ist vor mir gewesen;
denn er war als Erster vor mir."
Siehe wieder den Offenbarungsausschnitt: Alpha und Omega.
Die Wahrheit, das Licht, von welchem Johannes zeugt, ist nicht ein Urwort, das sich im Schöpfungsprozess erschöpft hätte, sondern stellt ein ausserhalb der Vergänglichkeit stehendes Licht dar. Johannes zeugt und transzendiert, dass aus dem Zeugen die Herrlichkeit sichtbar wird und zunimmt.
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Offb 21,6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.
Ich will dem Durstigen geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst!
7 Wer überwindet, wird solches ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
8 Den Feiglingen aber und Ungläubigen und Greulichen und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern wird ihr Teil sein in dem See, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.
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Denken wir etwas vorschnell an den Messias, so kann man nicht sagen, dass er vor ihm war und nach ihm sein werde, so der Messias biblisch verstanden wird. Die Taufe ist nur ein zentraler Bekenntnisakt. Wovon also Johannes kündet, ist etwas anderes als ein ritueller Hohenpriester oder sein typisches Amt, oder ein eingeweihter der Kabbala.
Wir haben es mit dem Namen zu tun, dem Namen des Wortes. Und wir erwarten nun, in der Mosaischen Tradition die festen Bekenntnisse der Namen. Aber bis hierher ist kein Name gefallen und das Wort nicht ausgesprochen. Johannes zeugt, aber noch nicht wissen wir, wovon.
16 aus seiner Fülle haben wir ja alle empfangen,
und zwar Gnade um Gnade.
17 denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden,
die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen.
Nun fällt er, und was für ein Ärgernis. Wir erwarten einen Namen und erfahren, dass das Mosaische Gesetz nicht die Wahrheit ist, und noch weniger Gnade. Der Name, hier Jesus Christus wird zugleich zu einem Entscheid, und dadurch noch mehr zum Zeugnis des Täufers.
Das Wort Gnade hat im Laufe der Zeit einen Sinnewandel erfahren. Wo im AT Gnade übersetzt wird, steht sinngemäss eigentlich "worttreu". Gottes Gnade ist sein stehen zu seinem Wort. Wohingegen der gewandelte Sinn oft erwartet, dass Gnade die Treue zum Wort aufhebt (um zum Beispiel die Naturgesetze zu ändern?). Wie auch immer. Wahrheit und Worttreue stehen bei Johannes Hand in Hand, dass also mit Jesu die Bewährung kommt.
18 Niemand hat Gott jemals gesehen,
der einzig gezeugte Sohn,
der im Schosse des Vaters ist,
der hat Kunde gebracht.
TK: "einzig gezeugte Sohn" nach Mehrheit d. wichtigen Zeugen : "einzig gezeugte Gott"
Hatte denn Mose nicht von Angesicht zu Angesicht mit Gott gesprochen?
Wenn die Angaben in der Torah nicht stimmen, dann ist das Gesetz nicht die Wahrheit, Johannes bezeugt hier ein anderes Licht als die Torah.
Es ist nicht so, dass Johannes sagt, niemand hätte dem Angesicht Stand gehalten, sondern er sagt, niemand hat Gott je gesehen. Wovon zeugt also die Torah? Da sie offenbar nicht von dem Licht zeugt, scheint sie aus Blut, aus Mannswillen oder etc. zu zeugen. Sie ist ein Werk dieser Welt.
Dies ist des Täufers Zeugnis.
Stimmt nun aber das Urteil? Wenn dies so wäre, wo ist denn der Raum für die Torah und die Propheten, die ja in den Evangelien eine Rolle spielen? Wir werden sehen, dass Johannes sehr auf die Torah eingeht.
Zeugt die Torah selbst von Jesu, oder ist die Torah allein die Wahrheit? Was gilt hier?
Könnte es sein, dass die Torah die Finsternis ist, in die das Licht scheint? Bedarf es der besonderen Sichtweise, um dieses Licht trotz der Finsternis zu finden und zu bezeugen? Sehen wir weiter.
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2Mo 33,9 Und wenn Mose in die Hütte hineinging, so kam die Wolkensäule herab und stand in der Tür der Hütte, und [der HERR] redete mit Mose.
10 Und wenn alles Volk die Wolkensäule in der Tür stehen sah, so standen sie alle auf und verneigten sich,
ein jeder in der Tür seines Zeltes.
11 Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet;
und wenn er wieder ins Lager zurückkehrte, so wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüngling, nicht aus der Hütte.
12 Und Mose sprach zum HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf; und du lässest mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, und doch hast du gesagt: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden.
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Und dies ist das Zeugnis des Johannes... |
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19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes,
als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten,
um ihn zu fragen: Wer bist du?
20 Und er bekannte und leugnete nicht;
und er bekannte: Ich bin nicht der Christus.
Nach der Nennung des Namens wird auch Johannes befragt. Wie seltsam, da es heisst: er leugnete nicht, und doch erfahren wir, was er alles nicht ist.
21 und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia?
Und er sagte: Ich bin's nicht.
Bist du der Prophet?
Und er antwortete: Nein
22 Sie sagten nun zu ihm: Wer bist du also?
damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben.
Was sagst du über dich selbst?
23 Er sprach
Ich bin "die Stimme eines Rufers in der Wüste:
Machet den Weg des Herrn gerade!"
wie der Prophet Jesaja gesagt hatte
Ja was ist das Bekenntnis, das eigentlich in diesem unvollkommenen Zitat liegt? Eben noch hatte Johannes den Namen bekannt und damit ein Ärgernis geliefert, und hier nun führt er ein Zitat an, das nur seine eigene Aussage noch verstärkt. Dieses Wort vergeht nicht. Ja das eben ausgesprochene Urteil, die Finsternis der Torah vergeht nicht.
Johannes ist nicht: ein Prophet wie Mose, also nicht ein Prophet aus dem Baum der Erkenntnis.
Er ist nicht ein Elia, der für den Namen Jahwes wirbt.
Er ist, wonach die Priester und Pharisäer weder begehren noch verlangen: er ist ein Künder der Wahrheit gegen die Anmassung der Mysterienreligion der Kabbala. So zumindest aus der Sicht des Evangelisten. Aber als solcher ist er Prediger, und hierin trifft das Zitat.
Und er bekannte und leugnete nicht... bezieht sich zunächst auf das zuvor geäusserte Wort zur Wahrheit. Johannes nimmt dieses Wort nicht zurück sondern sagt mit dem Zitat, dieses Wort wird nicht vergehen. Dabei ist die Verwendung dieses Zitats bemerkenswert in Johannes, da es auch bei den Synoptikern vorkommt. Johannes kann auch mit etabliertem Material eine zusätzliche Spannung erzeugen.
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Mt 11,11 Wahrlich, ich sage euch, unter denen, die vom Weibe geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten, als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. 12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Himmelreich Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich. 13 Denn alle Propheten und das Gesetz bis auf Johannes haben geweissagt. 14 Und wenn ihr es annehmen wollt: er ist der Elia, der da kommen soll.
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Jes 40,1 Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott; redet freundlich mit Jerusalem und rufet ihr zu,
2 daß ihr Frondienst vollendet, daß ihre Schuld gesühnt ist; denn sie hat von der Hand des HERRN
Zwiefältiges empfangen für alle ihre Sünden.
3 Eine Stimme ruft: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet auf dem Gefilde eine Bahn unserm Gott!
4 Jedes Tal soll erhöht, jeder Berg und Hügel erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade, und was höckericht ist, zur Ebene werden; 5 und die Herrlichkeit des HERRN wird sich offenbaren und alles Fleisch zumal wird sie sehen; denn der Mund des HERRN hat es gesagt.
6 Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich predigen?
«Alles Fleisch ist Gras und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes! 7 Das Gras wird dürr, die Blume welkt; denn der
Hauch des HERRN weht darein. Wahrhaftig, das Volk ist Gras! 8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt;
aber das Wort unsres Gottes bleibt in Ewigkeit.»
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(24 Und sie waren Gesandte aus den Pharisäern)
25 Und sie fragten ihn und sagten zu ihm:
Warum taufst du denn,
wenn du nicht der Christus,
noch Elia
noch der Prophet bist?
26 Johannes antwortete ihnen:
Ich taufe mit Wasser;
mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt,
27 der nach mir kommt;
und ich bin nicht würdig,
ihm die Schuhriemen zu lösen.
28 Dies geschah in Bethabara jenseits des Jordan,
wo Johannes taufte.
TK: "Und sie waren Gesandte": nach Mehrheit d. wichtigen Zeugen vorhanden:
Ich taufe mit Wasser... Die Taufe im Sinne der Salbung war ein Privileg. Johannes konnte sich auf diese Taufe im Sinne der Reinigung berufen. Aber da ist mehr, gerade wenn man an Elia denkt der zum Feuer in innigster Beziehung steht. Johannes grenzt sich hier nochmals ab.
Aber Wasser ist im Vergleich zu Feuer auch ein Sinn für die Worte. Johannes ist Wortprediger, ohne dass seine Worte den Hörern auch das Feuer des Verständnisses entlockte. (Siehe Hochzeit).
Unter euch steht einer, den ihr nicht kennt... Ihm hat Johannes nicht nötig, die Schuhe zu binden, oder das Wort zu erklären. Unter den Anwesenden sind Menschen, die das Wort verstehen, während die Pharisäer es nicht verstehen, weil sie aus den Erwartungen der Torah leben.
