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Chronologie

© elcappuccino - last update: März 2005

Die Sintflut

Untersuchung der Sintflutgeschichte, Textstrukturen, kalendarische Hinweise und ein eschatologischer Bezug zum Buch Daniel

Einführung
Masoretische Chronologie
Integrale Chronologie
Israel und Assyrien
Der Fall Jerusalems
Josia und Necho
Der Sothiszyklus
Die Richterzeit
Zeitspannen in der Bibel
Sintflut

                                              
                                

Vorwort

          zum Inhalt


Die biblische Sintflut wurde viel untersucht. Man hat in ihr den Bericht einer tatsächlichen Sintflut vermutet, da es ja in sehr vielen kulturen Sintflutberichte gibt. Man hat aber mit wenig Erfolg bisher eine grossregionale Sintflut nachweisen können, welche inhaltlich und chronisch einem der möglichen Auslegungen der Bibel entspricht.
Immerhin wurden grosse Ablagerungen von Flutschwemmen im Euphrat/Tigrisgebiet gefunden, welche auf eine vorsumerische Zei hindeutet. Das, was wir heute die Sumerische Ziivilisation nennen, entstand quasi auf der Wiedereroberung des Zweistromlandes, und Sumer scheint direkt das Produkt dieser Rekultivierung zu sein.
Hier will ich mich auf die Funktion der Sintflut innerhalb der Bibel selbst und seiner Bedeuung für den nachexilischen Judaismus beschränken. Es ist unverkennbar, dass der biblische Bericht sich an die nahöstlichen Sintflutepen anlehnt, aber doch eigene Strukturen aufweist. Wenn wohl teile des biblischen berichts alt sind, und man eine Tontafel als deren Träger betrachten darf, fällt doch auf, dass an der Form dieses Berichts gewiss noch im 6.Jh. BC gearbeitet wurde, so dass wir es kaum mit eine Dokument zu tun haben, dass den Bedürfnissen in vorisraelitischer Zeit gerecht wird.

Die Sintflut ist im biblischen Bericht das Bild einer Kulturzerstörung, eine göttliche Reinigungsaktion. Dies kommt auch in akkadischen Erzählungen zum Ausdruck. Dieses Element wird von den Zeitgenossen des Exils aufgenomen, denn diese erlebten ja die Zerstörung ihrer Kultur, des Tempels, der Stadt, und bauten auf diesem Grund ihre neue Schriftkultur der Torah auf. Im Zusammenhang mit dem BdE weiter unten werden wir eine fast schon zwingende Konvergenz zwischen Chronik, Erzählung und jüdischer Jahresrechnung zu dieser Behauptung finden.
Die Datierung der Sintflut selbst, vom Tag der Schöpfung an gerechnet, ist selbst Gegenstand der Betrachtung. Nach dem masoretischen (hebräischen) Text, welcher weitgehend in die verbreiteten Übersetzungen übernommen wurde fällt das Jahr der Flut ins Jahr 1656. Diese Zahl allein hat ihre eigene Symbolik, da ein Kehrwert davon: 1344 direkt auf den BdE verweist. Es wird zu zeigen sein, dass die Sintflut auch zentrales Element in der Kabbala der esoterischen Schrift bildet.
Der Sintflutbericht entpuppt sich sodann als chronisches Herzstück, indem in ihm Kalenderprinzipien angedeutet sind, nicht zuletzt der Lunisolarkalender, der ja mit dem Exil übernommen wurde.

 

Der Sintflut-Text

zum Inhalt

Der Text allgemein

Parallelle Textanlage

Der Sintflutbericht im 6. und 7 Kapitel ist die erste ausführliche Erzählung. Sie überwiegt im vergleich dazu jeden der Schöpfungsberichte (35 Verse und 21 Verse), den Sündenfall (24 Verse) oder den Brudermord (16 Verse). Der Bericht erstreckt sich über mehrere Kapitel mit dem Versvolumen: 22 Verse, 24 Verse, 22 Verse und 17 Verse. Ab Kapitel 9,18 ist es fraglich, ob man den Fluch Kanaans auch in Kontext des Berichts lesen will oder nicht.
Der Sintflutbericht ist also ein ersten Gegengewicht zur Schöpfung bis Brudermord, und wird durch die Toledot vom ersten getrennt, ist aber wieder durch eine eigene Toledot von der Geschichte Abrahams getrennt.

Es lässt sich der Text wie folgt generell, aber nicht nach Versvolumen gegenüberstellen.

erster Block zweiter Block
1-35 erster Schöpfungsbericht1-22 der Beschluss und Auftrag an Noah
36-56 zweiter Schöpfungsbericht 23-56 Noah während der Flut
57-80 der Sündenfall57-83 Noah Auszug aus der Arche, sein Opfer
81-96 der Brudermord84-93 Noah verflucht Kanaan
97-102 Kains Nachkommen94-115 Die Völkertafel
102-106 Lamechs Rede116-124 Der Turm von Babel
107-138 Adam bis Noah (Chronik)125-157 Noah bis Abraham (Chronik)

Die Anlage ist nicht in jedem Punkt streng parallel, ist aber durchaus so erkennbar. Der Text ab dem Sintflutbericht erscheint also als formale Wiederholung des ersten grossen Blocks.
Ich weiss jetzt von dieser Struktur her keine überzeugende Aussage abzuleiten. Ich bin durch den Baum der Erkenntnis an Textparallele nach Versanzahl gewöhnt. Hier aber erscheint mir ein angleichen der Blöcke, oder die Definition anderer Trennstellen etwas willkürlich. Bemerken wir hier vieleicht, dass eine Lektion stattfindet in der Torah, die uns generell an das Erkennen von strukturellen Parallelen aufmerksam machen will, die ja jedem Entdeckung des Baumes der Erkenntnis vorausgehen muss.
Einen Punkt will ich besonders Markieren. Der Sündenfall steht in diesem Schema parallel zu Noahs Auszug, seinem Bund und seinem Altar. Während der Sündenfall ursprünglich ein Sakrileg wider das Nahrungsgebot war (Siehe dazu Milch und Honig) da das Leben nicht Gegenstand der Nahrung sein durfte, haben wir beim Bund Noahs wider das gleiche Thema. Hier wird aber ausdrücklich sanktioniert, dass der Mensch Tiere zum essen tötet. Während im Sündenfall ein Konzept verlassen wird, und der Baum der Unterscheidung neu interpretiert wird in einen Baum der intelektuellen Erkenntnis, liegt die Bund Noahs zugrunde, dass man nicht zum alten Konzept zurückkehren will. Dies ist besonders bedeutsam aus der Optik des Exils, als es darum geht, einen neuen Tempel und Opferdienst aufzubauen.

Parellelle Texte

Die Tora (Pentateuch) ist ein Beispiel paralleler Textfixierung über das Symbol des Baumes der Erkenntnis.
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Bibeltext

Textgrundlage ist Luther 1545,
LXX Rahlf's edition
LXXE Brenton's Englische Übersetzung
BHM Ben Ascher

The Bible text designated LXX is The Greek Septuagint edited by Alfred Rahlfs. Text prepared and corrected by Dr. Maurice Robinson. Verse synchronization by Stephen Long. Zitat Online Bible

LXXE und LXX (Rahlfs) weichen voneinander ab. Kritische Stellen können hier nur ungenügend diskutiert werden

Im unten folgenden relevanten Text wurden Stellen fettmarkiert, die im Laufe meiner Besprechung eingang in Berechnungen findet. Textvarianten wurden notiert, wo sie solche Textpartien berühren.

Achtung griechische und hebräische Fonts:
fonts.zip enthält die von online-bible verwendeten Schriften.

Genesis 6.Kapitel (Fortsetzung)

9. Dies ist das Geschlecht Noahs: Noah war ein frommer Mann und ohne Wandel und führete ein göttlich Leben zu seinen Zeiten. 10. Und zeugete drei Söhne, Sem, Ham, Japheth.
11. Aber die Erde war verderbet vor GOttes Augen und voll Frevels. 12. Da sah GOtt auf Erden, und siehe, sie war verderbet; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbet auf Erden. 13. Da sprach GOtt zu Noah: Alles Fleisches Ende ist vor mich kommen, denn die Erde ist voll Frevels von ihnen; und siehe da, ich will sie verderben mit der Erde.
14. Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern drinnen und verpiche sie mit Pech inwendig und auswendig. 15. Und mache ihn also: Dreihundert Ellen sei die Länge, fünfzig Ellen die Weite und dreißig Ellen die Höhe. 16. Ein Fenster sollst du dran machen, oben an, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und soll drei Boden haben, einen unten, den andern in der Mitte, den dritten in der Höhe.
17. Denn siehe, ich will eine Sintflut mit Wasser kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin ein lebendiger Odem ist unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 18. Aber mit dir will ich einen Bund aufrichten; und du sollst in den Kasten gehen mit deinen Söhnen, mit deinem Weibe und mit deiner Söhne Weibern.
19. Und du sollst in den Kasten tun allerlei Tiere von allem Fleisch, je ein Paar, Männlein und Fräulein, daß sie lebendig bleiben bei dir. 20. Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art: von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, daß sie leben bleiben. 21. Und du sollst allerlei Speise zu dir nehmen, die man isset; und sollst sie bei dir sammeln, daß sie dir und ihnen zur Nahrung da seien.
22. Und Noah tat alles, was ihm GOtt gebot.

