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Chronologie

© elcappuccino - last update: Dez. 2003

Josia und Necho

Der Advent der jüdischen Geschichtsschreibung im Lichte der ausserbiblischen Quellen: von 640 v.Chr. bis 570 v.Chr.

Sektion und Download
Einführung
Masoretische Chronologie
Integrale Chronologie
Israel und Assyrien
Der Fall Jerusalems
Josia und Necho

Der Sothiszyklus
Die Richterzeit
Zeitspannen in der Bibel
Sintflut

                                              
                                

Einleitung

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Im Jahre 609 v.Chr. (nach dem Konsens) begab es sich, dass der jüdische König Josja sich dem Pharao Necho militärisch entgegen stellte und dabei umkam. Die bekannten Umständen nach den bisherigen historischen Zeugen lassen diese Tat des Josja als fragwürdig erscheinen. Diese Seite macht sich zur Aufgabe, die Personen Necho und Josja anhand der historischen Mitteilungen und gegenwärtigen Kontroversen möglichst vollständig vorzustellen.

Es hat sich mittlerweile herum gesprochen dass die akzeptierte Chronologie, welche weitgehend auf eine ägyptischen Chornologie basiert, stark kritisiert wurde. Autoren wie Immanuel Velikovsky, David Rohl, Peter James und Jim Reilly schlagen andere Chronologien vor. Revisionen betreffen in der Regel die Zeit vor der 26.Dynastie von Ägypten, vor könig Manasse von Juda und vor Assurbanipal. Eine ausladende Darstellung aller Gründe für den Konsens scheint also unnötig. Diese Aussage verbirgt aber den Befund, dass die 26. Dynastie in den Revisionen nach Velikovsky und Reilly durch die Vermutung von Doppeldynastien einerseits bestätigt, aber mit dem Material früherer falsch eingeordneter Dynastien ergänzt wird.

Der Zweck dieser Darstelung dient nicht einer Revision, sondern das Umfeld und die Diskussion um die Figuren Josja, Nebukadnezar, bis zum Exil, und die Diskussion möglichst vollständig darzustellen. Diese Arbeit ist also ein offenes Arbeitspapier.

Die Zeugnisse

Berichte zu Josja finden wir:

  • Bibel: im Buch Könige 1.Kö.13:1-3 und 2.Kö.21:24-23:34
  • Bibel: in den Chroniken 1.Chr.3:13ff (Genealogie) und 2.Chr.33:25-36:1
  • Bibel: im Buch Jeremia Jer.1:2,1:3,3:6,22:11ff,25:1-3
  • Bibel: im Buch Zephania
  • Bibel: im Mathäus-Ev.
  • Talmud: z.B. Schabbat 56b

Es sind bis heute keine ausserbiblischen Quellen zu Josia aufgetaucht (bz. publiziert). Im Gegensatz zum König Salomo (Jedida) oder dem Propheten Josua (Hosea) ist für Josia keine andere Namensform bekannt.
Der Mangel ausserbiblischer Zeugnisse deutet darauf hin, das Josia für die ausländischen Analen nicht erwähnenswert war. Dies bezieht sich nicht nur auf den namen, sondern auf einen jüdischen König überhaupt.

Berichte Zu Pharao Necho finden wir:

  • Bibel: 2.Könige 23:34 ff, 2.Chonik 35:20 ff, Jeremja 46,4
  • Herodot von Halicarnassus erwähnt einen Necho Sohn des Psammetich an zwei Stellen in seiner Geschichte.
  • Der Name Necho kommt in Manethos Liste zu den Dynastien der ägyptischen Pharaonen vor.
  • Ein Necho oder Niku ist in den Analen Assurbanipals erwähnt, welcher aber nicht identisch ist mit dem Necho, der uns hier interessiert
  • Der Name Necho wird im Talmud erläutert im Kontext zu Salomos Thron und im Kontext zu Sisak.