Ich bin nicht würdig... dieses Sprichwort verstehe ich in dem Sinne, wie wir die Schuhe Binden als Sprichwort für die Selbständigkeit begreifen.
29 Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zu kommen
und sagt
Siehe, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Die Sünde der Welt: Primär der Baum der Erkenntns, Anlass des Falles des Menschen in Genesis. Aber da der Baum der Erkenntnis nicht nur Postulat ist, sondern konkrete Initiationsschrift: die Finsternis und Blindheit der Schlangenpriesterschaft in der Torah. Und man möchte meinen, er tut dies unerkannt wie ein Dieb in der Nacht, denn immer noch sind wir im Kontext der Pharisäer, die nicht verstehen.
30 Dieser ist's, von dem ich gesagt habe:
Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist:
denn er war als Erster vor mir.
Und wo wir dies lasen, mündete es in die Wahrheit im Gegensatz zum Gesetz. Damit wird die Sünde der Welt nochmals kommentiert.
31 Und ich kannte ihn nicht;
aber damit er Israel offenbart würde,
deswegen kam ich und taufte mit Wasser.
Mit Wasser taufen: ist dies nur eine manuelle Handlung, oder ist es nicht ein anderes Symbol, etwas für den Lehrer, der das Wasser der Worte mitteilt, und indem er dies tut, versteht er und wird einsichtig. Nicht der Lehrer, der für sich selbst verborgen lernt, sondern sein öffentliches Wirken.
Und ich kannte ihn nicht... Dennoch tut Johannes, aus Hoffnung, aus Glauben, aus Zuversicht?
Ist es nicht merkwürdig. Johannes ist von Gott gesandt, aber gleichzeitig hat niemand Gott gesehen als gerade jener, den Johannes nicht kannte. Ergo schliessen wir, dass Johannes aus Glauben an die Torah hin ging zu taufen im Wort.
Israel... Eigentlich merkwürdig, dass er nicht Juden sagt, sondern explizit, als meinte er Jakob. Wir werden noch sehen, welche Stellung Jakob in diesem Evangelium hat, indem Johannes uns die Jünger als Gleichnis der Söhne Israels aufführt.
32 Und Johannes bezeugte:
Ich habe den Geist wie eine Taube
aus dem Himmel herabschweben sehen,
und er blieb auf ihm
33 Und ich kannte ihn nicht;
aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen,
der sprach zu mir:
Auf wen du den Geist herabschweben siehst,
der ist's, der mit dem heiligen Geist tauft.
34 Und ich habe gesehen und bezeugt,
dass dieser der Sohn Gottes ist.
Wasser, Sünde, Taube....
Drei Begriffe die uns unweigerlich zur Sintflut führen, wie ja die Flut die Sünde der Welt tilgte.
Das Symbol der Taufe als Zeichen ist in allen vier Evangelien beschrieben. Bei Markus erscheint der aus dem Wasser Steigende wie der Landeplatz der Taube nach der Sintflut. War die Beziehung zur Flut zentrales Element der Taufe des Johannes? Dann ergäbe sich ein weiteres Gleichnis zu Noah. Wie Noah die Arche baute ging Johannes auf Glauben zur Taufe. Damit wird aber die Schwere der Symbolik seiner Taufe zusätzlich verdeutlicht.
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1Mo 8,8 Darnach sandte er die Taube aus, daß er sähe, ob des Wassers auf Erden weniger geworden wäre.
9 Aber die Taube fand keinen Ort, da ihr Fuß ruhen konnte.
Da kehrte sie zu ihm zur Arche zurück; denn es war noch Wasser auf der ganzen Erdoberfläche.
Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie und nahm sie wieder zu sich in die Arche.
10 Und er wartete noch weitere sieben Tage; dann sandte er die Taube wieder von der Arche aus.
11 Und die Taube kam zur Abendzeit wieder zu ihm und siehe, sie hatte ein frisches Ölblatt in ihrem Schnabel!
Da merkte Noah, daß des Wassers auf Erden weniger geworden war.
12 Und nachdem er noch weitere sieben Tage gewartet hatte, sandte er die Taube wieder aus;
da kam sie nicht mehr zu ihm zurück.
Mk 1,10 Und alsbald, da er aus dem Wasser stieg, sah er die Himmel zerrissen
und den Geist gleich einer Taube auf ihn herabsteigen. 11 Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel:
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!
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Jesu hat soeben die Taufe durch Johannes erhalten. Anders als bei den
Synoptikern findet keine Versuchung in der Wüste statt, sondern eine
merkwürdige Sammlung von Jüngern. Dazu empfiehlt es sich, die Geburt der Söhne Jakobs zu erinnern.
Noch etwas wollen wir feststellen. es wird nun mehrmals der Begriff "am folgenden Tag" auftauchen.
1 35 Am folgenden Tag stand Johannes wieder da
und zwei von seinen Jüngern.
Nennen wir dies Tag eins von Jesu Wirken.
36 Und indem er auf Jesu blickte, wie er umher ging, sagte er:
Siehe das Lamm Gottes!
37 und die beiden Jünger hörten ihn reden
und folgten Jesu nach.
38 Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah,
sagte er zu ihnen: was begehrt ihr?
Da sagten sie zu ihm:
Rabbi, wo hältst du dich auf?
39 er sagt zu ihnen: Kommt, so werdet ihr es sehen!
Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt,
und blieben jenen Tag bei ihm.
Es war aber um die zehnte Stunde.
Es ging zur 10 Stunde, also gegen Abend.
40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
war einer von den zweien, die es von Johannes
gehört hatten und ihm nachgefolgt waren.
41 Dieser findet zuerst seinen Bruder Simeon
und sagt zu ihm:
Wir haben den Messias gefunden.
42 Er führt ihn zu Jesus. Jesus sah ihn an und sprach:
Du wirst Kephas genannt werden.
Andreas war also der Erste, so wie Ruben der Erste war. Seltsam hören
wir von Andreas aber in der Folge nicht mehr viel, als hätte er sein
Recht abgegeben. Von Ruben wissen wir, dass er des Vaters Bett entweihte.
Vielleicht liegt in dieser Analogie der Grund für die 10. Stunde,
den Abendanbruch. Es liegt etwas promiskuitives darin, da man Abends nicht
zu Fremden eingeht. Auch hat Andreas mit Ruben das Finden gemein.
Simon Petrus, der zweite, heisst auch wie Jakobs zweiter Sohn. Simon wird zum Schwert greifen, um des Malchus Ohr abzuhauen (was für ein Kommentar zu Simeon). Ebenso ist Simeon bekannt durch die Gewalttat an den Sichemiten gemeinsam mit Levi. Simeon wurde von Josef in Ägypten auch als Geisel gebunden festgehalten. Man erinnert sich hier an das Ende des Johannesevangeliums:
Joh 21,18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und wandeltest,
wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich
gürten und führen, wohin du nicht willst.
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1Mo 29,32 Und Lea empfing und gebar einen Sohn, den hieß sie Ruben.
Denn sie sprach: Weil der HERR mein Elend angesehen hat, so wird mich nun mein Mann lieben!
33 Und sie empfing abermal und gebar einen Sohn und sprach:
Weil der HERR gehört hat, daß ich verhaßt bin, so hat er mir auch diesen gegeben, und sie hieß ihn Simeon. ....
1Mo 30,14 Ruben aber ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde
und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea. Da sprach Rahel zu Lea: Gib mir einen Teil der Liebesäpfel deines Sohnes!
1Mo 49,3 Ruben, du bist mein erstgeborner Sohn, meine Kraft und der Anfang meiner Stärke,
von hervorragender Würde und vorzüglicher Kraft. 4 Du warst wie kochendes Wasser,
du sollst nicht den Vorzug haben; denn du bist auf deines Vaters Bett gestiegen,
hast dazumal mein Lager entweiht; er stieg hinauf!
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Es folgt nun der zweite Tag von Jesu Wirken.
43 Am folgenden Tag wollte er nach Galiläa weggehen,
und er findet Philippus.
Und Jesus sagt zu ihm: Folge mir nach!
44 Philippus aber war aus Bethsaida,
aus der Stadt des Andreas und Petrus.
45 Philippus findet Nathanael und sagt zu ihm:
Den, von welchem Mose im Gesetz geschrieben hat
und die Propheten, haben wir gefunden,
Jesus, den Sohn Josephs, aus Nazareth.
Folge mir nach! Phillipus ist der Levi, aus der selben Stadt wie die anderen
zwei, das heisst aus demselben Schoss. Folge mir nach: dies wird hier nur zu Philippus gesagt, in Analogie zum Segen Levi = Anhang / Nachfolge. Weiter nennt Philippus sogleich das Levitische an sich: Er blickt ins Gesetz Mose.
Wenn wir Philippus Ratschlag ernst nehmen, und die Mosaischen Bücher als Kommentar anwenden, so müssten uns einige der folgenden Verse als direkte Kommentare erscheinen.
46 Und Nathanael sagt zu ihm:
Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?
Phillippus sagt zu ihm: Komm und sieh.
47 Jesus sah den Nathanael zu sich kommen
und sagte von ihm:
Siehe in Wahrheit ein Israelit, in dem kein Trug ist.
48 Nathanael sagt zu ihm: Woher kennst du mich?
Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Ehe dich Philippus rief, sah ich dich,
wie du unter dem Feigenbaum warst.