Das 7. Kapitel

1. Und der HErr sprach zu Noah: Gehe in den Kasten, du und dein ganz Haus; denn dich habe ich gerecht ersehen vor mir zu dieser Zeit. 2. Aus allerlei reinem Vieh nimm zu dir je sieben und sieben, das Männlein und sein Fräulein; von dem unreinen Vieh aber je ein Paar, das Männlein und sein Fräulein. 3. Desselbengleichen von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben, das Männlein und sein Fräulein, auf daß Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden. 4. Denn noch über sieben Tage will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles, was das Wesen hat, das ich gemacht habe. 5. Und Noah tat alles, was ihm der HErr gebot. 6. Er war aber sechshundert Jahre alt, da das Wasser der Sintflut auf Erden kam. 7. Und er ging in den Kasten mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seiner Söhne Weibern vor dem Gewässer der Sintflut. 8. Von dem reinen Vieh und von dem unreinen, von den Vögeln und von allem Gewürm auf Erden 9. gingen zu ihm in den Kasten bei Paaren, je ein Männlein und Fräulein, wie ihm der HErr geboten hatte.
10. Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden.
11. In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noah, am siebzehnten Tag des andern Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels,
(LXXE) ¶ In the six hundredth year of the life of Noe, in the second month, on the twenty-seventh day of the month, on this day all the fountains of the abyss were broken up, and the flood-gates of heaven were opened.
(LXX) tou deuterou mhnov ebdomh kai eikadi tou mhnov

12. und kam ein Regen auf Erden, vierzig Tage und vierzig Nächte. 13. Eben am selben Tage ging Noah in den Kasten mit Sem, Ham und Japheth, seinen Söhnen, und mit seinem Weibe und seiner Söhne dreien Weibern; 14. dazu allerlei Tier nach seiner Art, allerlei Vieh nach seiner Art, allerlei Gewürm, das auf Erden kreucht, nach seiner Art und allerlei Vögel nach ihrer Art alles, was fliegen konnte, und alles, was Fittiche hatte. 15. Das ging alles zu Noah in den Kasten bei Paaren, von allem Fleisch, da ein lebendiger Geist innen war 16. und das waren Männlein und Fräulein von allerlei Fleisch und gingen hinein, wie denn GOtt ihm geboten hatte. Und der HErr schloß hinter ihm zu.
17. Da kam die Sintflut vierzig Tage auf Erden; und die Wasser wuchsen und huben den Kasten auf und trugen ihn empor über der Erde. 18. Also nahm das Gewässer überhand und wuchs sehr auf Erden, daß der Kasten auf dem Gewässer fuhr. 19. Und das Gewässer nahm überhand und wuchs so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. 20. Fünfzehn Ellen hoch ging das Gewässer über die Berge, die bedeckt wurden. 21. Da ging alles Fleisch unter, das auf Erden kreucht, an Vögeln, an Vieh, an Tieren und an allem, das sich reget auf Erden, und an allen Menschen. 22. Alles, was einen lebendigen Odem hatte im Trocknen, das starb. 23. Also ward vertilget alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis auf das Vieh und auf das Gewürm und auf die Vögel unter dem Himmel: das ward alles von der Erde vertilget. Allein Noah blieb über, und was mit ihm in dem Kasten war.
24. Und das Gewässer stund auf Erden hundertundfünfzig Tage.

Wir erkennen zwei Blöcke 7.10-16 und 7.17-23 zu je sieben Versen (der letzte Vers seltsam ausserhalb dieser Form). In beiden Blöcken sind chronische Daten mit dem erzählerischen Unterschied: der erste Block schildert die Innenansicht, der zweite Block die Aussenansicht.
Wenn wir verstehen, dass die Sintflut eine Vertilgung der Schöpfung ist, so wollen wir hier doch lokale Parallelen wagen. Ich beziehe mich auf die erste Gegenüberstellung und gebe nur die Versnummer relativ an.

Der erste Block liegt parallel zu 2.1-7: beinhaltend die Segnung des siebten Tags und die Schaffung des Menschen.
Der zweite Block liegt parallel zu 2.8-14: beinhaltend die Pflanzung des Gartens und die beschreibung der vier Paradiesströme.

Eine Auslegung zu wagen ist an diesem Punkt leicht. Nur stellt sich die Frage, wieviel Intention im Detail vorhanden ist. Ich neige dazu (in Rücksicht auf den BdE) diese Intention zu erwägen, dass also die vier Paradiesströme, die ja hier als Ausfluss des ersten Regens gelesen werden, durchaus in der alles vernichtenden Flut des zweiten Abschnitts ihre andere Lesart finden.

Das 8. Kapitel

1. Da gedachte GOtt an Noah und an alle Tiere und alles Vieh, das mit ihm in dem Kasten war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen.
(LXXE) ¶ And God remembered Noe, and all the wild beasts, and all the cattle, and all the birds, and all the reptiles that creep, as many as were with him in the ark, and God brought a wind upon the earth, and the water stayed.
2. Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopfet samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel ward gewehret.
3. Und das Gewässer verlief sich von der Erde immer hin und nahm ab nach hundertundfünfzig Tagen.
4. Am siebzehnten Tage des siebenten Mondes ließ sich der Kasten nieder auf das Gebirge Ararat.
(LXX) kai ekayisen h kibwtov en mhni tw ebdomw ebdomh kai eikadi tou mhnov epi ta orh ta ararat
(LXXE beliebt hier 17 zu übersetzen im Widerspruch zu Rahlfs Text)

5. Es verlief aber das Gewässer fortan und nahm ab bis auf den zehnten Mond. Am ersten Tage des zehnten Mondes sahen der Berge Spitzen hervor.
(LXX) to de udwr poreuomenon hlattonouto ewv tou dekatou mhnov en de tw endekatw mhni th prwth tou mhnov wfyhsan ai kefalai twn orewn

6. Nach vierzig Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten, das er gemacht hatte, 7. und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und wieder her, bis das Gewässer vertrocknete auf Erden. 8. Danach ließ er eine Taube von sich ausfliegen, auf daß er erführe, ob das Gewässer gefallen wäre auf Erden. 9. Da aber die Taube nicht fand, da ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder zu ihm in den Kasten; denn das Gewässer war noch auf dem ganzen Erdboden. Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in den Kasten. 10. Da harrete er noch andere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. 11. Die kam zu ihm um Vesperzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug's in ihrem Munde. Da vernahm Noah, daß das Gewässer gefallen wäre auf Erden. 12. Aber er harrete noch andere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen, die kam nicht wieder zu ihm. 13. Im sechshundert und ersten Jahr des Alters Noahs, am ersten Tage des ersten Monden, vertrocknete das Gewässer auf Erden. Da tat Noah das Dach von dem Kasten und sah, daß der Erdboden trocken war.
14. Also ward die Erde ganz trocken am siebenundzwanzigsten Tage des andern Monden.
(BHM) Ura:h hsby sdx:l Mwy Myrve:w hebs:b yns:h sdx:b:w
(LXX) en de tw mhni tw deuterw ebdomh kai eikadi tou mhnov exhranyh h gh
(LXXE) And in the second month the earth was dried, on the twenty-seventh day of the month.

15. Da redete GOtt mit Noah und sprach: 16. Gehe aus dem Kasten, du und dein Weib, deine Söhne und deiner Söhne Weiber mit dir. 17. Allerlei Tier, das bei dir ist, von allerlei Fleisch, an Vögeln, an Vieh und an allerlei Gewürm, das auf Erden kreucht, das gehe heraus mit dir; und reget euch auf Erden und seid fruchtbar und mehret euch auf Erden. 18. Also ging Noah heraus mit seinen Söhnen und seinem Weibe und seiner Söhne Weibern; 19. dazu allerlei Tier, allerlei Gewürm, allerlei Vögel und alles, was auf Erden kreucht, das ging aus dem Kasten, ein jegliches zu seinesgleichen. 20. Noah aber bauete dem HErrn einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Gevögel und opferte Brandopfer auf dem Altar. 21. Und der HErr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebet, wie ich getan habe. 22. Solange die Erde stehet, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

Zunächst die Abweichungen in den Zeiten:
Die Form eikadi (insgesamt 14 Vorkommen im AT) wird in alle anderen Fällen der Bibel in der LXX als 20 aufgefasst, vielleicht handelt es sich um eine Vorform des heutigen eikosi für die Zahl 20.
Ausgehend von Rahlfs Version haben wir also zwei wichtige Abweichungen in den Zeiten, wobei jeweils eine Verschiebung stattfindet um 10 Tage, einmal beim Beginn der Sintflut, einmal beim Berg Ararat. Diese Umdeutung durch die LXX muss einen Grund haben, der gedeutet werden will.
Nach der Fassung der LXX finden Anfang und Ende am gleichen Jahrestag statt. Dies impliziert eine Jahresform. Nach dem MT Text ist dies nicht der Fall. Der Beginn ist der 17.2. Das Ende der 27.2.

Der Text soll nun untersucht werden, ob Zeiten darin sich auf eine einfache Weise auf der Grundlage eines bestehenden Kalenders deuten lassen (Mondjahr Sonnenjahr, ev. Schaltjahrregel).
 

Kalenderkonzepte im Bericht

zum Inhalt
 

Verschiedene Schichten

Es wurde schon von anderen Autoren festgestellt, dass die chronischen Daten im Bericht verschiedenen Schichten verraten. So gehört eine Angabe wie der 17.2. Monats zum gleichen Konzept wie die Angaben im Exodus.
Eine andere Herkunft hat aber die Angabe über 150 Tage, in welchen man 5 Monate erkennen kann.

Hier wird ein Konzept für einen Lunisolarjahr vorgestellt, was wohl nicht zum ältesten Textbestand gehört. Die Angaben in der Form 17.Tag des 2.Monats stammen aus dem 6.Jh. BC.

Wir wissen noch nicht, ob mit dem erste Monat der Nissan oder der Tischri gemeint ist oder keins von beiden. Um die Untersuchung möglichst allgemein zu halten, möchte ich mich deshalb für zwischendaten nicht auf Monatsdaten festlegen, sondern die Tage nummerieren.
So sei der erste Tag des ersten Monats der Tag 1.
Da sowohl der Tischri wie auch der Nissan nach dem hebräischen Mondkalender 30 Tage haben unabhängig von Schaltjahren, ist der 1.2. der Tag 31, der 17.2. also der Tag 47.

Für den Lunisolarkalender gilt folgende Regel:

  • Normaljahr 354 (355) [353] Tage:
    Nissan: 30 - 29 - 30 - 29 - 30 - 29
    Tischri: 30 - 29 (30) - 30 [29] - 29 - 30 - 29
    17.2. ist Tag Nr. 47
    17.7. ist Tag Nr. 194
    1.10. ist Tag Nr. 267 (268) [266]
    1.1. ist Tag Nr. 1/355 (1/356) [1/354]
    27.2. ist Tag Nr. 57/411 (57/412) [57/410]
  • Schaltjahr 384 Tage:
    Nissan: 30 - 29 - 30 - 29 - 30 - 29
    Tischri: 30 - 29 (30) - 30 [29] - 29 - 30 - 30 - 29
    17.2. ist Tag Nr. 47
    17.7. ist Tag Nr. 194
    1.10. ist Tag Nr. 267 (268) [266]
    1.1. ist Tag Nr. 1/385 (1/386) [1/384]
    27.2. ist Tag Nr. 57/441 (57/442) [57/440]

Daten, die dem Text entnommen wurden, erscheinen fett.
194 {224} in Klammer eine andere Interpretation wo der 1. Monat der Tischri wäre.
 