Obwohl Necho ein Zeitgenosse Nebukadnezars wäre, wird der Name in den Babylonischen Chroniken nicht erwähnt.
Berichte aus Ägypten (Inschriften, Särge, Mumien) über einen Pharao Necho fehlen vollständig. Der Name Necho taucht als Namensbestandteil auf, aber nicht als ganzer Name für Pharaonen oder höchste Würdenträger.

Berichte zu dem Pharao, der ein Zeitgenosse des Josja war

  • Aus den Annalen der Babylonischen Chronik lassen sich Indizien für den Pharao finden.

Problem

Die Chronologie Ägyptens ist für viele Bereiche nicht gesichert. Die Identität Nechos kann ausserhalb der Bibel nicht über den Zeitgenossen Nebuchadnezar festgelegt werden. Der Konsens unter den Historikern hat deshalb die Mitteilung aus der Bibel dankbar aufgenommen, und anhand von Necho und ergänzenden Daten die Dynastische Folge in diesem Zeitabschnitt rekonstruiert. Aber auch die bisherige Quellenlage ist nicht ohne Wiedersprüche. So wurden Quellen nach ihrer partiellen Tauglichkeit verwertet. Herodot wird partiell akzeptiert, partiell abgelehnt. Manetho wird bezüglich der Dynastien akzeptiert, bezüglich der angegebenen Jahre aber abgelehnt. Die Bibel wird (für diesen Zeitabschnitt) rundweg akzeptiert, wobei Josias Motiv Fragen lässt. Die Babylonische Chronik bildet das stärkste Gerüst für die Rekonstruktion der politischen Grosswetterlage.
 

Die Darstellung des Konsens

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Der Konsens hat nicht gezögert, Die XXVI. Dynastie Ägyptens als zeitgleich mit dem neubabylonischen Reich zu übernehmen, und gelangt dabei zu einer konformen Datierung.
Angelpunkt der Chronologie bilden Nebukadnezars Angaben, sowie die Darstellung einer astronomischen Angabe, welche Nebukadnezar absolut datiert. Dadurch wird ein absolutes Jahr für die Zerstörung des Tempels von jerusalem angegeben, und die Chronologie basiert der Babylonischen Chronik.
 