Aus der Logik heraus muss nun Nathanael für Juda stehen. Kann aus Nazareth, d.h. aus dem Norden etwas Gutes kommen? Nur ein Judäer blickt verächtlich auf den Norden, angesichts des historischen Stolzes, der aus der Schrift begründet ist. (Wir werden aber später hören, dass Nathanael aus Kana stammt).
Aber Jesus sagt: siehe in Wahrheit: ein Israelit, denn in das Gleichnis der Söhne Israels gehört er. Und er lag unter dem Feigenbaum, wie eine reife Feige. Das heisst, es überrascht uns nicht.
Aber wir bemerken, dass der Feigenbaum auch ein Symbol für Jerusalem ist. Dies wird bestätigt durch das Gleichnis vom Glauben, der den Feigenbaum verdorren lässt.
49 Nathanael erwiderte ihm:
Rabbi, du bist der Sohn Gottes,
du bist der König Israels.
Dass nun Nathanael als Juda den für Juda typischen Begriff in den Mund nimmt, erstaunt nicht mehr. Soll es uns erstaunen?
50 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Weil ich dir sagte:
Ich sah dich unter dem Feigenbaum, glaubst du?
Grösseres als dies wirst du sehen.
Der Feigenbaum kann einen darunter Sitzenden verbergen. Dadurch erklärte sich das erstaunen. Da Nathanael aber für Juda und damit Jerusalem steht, sticht dieses oberflächliche Zeichen nicht. Der Feigenbaum erinnert an die Schurze von Adam und Eva, das Verstecken, der Blösse, aber auch die Frucht der Erkenntnis (?).
51 und er sagte zu ihm:
Wahrlich, Wahrlich ich sage euch:
Ihr werdet den Himmel offen und
"die Engel Gottes auf und nieder steigen" sehen
auf den Sohn des Menschen.
Wir glauben, einen guten Einstieg gefunden zu haben. Johannes stellt uns dar in seinem Evangelium, dass die Kenntnis der Schrift ein erhellendes Moment vor seiner Botschaft bezeugt.
Aber wir sollten bereit sein, nicht bei diesen noch einfachen Gleichnissen stehen zu bleiben, sondern sollten auf grössere Gleichnisse vorbereitet sein.
Jesus Zitat erinnert an Jakob, da er zu Laban flüchtete. Aber Zitate haben immer einen unausgesprochenen Bestandteil, und Johannes will, dass wir nicht nur sehen: aha Zitat, sondern auch den unausgesprochenen Zusammenhang erforschen.
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1Mo 29,34 Sie empfing abermal und gebar einen Sohn und sprach: Nunmehr wird mein Mann mir anhänglich sein,
denn ich habe ihm drei Söhne geboren; darum nannte sie ihn Levi. 35 Sie empfing wieder und gebar einen Sohn und sprach: Nun will ich den HERRN preisen! Darum hieß sie ihn Juda; und sie hielt inne mit Gebären.
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Feigenbaum
1Mo 3,7 Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren; und sie banden Feigenblätter um und
machten sich Schürzen.
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Glauben wie ein Senfkorn
Mt 21,21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer! - so wird es geschehen.
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Jakobsleiter
1Mo 28,11 Und er kam an einen Ort, wo er über Nacht blieb; denn die Sonne war untergegangen.
Und er nahm von den Steinen jenes Orts und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen.
12 Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die rührte mit der Spitze an den Himmel.
Und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.
13 Und siehe, der HERR stand oben darauf und sprach: Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks;
das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben.
14 Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und gegen Abend und Morgen und Mitternacht und Mittag
sollst du dich ausbreiten, und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden!
15 Und siehe: Ich bin mit dir, und ich will dich behüten allenthalben, wo du hinziehst, und dich wieder in dieses Land bringen. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich getan, was ich dir gesagt habe.
16 Da nun Jakob von seinem Schlaf erwachte, sprach er: Gewiß ist der HERR an diesem Ort, und ich wußte es nicht! 17 Und er fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und dies ist die Pforte des Himmels. 18 Und Jakob stand am Morgen früh auf und nahm den Stein, den er unter sein Haupt gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einer Denksäule und goß Öl oben darauf, 19 und nannte diesen Ort Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.
20 Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: Wenn Gott mit mir sein und mich behüten will auf dem Wege, den ich reise, und mir will Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen, 21 und mich wieder mit Frieden heim zu meinem Vater bringt,
so soll der HERR mein Gott sein; 22 und dieser Stein, den ich zur Säule aufgerichtet habe, soll ein Haus Gottes werden,
und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben!
29.1 Da machte sich Jakob wieder auf den Weg und ging ins Morgenland.
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Wofür steht also dieses Gleichnis? An jener Stelle zu Bethel salbte Jakob einen Stein und tat ein Gelübde, hier ein Gotteshaus zu bauen.
Das Zitat steht in mehrfacher Beziehung. Zu Nathanael oder Juda mag es eine Absage an diesen Jerusalemer Aberglaube sein, da ja dort der Tempel steht. Aber als Verweis hat es eben den Tempel, die Stätte der Verehrung zum Inhalt, und wo wir doch etwas unsicher sind, mag es uns so gehen, dass es einer Reise des Jakob in die Fremde gleicht.
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Die Hochzeit zu Kana |
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Damit fahren wir weiter. Wenn es nach den Synoptikern ginge, würde nun weiter Sammlung von Jüngern anstehen, aber da ist ein Bruch: Die Hochzeit.
Andreas = Ruben
Simon Petrus = Simeon
Philippus = Levi
Nathanael = Juda
? ? ? = Dan
...
Wir würden nun erwarten, dass Jesu seine Jünger nach vorgeschriebenem Muster weitersammelt. Aber nach welcher Reihenfolge? Würden wir nun weiter Jünger Namen erfahren, wie etwa die von Judas und Thomas, Johannes oder Jakobus, nach welchem Schema sollten sie zugeordnet werden? Es gibt ja in den mosaischen Büchern verschiedene Reihenfolgen der Aufzählung der Söhne Jakobs. Bei der Geburt der Söhne ist sie anders als bei dem ersten oder zweiten Segen oder bei der Aufzählung über Segen und Fluch Deuteronomium, und alles nochmals anders zu der Übersiedelung nach Ägypten.
Doch wie auch immer: Es kommt zu dieser Hochzeit zu Kana, die Ursprung für die unmöglichsten Spekulationen war. Wollen wir uns erinnern:
50 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Weil ich dir sagte:
Ich sah dich unter dem Feigenbaum, glaubst du?
Grösseres als dies wirst du sehen.
Und dieser Nathanael hat eine Beziehung zu Kana, wie weiter hinten im Evangelium zu lesen sein wird. Wir sind durch den Feigenbaum auch gedanklich zu Adam und Eva gestossen. Von der Paradieshochzzeit landen wir bei dieser Hochzeit, und es war vielleicht die Hochzeit des Natahanael (?) zu Kana.
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Z.B. bei der Übersiedelung nach Ägypten.
2Mo 1,1 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die mit Jakob nach Ägypten gekommen sind, ein jeglicher mit seinem Haus:
2 Ruben, Simeon, Levi und Juda; 3 Issaschar, Sebulon und Benjamin; 4 Dan und Naphtali, Gad und Asser.
Z.B. Aus einer Opferzeremonie4 Mo 7,12...78
Da brachte am ersten Tag ... vom Stamme Juda.
Am zweiten Tage ... der Kinder Issaschar.
Am dritten Tage ... der Kinder Sebulon, ...
Am vierten Tage ... der Kinder Ruben, ...
Am fünften Tage ... der Kinder Simeon, ...
Am sechsten Tage ... der Kinder Gad, ...
Am siebenten Tage ... der Kinder Ephraim, ...
Am achten Tage ... der Kinder Manasse, ...
Am neunten Tage ... der Kinder Benjamin, ...
Am zehnten Tage ... der Kinder Dan, ...
Am elften Tage ... der Kinder Asser, ...
Am zwölften Tage ... der Kinder Naphtali, ...
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Joh 21,2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael von
Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.
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Dies bedeutet, dass wir nicht einfach nur nach Schema simpel gehen sollten. Passen wir also mal auf, was geschieht.
Jesus alias Jakob: und er findet seine Kinder. Nach unserer Regel sind es die ersten vier Kinder Leas. Dann
aber kommt da irgend ein Wechsel zustande. Denn in der Geburtsreihenfolge, da steht ja auch etwas über die Fruchtbarkeit der Frauen
Wir kommen nun zum dritten Tag der Wirksamkeit Jesu.
2 1 Und am dritten Tag
war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa
und die Mutter Jesu war dort.
2 Aber auch Jesus wurde zur Hochzeit eingeladen
und seine Jünger.
3 Und als der Wein ausgegangen war,
sagte die Mutter Jesu zu ihm:
Sie haben keinen Wein.
Der dritte Tag bezeichnet also nicht unbedingt den Dienstag des auf dem Lande verbreiteten Hochzeitstags (wie dies gern erläutert wird), sondern erschliesst sich aus den Tagen der Wirksamkeit. Das schliesst aber nicht aus, dass Johannes an einen Dienstag dachte. Nach dieser Logik trat Johannes am Sabbat auf, Jesus aber begann sein Wirken am Sonntag..
Ein wenig unrealistisch ist diese Anlage gegenüber den tatsächlichen Reisezeiten.
4 Und Jesus sagte zu ihr:
Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?
Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Dieser Vers nimmt genau Rahels drängen auf gegenüber Jakob. Und wie es Rahel gelingt Jakob zu forzieren, so gibt auch die Mutter Jesu hier Anweisung:
5 Seine Mutter sagt zu den Dienern
Was er euch sagen wird, das tut!
6 Es waren aber gemäss dem Reinigungsbrauch der Juden
sechs steinerne Wasserkrüge aufgestellt,
die je zwei oder drei Bath fassen.
Seltsamer Reinigungsbrauch...
Ist es nicht Seltsam, dass Joh 2.6 von 6 zu zwei (oder drei) handelt? Über den Sinn derlei Reinigung wird noch die Rede sein.
Vier sind schon da. Nun kommen in der Reihenfolge zwei von Bilha, zwei
von Silpa und zwei oder drei (Dinah) von Lea. und noch zwei (oder drei) von Rahel. Das sind 6 mal 2 oder drei.
Die Hochzeit macht also Sinn als Gleichnis für den Wechsel der Frauen bei Jakob. Aber es kommt noch ein Symbol hinzu. Jesus verwandelt Wasser zu Wein.
7 Jesus sagt zu ihnen: Füllet die Krüge mit Wasser!
Und sie füllten sie bis oben.
8 Und er sagt zu ihnen:
Schöpfet jetzt und bringt es dem Speisemeister!
Und sie brachten es.
9 Als aber der Speisemeister das Wasser,
das Wein geworden war, gekostet hatte
und nicht wusste woher es war -
die Diener jedoch, die das Wasser geschöpft hatte, wussten es -
ruft der Speisemeister den Bräutigam
10 und sagt zu ihm.
Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor,
und wenn sie trunken geworden sind, den geringeren;
du hast den guten Wein bis jetzt aufgespart.
Die Wandlung des Wassers zu Wein beinhaltet mehrfaches:
- Das Verständnis, wie Wasser Worte sind, der Wein aber das Wort in dem die Sonne des Geistes wirkt - und das Wort ist das Licht der Menschen. Es handelt sich also um ein Verständniswunder, ein Zeichen.
- Es ist aber auch möglich, hier das Taufsymbol zu sehen.
Aus der Wassertaufe des Johannes wird die Geisttaufe Jesu. Die Wassertaufe in diesem Gleichnis als Zeichen ist nicht nur Wasser im materiellen Sinne, sondern das Wasser steht für das Wort. Dies geht in Einklang mit Johannes, dem taufenden Prediger, die mit Worten tauft. Und er kannt das Licht nicht, aber damit er es kennen lernen würde, dazu ging er predigen.
- und als Synthese: das Eintauchen in das Wasser wird quasi zum ganzen Eintauchen in dem Wort, was also die Voraussetzung darstellt, in der der Geist der Taufe Jesu dann wirksam werden kann.
...du hast den Guten Wein bis jetzt aufgespart... und
...meine Stunde ist noch nicht... ergänzen sich aber in einem Sinne wie folgt:
Wenn wir im Jüngergleichnis bei den Söhnen Jakobs sind, so stellt sich die Frage, wo Jesu in diesem Gleichnis steht. Zwei Assoziationen: In dem Jesu Jünger beruft, ist er zugleich der Vater: Jakob, Israel. Indem aber seine Stunde noch nicht reif ist weist es auf den Retter unter den Brüdern hin: Josef in Ägypten, der verkaufte Sohn.
11 Dies tat Jesu als Anfang der Zeichen zu Kana in Galiläa
und offenbarte seine Herrlichkeit,
und die Jünger glaubten an ihn.
Das Weinwunder war kein Wunder in dem Sinne, dass er materiell aus Wasser Wein gepanscht hätte, sondern Wunder müssen wir als Zeichen verstehen, Sinnbilder tieferen Verständnisses. Dies ist der Anfang der Zeichen, und dieses sollte uns lehren, auf welcher Ebene wir dieses Evangelium zu verstehen suchen sollten.
Die Hochzeit stellt also nicht einen Bruch dar im Gleichnis der Jünger, sondern geht nur näher auf den Vorgang der Geburten bei Jakobs Söhnen ein. In diesem Sinne wissen wir, wer immer der nächste Jünger ist, der eingeführt wird, er wird ein Gleichnis für Dan sein, den ersten Sohn der Bilha, ein Sohn der Ungeduld.
Wir wollen aber auch feststellen: Die Hochzeit, die nur bei Johannes vorkommt, ist in keiner Weise ein Indiz auf Jesu Hochzeit und noch weniger darauf, dass er Kinder hatte, womöglich mit der hochstilisierten Magdalene (wie dies bei derzeitigen Theorien so oft behauptet wird). Die Hochzeit erklärt sich aus dem Bezug auf die Genesis. Wer solche Argumente verfechten will, muss andere Stellen anführen (so er kann).
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Es gibt mehrere Orte mit Namen Kana in Israel.
Zwei mögliche Orte sind:
- Kana ca. 5 km nördlich v. Sephoris (archäologisch angenommen)
- Kana ca. 5 km östlich von Sephoris (traditionell angenommen)
Sephoris selbst ist ca 5 km nördlich von Nazareth.
- Kana 10 km südöstlich von Tyrus
Das Wort Kana selbst bedeutet Schilfrohr
Eine assoziative Verbindung zu Kanaan ist möglich
aber auch zu Kananäer = Eiferer
zB. Simon der Eiferer
Bilhas Kinder
1Mo 30,1-8 Als aber Rahel sah, daß sie dem Jakob keine Kinder gebar, ward sie eifersüchtig auf ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir auch Kinder, wo nicht, so sterbe ich. Jakob aber ward sehr zornig auf Rahel und sprach: Bin ich denn an Gottes Statt, der dir Leibesfrucht versagt? Sie aber sprach: Siehe, da ist meine Magd Bilha, komm zu ihr, daß sie in meinen Schoß gebäre, und ich doch durch sie Nachkommen erhalte! Und sie gab ihm ihre Magd Bilha zum Weibe, und Jakob kam zu ihr.
Bilha aber empfing und gebar dem Jakob einen Sohn. Da sprach Rahel: Gott hat mir Recht verschafft und meine Stimme erhört und mir einen Sohn gegeben; darum hieß sie ihn Dan. Und Bilha, die Magd Rahels, empfing abermal und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. Da sprach Rahel: Ich habe mit meiner Schwester gerungen, als ränge ich mit Gott, und habe auch gewonnen! Darum hieß sie ihn Naphtali.
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Masse und Gewichte:
1 Bath entspricht ca 36 Liter
2 - 3 Bath sind also 72 - 108 Liter
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Die Tempelreinigung |
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Von Kana nach Kapernaum und von dort zum Passah nach Jerusalem.
Etwas bleibt offen. Das Zitat der Jakobsleiter hat noch ein Gelübde offen. Wir werden keinen Tempelbauer sehen, aber einen Tempelreiniger.
212 Danach zog er hinab nach Kapernaum,
er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger,
und sie blieben nicht viele Tage dort.
Viele vermuten, dass nicht Nazareth, sondern Kapernaum der eigentliche Wohnort Jesu während der Wirksamkeit war. Aber dieser Satz hebt doch diesen Gedanken auf. Was geht eigentlich ab?
Wir stehen nun vor dem Eiferden (wie doch Kana für Eifer steht) der das Wunder des Weins im Eifer vollbrachte. Wir begegnen Jesu Eifer. und es erscheint dies so typisch für jeden begeisterten, dass er eifrig und zornig wird. Was bedeutet Kapernaum wie es hier angesprochen wird? Es bedeutet eine flüchtige Stätte, ein kurzer Aufenthalt, wie zur Untermalung des noch grösseren folgenden Eifers.
Die Frage hat sich ergeben, wer nun nach der Hochzeit den Dan darstellen würde. Dan ist Ausdruck der Ungeduld und gerade nach der Hochzeit wird dies Ungeduld und der Eifer bei Johannes hell dargestellt.
Anderseits behalten wir die allgemeinere Jüngergeschichte im Auge, wobei ja Jesu weitere Jünger sammelt, so etwa die Söhne des Zebedäus. Und dies würde den Weg nach Kapernaum hier erklären. Markus lässt Jesus die ersten Jünger am See Genesareth sammeln, hat also eine andere Anlage als Johannes. Lukas und Matthäus folgen Markus in etwa. Bei Johannes wird aus Simon dem Kananäer (Eiferer) Nathanael aus Kana.
13 Und das Passah der Juden war nahe,
und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
14 Und er fand die Verkäufer von Ochsen, Schafe und Tauben
und die Wechsler im Tempel sitzend.
15 Und er machte eine Geisel aus Stricken
und trieb alle aus dem Tempel hinaus,
die Schafe wie die Ochsen,
und den Wechslern schüttete er das Geld aus
und stiess ihnen die Tische um,
16 und zu den Taubeverkäufern sprach er:
Traget das von hier weg;
machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus.
17 Seine Jünger erinnerten sich
dass geschrieben steht:
"Der Eifer für deine Haus wird mich verzehren."
Das Zitat nun ist erhellend für die folgende Frage:
18 Da begannen die Juden und sagten zu ihm:
Was für ein Zeichen weisest du uns dafür auf,
dass du dies tun darfst?
Ja ist denn sein Zelotentum im Tempel nicht ein Zeichen Dans? Was soll dieses Wüten, diese Ungeduld, da er doch bis anhin Schriftzeichen gab? Was ist das Zeichen hinter dieser Reinigung?