Code waswann nach MT
Tag Nr. / Datum
LXX
Tag Nr. / Datum
ANoah geht in die Arche  40 / 10.2.50 / 20.2.
Bder Beginn der Sintflut 40 Tage7 Tage nach A 47 / 17.2.57 / 27.2.
CEnde der 40 Tage Regen, Beginn der 150 Tage stehendes Wasser40 Tage nach B 8797
Dam 17.7. auf dem Berg Ararat  194 {ca.224} / 17.7.194 {ca.224} / 17.7.
EEnde der ersten 150 Tage, Beginn der 150 Tage abnehmender Wasser150 Tage nach C
LXX 150 nach B
237207
FSpitzen der Berge am 1.10. sichtbar 267+/-1 {ca.297}/ 1.10.267+/-1 {ca.297}/ 1.10.
GEnde der 150 Tage abnehmenden Wasser150 Tage nach E 387357
HNach 40 Tagen tat Noah das Fenster auf an dem Kasten Raben und Taube 40 Tage nach G 427397
ITaube, Ölblatt 7 Tage nach H 434404
JTaube kommt nicht mehr zurück 7 Tage nach I 441411
KIm 601. Jahr des Alters Noahs, am 1. Tage des 1. Monden, vertrocknete das Gewässer auf Erden   Mond: 355 Schalt: 385
Sonne: 366
1.1.
LAlso ward die Erde ganz trocken am 27. Tage des andern Monden   Mond: 411 Schalt: 441
Sonne: 422
27.2.


Die Zeilen D und F zeigen Alternativen, je nach dem der erste Monat ein Tischri oder ein Nissan Schaltjahr wäre. Die Zeilen K und L zeigen für mögliche Tagesnummern drei Varianten für ein Mond- Mondschaltjahr oder ein Sonnenjahr.

Erwägen wir ein Schaltmondjahr, dann sehen wir, dass Ereignis J ubd Ereignis L zusammenfallen. Ferner fallen die vertrockneten Wasser des 1.1. ungefähr mit derm Ende der zweiten 150 Tage Periode zusammen. Wurde also der Sintflut in Rücksicht auf einen Mondkalender geschrieben in der Annahme, das Jahr der Sintflut sein ein 354 Tage Jahr mit zusätzlichem Schaltmonat zu 30 Tagen? Dann müssen wir entweder die Redaktionszeit des Berichts in die Nähe des Babylonischen Exils verschieben, oder eine Mondjahr Praxis mit Schaltmonaten sehr frühe annehmen (was von der Forschung eher abgelehnt wird).

LXX

Wir haben keine andere Wahl aufgrund dieser Daten, wenn wir überhaupt eine Konsistenz herstellen wollen. Nehmen wir aber mal an, die suggerierte Schaltmonatspraxis sei damals schon nicht akteptabel gewesen zur Zeit Mose. Lesen wir nun die Variante der LXX mit einem Beginn der Sintflut am 27.2.
Alle Daten (Tagnummern) verschieben sich nun um 10 Tage. Unterschlagen wir nun die ersten 40 Tage so ergibt sich eine Konsistenz für ein normales Mondjahr ohne Schaltmonat (also historisch plausibel). Mit anderen Worten, alle Daten sind konsistent auf ein Mondjahr, nur unterstellen sie verschiedene Voraussetzungen. Die LXX würde die Noahgeschichte als historisch möglich lesbar machen, während sie unter dem Material des MT-Textes als sehr moderne 'Berechnung' zu interpretieren ist, welche den Mondschaltmonat kennt. Man könnte auch sagen, die LXX Version (ein Werk von Kabbalisten) vermeidet es, die kalendarische Funktion der Sintflut in der Gegenwart des Exils offen darzustellen.

Nun gibt es aber noch weitere Punkte in der Chronologie zu beachten. Besonders hervorgehoben wird das Erreichen der Ararat Höhe. Da in keinem Fall dies Ereignis nach der 150 Tage Periode des Wasseranstiegs, ist hier wohl die Meinung, dass damit alles Land bedeckt wird. Die Wasser hören nicht unmittelbar auf zu steigen, so dass kaum der Sinn sein kann, die Arche sei auf dem Ararat geankert. Auch steht in der Nissan-Variante der Wendepunkt zwischen den zwei 150-Tage Perioden in etwa in der Mitte zwischen dem Ararat Vers und dem wieder sichtbar Werden der Bergspitzen.
Nach dem jüd Kalender zählt der 9. Monat 30 Tage im Normaljahr. Damit fällt der Wendepunkt der 150 Tage Fristen auf einen Monatsbeginn (ca. Neumond).

Was machen wir mit den exakten Daten (17.1. , 1.10. etc.). In welchem Sinne ist es bedeutungsvoll, dass hier ein Datum gegeben wird? Daten machen dann Sinn, wenn sie etwa ein Festdatum darstellen, so wie etwa der 15. Nissan als das Passa. Egal, ob wir nun ein Nissan oder ein Tischrijahr annehmen, keines der hier vorliegenden Daten trifft ein bekanntes jüdisches Datum. Nur der 17.7. würde als Tischri gedeutet in das Hüttenfest fallen. Ferner gilt der 18. Iyar als Lag-ba-Omer als Festtag, ein Tag nach dem beginn der Flut (bei einem Nissanjahr).

Wir haben also zwei Referenzen auf ein Mondjahr und ein Lunisolarjahr gefunden, wobei das Lunisolarjahr im gesamten Text konsequenter verankert scheint. Zum Beispiel finden wir das Mondschaltjahr auch im Bau der Arche indiziert:
Länge Breite Höhe = 300 + 50 + 30 = 380
3 Etagen eine Tür und ein Fenster = 5 >>> 385
Es ist nicht anzunehmen, dass ein Tischler im Freifach einen Holzernen Kasten in der grösse eines modernen Hochseetankers baute. Vielmehr ist hier ein Zimmermannssohn gefragt, der den Text auslegen kann. Noah baut symbolisch die neue astronomische Ordnung auf der sich sein Bund begründet, und dieser weist auf einen Lunisolarkalender hin.

weitere Konzepte

Im ursprünglichen Text aber scheint auch ein anderer Kalender zugrundezuliegen:
40 + 150 + 150 + 40 + 7 + 7 = 394.
Berücksichtigt man nun noch die Monatsfrist vom 17.2. auf den 27.2 welche unter der Variation von 27.2 in LXX auf folgendes hindeutet: Ein Monat Unterschied zwischen Anfang und Ende. Dann liegt bei umgekehrtem Vorzeichen dieser Verschiebung ein Sonnenjahr zu Grunde: 365 Tage plus ein Monat.
Ob diese Textform aber vor der Redaktion der Torah bestand, ist fraglich. Man darf aber die Kaledarischen Hinweise nicht einfach aus dem "Urtext" entfernen. So ist in den 150 Tage Fristen ein 30er Monatszyklus angedeutet. (oder ein 50er Halljahrzyklus?).

17.2. + 150 Tage = 17.7. Ararat
17.7. + 150 Tage = 17.12. erstes Taubenaussenden.
Wenn man nun die 7 Tage fristen hnzunimmte:
24.12. Taube kommt mit Ölblatt.
1.1. Taube kommt nicht mehr zurück, Wasser vertrocknet, Noah entfernt das Dach.

Ich abstahiere hier die 40 Tage Fristen (sie seien in den 150 Tagen jeweils enthalten) am 47. Tag beginnen die 2 mal 150 Tage gefolgt von zwei mal 7 Tagen.
Dies ergibt 46 plus 300 plus 14 = 360 Tage = 12 mal 30 Tage. ein solches 360er Schema kennen wir aus der Offenbarung und aus den ersten 3 1/2 Generationen Adam bis Kainan
(130 + 110 + 90 + 35 = 360).
Es deutet aber direkter auf einen ägyptischen Kalender hin, wobei 12 Monate zu 30 Tagen mit 5 Epagomenen vorliegen. In diesem Fall wären diese Epagomenen im Einzigen Monat anzusiedeln, der in dieser Rechnung nicht stört: zwischen dem 1. und 2. Monat. Dies zeigt, dass die Kalenderdaten keineswegs unbedingt aus späterer Hand stammen müssen. Diese anderen Formen sind aber nicht so ohne weiteres rekonstruierbar.

Die Jahre Noahs

Es wird erwähnt "im 600. Jahr Noahs" zu beginn der Sintflut und am 1.1. des nächsten Jahre im 601. Jahr Noahs.
Dies ermöglicht dreierlei:
- Es handelt sich um Nissanjahre
- Es handelt sich um Tischrijahre
- Es handelt sich um die reellen Jahre Noahs
Das einzige, was wir daraus schliessen können, ist, dass der Jahreswechsel nicht zwischen dem 1.1. und dem 17.2 liegt. Und dies ist bedeutsam in Bezug auf die oben erwähnte ägyptische Lösung, welche nur in eben dieser Frist Epagomene zulässt.

364 Tage Kalender

Mit Qumran, Jubiläen und dem Henochbuch steht uns eine Literatur zur Verfügung, die eine gänzlich andere Interpretation von Sintflut und Kalender kennt, damit auch einen Unterschied zur pharisäischen Intention markiert. Die Praxis eines 364 Tage Jahres darf weder als Sonnenjahr noch als Mondjahr aufgefasst werden. Sondern dieser Kalender baut auf der symbolischen 7 auf, da ein Jahr immer am gleichen Wochentag beginnt (damit auch die Feste). Diese Auffassung zeigt ein allgemeines Bedürfnis, gleiche Anlässe gleich zu markieren. Der Begriff Sabbat wird dadurch gestrafft und fassbar gemacht. Die Literatur ist nun aber zu wenig aufschlussreich, die Handhabe eines solchen Kalenders über lange Zeit darzulegen. Unweigerlich wird auch dieses Konzept zu Schaltwochen greifen müssen. Dies wird mehrheitlich angenommen auch wenn eine bestimmte Praxis bis heute nicht dokumentiert wird.

Es folgt nun ein Ausschnitt aus der Qumranliteratur, der die Auffassung demonstrieren soll.