ÄgyptenIsraelBabylon / Assyrien
26.Dynastie (Sais)
Wahibre Psamtik (I) 664-610 B.C.
Revolte mit Hilfe von Karischen und Ionischen Söldnern
Manasseseit 668 Assurbanipal von Assyrien
664 Verfolgung Tanutanoms
664/64 Krieg mit Elam
656 Psametich zwingt den Amunpriester zu Theben, seine Tochter Nitokris zu adoptieren. Sie ist im Dienst 656 - 586656 Aufstand von Schamasch-schumukin, Bruder des Assurbanipal, Koalition inklusive Ägypten.
653 Krieg mit Elam
652 Gyges von Lydien 687-652 von Kimmerern besiegt (fällt) gefolgt von seinem Sohn Ardis 652-ca.615
652 Assurbanipal greift Babylon (seinen Bruder) an
648 Fall Babylons nach drei Jahren Belagerung
Manasse wird nach Babylon vorgeladen
Rückkehr und Mauerbau in Jerusalem
647 Phraortes von Medien
647/46 Assur greift Susa (Elam) an, Cyrus I Tributpflichtig
?641/40 1.Jahr Amons, Sohn des Manasse
640/39 Amon wird in seinem 2. Jahr in einer Palastrevolte umgebracht.Assyrien und Babylon: kaum Mitteilungen von 640-25
639/38 1.Jahr Josias, vom Landvolk zum König gemacht.
635 20.Jahr Psammtich Apostier
632/31 8.Jahr Josias, er "beginnt den Herrn zu suchen"
628/27 12.Jahr Josias, Enfernung der Ascheren und Bilder
13. Jahr Josias: Beginn der Reden des Propheten Jeremia. 627 Tod des Assurbanipal
Ihm folgen: Assur-etil-elani 627-624
Sin-Sar-ischkun 623-612
626 Nebopolassar erringt Unabhängigkeit von Assyrien
625 Cyaxares von Medien
622/21 im 18.Jahr Josias Tempelrestauration.
Hilkia findet das Gesetzbuch
am 14.1. die Feier des Passa im 18.Jahr des Josia
In Ass./Babyl. Konflikt involviert ->616/15 10.Jahr Nebopolassars, Feldzug den Eufrat hinauf.
Im Monat Ab kommt es zu einer Schlacht. die Assyrer müssen sich zurückziehen.
im Monat Tischri gegen Verbände einer Ägyptisch Assyrischen Koalition.
Im Monat Adar gegen assyrische Verbände
615/14 11.Jahr Nebopolassars, Vergeblicher Angriff im Frühjahr gegen die Stadt Assur. Rückzug bis Takrit mit einem positiven Schlachtausgang für N. Arsanes der Meder wird erwähnt.
614/13 12.Jahr Nebopolassars, im Sommer: Die Meder zerstören Assur. N. kommt zu spät, um sich noch aktiv an der einnahme zu beteiligen. Abkommen zwischen Cyaxares und Nebopolassar. Beide Armeen gehen heim.
Skythen Invasion, bis Askalon
Skythopolis (s.unten)
613/12 13.Jahr Nebopolassars, Feldzug am Eufrat gegen Suhu und Anat. Intervention der Assyrer. Ausgang unleserlich
612 53.Jahr Psammetich Apisstier612/11 14.Jahr Nebopolassars, Medische und Babylonische Streitkräfte vereinigt, belagern Ninive (Juni-August). Einnahme. Tod von Schinscharikun Kg.v. Assyrien. Im spätsommer/Herbst Assurubalit besteigt den Thron in Harran und bildet ein Rumpfreich.
611/10 15.Jahr Nebopolassars, Feldzüge in Assyrien
Wahemibre Necao (Necho) 610-595 B.C. 610/09 16.Jahr Nebopolassars, Sommerfeldzug in Assyrien. Im November gemeinsam mit Medern gegen Haran und gegen Assurubalit. Assurubalit und die ägyptische Hilfstruppe flüchten über den Euphrat. N. nimmt Harran ein. Im Monat Adar verlässt er Haran.
609 Necho kommt Assurubalit zu Hilfe
Rückzug Necho.
609 im 31.Jahr Josias (Juni/Juli)
Josia fällt gegen Necho bei Megiddo
Landvolk macht Joahas zum König für drei Monate
Im Sept/Okt Joahas bei Ribla gefangen genommen und durch Jojakim ersetzt.
Beginn der 70 Jahre "Dienst für den König von Babel" (709-639)
609 im Juli: Assurubalit und ägyptischen Truppen überqueren den Eufrat. Ein stratgischer Ort wird eingenommen. Im September greifen Sie Haran erfolglos an. N. rückt zur Hilfe aus.
608 1.Jahr Jojakims608/07 18.Jahr Nebopolassars
607/06 19.Jahr Nebopolassars, Marsch gegen Kimuhu, Nähe Karchemisch, Einnahme