19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
brechet diese Tempel ab
und in drei Tagen will ich ihn wieder erstehen lassen.
Hier ist also das Gelübde Jakobs bei der Jakobsleiter wieder im Mund. In drei Tagen, gewiss ein Vorgriff auf die Auferstehung am dritten Tag. Aber da ist doch noch diese Hochzeit am dritten Tag seines Wirkens bis zur Hochzeit, wo der Eifer des Weins mit dem Geist im Wort kam.
Gehen wir auf den Psalm ein: Der Psalm erinnert an Josefs Situation in der Zisterne, fremd geworden seinen Brüdern. Dies aber wieder ein Bild der Johannestaufe, dem Untertauchen im Wort. Dieses begeisternde entfremdet.
in drei Tagen... erinnert wieder an die Worte Jesus an Nathanael: Grösseres wirst du sehen...
20 Die Juden nun sagten:
In 46 Jahren ist dieser Tempel gebaut worden,
und du willst ihn in drei Tagen wiedererstehen lassen?
21 Er aber sprach vom Tempel seines Leibes.
22 Als er nun von den Toten auferweckt worden war,
erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte,
und sie glaubten der Schrift und dem Wort,
das Jesu gesprochen hatte.
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Mk 1,14 Nachdem aber Johannes überantwortet worden war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reiche Gottes 15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe: Tut Buße und glaubet an das Evangelium!
16 Und als er am galiläischen Meere wandelte, sah er Simon und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz aus im Meer; denn sie waren Fischer. 17 Und Jesus sprach zu ihnen: Folget mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen! 18 Da verließen sie alsbald ihre Netze und folgten ihm nach. 19 Und als er von da ein wenig weiter ging, sah er Jakobus, des Zebedäus Sohn, und seinen Bruder Johannes, welche auch im Schiffe die Netze bereitmachten. 20 Und alsbald berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Taglöhnern im Schiff und folgten ihm nach. 21 Und sie begaben sich nach Kapernaum; und er trat alsbald am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
Mk 3,16 Simon, welchem er den Namen Petrus beilegte, 17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, welchen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, beilegte;
18 und Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon den Kananäer, 19 und Judas Ischariot, der ihn auch verriet.
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Ps 69,8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach und bedeckt Schande mein Angesicht. 9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Söhnen meiner Mutter; 10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen....
Ps 69,15 Reiße mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke; möchte ich doch errettet werden von meinen Hassern und aus den tiefen Wassern, 16 daß mich die Wasserflut nicht überströme und mich die Tiefe nicht verschlinge, noch die Zisterne sich über mir schließe.
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Aufgrund der Angabe kann dieses Passah in das Jahr 28 datiert werden. Zwei weitere Passah führt er auf, so dass das Jahr der Kreuzigung nicht vor dem Passah im Jahr 30 liegen kann. es ist bei Johannes mit dem Passah also wie mit der Hochzeit: am dritten Passah.
Wir haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder wir diskutieren an dieser Stelle über diese seltsame Fleischwerdung des Wortes, oder wir lassen uns in die Diskussion zwischen Jesus und Nikodemus ein. Denn danach wird diese Diskussion folgen und sie ist notwendigerweise dort geschrieben, weil diese Szene doch Fragen aufwirft.
Das Wort wird Fleisch. Aber in dieser Szene haben wir eher ein Wort auf dem Fleischmarkt. Und wenn auch die Jünger aufgrund des späteren glaubten, warum glaubten diese, wie folgt?
23 Als er aber am Passahfest in Jerusalem war,
glaubten viele an seinen Namen,
weil sie die Zeichen sahen, die er tat.
24 Doch Jesus selbst vertraute sich ihnen nicht an,
weil er alle kannte
25 und weil er nicht nötig hatte,
dass jemand über den Menschen Zeugnis ablegte;
denn er erkannte selbst, was im Menschen war.
Aufruhr und Tempelausmistung um das Passah war notorisch zur Zeit Jesu bis zur Zerstörung des Tempels. Mit solchen Taten holten sich Zeloten ihre Anhängerschaft. Dass also viele aus diesem Grund an ihn glauben würden, erstaunt hier nicht. Aber Johannes will uns doch auf etwas anderes aufmerksam machen, das wir vielleicht in den Worten finden sollten.
Das Wort wird Fleisch. Im Fleischmarkt um das Wort zeigt Jesus seinen Zorn. Will denn das Licht nicht in jedem Sinne Fleisch werden? Die Menge blickt auf den Zorn, seine Gewalt. Aber Johannes sagt: Jesus vertraute sich ihnen nicht an. Was heiss dies? Bedeutet es, dass hier ein Zeichen nicht kommentiert wird, dass es äusserlich falsch verstanden werden kann?
In drei Tagen: dies bietet zwei Möglichkeiten: In drei Tagen nach seinem Tode am dritten Passah: Oder ausgehend von diesem Aufruhr die Auferstehung des Wortes Gottes am dritten Passah. Der Tempel als Ort des Wortes, nach dem Jüngerwort aber der Leib der Ort der Worte. Dieses Wort wird ausgemistet.
Ja dies ist der Anfang einer Reinigung. Hat denn nicht der Täufer gesagt: das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Wahrheit und die Gnade aber...
Brechet dieses Wort ab in drei Tagen (Passahs), damit es neu aufersteht, das Wort der Wahrheit. Dies der dritte Gedanke, der hier nicht ausgesprochen wird, aber aus der Anlage des Textes erschlossen werden kann. Jesu Tempelreinigung ist ein Zeichen, dass nun die Reinigung des Wortes stattfinden wird.
19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
brechet diese Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn wieder erstehen lassen.
Hat den Jesu eher den Eifer um den Tempel ans Kreuz des Fluches geliefert, oder war es nicht letztlich wegen dem Eifer um das Wort?
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Weitere Passahfeste bei Johannes:
Joh 6,3 Jesus aber ging auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. 4 Es war aber das Passah nahe,
das Fest der Juden. 5 Da nun Jesus die Augen erhob und sah, daß eine große Menge zu ihm kam, spricht er zu Philippus:
Woher kaufen wir Brot, daß diese essen können?
Joh 11,55 Es war aber das Passah der Juden nahe. Und viele aus der Gegend gingen vor dem Passah nach
Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen. 56 Da suchten sie Jesus und sprachen zueinander,
im Tempel stehend: Was dünkt euch, kommt er nicht auf das Fest?
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Jesu Bio nach Johannes:
Tempelbau Beginn 19 B.C.
das 46. Jahr 28 A.D.
Taufe: 28. A.D.
3. Passa: 30 A.D.
Das Passa passt zum pharisäischen Passazyklus.
Siehe dazu auch: JohannesEv Spezial: Biographie Jesu
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Nikodemus |
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Wir wollten doch nun genaueres Erfahren, wie es
a) um das Gesetz und
b) um die Auferstehung von den Toten steht.
Johannes schiebt hier einen Dialog ein zwischen Jesus und Nikodemus. Nikodemus ist eine Figur, die nur bei Johannes vorkommt. Est Nomen Omen? Nikodemus - Nikolaos - Bileam - drei Namen mit ähnlicher Symbolik, und sie sind eine Eigenheit bei Johannes. Nikodemus ist sonst nirgendwo erwähnt.
Wenn die Snoptiker etwa Frauen die Kräuter für die Totensalbung am Tag nach dem Sabbat bringen lassen, dann tut dies nach Johannes Nikodemus am Tag der Grablegung selbst.
31 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern
mit Namen Nikodemus,
ein Vorsteher der Juden.
2 Dieser kam des Nachts zu ihm und sagte zu ihm:
Rabbi, wir wissen,
dass du als Lehrer von Gott gekommen bist,
denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust,
es sei denn Gott mit ihm
Ja von welchen Zeichen spricht Nikodemus? Spricht er von der Tempelreinigung? Oder von der Hochzeit? Wir haben weder Heilungen noch Wunder noch anderes gesehen, dass wir Nikodemus Worte verstehen sollten. Es sei denn...
Die Zeichen, auf die Nikodemus anspricht, seien Zeichen der Schrift, der Lehre, Zeugnisse dessen, dass Jesus als Lehrer befugt ist, weil ihm die Schriftkenntnis gegeben sei.
Können wir diese Annahme bestätigen? Wir haben die Hochzeit und die Sammlung der Jünger zum Zeichen. Wir haben den Eifer (Psalm) zum Zeichen. Wir haben des Täufers ärgerliches Zeugnis, das sich auf Jesaja beruft. Was also unterstellt dieser Nikodemus?
Um uns an derlei Dinge zu gewöhnen: wir befinden uns im 77. Vers des Johannes Evangeliums.
Wie ist die Antwort Jesu. Ist sie: Ja, du hast recht, oder Nein du hast unrecht?
3 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir:
Wenn jemand nicht von oben her geboren wird,
kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Dies könnte man doch als positive Antwort auffassen im Sinne: du siehst die Zeichen? also bist du von Oben geboren. Aber die nächste Frage von Nikodemus hängt sich nicht am Sehen der Zeichen auf, sondern an dem geboren werden. Der springende Punkt ist: dass der Mensch von Oben geboren werden kann im Gegensatz zu Adam: Staub bist du und zu Staub kehrst du zurück, was ihm gleichfalls das Urteil der Schlange gibt.
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Glaubt er etwa daran, dass Jesus...
....den Baum der Erkenntnis kannte?