Ein Genesis-Florilegium (4Q252) (unvollständig)

Spalte 1

(1) im vierhundertundachtzigsten [Jah]r von Noahs Leben kam ihr (der gottlosen Menschheit) Ende für Noah. Und Gott
(2) [sa]gte: "Mein Geist wird nicht für immer unter den Menschen wohnen", und so wurden ihre Tage festgelegt (auf) einhundertundzwanzig
(3) [Jah]re, bis zu der Zeit der Wasser der Flut. Nun waren die Wasser der Flut auf der Erde, beginnend mit den sechshundertsten Jahr
(4) von Noahs Leben. Im zweiten Monat, am Sonntag dem 17., genau an diesem Tag,
(5) brachen alle Quellen der großen Tiefen auf, und die Fenster des Himmels wurden geöffnet. So regnete es auf
(6) der Erde für vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum 26. des dritten
(7) Monats, [ein] Donnerstag. Die W[as]ser stiegen über die [E]rde für einhundertundfünfzig Tage,
(8) bis zum 14. des siebten Monats, [ein] Diens[tag]. Und am Ende der einhundert-
(9) undfünfzig Tage gingen die Wasser zurück, zwei Tage lang, Mittwoch und Donnerstag, und am Frei-
(10) tag ließ sich die Arche am Berg Ararat nieder - am 17. [Tag] des siebten Monats.
(11) Nun nahmen die Wasser [weit]er bis zum [zehn]ten Monat ab. Am ersten dieses Monats, [einem] Mittwoch,
(12) wur[den] die Spitzen der Berge sichtbar. Vierzig Tage nach der Zeit, als die Spitzen der Be[rge] sichtbar wurden,
(13) [öffn]ete Noah das Fenster der Arche. Am Sonntag, das ist der 10.
(14) des el[ften] Monats, sandte [Noah] die Taube aus, um zu sehen, ob die Wasser zurückgegangen waren, aber sie fand keinen
(15) Platz, um sich niederzulassen, und so kehrte sie zu ihm [in die A]rche zurück. Dann wartete er sieben we[itere] Tage
(16) und sandte sie noch einmal aus, und sie kehrte zu ihm zurück mit einem frischen Ölzweig in ihrem Schnabel. [Dies war am] vier[undzwanzigsten]
(17) des elften Monats, am Sonnta[g. Darum wußte Noah, daß die Wasser zurückgegangen waren]
(18) auf der Erde. Am Ende von sieben weit[eren] Tagen [sandte Noah die Taube aus, aber
(19) nicht] kehrte sie wieder zurück. Dies war der e[rste] Tag [des zwölf]ten Monats, [ein Sonntag].
(20) Am Ende von einund[dreißig Tagen von dem Tag an, an dem er sie ausgesa]ndt hatte, als sie nicht w[ieder]-
(21) kam, waren die Wa[sser auf der Erde] vertrocknet. Dann entfernte Noah die Luke der Arche
(22) und sah sich um, und in der Tat, [die Wasser waren vom Erdboden verschwunden], am ersten Tag des ers[ten] Monats,

Spalte 2

(1) im sechshundertundersten Jahr von Noahs Leben. Und am 17. des zweiten Monats
(2) war die Erde völlig trocken. Am Sonntag, an dem Tag, an dem Noah aus der Arche herausging, vollendete sich so ein volles
(3) Jahr von dreihundertundvierundsechzig Tagen. Am Sonntag, in dem siebten
(4) - eins und sechs -, ging Noah aus der Arche heraus zur bestimmten Zeit, einem vollen
(5) Jahr. - Dann erwachte Noah von seinem Wein und wußte, was sein jüngster Sohn
(6) ihm angetan hatte, und er sagte: "Verflucht sei Kanaan; er soll der geringste Sklave seiner Brüder sein. " Nicht
(7) verfluchte er Ham, sondern im Gegenteil dessen Sohn, weil Gott schon Noahs Söhne gesegnet hatte: "Und sie werden in den Zelten von Schem wohnen."
(8) Er gab das Land Abraham, seinem Freund. - Und Tharah war einhundertundv[ie]rzig Jahre alt, als er
(9) [das] Ur der Kaldäer verließ und nach Haran kam. Und Ab[ram war si]ebzig, und Abram
(10) lebte in Haran für fünf Jahre, und nachdem [Abram] sich aufmachte [nach dem] Land Kanaan, (lebte Tharah) [fünfundse]chzig [Jahre ...]
(11) die Färse und der Widder und die G[eiß ...] Abraham zu Gott ...
(12) das Feuer, als er überquerte ...
(13) Ab[ram] hinauszuziehen [in das Land] Kanaan ...

Auszug aus "Jesus und die Urchristen" von Robert Eisenman und Michael Wise (C.Bertelsmann, 1993)

Kommentar:

Aus (4)-(7) lässt sich schliessen: der zweite Monat hat 30 Tage.
aus (7)-(11) ergibt sich, dass die 150 Tage Periode vom 17.2. an gerechnet wird. 153 Tage vom 17.2. bis 17.7. nötigt aber zu einer Abfolge von Monaten zu 31 und 30 Tagen.
Im weiteren aber macht der Text keine originalen Angaben mehr. Ja er bringt in Spalte zwei noch eine zum MT Text abweichende Feststellung: am 17.2. des zweiten Jahres
Nun decken sich hier jeweil der Sonntag des ersten Jahres und der Sonntag des zweiten Jahres jeweils als 17.2.
Das Jahr hatte 364 Tage (52 Wochen).

Stellt sich noch die Frage, wie die Qumran-Autoren den Wochen-Tag der Sintflut bestimmen konnten: Bei einem starren Wochenplan ist der 17.2. ein Sonntag, ergo der 13.1. auch ein Sonntag (wenn der 1. Monat 31 Tage hat). Das Passah am 14.1. wäre also ein Mondtag. Das steht einigermassen quer zur Annahme, die Hochfeste seien zugleich Wochensabbate.
Interessant ist der Text im Hinblick auf das oben um die Jahre Noahs geschilderte Problem. Im MT Text ist das 601. Jahr Noahs mit dem 1.1. deutlich verbunden. Die hiessige Textgestalt aber nimmt diesen Satzteil in die nächste Spalte und verbindet in mit dem 17.2. wobei dies subtil geschieht.

Dieser Text steht mit anderen Qumrantexten in der Nähe einer Literatur, zur der auch das Buch Jubiläen gehört. Diese Texttradition weicht von der MT Tradition ab, ist auch nicht Deckungsgleich mit der LXX, zeigt aber Verwandtschaft zum Samaritanischen Pentateuch (so etwa Jubiläen in der Genealogie der Patriarchen).
 

Die Sintflut im Baum der Erkenntnis

zum Inhalt


Eine zentrale Idee des BdE. besteht darin, dass Versnummern Jahre nach hebräischer Jahreszählung darstellen. Nun gibt es eine Anordnung, die den Beginn der Sintflut mit einem Vers darstellt, dessen Nummer das Jahr der Zerstörung des Tempels unter Nebukadnetar bedeutet. Die Zerstörung des Tempels (586 im August, 7.Ab siehe 2.Kön.25.7) und die Sinflut werden damit zu Synonymen. Das Jahr 587 vor Christus entspricht dem Jahr 3174.
 

Der Fall Jerusalems

586 oder 587 ?
In esoterischer Sicht müssen wir beide Möglichkeiten berücksichtigen
Meine Untersuchung zum Fall Jerusalems favorisiert aber das jahr 586

10. Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden. 7. Also zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten, 11. Und soll seine Kleider danach ausziehen und andere Kleider anziehen und die Asche hinaustragen außer dem Lager an eine reine Stätte 8. Wenn er seinen Speichel wirft auf den der rein ist, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend.
170 / 1701514 / 1514115 / 2858431 / 3174
11. In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noah, am siebzehnten Tag des andern Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels, 8. dazu das ganze Gesinde Josephs und seine Brüder und das Gesinde seines Vaters. Alleine ihre Kinder, Schafe und Ochsen ließen sie im Lande Gosen. 12. Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nimmer verlöschen; der Priester soll da alle Morgen Holz drauf anzünden und oben drauf das Brandopfer zurichten und das Fett der Dankopfer drauf anzünden. 9. Und der Sattel, darauf er reitet, wird unrein werden.
171 / 1711515 / 1515116 / 2859432 / 3175


Nun ist dieses Ereignis der Tempelzerstörung in anderen Anordnungen etwa synonym zu Sodom und Gomorra gesetzt. Das bedeutet, der BdE berücksichtigt solche wichtige Inhalte. Der BdE. (das heisst die Torah) wurde meiner Ansicht nach 580 verfasst. Dies beantwortet freilich nicht die Frage nach dem 17.2. als Datum, welcher hier auftaucht. Aber eine solch späte Redaktion lässt doch an eine Mondjahrpraxis mit Schaltmonat denken, indiziert durch babylonische Wissenschaft.

Als Datum der Zerstörung ist der 9.Ab überliefert. Dies ist im Nissanjahr fern einem 17. des 2. Monats. Was wir aber noch kennen, das ist am 14. Ijjar das kleine Passa. Die Zerstörung des Tempels als zweites Passa als ein zweiter Auszug?. Dennoch sonderbar, warum wurde dann nicht der 14.2. als Beginn der Sintflut aufgeführt? Das ist also nicht überzeugend.

Der 9. Ab ist der Tag Nummer 127 (30 + 29 + 30 + 29 + 9). Wir finden hier auch keinen Bezug zu den Daten in der Chronologie. Als ein anderes Datum bietet sich der 10.10. an als Zeitpunkt des Belagerungsbeginns im Jahresbeginn 588 v.Chr. In einem normalen Mondjahr wäre dies der Tag Nr. 276 (5x30 + 4x29 + 10). Das liegt 10 Tage neben dem 1.10. dem Tag da in der Sintflut Geschichte die Bergspitzen sichtbar wurden.

Wenn nun kein Sintflut Datum ein überliefertes historisches Datum trifft, gibt es dann gar keine kalendarische Funtion des einen Berichts für den anderen? Wir haben etwas noch nicht erwähnt. Die Chronologie der Sintflut suggeriert ein normales Schaltjahr. Wäre es möglich, dass das Jahr der Tempelzerstörung ein solch normales Schaltjahr wäre? Es ist zwar möglich, zu sagen, welche Jahre als Schaltjahre astronomisch in Frage kommen. Dies belegt aber nur bedingt auch eine solche Praxis, da wir keine Regel überliefert haben für diesen Zeitpunkt. Es wäre eine spekulative Methode, Hillels II Metonzyklus testweise rückwärts zu rechnen (der Metonzyklus gibt Auskunft, welche Jahre aus einer festen Reihe von 19 Jahren als Schaltjahr zu betrachten sind).
 

Zur Beschreibung des BdE empfehle ich folgende Seiten:
Baum der Erkenntnis
Das Beispiel können Sie in bdeonline mit der Nummernsuche mittels BdE Explorer recherchieren.

Schaltjahre sind die Jahre, die bei der Teilung der Jahreszahl durch 19 den Rest 0, 3, 6, 8, 11, 14 oder 17 lassen. (Metonezyklus im hebräischen Kalender). Wenn wir nun diese Regel auf das Jahr der Zerstörung des Tempels anwenden, finden wir folgendes hypothetisches Ergebnis.