606/05 20.Jahr Nebopolassars, Ägypter kreuzen den Eufrat und nehmen Kimuchu wieder ein. Nebopolassar muss sich zurückziehen.
605 Schlacht bei Karchemisch am Euphrat. Bedeutende Niederlage für die Ägypter. Babylon dehnt seinen Einfluss bis nach Syrien aus. Jeremjas Abgesang dazu folgt unten
Jer 25,1... im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, - das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel-,
Jer 25,3 Seit dem 13.Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, bis zum heutigen Tage, diese 23 Jahre hindurch ...
Jeremias Buchrolle vom König verbrannt
605/04 Nebopalasar stirbt Antrittsjahr Nebukadnezar
604 1.Jahr Psammetich II nach Eusebius (?)604 "Belagerung" Jerusalems, Joakim unterwirft sich drei Jahre
im 5.Jahr Jojakims im 9.Monat ein Fasten. Baruch verliest Jeremias Rolle.
604/03 1.Jahr Nebukadnezars, Einnahme Aschkalons und Judäas
603/02 2.Jahr Nebukadnezars
602/01 3.Jahr Nebukadnezars
Schlacht mit Babylon, Ägypten gewinn wieder Einfluss in Palästina601 Abfall Jojakims als Resultat des Schlachtausgangs601/00 4.Jahr Nebukadnezars im Winter Angriff Ägyptens, Verluste
598/97 im Kislev jerusalem belagert, im Adar eingenommen
erste Wegführung.
598/97 7.Jahr Nebukadnezar. in Syrien.
595 16.Jahr Necho Apisstier
Neferibre Psamtik (Psamtik II) 595-589 B.C.
594 Jer 5159Dies ist der Auftrag, welchen der Prophet Jeremia Seraja, ... gab, als dieser Zedekia, den König von Juda, im vierten Jahre seiner Regierung nach Babel begleitete; Seraja war Reisemarschall.
593 Hes 11Es begab sich im 30. Jahre, am 5. Tage des 4.Monats, als ich unter den Gefangenen war am Flusse Kebar, daß sich der Himmel öffnete und ich Erscheinungen Gottes sah. 2Am 5.Tage jenes Monats - es war das 5.Jahr der Gefangenschaft des Königs Jojachin -
590-585 sechs Jahre Krieg zwischen Alyattes von Lydien und Cyaxares von Medien
Ha'a'ibre Wahibre (Apries) 589-570 B.C.Jer 375Auch war das Heer des Pharao aus Ägypten aufgebrochen. Da die Chaldäer, welche Jerusalem belagerten, solches erfuhren, zogen sie von Jerusalem ab.
Jan 588 Jer 391Und es geschah, daß Jerusalem eingenommen wurde. Im 9.Jahr Zedekias, des Königs von Juda, im 10.Monat, war der babylonische König Nebukadnezar mit seinem ganzen Heer gen Jerusalem gekommen und hatte die Belagerung begonnen;
588/87 Jer 32,1,2...im 10.Jahr Zedekias von Juda, - das ist das 18.Jahr Nebukadnezars. Damals belagerte das Heer des babylonischen Königs Jerusalem; der Prophet Jeremia aber war eingesperrt im Hofe des Gefängnisses...
Jer 392 und im 11.Jahr Zedekias, am 9.Tag des 4. Monats, brach man in die Stadt ein.
Jer 5212 Aber am 10. Tage des 5.Monats, im 19.Jahre des babylonischen Königs Nebukadnezar, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, welcher vor dem König von Babel stand,
587/86 18.Jahr Nebukadnezars
586 im 4.Jahr Apris : Ankhnesneferibre löst Nitokris als "Gods Wife" in Theben ab. Im Amt bis ca.525 (Psammetich III)Jer 4430... ich will den Pharao Hophra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde und derer, die seinem Leben nachstellen, fallen lassen, gleichwie ich Zedekia, den König von Juda, in die Hand des babylonischen Königs Nebukadnezar gegeben habe...
Ermordung Gedaljas, Absetzung einer Gruppa nach Ägypten.
Sonnenfinsternis am 28.May 585 (22.Mai gregorianisch), von Thales von Milet vorausgesagt Als weniger wahrscheilich gilt 610 (partielle SF), Ende des 6-jährigen medisch-lydischen Kriegs
582 letzte Deportation aus Jerusalem
573/72 im 32.Jahr Nebukadnezars Mondfinsternis. Fixpunkt absolute Chronologie