Für den Hintergrund der folgenden Betrachtungen weise ich auf die Darstellung der Kabbala in folgenden Seiten hin:
Geschichte einer Entdeckung
BdE Online Kurse
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Als Pharisäer müsste Nikodemus die Schlangentorah kennen. Er ereiffert sich also an dieser Herausforderung, die dieses Urteil an Adam in Frage stellt.
4 Nikodemus sagt zu ihm:
Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?
Kann er etwa zum zweitenmal
in den Leib seiner Mutter eingehen
und geboren werden?
Eine närrische Antwort, der Angegriffene will Jesus damit testen.
5 Jesus antwortete:
Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird,
kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch,
was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
7 Wundre dich nicht, dass ich dir sagte:
Ihr müsst von oben her geboren werden
Ich erwähne die Fussnote in der Zürcherbibel zu dieser Stelle:
zu 3.3 und 3.7: Das griechische Wort, das gemäss Vers 3.31 und 19.11 übersetzt ist: "von oben her", bedeutet auch: "von neuem". Deshalb konnte Nikodemus es missverstehen.
Nun die Fussnote ist geeignet, meine Ansicht zu entwerten. Aber sollte Nikodemus der Pharisäer, so dumm sein? Von den Sadduzäern war bekannt, dass sie die Wiedergeburt leugneten, nicht also von den Pharisäern. Dass Nikodemus Jesu hier schon im Sinne von Oben verstanden hat, dürfen wir annehmen.
Aber die Fussnotes hat es doch in sich, denn hier geht es um etwas was unterschieden ist. Fleisch ist Fleisch und Geist ist Geist. Dies widerspricht dem Sinn einer Bekehrung. Im Fleisch etwa kommt das Wort Nikodemus vor als: we are the chosen people...
Jesu spricht hier von einer zweifachen Geburt: aus Wasser und Geist. Wiedergeburt wäre wiederholte Geburt aus Wasser, eben reine Reinkarnation, wie doch Fleisch aus Wasser und Geist aus Geist zugeordnet wird.
Damit wird aber auch deutlich, dass Jesu nicht einfach einen pharisäischen Wiedergeburtsgedanken bestätigt (in welchem die kommende Welt durchaus eine hiessige sein kann mit lediglich anderen "fleischlichen" Machtverhältnissen wie dies in manchen Zionsliedern zum Ausdruck kommt), sondern eigentlich unbeanwortet lässt und dem einen Gegenentwurf einer ganz anderen Qualität entgegenbringt.
Von Oben her, von Unten her... das klingt nach einem Dualismus. Wollen wir ihn hier einmal akzeptieren als es der Kampf der Wahrheit gegen die Lüge der Schlange und der Priester nach der mosaischen Torah darstellt.
Gerade dieser Gegenentwurf ist das Ärgernis, dass Jesus hier bietet, da er einen zunächst unüberbrückbaren Unterschied setzt.
8 der Wind weht, wo er will,
und du hörst seine Stimme,
aber du weisst nicht, woher er kommt und wohin er geht.
So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
Wind = Geist. Der Geist kann nicht mit der Kabbala gefasst werden. Es gibt keinen Anlass zu sagen, dass die Besitzer der Torah Eigentümer des Geistes seien, und ihn quasi so zu ihrer Verfügung hätten.
9 Nikodemus antwortete und sagte zu ihm:
Wie kann dies geschehen?
10 Jesus antwortete und sprach zu ihm:
Du bist Lehrer Israels
und verstehst das nicht?
11 Wahrlich, wahrlich ich sage dir:
Wir reden, was wir wissen,
und bezeugen, was wir gesehen haben,
und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
12 Wenn ich von irdischen Dingen zu euch geredet habe,
und ihr glaubt nicht,
wie werdet ihr glauben,
wenn ich von himmlische Dingen zu euch rede?
Was sind irdische, was sind himmlische Dinge? Anyway, die irdischen, die materielle Auslegung der Torah inklusive Kabbala? Dann sagt Jesus hier: wir haben euch Zeichen unseres Wissens gegeben und ihr nehmt es nicht an. Soweit kann ich dies aber nicht bestätigen ausser dass Jesus bis hier durchaus Kenntnisstand antönt. Der Beweis um die Kenntnis der Kabbala wird die Offenbarung liefern aber auch hier werden wir einige Schlüssel offenlegen.
Aber Jesus bleibt nicht bei diesem, sondern er sagt Nikodemus, ihr seid von Unten, ihr seid verhaftet in euren Rausch der Torah. Wir aber haben ein Zeugnis das ihr noch weniger glauben könnt. Weil es im Widerspruch zu euch steht.
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5Mo 30,11-15 Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu wunderbar und nicht zu fern. / Es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: Wer will für uns zum Himmel fahren und es uns holen und verkündigen, daß wir es tun? / Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will uns über das Meer fahren und es uns holen und verkündigen, daß wir es tun? / Sondern das Wort ist sehr nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tun kannst. / Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse.
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Röm 10,4 Denn Christus ist des Gesetzes Ende zur Gerechtigkeit für einen jeden, der da glaubt.
5 Mose beschreibt nämlich die Gerechtigkeit, die durch das Gesetz kommt, also: «Der Mensch, welcher sie tut,
wird dadurch leben.» 6 Aber die Gerechtigkeit durch den Glauben redet so: «Sprich nicht in deinem Herzen:
Wer will in den Himmel hinaufsteigen?» - nämlich um Christus herabzuholen - 7 oder: «wer
will in den Abgrund hinuntersteigen?» - nämlich um Christus von den Toten zu holen! 8
Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen!» - nämlich das Wort des Glaubens,
das wir predigen.
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Obiges Zitat gehört nach radikalkritischer Auffassung zu den gnostsch marcionitischen Beständen des Römerbriefs.
weiterführende Literatur: http://www.radikalkritik.de/index.htm
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13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen,
ausser dem, der aus dem Himmel herabgestiegen ist,
der Sohn des Menschen, (der im Himmel ist).
14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte,
so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,
15 damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben habe.
Als die Schlange, dass ist der knallharte materialle Zahlenfetisch der
Kabbala, welche angebetet wird, nicht zuletzt durch die Schrift selbst. Mose erhöhte die Schlange , die doch verflucht war. In Mose Namen wurde die Kabbala begründet. Jesu muss aber erhöht werden.
Die Botschaft muss hinweg aus dem Materialismus (oder Schematismus). Sie muss verlebendigt werden. Weiter ist zu bemerken, dass Jesu vom Himmel her einen ziemlichen Affront darstellt. Hier beginnt Johannes einen ersten grossen Unterschied zu setzen.
Das Entscheidende liegt im Aspekt der Lehre. Nikodemus wird hier als Lehrer angesprochen. Diese Lehre von Unten, die Kabbala unterschiedet sich von der Lehre von Oben. Die Erhöhung der Schlange hat den Menschen in den Staub gedrückt, mit der Offenbarung Jesu aber soll der Mensch wieder erhöht zur Nähe Gottes werden.
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4Mo 21,6 Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk, die bissen das Volk, so daß viel Volk in Israel starb.
7 Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir wider den HERRN und wider dich geredet haben.
Bitte den HERRN, daß er die Schlangen von uns wende!
8 Und Mose bat für das Volk. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine feurige Schlange und befestige sie an ein Panier;
und es soll geschehen, wer gebissen ist und sie ansieht, der soll am Leben bleiben!
9 Da machte Mose eine eherne Schlange und befestigte sie an das Panier; und es geschah, wenn eine Schlange
jemanden biß und er die eherne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.
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Wiedergeburt
Ist ein Gedanke an Wiedergeburt in der Torah zu finden, oder in den Propheten? Die Torah spricht von Bekehrung oder Erlösung, nicht aber von einer Wiedergeburt, oder einer zweiten Geburt. Denn es ist aus Jesu Worten deutlich, dass er von einer Geburt spricht, die verschieden von karmischer Wiedergeburt ist. Der Begriff der Wiederkunft taucht aber nur auf in Beziehung zu Elia, meint aber ein Prophet wie der Elia in der Kraft und in der Rolle für das Volk. Die Stelle spricht nicht von einer qualitativ neuen Geburt des Individuums.
Gegen das Argument wiedergeburtlicher Auffassung spricht auch die Johannitische Aussage: Johannes der Täufer sei nicht der Elia gewesen. Selbst wenn man damit Wiedergeburt begründen wollte, so liesse sich argumentieren, Elia könne als Funktion, als Amt aufgefasst werden, genau so, wie dies für einen Propheten wie Mose gilt. Denn gleichwohl wurde nie angenommen oder erwogen, dass Mose wiederkäme.
Desgleichen finden wir den Begriff Renaissance im Sinne der kulturellen Aufersteheung, und die kommende Welt war aus jüdischer sicht immer eine kommende diesseite Welt, in der das jüdische Reich restauriert werden sollte.
Wenn man zudem im Hinblick auf die Qumranergebnisse die Beziehung zwischen dem nationalistisch zelotischen Geist der "Armen" von Qumran mit Jakobus, dem Leiter der Jerusalemer Gemeinde, so beleuchtete dies wohl auch diesen begriff der Erneuerung als eine nationalistische Wiedergeburt. Man kann nicht ein "Urevangelium" im Sinne einer Botschaft der Wiedergeburt im karmischen Sinne postulieren. Hier eignet die Bibel denkbar schlecht.
Johannes freilich hat dieser nationalistischen Auffassung der Widererstehung etwas entgegenzusetzen.