176 x 19 = 3173 (der Metonzyklus nr 176 beginnt mit dem Jahr 3173)
Demnach wären folgende Jahre Schaltjahre: 3173, 3176, 3179, 3181, 3184, 3187, 3190

Wir finden also für das Jahr 3175 kein Schaltjahr nach der geforderten Regel vor. Nun überrascht dies nicht besonders, da der Metonezyklus erst später eingeführt wurde, und er hier einen Anachronismus darstellt. Zweitens wäre auch eine Konsistenz noch kein Beleg für eine tatsächliche Handhabe des Schaltjahres im Jahr 3175. Hier sind mir keine Quellen verfügbar, die über eine konkrete Anwendung in dieser Zeit Auskunft geben.

Als Gegenprobe könnten wir den Metonzyklus auf das Jahr der Sintflut anwenden. Das jahr 1653 ist ein Nulljahr des Zyklus. Das Jahr 1656 ist also ein Schaltjahr. Hier finden wir eine Konsistenz. Aber hier wird eine Anwendung eines Metonzyklus noch anachronistischer als sie es im anderen Fall schon war.

Wie genau aber ist ein Metonzyklus, dass er über lange Zeiträume überhaupt verwendet werden darf?
235 synodische Mondmonate sind 19 tropische Jahre, dies ist die Anlage des Zyklus.

235 x 29.530588 d = 6939.688 d
19 x 365,24220 d = 6939,6018 d
Wir haben als pro 19 Jahre eine Differenz von 0,086 Tage, oder pro 1000 Jahre etwa 4,5 Tage Unterschied. Weil hier der Mondzyklus länger ist, bedeutet dies, dass sich im Fortschritt der Zeit das Neujahr am Zyklusbeginn um 4,5 Tage pro 1000 Jahre verspätet***. Auf die Dauer ist es also unerlässlich, dass ein Metonzyklus angepasst wird. Wenn also ein solcher Metonzyklus in Anwendung war, dann Gewiss verschoben zur heutigen Praxis. Mit anderen Worten, eine Anwendung des Metonzyklus auf die interessanten Jahre nach heutiger Regel muss zwangsläufig zu falschen Ergebnissen führen.

    *** Man darf es nach meinen einleitenden Worten mit dieser Angabe nicht genau nehmen. Diese Zahl ist abhängig von heute bekannten Daten und kann bei geringfügig anderen Werten ein anderes Resultat erzeugen. Ein Mondmonat, der einem theoretischen Metonezyklus entspräche, müsste nur 0,00036 Tage (etwa 30 Sekunden) geringer sein. diese Abweichung übehaupt zu messen, dürfte schwierig gewesen sein, so dass man den Metonezyklus als Modell postulieren darf, über dessen Gültigkeit und Unschärfe keine Aussage gemacht werden konnte (wesshalb er auch nicht bestritten werden konnte und sich damit erhalten hat).

Wenn wir also Hillels II Kalenderreform besprechen, so können wir den Metonzyklus als Bestandteil der Reform auffassen. Damit ist aber die Gültigkeit der hebräische Jahreszählung nach einer älteren Tradition nicht angetastet.

Wir haben also keine Möglichkeit, mit heutigen Regeln eine 'Mischna' abzuleiten, welche Sintflut und Tempelzerstörung auch auf der Ebene des Mond-Kalenders in Beziehung setzt. Demnach muss die Funktion des Datumshinweises als Schaltjahr für die Sintflut noch ungeklärt bleiben. Vertiefen wir uns aber noch einmal in den Kontext im BdE.

Ein merkwürdiger Zusammenhang tut sich auf. Arche und Bundeslade haben etwas gemeinsam. Über das Schicksal der Bundelade (die es vielleicht gar nie in der beschriebenen Form gab) schweigt sich die biblische Geschichtsschreibung aus. Die Meinung herrscht aber vor, dass sie spätestens mit der Zerstörung des Temples verloren ging. Anderseits tritt der Nutzen der noahischiten Arche genau mit der Sintflut in Kraft, und der BdE. Scheint hier dies sehr genau darzustellen. Ist dies Zufall oder kaballistischer Hinweis?

Wenn wir die zweite Spalte im BdE Beispiel betrachten, lesen wir vom Begräbnis Jakobs durch Josef und seine Brüder. Die Idee eines Auszugs steht also auch im Kontext, präzisierend das Gleichnis Bundeslade - Arche - um das Attribut Sarg. Oder wenn ich die Geschichte etwas verdichte: ein Heiligtum wird zerstört, ein Mann getötet und in ein Schiff gesetzt. das klingt doch irgendwie nach Osirislegende.

Nun geht aber die Osirislegende nicht in Einklang,mit dem was wir als Sintflutgschichte herauskristalisieren. Osiris wurde nicht mehr unter den Lebenden hergestellt. Vielmehr vertritt Horus diese diesseitige Funktion. Die Arche steht aber für die Wiederherstellung in derselben Dimension. Ob hier das Osiris Gleichnis statthaft ist, ist deshalb fraglich. èberhaupt enstehen durch solch komplexe Aussagen durch Paralleln fast willkürliche Geschichten, vor allem dann, wenn sie auf jede Stelle des BdE. angewandt wird.

Dennoch fragt sich, ob dies and dieser Stelle nicht doch ein Weg wäre, in Rücksicht auf die historische Bedeutung für Israel. Die Arche als Symbol einer Rettung über den scheinbaren Tod, die Zerstörung des Heiligtums hinweg erscheint hier so logisch unter der Annname, dass es tatsächlich eine solche 'Rettung' des Korpus der Priesterschaft gab, wobei wir hier einen Schlüssel zu dieser Frage sehen.

Aber wenn wir so argumentieren, dann müssen wir den Vers, der hier für die Zerstörung des Tempels steht, auch gemäs anderen Anordnungen darstellen, in denen er im BdE. noch auftaucht.
 

Masse und Zeiten

zum Inhalt


Die Masse der Arche betragen 300, 50 und 30 Ellen. Ferner gibt es ein Fenster von einer Elle Grösse, drei Stockwerke und 1 Türe
Zusammengezählt sind dies 300 + 50 + 30 + 1 + 3 + 1 = 385. Das entspricht der Dauer eines Schalt-Mondjahres, wenn man inklusive denkt. Die Masse bestätigen also nicht schlecht die MT-These (Variante).
Genauer betrachtet findet sich dies:
300 = 150 + 150
50 + 30 = 40 + 40

Das zweite gibt doch zu denken. Wir finden hier eine Abweichung um 10, was natürlich an die Abweichhung der LXX vom MT Text erinnern lässt. Bedeutet dies, man solle die Fristen der Sintflut korrigieren?
Wie wäre dies zu interpretieren? Ist die Meinung, dass der Anstige des Wassers, die Regendauer, nicht 40 Tage ist sondern 30 Tage wie die Höhe? Ferner könnte es sein, dass die 40 Tage Periode nachdem Noah das Fester öffnete entsprechend der Breite der Wasser wären? Der Text macht in der Tat einen Unterschied. Die ersten 40 Tage erscheinen im Sinne der Vertikale, die zweiten 40 Tage aber nur im Sinne des Wartens, Höhe und Breite der Arche?

Damit ergäbe sich folgender Ablauf:
7, 30, 150, 150, 50, 7, 7
Lassen wir die ersten zwei Glieder weg, so erhalten wir: 365 (364 um genau zu sein***). Dies erinnert an Henoch der doch 365 Jahre lebte. Er zeugte mit 65 den Methusalah und lebte 300 Jahre danach. Dies passt gut in das Schema mit einem Unterschied, der Zeitpfeil ist vertauscht. (Notabene sind 150 150 50 7 7 die im Genesis Florilegium oben zugrendeliegende Daten).
Die genaue Zahl von 364 Tagen lässt an den Henochschen Kalender denken, oder an eine Kalendervorstellung, wie sie uns aus den Kalenderfragmenten von Qumran entgegentritt. Ein solches Jahr besteht aus viel Jahreszeiten mit 91 Tagen oder einem Jahr mit 52 Wochen. Die konsequente 7er Struktur hat aber im Detail wenig mit den Zeiten der Sintflut gemein.

Henoch erinnert an den Sonnenlauf (365 Tage), Noah aber an den Mondlauf (385 Tage Mondschaltjahr). Aber damit ist es nicht erschöpft. Beide wandelten mit Gott, und dieser Wandel mit Gott erzeugt im BdE. eine Parallel welche wieder Jahreszahlen fördert.
So steht bei Noah's Wandel parallel dazu das Alter von Mose (80) und Aaron (83) als sie vor dem Pharao standen.

Der Bezug auf Henoch suggeriert, dass der Sintflutbericht tatsächlich kalendarisch zu lesen sei.

Am Sintflutbericht gilt es also etwas zu ändern. Den Hinweis erhielten wir durch den Bau der Arche und durch das Gleichnis zu Henoch. Damit wäre ein Sonnenjahr im Ablauf der Sintflut abgebildet wie folgt:

7 Tage
30 Tage
der Beginn des Sonnenjahrzyklus
2 x150 Tage
50 Tage + 2 x 7 Tage
Noah geht aus der Arche
das Ende des Sonnenjahrzyklus.

Natürlich wäre auch die umgekehrte Zeitfolge möglich, da ja der Zeitpfeil verkehrt ist.

Müssen wir annehmen, Noah habe Tiere in die Arche genommen? Es wird unterschieden zwischen gewöhnlichen: diese je paarweise. Als Beispiele für Paarweise Fristen haben wir 40 Tage und 150 Tage.
Von den reinen aber je 7. Es trifft sich, dass er von diesen reinen in Fristen zu sieben Tagen flattern liess. Die Tiere und ihre Eigenart stehen also symbolische für die Eigenart der Fristen.
Demnach wären wir falsch, die Frist von 40 Tagen dem Bau der Arche anzupassen.

Wenn wir die ganzen Ereignisse in Tagen ausdrücken, so kommen wir auf 401 Tage. Das erinnert wiederum an den Aufenthalt in Ägypten, gerechnet von Joseph vor dem Pharao bis zu Moses Flucht. Ägypten als Rettungsboot, rein raus, dies die Synonyme.

Nun stellt sich aber die Frage, wodurch der Sonnenzyklus markiert ist? Man möchte hier an die Tage denken, die die Jahreszeiten eröffnen. Aber wir dürften auch andere Messpunkte überdenken wie etwa den Sothis-Zyklus oder andere Fixsternorientierte Definitionen.

(Abschnitt unvollständig)
 

weitere biblische Querverweise

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Daniel

Mit dem Hinweis auf Henoch hat sich der Bestand biblischer Querverweise nicht erschöpft. Wenn wir den letzten Tag im Sinne des alten Jahres rechnen, erhält er die Tagesnummer 441. Dies sind in siebentage Wochen umgerechnet exakt 63 Wochen.
63 Wochen (62 und eine) sind uns geläufig aus Daniels 70 Wochen. stellt sich nur die Frage, wo wir die restlichen 7 Wochen in der Sintflutperiode orten.
Wiederum lassen sich 63 Wochen aufteilen in 33 (Lea), 16 (Silpa) und 14 (Rahel) Wochen. Die Zahlen entstammen der kleinen Volkszählung. Wo sind die restlichen 7 (Bilha) ?