 

Jeremja besingt die Schlacht zu Karchemisch

Wenn sich die Grosswetterlage ändert, kommt der Wetterdienst daher und prognostiziert die kommende Woche. Also tut auch Jeremja im Gefolge der Schlacht zu Karchemisch.
Ein Jahr zuvor musste Nebopolassar den Rückzug antreten. Sein Sohn aber hat die Lage gewendet und hat das vereinigte Heer bei Karchemisch geschlagen. Nebukadnezar war jung, Und aus dieser Jugend sprach eine Kraft. Jeremia sieht den Wandel im Kräfteverhältnis, ist aber ohne Mitleid gegenüber Ägypten, das er als Feind des Herrn bezeichnet. Wie kommt Jeremja zu diesem Urteil? Die natürlichste Erklärung Wäre in der Konfrontation zwischen Necho und Josia zu suchen. Und so sieht Jeremja Nebukadnezar als ein Mittel zur Rache.

Jer 461Dies ist das Wort des HERRN, welches an den Propheten Jeremia in betreff der Heiden erging: 2 Über Ägypten, in betreff des Heeres des Pharao Necho, des Königs von Ägypten, welches bei Karkemisch am Euphrat stand, wo Nebukadnezar, der König von Babel, es schlug im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: 3 Rüstet Schilde und Tartschen und rücket zum Kampfe aus! 4 Spannet die Rosse an und sitzet auf, ihr Reiter! Tretet an mit den Helmen, machet die Spieße blank, leget den Panzer um! 5 Warum sehe ich sie so erschrocken zurückweichen? Ihre Helden sind geschlagen, sie fliehen, daß keiner hinter sich sieht; Schrecken ringsum! spricht der HERR. 6 Der Schnellste wird nicht entfliehen, und der Starke kann nicht entrinnen; im Norden, am Ufer des Euphratstromes straucheln und fallen sie!
7 Wer stieg wie der Nil empor, daß seine Wasser wie Ströme daherwogten? 8 Ägypten schwoll an wie der Nil, und seine Wasser wogten wie Ströme daher, und es sprach: Ich will hinaufziehen und das Land bedecken, will die Stadt samt ihren Bewohnern vertilgen! 9 Auf, ihr Rosse! Raset daher, ihr Wagen! Die Starken sollen ausziehen, die Schildträger von Kusch und Put, samt den Bogenschützen von Lud! 10 Und dieser Tag ist für den Herrn, den HERRN der Heerscharen, ein Tag der Rache, daß er sich an seinen Feinden räche; und das Schwert wird fressen, satt und trunken werden von ihrem Blut; denn ein Schlachtopfer hält der Herr, der HERR der Heerscharen, im mitternächtlichen Lande, am Euphratstrom! 11 Ziehe hinauf nach Gilead und hole Balsam, du Jungfrau, Tochter Ägypten! Umsonst wendest du so viele Heilmittel an; es gibt kein Pflaster für dich!
12 Die Völker haben von deiner Schmach gehört, und die Erde ist voll von deinem Geschrei; denn ein Starker ist über den andern gestrauchelt, sie sind beide miteinander gefallen.

Soviel der Häme über das Erlittene. Bis hierher mögen wir es mit dem Kolumnisten zu tun haben. Doch Jeremja genügt sich nicht darin. Er sieht in Umrissen das kommende Unheil für Ägypten, ohne aber sich im Detail zu verlieren.

Jer 4613 Dies ist das Wort, welches der HERR zum Propheten Jeremia gesprochen hat, daß Nebukadnezar, der König von Babel, kommen werde, das Land Ägypten zu schlagen: 14 Macht es bekannt in Ägypten und lasset es hören in Migdol, in Noph und Tachpanches! Saget: Stelle dich auf und rüste dich; denn das Schwert hat deine Nachbarn gefressen! 15 Warum sind deine Helden gefallen? Sie haben nicht standgehalten, weil der HERR sie niederstieß! 16 Er ließ viele straucheln; einer fiel über den andern, also daß sie sprachen: Kommt, laßt uns wieder zu unserm Volk und in unser Vaterland ziehen vor dem grausamen Schwert! 17 Kündiget daselbst dem Pharao, dem König von Ägypten, den Untergang an! Er hat die Frist verstreichen lassen. 18 So wahr ich lebe, spricht der König, dessen Name HERR der Heerscharen ist: Wie der Tabor unter den Bergen und wie der Karmel am Meere, so wird er kommen!