Was bedeutet qualitativ verändernde Wiedergeburt? Wo finden wir solcherart entscheidende Vorgänge? Die Bibel kennt nur einen Vorgang? Den Sündenfall, denn er war das negative Ereignis eines Versprechens, zu sein wie Gott. Der Preis der Erkenntnis: die Sterblichkeit. Und so muss jenes, wovon Jesus spricht von solcher Qualität sein.
Nun ist die Frucht vom Paradiesgarten nicht ein historisch vergangenes Ereignis, sondern es spielt sich in der Mystereinreligion der Kabbala immer wieder ab. Dies meint Jesus als er sagt: ... Du bist Lehrer Israels und verstehst das nicht?
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Zweimal spricht sich das Versprechen aus, einmal im Paradies, einmal bei der erhöhten Schlange. Beides sind Schlüsselverse der Kabbala. Der Baum der Erkenntnis ist revoltierende Erkenntnis. Sie gleicht anders als die moderne aufklärerische Skepsis eher einem negativen Beweis, weil die Schrift, an die so fest geglaubt wird, den Gläubigen ins Gegenteil stürzt. Dies der Fall des Menschen.
Darüber vergisst der Mensch den falschen Weizen des Feindes. Dieses Werk rückgängig zu machen ist die Botschaft Jesu. Gottes Wirken in der Welt zu bezeugen, und damit ihn sowie den Glauben den und Gehorsam in die Stimme des Gewissens gegen die all jenes aufhebende Rolle der Torah zu bestätigen.
16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn gab,
damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren gehe,
sondern ewiges Leben habe.
Seinen eingeborenen Sohn. Wovon ist bei Johannes die Rede? Am Anfang war
das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war 'Gott'. Der Vater ist
die Bedeutung, der Sohn aber das Wort.
Während im Kastenzitat ausdrücklich das Wort als Gericht dargestellt ist, setzt Jesu den Akzent auf die Gnade.
Mehr noch verheisst er, den Fluch an Adam aufzuheben für jene, die da glauben in das Wort das Gott ist.
17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
damit er die Welt richte,
sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet;
wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat
Jesu muss also nicht wie die Schlange erhöht werden, als ob er die Weisheit der Kabbala vertrete, sondern er muss gegen die Schlange erhöht werden um ihr Werk und jenes ihrer Priesterschaft aufzuheben.
19 Darin aber besteht das Gericht,
dass das Licht in die Welt gekommen ist,
und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;
denn ihre Werke waren böse.
20 Denn jeder der Böses tut,
hasst das Licht und
kommt nicht zum Licht,
damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
21 Wer aber die Wahrheit tut,
kommt zum Licht,
damit seine Werke offenbar werden,
dass sie in Gott getan.
Ans Licht kommen, das heisst, offen und deutlich zu sprechen. Das ist so ziemlich etwas anderes als etwa der Verfasser von Daniel 12 betrieb (siehe Beispiel: Kabbala im Quervergleich), oder jene, die den Baum der Erkenntnis erstellten mit dem Material der Torah. Jesus richtet hier pauschal das Wesen der babylonischen Torah, der Mysterienreligion der masoretischen Torah, die sich geheimniskrämerisch und und verborgen eher um das divinatorische Primat kümmerten, denn den Namen Gottes zu verkünden und zu loben. Darum ist das Wort Gottes mit den Kabbalisten und Rabbiner vor die Hunde gekommen.
Dieser ganze Abschnitt mündet also konsequent in einer Reinigung des Wortes, wie dies bei der Tempelreinigung angekündigt war. In den Andeutungen sind schärfste Anschuldigungen enthalten, die von einem Nikodemus nicht überhört werden können. Damit ist Stellung bezogen und ein Unterschied gesetzt.
Der Name des einzigen Sohnes Gottes:
Der Name Gottes spielt eine grosse Rolle und lebt doch nicht am Licht, YHVH wurde nie ausgesprochen. Denken wir aber weniger an konkrete Namen, als an das Wort Gott, der Sohn der grossen Bedeutung Allheit, Ganzheit, Anfang und Ende.
Wenn Jesus und die Kabbalisten vom Namen sprechen, dann ist es nicht das Selbe. Denn für die Kabbalisten ist es ein Schlüssel für Manipulationen in der Schrift. Für Jesus aber ist das Wort ein Auftrag zum Ebenbilde.
Das ist der grosse Unterschied, und Johannes schreibt in diesem Evangelium dieser Mysterienreligion das Spiegelbild, ihr Gefängnis, aber schlimmer noch, sie werden ihrem Eigengericht übergeben. Vielleicht nach dem Motto:
Jedem geschieht nach seinem Glauben.
Wir haben kein Zeichen, dass Nikodemus hier zum Glauben kommt. Das Gegenteil scheint der Fall. Jesus macht die Fronten klar. Hier tritt ein Vertreter auf, dessen Nomen Omen für eine Kaste ist: die Pharisäer, die seit Babel die Redaktion beherrschten, und darüber bestimmten, wen sie in den Zirkel aufnahmen, wen nicht, um ihnen die Mysterien der Torah, ihren Baum der Erkenntnis anzuvertrauen.
In diesem Wesen, weil sie einen Handel mit Adams Tode zum Staub eingingen, und aus der Erkenntnisreligion ein Geschäft betrieben, sind sie von Unten her. Und das Bild Mose, da er die Schlange erhöhte, drückt dies aus, dass über die Erkenntnisreligion Rettung sei. Im Baum der Erkenntnis ist dies ein Schlüsselvers, der mir half, den Baum der Erkenntnis zu rekonstruieren.
Johannes scheut diesen makaberen Vers nicht, und man möchte den Unterschied nicht wahrnehmen (so man sich davon etwas verspricht). Trotz dieser Gefahr verwendet Johannes dieses Bild und Gleichnis, weil er damit den Nagel auf den Kopf trifft.
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Johannes der Täufer |
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Mit der Sammlung der Jünger haben wir das Gleichnis der Jünger als Söhne Israels verlassen. Es fragt sich, ob sowohl die Tempelreinigung wie die Rede mit Nikodemus als auch die folgenden Abschnitte nicht unter diesem Gleichnis gedeutet werden können.
Zunächst ein kleinem Vorgriff: was steht an.
Jesus tauft neben Johannes und die Frage entsteht, warum jeder zu Jesus geht und nicht zu Johannes. Es ist eine Frage um die Taufe, oder die Worte?
Danach kommt die Szene am Jakobsbrunnen, auch wieder ein Wasser Symbol, aber auch Symbol der Taufe.
Danach die Rückkehr nach Kana, wo er den Sohn eines Beamten heilt.
Damit ist ein Bogen in vier Etappen geschlossen.
Wenn wir nun nach Jakob bei Laban fragen, bei dem er nicht nur seine Söhne zeugte, sondern sich auch Herden verschaffte, so müssen wir uns an den seltsamen Vorgang erinnern (siehe Kasten). Dieser Vorgang ist doch seltsam, und dennoch ist er einfach ein Symbol für den Baum der Erkenntnis. Die Lehrer in Israel werden eingeweiht in den Baum der Erkenntnis, so es sich um starke Menschen handelt.
Diese Wettbewerb sollten wir in Erinnerung haben. Wenn wir also dieses auf Jesus anwenden wollen, so liegt darin ein Ärgernis begründet. Aber Johannes hat nun mal mit der Sammlung der Jünger diesem Ärgernis den Weg gebahnt, und wird noch mehr bringen. Auf die kommenden Passagen, wie auch auf die Unterredung mit Nikodemus passt dieses Gleichnis der Aussonderung von Herden.
Weiter wollten wir uns daran erinnern:
Hat nicht Jakob den Segen von Johannes gestohlen? (Johannes mit dem härenen Mantel) Kennen wir nicht
die Frage der Jünger des Johannes, und kennen wir nicht das Bekenntnis des Johannes?
Symbolisch gesehen war Jakob/ Jesu in Haran. Zuvor aber hatte er seine
Begegnung mit dem wilden Johannes, der Heuschrecken liebte und einen Fellmantel
hatte (nur nach den Synoptikern). Nun aber, nach der Begegnung mit Nikodemus findet wieder eine Begegnung
statt.
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1Mo 30,36 Und er machte einen Abstand von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; dieser aber weidete die übrigen Schafe Labans. 37 Da nahm Jakob frische Ruten von Pappeln, Mandel- und Platanen- bäumen und schälte weiße Streifen dran, indem er das Weiße an den Ruten bloßlegte; 38 und legte die Ruten, die er abgeschält hatte, in die Tränkrinnen, wohin die Schafe zum Trinken kamen, gerade vor die Schafe hin. 39 Wenn sie dann beim Kommen zur Tränke brünstig wurden, so empfingen sie angesichts der Ruten und warfen Gestreifte, Gesprenkelte und Gefleckte. 40 Die Lämmer aber sonderte
Jakob ab und richtete das Angesicht der Schafe gegen die gefleckten und schwarzen in der Herde Labans; und er machte
sich besondere Herden und tat sie nicht zu Labans Schafen.
41 Und jedesmal, wenn die Zeit kam, wo die kräftigen Schafe brünstig wurden, legte Jakob die Ruten in die Tränkrinnen vor die Augen der Schafe, damit sie über den Ruten empfingen; 42 wenn aber die Schwachen brünstig wurden, legte er sie nicht hinein. So erhielt Laban die schwachen und Jakob die starken.