Damit ergibt sich ein überraschender zusätzlicher Zusammenhang. Oben habe ich das Synonym von Ägypten und der Arche dargestellt als Rettungsboot. Nun heisst es, dass Josef schon in Ägypten war. Aber auf die 14 Söhne Rahels nach dem MT Text angewandt betrifft dies nur deren drei. Benjamin und seine 10 Söhne siedeln mit seinem Bruder über.

In der Abhandlung über die Lüge bin ich der Ansicht, dass Der Apologet Daniel ein rhythmische Zeitanwendung macht im Dienste der Polemik wider die Saduzzäer. Ein möglicher Zusammenhang zu der Sintflut wird dort nicht besprochen. Ob dieser Zusammenhang zum Sintflutbericht besteht, gilt es zu erhärten. Immerhin konnten andere Zahlen bei Daniel (1290 und 1335) eindeutig als Mischna zu Esra und Nehemiah festgelegt werden. warum sollt dies nicht auch hier der Fall sein können?

Dabei muss ein Kompromis in der Auslegung des Danieltextes eingegangen werden, da seine Polemik gesehen werden muss. Der Rahmen, der im Text sich offenbart ist der: Fürst, Opfer, ewige Gerechtigkeit. Genau dieses Schema liesse sich aber auch in der Sintflut lesen. Die Datierung der runden Zahl (Noah), der Zeitenprozess bis hin zum Brandopfer Noahs mit der Verheissung des Bundes. Daniel 9 also auch im Lichte der Sintflut zu untersuchen ist also grundsätzlich nicht an den Haaren herbei gezogen.

Am Beispiel von 1290 1335 wird Daniels Polemik gegen die LXX deutlich, da das Verständnis als Mischna nur anhand des MT Textes möglich ist. Wenn wir nun den Sintflut nach Unterschieden untersuchen fällt auf, dass eine Konkordanz von Daniel und Sintflut auch nur mit dem MT Text möglich ist. Die LXX zerstört die Einsicht in die Zeiten im Sinne eines Schaltmondjahres. Das gleiche gilt übrigens auch für die kleine Volkszählung.

In der Volkszählung wurden die Zahlen 33 16 14 7 dargestellt als eine Matrix auf der Grundlage von Wochen. Auch Daniel arbeitet mit Wochen. Daniel aber, wenn wir ihn so verstehen wollen, präzisiert die zeiten nicht, sondern sagt nur, welche Schriftausgabe zu verwenden sei. Dies eröffnet aber die Möglichkeit zu Fragen, ob für Daniel die Sintflutzeiten ein aktuelles Zeitraster vorgaben. Dazu muss man zuerst die Wochen bei Daniel mit historischen Daten verbinden.

Es bieten sich an:
598/7 die Eroberung Jerusalems
588-86 neue Belagerung
586 Zerstörung des Temples
553 Belsazzars Mitregentschaft
538 Edikt des Kyros
520 ca. Berufung Serubbabels
515 Tempelweihe
167 Tempelentweihung unter Antiochus Epiphanes
164 Tempelreinigung
104 Aristobul nimmt den Königstitel an

Gehen wir nochmals auf Daniel ein. Daniels Ablauf ist in einem gewissen Sinne umgekehrt zum Sinflutbericht. Sei Bericht endet in der Katastrophe, die Sintflut beginnt damit. müssten wir also Daniels Zeitabfolge, wenn wir sie hier testen wollen, umkehren? dann hätten wir 1 - 62 - 7 Wochen. Dadurch liegt die erste Periode bei Daniel am Ende. Die erste und bei Daniel aber so wichtige Woche fällt in den in der Sintflut ereignislosen An^fang. Das macht erzählerisch wenig Sinn, dass man also zur üblichen Reihenfolge umkehrt, und die ersten sieben Wochen, bis ein Fürst kommt, an den Anfang und damit vor den 1.1. des 600. Jahres Noahs setzen muss. Der Sinn des 'Fürsten' könnte im Jahresanfang liegen. Damit erhielt aber die letzte Woche, die identisch wäre mit der letzten Woche bei Noah, bis die Taube nicht mehr zurückkommt, Gewicht.

Ist es zulässig, einen Zusammenhang zwischen Daniels 70 Wochen und dem Sintflutbericht zu erkennen?. Dazu noch einmal einen schematischen Überblick soweit er frei von Irrtümern ist.

Daniel 9:24. Siebenzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt, so wird dem Übertreten gewehret und die Sünde zugesiegelt und die Missetat versöhnet und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung zugesiegelt und der Allerheiligste gesalbet werden. 25. So wisse nun und merke: Von der Zeit an, so ausgehet der Befehl, daß Jerusalem soll wiederum gebauet werden, bis auf Christum, den Fürsten, sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen, so werden die Gassen und Mauern wieder gebauet werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit. 26. Und nach den zweiundsechzig Wochen wird Christus (der Gesalbte) ausgerottet werden und nichts mehr sein. Und ein Volk des Fürsten wird kommen und die Stadt und das Heiligtum verstören, daß es ein Ende nehmen wird wie durch eine Flut; und bis zum Ende des Streits wird's wüst bleiben. 27. Er wird aber vielen den Bund stärken eine Woche lang. Und mitten in der Woche wird das Opfer und Speisopfer aufhören. Und bei den Flügeln werden stehen Greuel der Verwüstung; und ist beschlossen, daß bis ans Ende über die Verwüstung triefen wird.

Sintfluterzählung
vor der FlutSintflut = 441 Tage = 63 WochenNoahs Bund
47 Tage bis zur Flut + FlutgeschehenTaube ÖlblattNoahs Bund
Daniels 70 Wochen
7 Wochen bis ein Fürst kommt 62 Wochen wird die Stadt gebaut
62 x 7 = 434
1/2 Woche1/2 Wochedas Ende
487 Verse, ein Zwölftel der Torah
587 BC
3174
538
3223
104
3657
101/100
3660/1
97
3664
Talmudchronik (verkürzte Perserzeit)
423 BC=3338
68 AD=3928

Wir sehen, dass die Instrumentalisierung der Sintflut bei Daniel sowohl im Text als auch in Punkto Zeiten indiziert ist und weist auf den Höhepunkt der Annahme eines Titels als König von Israel durch Aristobul im Jahr 103 v.Chr. Er machte damit dem vakanten Königsanspruch aus dem Hause David ein Ende.

Diese Tabelle könnte auch erklären, warum Daniel die 70 Wochen in 7, 62 und 1 Woche unterteilt. Nirgendwo finden wir sonst eine Vorgabe, die solches erlaubt oder indiziert. Wenn wir in Betracht ziehen, dass sich Daniel 12 (1290 und 1335) auf den MT Text und gegen die LXX bezieht, so gilt dies auch hier, denn die LXX Angaben verunmöglichen dieses Schema und diesen Bezug. Wir hätten also ein gleiches Grundmotiv vorliegen, eine elitäre und polemische Schrift, nur lesbar für Pharisäer.

Gelb wurde die Talmudchronik notiert. Diese verkürzt die Perserzeit und plaziert die Zerstörung des Tempels in beiden Fällen 432 BC und 68 AD abseits der allgemein akzeptierten Chronik. Diese Frist ist aber an Daniel angeglichen worden.

es wurde hier die 487 als 12tel Torah angesprochen. Dies wird im folgenden erklärt.
 

Zyklen -Synopse

Abrahams Geburt 1948 spielt nicht nur im System der Zeitalter nach Daniel (siehe Abhandlung) eine wichtige Rolle als Fixpunkt oder Zeitschwelle, sie wurde hier auch als bedeutender Fixpunkt dargelegt. Damit hat sich dieses Datum aber nicht erschöpft.

Erachten wir folgendes Faktum: Die Torah beinhaltet 5844 plus drei Bibelverse. Das heisst, es sind im Grund 5847 Verse, da ich keine anderen Gründe habe. Aber ich möchte den Umfang hier auf 5844 Verse kürzen um folgendes sichtbar zu machen:

5844 = 3 mal 1948. Die Zeit bis Abraham Geburt wird im Versumfang der Torah dreimal abgebildet.

5844 = 4 mal 1461. Im gleichen Umfang finden wir auch vier ganze Sothiszyklen auf der Grundlage des Jahres von 365,25 Tagen.
Und als gekeinsamer Teiler erscheinen:
12 mal 487 = 5844.

5844 = 16 mal 365,25.

Die ganze Torah ist also ein kleinstes gemeinsames Vielfaches von einer Abrahamperiode und einem Sothiszyklus, oder anders gesagt, Die Abrahamperiode erscheint als Funktion des Sothiszyklus.

Wenn wir die Abrahamperiode als solche Erachten, so rechnen wir:

2 mal 1948 = 3896 (hebräische Jahreszählung) = 136 n.Chr.

Bar Kochba, ist also quasi als Sohn des Sothissterns gedeutet, und steht an einer Zeitenschwelle nach Abrahamischer Periode. damit wird die Hoffnung in den Aufstand auch von dieser Seite her fundiert.

Die Torah Zyklen

3 x 1948 = 5844 (Abraham)
4 x 1461 = 5844 (Sothiszyklus)
12 x 487 = 5844 ("Stämmeperiode")
16 x 365,25 = 5844 (Jul. Jahr)
12 x 583,92 = 5839 (synod. Venus)
26 x 224,701 = 5842 (sider. Venus)
198 x 29,53 = 5847 (synod. Mond)

Zum Sothszyklus siehe:
Der Sothiszyklus


Der Umfang der Torah liesse sich nicht nur in drei oder vier, sondern auch in dessen Teiler, in 12 gleiche Teile teilen. Wir erhielten eine Periode von 487 Jahren. Wenn wir die Angabe 1.Könige 6 über die 480 Jahre vom Auszug bis zum Tempelbau erachten, so werden wir unschwer die Bauzeit ergänzen (7 Jahre) und erhalten damit ein Exempel einer Periode. Nun wird aber gerade dieser Zeitabschnitt von der hebräischen Jahreszählung am deutlichsten umgestaltet, so dass keine Chronologie dem Buchstaben nach mehr möglich ist. Was aber die hebräische Jahreszählung dafür erreicht, das ist eine periodische Chronologie, nicht nur im Sinne eines Zeitablaufs, sondern im Sinne eines komplexen, sich mehrfach bedingenden und selbst deutenden Systems. Chronologische Abschnitte in der Torah werden zu Perioden, die, wie anhand des Sintflutberichts gezeigt, vergrössert in einen anderen Zeitabschnitt gelegt werden und damit diesem anderen Zeitabschnitt eine Aussage geben. In dieser Weise, blickt der Prophet, bzw. der Schriftsteller, rückwärtsblickend in die Zukunft, schematischen Leitplanken folgend.