43 Und der Mann wurde außerordentlich reich und bekam viele Schafe, Knechte und Mägde, Kamele und Esel.
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22 Danach gingen Jesus und seine Jünger in das Land Judäa,
und dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
23 Aber auch Johannes taufte in Änon nahe bei Salim,
weil dort viel Wasser war;
und sie kamen dahin und liessen sich taufen.
24 Johannes war nämlich noch nicht ins Gefängnis gesetzt worden.
25 Es erhob sich nun von Seiten der Jünger des Johannes eine Verhandlung
mit einem Juden über die Reinigung [durch die Taufe].
26 Und sie kamen zu Johannes
und sagten zu ihm:
Rabbi, der, welcher jenseits des Jordans bei dir war,
für den du Zeugnis abgelegt hast;
siehe, der tauft,
und jedermann geht zu ihm.
Wir erfahren hier: Johannes hat das Ufer gewechselt: weil dort mehr Wasser war. Die Reinigung kann allgemein verstanden werden. Der Zusatz [durch die Taufe] hat aber seine Berechtigung. Denn die Taufhandlung ist nicht nur Eintauchen im Sinne der Predigt in das Wort, sondern damit auch Reinigung.
Aus welchem Grund aber geht jedermann zu Jesus?
27 Johannes antwortete und sprach:
Ein Mensch kann nichts nehmen,
es sei ihm denn vom Himmel gegeben.
28 Ihr selbst bezeugt mir, dass ich gesagt habe:
Nicht ich bin der Christus,
sondern ich bin vor ihm her gesandt.
29 Wer die Braut hat,
der ist der Bräutigam:
der Freund des Bräutigams aber,
der dasteht und ihn hört,
freut sich sehr,
dass er die Stimme des Bräutigams hört.
Diese meine Freude nun hat sich erfüllt.
30 Jener muss wachsen, ich aber abnehmen.
Johannes war der Verkünder dessen, der mit Geist tauft. Seine Genugtuung ist, dass er sein Wort erfüllt sieht. Denn darum ging er predigen, dass er jenen Israel offenbaren würde, den er selbst zuvor nicht kannte.
Und nun folgen Worte, die Jesus schon gegenüber Nikodemus geantwortet hatte:
31 Wer von Oben her kommt;
der ist über allen;
wer von der Erde her stammt,
der stammt von der Erde her und redet von der Erde her;
wer vom Himmel her kommt, der ist über allen.
32 Was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er,
und sein Zeugnis nimmt niemand an.
33 Wer sein Zeugnis angenomen hat,
der hat bestätigt, dass Gott wahrhaftig ist.
34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes;
denn nicht nach [begrenztem] Mass gibt er den Geist
Denn wie der Wind weht wo er will, so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. Johannes sagt das Gleiche nur mit etwas anderen Worten. Geist ist nicht zu fassen, schon gar nicht in den Tabellen der Torah.
Dass Gott wahrhaftig ist... dass Gott Wahrheit ist. Wir erinnern den Unterschied zu Beginn. Und es ist doch merkwürdig, dass Johannes eigentlich auf die gleiche Weise den Unterschied seines ersten Zeugnisses wiederholt, und gleichzeitig hier in Beziehung zum Nikodemus Dialog steht. (So merkwürdig ist es nicht, wir haben hier Gedanken des Evangelisten vor uns).
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Jakobs Geschick bei Laban (Ausschnitte)
1Mo 30,25 Da nun Rahel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: Entlasse mich, daß ich an meinen Ort und in mein Land ziehe! 26 Gib mir meine Weiber und Kinder, um welche ich dir gedient habe, daß ich gehen kann! Denn du weißt, welche Dienste ich dir geleistet habe. 27 Laban antwortete: Ach, daß ich doch in deinen Augen Gnade fände! Ich habe es geahnt; und doch hat mich der HERR um deinetwillen gesegnet.
1Mo 30,30 Denn es war wenig, was du vor meiner Ankunft hattest, nun aber ist viel daraus geworden, und der HERR hat dich gesegnet, wo ich hingekommen bin; und nun, wann soll ich auch für mein Haus sorgen?
1Mo 31,1 Er vernahm aber die Reden der Söhne Labans, die sagten: Jakob hat alles genommen, was unserm Vater gehört; und mit dem, was unserm Vater gehört, hat er all diesen Reichtum zuwege gebracht!
1Mo 31,42 Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der Gefürchtete Isaaks für mich gewesen wäre, du hättest mich jetzt leer ziehen lassen; aber Gott hat mein Elend und die Arbeit meiner Hände angesehen und dich diese Nacht gestraft!
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35 Der Vater liebt den Sohn
und hat alles in seine Hände gegeben.
36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben;
wer aber dem Sohn nicht gehorcht,
wird das Leben nicht sehen,
sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.
Im Kasten sind Etappen Jakobs bei Laban montiert. Jakob macht sich Herden und darin kommt es zu einem Wetteifer. Aber wie macht Jakob die Herden? Die Weise mit den Stäben bedeutet die Kabbala des Baumes der Erkenntnis. Dies sahen wir ganz oben. Im Kasten rechts rechtfertigt Jakob sein tun durch Gott.
Die Frage jenes Juden um die Reinigung könnte etwa so lauten: Ist Jener wie Jakob, dass er mehr Anhang hat?
Und doch setzt Johannes den Unterschied da er deutlich den Nikodemus Dialog aufgreift. Wird damit das Gleichnis zu Jakobs Herden nicht eher bewusst kontrastiert als bestätigt? ich meine Ja.
Wer die Braut hat... Erinnert an die Hochzeit zu Kana, und aus diesem Gleichnis zu Rahel haben wir ja überhaupt den Sprung zu Jakob bei Laban gemacht.
Das Leben... im Unterschied zum Zorn Gottes. Der Glaube an den Sohn, von Oben her ist wieder im Gegensatz zum Zorn, von Unten her, nach dem Vermächtnis der Schlange.
Dennoch ein Widerspruch:
...und sein Zeugnis nimmt niemand an... Scheint die Tatsache zu kontrastieren, dass Jesus mehr Anhang hatte. War damit gemeint, dass äusserlicher Anhang nicht schon Aufnahme bedeutet, solange die Taufe nur als "Reinigung" verstanden wurde, und nicht im Sinne der Flut, und dem Eintauchen in das Wort?
Oder ...nimmt niemand an... im gleichen Sinne wie im Nikodemus Dialog: niemand von euch Pharisäern...
Er muss wachsen... Johannes Zeugnis geht nicht von einem, der nur mit Wasser tauft, sondern mit Feuer, mit Licht. Darum ist schon die Streitfrage um die Taufe als alleinige Reinigung erledigt. So wie Jesus aus Wasser Wein machte, also Krüge zur Reinigung umfunktionierte für einen anderen Zweck, oder in ihnen eine bessere Bestimmung sah, so darf hier nicht an eine Konkurrenz gedacht werden zwischen den Taufen Jesu und den Taufen Johannes.
...und sein Zeugnis nimmt niemand an... bedeutet hier auch: ihr habt mein erstes Zeugnis nicht angenommen, wie auch den Anfang der Zeichen Jesu nicht.
Die Szene mit Johannes ist also wie eine Betrachtung des ersten Zeugnisses. Als solches ist es Rückschau im Text des Johannes. Das Bezeugnis des Johannes ist in diesem Evangelium wichtig. Denn anders als bei den Synoptikern erscheint (noch) keine Stimme aus dem Himmel, die bezeugt. (Sie erscheint später und hat eine andere Funktion).
Johannes ist Prediger des Wortes. Er steht damit als Typus eines Lehrers, der nicht im Dunklen lehrt, sondern am Tage. Sein Vertrauen ist, dass sich auf das Wort hin die Wahrheit Gottes zeigen wird, ihm und Israel. Es ist wichtig, dass wir ihn in diesem Sinne als Lehrer erfahren, wenn auch nicht als Theoretiker. Denn als solcher stellt er einen Gegenentwurf zu den Kabbalisten und Pharisäern dar. Und gerade von Ihnen wird er angefeindet. Anders kann der "Jude" hier nicht interpretiert werden, und anders machte die Referenz zum Nikodemus Dialog keinen Sinn.
Damit transzendiert des Johannes Zeugnis ein ganz besonderes Glaubensbekenntnis. Es ist nicht einfach auf eine Formel Formel zu bringen: Glauben an den Sohn. Es braucht schon die Geschichte. Wenn das Wort Gottes der Sohn ist, dann ist Johannes Glauben darin begründet, dass das Wort Gottes Heil wirkt, wenn es gesucht und gepredigt wird. Denn die Predigt ist die sichtbare Suche, und jeder mag feststellen, dass ein Lehrer solcherart am meisten offen ist, denn Sinn hinter den Worten zu verstehen, also durch das Wasser zum Geist zu gelangen.
Öffentlichkeit ist ein weiteres Mermal. Das Licht ist auch das Öffentliche. Es gibt keine Barriere, und vor allem keine dunklen Kammern. Das Wort Gottes will nicht im Verborgenen gelehrt oder studiert werden, sondern es will zum Licht der Welt werden.
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Mt 3,17 Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!
Mk 1,11 Und eine Stimme erscholl aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!
Lk 3,22 und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabstieg und eine Stimme aus dem Himmel
erscholl: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen!
Joh 12,28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine
Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn wiederum verherrlichen! 29 Das Volk nun, das dabeistand und
solches hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet.
30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme erschollen, sondern um euretwillen.
31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;
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