Geschichte wird damit im optimalen Fall als Vollendung des Schemas geschildert (unter auslassen der weggefilterten Geschichte), wobei die Verletzung des Schemas als Abfall, als Frevel erscheint. In diesem Sinne muss der späte Daniel verstanden werden, da seine Feinde die Geschichte aus einem falschen (bzw. von den Pharisäern verfälschten) Schema, der LXX ableiten.

Hier möchte ich den Vers Nr. 487 aus jedem Buch der Torah darstellen

Gen19.29. Denn da GOtt die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrete, darin Lot wohnete.
Ex.18.20. und stelle ihnen Rechte und Gesetze, daß du sie lehrest den Weg, darin sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.
Lev.16.31. Darum soll's euch der größte Sabbat sein, und ihr sollt euren Leib demütigen. Ein ewig Recht sei das!
Num.13.16. Das sind die Namen der Männer, die Mose aussandte, zu erkunden das Land. Aber den Hosea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua.
Deut.17.18. Und wenn er (derKönig) nun sitzen wird auf dem Stuhl seines Königreichs, soll er dies andere Gesetz von den Priestern, den Leviten, nehmen und auf ein Buch schreiben lassen.

Ich möchte auf etwas hiweisen: Wir lesen den Vers über den König. In der obigen Tabelle zu Daniel fanden wir, dass die gesamte Periode bis zu Aristobuls Königstite gleich einer Periode von 487 Jahren entspricht.

Diese Verse stehen in Anordnungen des BdE., die der Studie Wert sind. Allein eine Anordnung möchte ich aufführen, weil sie sehr treffend ist, und einen Zweifel über die numerische Struktur des BdE. klärt.

Vers Nr. 487 im Buch Josua:
Jos.19.17. Das vierte Los fiel auf die Kinder Isaschar nach ihren Geschlechtern

Die Anordnung hat die Versstruktur:

251
1784
---
587
3330
=5x666
1072
4674
=5x666+2000-656
171
6018
=5x666+4000-2x656
487
6334
=7000-666

Das vorliegende und nach dem BdE. einzusehende Material erhärtet die Aussage, dass die Ziffer 487 in Form als Versnummer intentional kodiert ist in der Torah.

Es war also richtig, von 5844 plus drei Bibelversen auszugehen. Ein Argument zur Elimination dieser drei Verse ist damit nicht überzeugend gegeben.

Wir dürfen hier einen weiteren Spekulativen Schritt anschlagen: Indem die Torah einen Umfang von 12 mal 365,25 Bibelversen aufweist, symbolisiert sie das Lagerrund (365 als Kreis) der 12 Stämme. Als Hinweis für diesen Umstand wird in den Anordnungen die Geburt Rubens durch Lea im Zusammenhang mit 487er Bibelversen gefunden (bitte prüfen).

Die Zahl 487 lässt sich aber rekapitulierend noch mit Daniels 490 Tagen (70 Wochen) in Verbindung setzen. 487 Tage sind aufgerundet 7 + 62 + 1/2 Woche.
Damit haben wir eine Synopse erreicht, vom Sintflutbericht, dessen Beginn des Ausbruchs mit der Zerstörung des Tempels koreliert.
Weiter wurde eine Beziehung gefunden zwischen dem Danielbericht und dem Sintflutgeschehen, wenn es als Anweisung für einen Lunisolarkalender begriffen wird.
In diesem geschehen gibt es wiederum einen Kulinationspunkt in der Annahme des Königstites durch den Hasmonöer Aristobul.
Die Frist von 487 bildet dabei das Bindeglied zwischen Daniel, der Chronik, dem Königstitel, den 487. Versen der Torah, und nicht zuletzt der Komplettstruktur des BdE, welcher die Torah mit Josua im Umfang von 13 mal 487 Versen umgreift. Wiederum ist die Zahl 487 ein Umrechnungsfaktor im Zusammenhang mit der 360 Tage Struktur im Sintflutbericht, da gilt:

    487 x 360 = 480 x 365,25

...wobei uns die Zahl 480 aus der Frist von Exodus bis Tempelbau bekannt ist mit anschliessend 7 jährigem Bau.
 

Das vorliegende Beispiel können sie in bdeonline leider nicht direkt einsehen. Das Datenblatt 117:84 zeigt ihnen aber immerhin die ersten drei Spalten.
Ich habe in keiner öffentlichen Version das Buch Josua im BdE integriert.

Genealogie und Chronik

zum Inhalt

Grundproblem

Die Einbettung der Sintflut in die genealogische Chronik ist alles andere als eindeutig. Einerseits heisst es, Arpachsad sei zwei Jahre nach der Flut gezeugt, als Sem 100 jahre alt war, anderseits zeugt Noah seine Söhne Sem, Ham und Japhet, als er 500 Jahre alt ist.
Sem ist sowenig der älteste Sohn wie Abraham der älteste ist. Sie sind ihrer Bedeutung nach zuerst aufgeführt. Dies erlaubt es, das Problem von den zwei Jahren der Flut her anzugehen.

Schema

Der Lösungsvorschlag soll möglichst wenig voraussetzen. Deshalb müssen wir es vorerst offen lassen, was der 17.2. bedeutet.


Patriarch - Adam ...... ...... Noah ...... ...... Noah
Jahr d. Patriarchen - 1. ...... ...... 1. ...... ...... 600. 601. 602. 603.
Jahr d. Menschen 0 1 ...... 1056 1057 ...... 1655 1656 1657 1658 1659
Jahr d. Chaos 1   2   ...... 1057 1058 ...... 1656 1657 1658 1659
A Flut früh ...... ..17.2. ...27.2. ..Arpachsad
B Flut spät ...... ..17.2. ...27.2. ..Arpachsad
Lösung ...... 500. Sem 1. Arp

Jahr des Chaos (JdC) ist eine Zeitrechnung, die vor der Erschaffung Adams beginnt.
Jahr des Menschen (JdM) ist die Zeitrechnung, welche ab der Schaffung Adams zählt

    Arpachsad wird geboren zwei Jahre NACH der Flut
  • das ist mindestens zwei volle Jahre nach dem 17.2. des Ausbruchs der Flut.
  • und maximal weniger als drei volle Jahre nach dem 27.2. des Endes des Flutgeschehens.
  • und kann als "zwei Jahre nach dem Jahr der Flut" interpretiert werden, welches nach Fall A das Jahr 1658 JdC, nach Fall B aber das Jahr 1659 JdC ist.
  • oder es kann als zwei Jahre nach dem 600. Jahr Noahs interpretiert werden, was aber einen Grenzfall darstellt.

Die Flut kam im 600. Jahr Noahs. Das heisst, wir haben einen Rest R bis zum vollendeten 600. Jahr.
Arpachsad wurde mindestens 2 Jahre nach der Flut geboren. Also 2 Jahre plus einen Rest R' nach dem Datum für Noah.
Idealerweise ist R = R', so dass folgt:
2 + R' - R = 2
Arpachsad wird somit idealerweise genau zu Beginn des 603.Jahres geboren, und sein 1.Jahr ist das 603. Jahr Noahs, welches im Jahr 1659 JdC beginnt.

    Wenn Jahre des Chaos nach dem Tischri gezählt sind:
    Das Jahr des Chaos könnte dann identisch sein mit dem Jahr der Welt der heutigen Tischri Zeitrechnung.
      Fall A
    • dann kann der 17.2. nach Fall A den Monat nach Nissan bezeichnen.
    • Arpachsad kann frühestens ab 17.2. 1658 geboren sein.
      Fall B
    • die Monatsbezeichnung nicht mit den jüdischen Monaten koreliert. Die Flut wäre ungefähr im Herbst anzusiedeln.
    • Arpachsad wird höchstwahrscheinlich 1659 JdC geboren.
    Wenn Jahre des Chaos nach dem Nissan gezählt sind:
      Fall A
    • dann kann der 17.2. den Monat nach Tischri bezeichnen, ist aber wahrscheinlich nicht korelliert mit jüdischen Monatsnamen. Arpachsad kann schon 1658 AM geboren sein, das aber nach der späteren Tischritradition dann dem Tischrijahr 1659 entspräche. (Tischrijahre beginnen vor dem Nissan gleicher Jahreszahl)
      Fall B
    • der 17.2. kann den Monat nach Nissan bezeichnen.
    • Arpachsad wird im Nissanjahr 1659 frühestens geboren.
    Wir haben zwei Lösungen, die tendenziell erlauben, den 17.2. mit dem Monat nach Nissan zu identifizieren.
  • Jahre der Welt sind Tischrijahre, und die Flut findet früh statt.
  • Jahre der Welt sind Nissanjahre und die Flut findet spät statt.

Berücksichtigt man die Abhängigkeit zwischen Noah und Arpachsad weiter oben, wird man eine späte Flut favorisieren. Unabhängig der Definition der Jahre der Welt ist die Lösung am wahrscheinlichsten, dass das 1. Jahr Arpachsads dem 603. Jahr Noahs entspricht.

Welche Rolle hat der 17.2. ?

Die in den Rabbinen geäusserte Meinung, der 17.2. sei im Herbst, da die Zählung des 1. Monats erst in Exodus festgelegt wurde, ist unsinnig angesichts vieler Anachronismen in der Bibel. Ebenso ist die Meinung, die Sintflut intendiere Sonnenjahre, Nonsens. Die Angaben inkorporieren Lunisolarjahr und Sonnenjahr. Gerade der Sintflutbericht erscheint als ein relativ spätes Stück in der Torah nach ihrer letzten Form. Wir sollten deshalb eher den Text unvoreingenommen betrachten, statt den Gelehrtendisput zu dieser Sache nacherzählen.

Nehmen wir an, im Jahr 1 sei das Neujahr des ägyptischen 365-Tage Kalenders am idealen Ort der Nilflut im Sommer.
Nach 1461 ägyptischen Jahren ist dieses Neujahr im Jahr 1462 durch den ganzen julianischen Jahrzyklus (365,25 Tage) gewandert, und steht wieder ideal. nach weiteren 184 Jahren hat sich aber das Neujahr wieder verfrüht um 1 Tag pro 4 Jahre. also um 46 Tage. Wir hätten nun den 17.Tag des 2. Monats als Fluttag im Gleitjahr-Kalender. (der Kalender hat 12 Monate zu 30 Tage und 5 Epagomene). 1+ 1461 + 184 = 1646. Da es aber vier Jahre dauert für einen Tag, so haben wir ein Zeitfenster von 1646 - 1649 (Jahrnummern).
Hier wäre der 17.2. als ägyptisches Datum gebraucht. Die Gleichung ist aber nicht genau genug, um zu überzeugen. Wir haben zudem eine antithetische Aussage, wenn es heisst, am 1.1. im 601. Jahr Noahs war die Erde trocken. Auch ist die Flut nach Tagen nicht mit den Nilfluten zu vergleichen.
Der Bezug zum Sothiszyklus (1461 Jahre) ist aber dennoch in der Chronik vorhanden, denn der Versumfang der Torah baut auf diesen Zyklus und 1948 Jahre (Abrahams Geburt) sind 4/3 Sothiszyklus.

Alles was man also schliessen darf, ist: der 17.2, ist nicht der 17. Tag des 2. Monats, nach dem Noah sein 599. Jahr vollendet hat. Sondern der 17.2. ist eine kalendarische Angabe, nachdem Noah sein 600. Neujahr erlebt hat.
ein Grenzfall ist der 1.1. im 601. erlebten Neujahr Noahs, indem dieser 1.1. gerade dieses 601. Neujahr Noahs sein kann. Das muss aber nicht sein, wenn mit dem Neujahr etwa der vorangehende 1.Tischri gemeint war.

Übergangen wurde die Lesart: Noah war 600 Jahre alt ...
Diese Auffassung unterliegt zwar den meisten chronistischen Arbeiten, hat aber eine unausgesprochene Prämisse. Sie wird im Talmud Sabbat 88) erklärt: der erste Nissan des amtierenden Königs bezeichnet das das Jahr. Eine solche Definition ist für amtliche Urkunden wichtig. Ist sie aber gültig für das literarische chronologische Gerüst, das ja kein weltliches Dokument ist? Dies ist stark zu bezweifeln. Aber dennoch dürfte hier eine Ussanz Pate gestanden haben.
Angenommen wir definieren Patriarchenjahre (das Jahr des Menschen) als Tischrijahre. Dann ist jede chronologische Aussage auf das Erleben eines 1Tischri bezogen. Die Aussage: Adam war 130 Jahre alt liest sich als Adam zeugte nach seinem 130. 1Tischri... . Dadurch wird der Ausbruch gelesen als: im (nach dem) 600. 1Tischri Noahs .
Die Festlegung auf den 1Nissan ist ebenso möglich. Was hiermit gezählt wird, sind also lediglich Neujahre. Die Frage allein ist, ob für die nachsintflutliche Genealogie der gleiche Bezugspunkt besteht, oder dazwischen ein Systemwechsel stattfand. Sind wir konsistent, dann kam die Flut nach dem 1656. Neujahr. Und Arpachsad wurde geboren 2 Neujahre später. Es wäre ein absoluter Grenzfall, der sich nicht schlüssig darlegen lässt, hier einen Systemwechsel vorzuschlagen.

Fazit

Die Sintflut bildet keinen Bruch in der genealogischen Chronik. Die schlüssige Definition lautet: Sem zeugte Arpachsad in seinem 100. Jahr (nach seinem 100. erlebten Neujahr). Noah zeugte Sem in seinem 502. Jahr (seinem 502. erlebten Neujahr).
Die genauere kalendarische Festlegung des Flutgeschehens erfolgt nach verschiedenen Modellen, welche die Genealogie aber nicht stören. Es bleibt offen, ob man den 17.2. in den Monat nach Nissan oder Tischri, oder gar nach einem anderen Modell festlegt.


Die Einführung des Schaltmonats

zum Inhalt


Die Sintflut gibt für eine fortlaufende Chronologie einige Probleme. Einerseits wird Arpachsad im 100.Jahr Sems geboren (ergo das 600.Jahr Noahs). Anderseits wird er zwei Jahre nach der Flut (im 600.Jahr Noahs) geboren. Beides kann nicht gelten, wenn wir für alle Zeitangaben dasselbe Zeitkonzept vermuten.

Nun haben wir aber im Sintflutbericht einen Schaltmonat dokumentiert, und in Verwendung der Arche-Daten sehen wir sogar die Zeit der Flut, dreissig Tage durchaus konform mit einem eingefügten Schaltmonat.

Bei einer Schaltmonatpraxis erhalten Mondjahre im Durchschnitt die Länge von Sonnenjahren. Interpretieren wir nun die Geneaologie nach der Flut nach Sonnenjahren, vor der Flut aber nach reinen 12-Mondzyklen, so erhalten wir folgendes Resultat.

Arpachsad wurde 100 Sonnenjahre nach Sem geboren, aber die Flut kam 100 Mondjahre (12 Monde) nach der Geburt Sems. Wir erhalten eine Differenz von fast drei Jahren, womit eine Interpretation möglich ist.

Soll dies nun heissen, dass die Bibel eine Kalenderreform im 3. Jahrtausend vor Christus dokumentiert? Weit gefehlt. Vielmehr gelten die Reformen dem Beginn des Babylonischen Exils. Entweder bietet sie der Termin entsprechend BdE. an, oder wir versuchen es mit der zweiten Tabelle. (492-462 v.Chr.) Da aber die Einführung ein dezidiertes Jahr, und nicht eine Perode darstellt, tippe ich eher auf das Jahr des Tempelzerstörung.

Nun ist aber die Aussage, dass der Schaltmonat effektiv erst nach der Zerstörung des Tempels eingefürt wurde, nicht ohne Konsequenz, die auf Widerspruch stossen kann. Denn die Konsequenz wäre, dass die Königschronologie eventuell reine Mondjahre berücksichtigt. Diese Königschronologie nun ist aber selbst sehr umstritten und zeigt eher symbolische, denn rein historische Bezüge. Die Tatsache, dass sich über einen Zeitraum von 400 Jahren etwa 12 Jahre streichen lassen, kommt aber den verschiedenen Bemühungen gewiss entgegen.

Vielleicht liegt der Sinn dieses herausgehobenen Sintflutschaltmonats aber nicht so sehr im faktischen Kalenderwesen nach historischer Anwendung, sondern der spekulativen Ergänzung, da doch auf diese Weise die nachsintflutliche Genealogie sich als Schema seit der Zerstörung des Tempels anbietet.

Die Genealogie beginnt dabei mit Ar-pa-chasad, also Ur der Chaldäer. Die Chronologie bietet von der Sintflut bis zur Übersiedelung nach Ägypten einen Zeitraum von 582 Jahren (MT-Text). Nehmen wir noch die 71 Jahre hinzu, da Josef als Statthalter des Pharao in Ägypten wirkte, erhalten wir einen Zeitraum von 653 Jahren. Dies ist sehr nahe am historischen Abstand zwischen den zwei Tempelzerstörungen von 656 Jahren.

Ich möchte diese Spekulation aber hier nicht weiter verfolgen. Statt dessen gebe ich folgendes zu bedenken.
Alles Fleisch hatte seien Wandel verkehrt. Man stelle sich ein kultisches Jahr (inklusive Erstlings- und Erntedankfest), dass durch die Zeit wandert, so dass kein Fest zum natürlich richtigen Zeitpunkt mehr gefeiert wird. Innerhalb dieses verdrehten Ablaufs kommt Henoch als Weiser, der das Jahr nach dem Sonnenlauf symbolisiert, damit den Wandel mit Gott als dem natürlichen Ablauf repräsentiert. Mit dieser Leitfigur wird dann eine Reform gegen kultische Widerstände seit der Zerstörung des Tempels angezielt und ideologisch untermauert.

Anderseits sind Polemiken Muhammeds im Koran gegen diesen Schaltmonat bekannt. Hier wird einen andere Praxis sichtbar. Den Schwerpunkt im Sintflutereignis im Schaltmonat zu erblicken, ist also ratsam. Heutzutage sind wir fast verwöhnt mit einem allgemein gültigen Gregorianischen Kalender, der auch in Ländern wie China oder Japan akzeptiert wird und im zivilen Bereich sogar in Israel verwendet wird. Das Selbstverständliche des Jahres ist Bestandteil einer gesellschaftlichen Struktur. Wir können uns darauf verlassen, dass periodische Ereignisse immer in die gleiche Jahreszeit fallen. Man stelle sich vor, es wäre anders, und wir müssten alle Tage und Feste rein mathematisch nach Schablone bestimmen. Erntedank wäre im Frühling, die Ferien im Schnee der Berge verbringen wir im Sommer und gegen den Spätherbst wird dann gesagt, wir hätten gefälligst mit Sonnencreme ausgerüstet die Sonne zu geniessen. Das Diktat der launischen Sieben bekommt weder dem einzelnen Menschen noch der Geselschaft als Organismus. Vielleicht gestaltet sich die Erfahrung Nabonids in der allgemeinen Ablehnung seines Kultes um den Mondgott Schin. Dieses Faktum ist uns irrtümlich als Episode des Nebukadnezar erhalten.

Wie entnervend Kalenderprobleme für das tägliche Leben sein können, ist heute nur mehr dem Historiker erlebbar. Kalender sind aber eine soziale Institution, durch welche sich erst Abmachungen terminieren lassen. Daraus erwächst die Notwendigkeit für einen allgemein akzeptierten und auch einsehbaren Kalender. Ein rein divinatorischer Kalender, der allein durch eine privilegierte Priesterschaft gehandhabt wird, hat kaum Erfolg. Ein möglichst öffentlicher Kalender, also ein Sonnenkalender, hat alle Chancen, akzeptiert zu werden.

Unter dieser gewonnen Einsicht gelte es also die Bibel zu erforschen, ob sie einen erbitterten Streit zwischen Anhängern konkurrierender Kalenderkonzepte dokumentiert. Der Sintflutbericht tritt uns als Mischna zu einer Kalenderreform entgegen. Diese Reform richtet sich sowohl gegen einen reinen Mondkalender, als auch gegen einen reinen Sonnenkalender. Das Mischkonzept nennen wir Lunisolar-Kalender. Darin wird die Konstante des natürlichen Jahres befolgt, ohne den launischen Lichtbringer, den Mond, ganz zu entwerten. In der kurzperiodischen Bestimmung wurde der Mond konsultiert (gewiss einfacher als die Sonne). Das andere Konzept wurde quasi in Qumran befolgt. Im 364 Tage Jahr mit Schaltwoche liegt eine reine Wochenstruktur zugrunde, in welcher Sonne und Mond ebenfalls keine eigentliche direkte Rolle mehr spielen. Der Szessionistische und antibabylonische Charakter kommt aber zum ausdruck, in dem es eben ein eigenes Modell darstellt, das sich ganz um die Torah gruppiert.
 

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