 

Die 26. Dynastie von Ägypten

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Chronologische Mitteilungen

Das Gerüst über die Ägyptischen Dynastien entnehmen wir dem überlieferten Werk nach Manetho. Drei Quellen zu Manetho kennen wir:

  • Julius Africanus
  • Eusebias von Cäsarea
  • Flavius Josephus
Africanus und Eusebius übermitteln dynastische Angaben, welche aber grosse unterschiede Aufweisen. Dies und der Umstand, dass die Alter der frühen Dynastien unwahrscheinlich lang sind, hat bewirkt, dass man die Daten verwirft, wenn eine bessere Alternative vorliegt.
Zusätzlich gibt es ein Datum aus dem Serapium, wo die Apis-Stiere begraben wurden. Dieses Datum finden wir denn auch im Konsens angewendet.
 

Pharao Name Vorname bei Manetho JulAfr Euseb Apis Herodot
- - Ammeris - 12 --
- - Stephinates 7 7 --
- - Nechepsos 6 6 --
Necho I - Nechao I 8 8 --
Psammetikus I Wahemibre Psamtek Psammetichos 54 45 54-
Necho II Wahemibre Neko Nechao II 6 6 1516
Psammetikus II Neferibre Psamtek Psammuthis 6 17 66
Apries Haaibre Wahibre Uaphris 19 25 1925
Amasis Khnemibre Ahmose-si-Neit Amosis 44 42 4444
Psammetikus III Ankhkaenre Psamtek Psammecherites 1 - 1-


Diese Mitteilung hat zu folgender Konsens-Chronologie geführt, in der Annahme, dass ab Psammetich I Diese Dynastie alleine herrschte.

25.Dynastie (Nubien)
Taharka 690-664 B.C.
26.Dynastie (Sais)
Wahibre Psamtik (I) 664-610 B.C.
Wahemibre Necao (Necho) 610-595 B.C.
Neferibre Psamtik (Psamtik II) 595-589 B.C.
Ha'a'ibre Wahibre (Apries) 589-570 B.C.

Nach welchem Prinzip wurde nun diese Chronologie erstellt? Wenn man auf die Quellen schaut, bemerkt man, dass in jedem Fall die Angaben aus dem Serapeum bevorzugt wurden einem additiven Prinzip. Dabei müsste doch auffallen, dass für Necho und Psammetich eine Abhängigkeit besteht. Bestehen de Widersprüche auf verschiedenen Ansätzen? Wäre nicht denkbar, dass Psammetich 45 Jahre allein herrschte, dann bis 54 zusammen mit Necho, und dieser die letzten Sechs Jahre allein?

Auch Herodotos von Halicarnassos äussert sich zu Nechos Regierungsjahren: 16 Jahre. Und über seinen Sohn:

Psammis (Psammetich II) reigned over Egypt for only six years. He took the field in Ethiopia, and just thereafter died, and Apries (Hophra) the son of Psammis reigned in his place.

Für die Chronologie gilt auch der biblische Rahmen. Dieser verlangt nach Jer 44:29

Jer 4429 Und das soll für euch das Zeichen sein, spricht der HERR, daß ich euch an diesem Ort heimsuchen werde, und daran könnt ihr merken, daß meine Drohung sich an euch erfüllen wird: 30 So spricht der HERR, siehe, ich will den Pharao Hophra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Feinde und derer, die seinem Leben nachstellen, fallen lassen, gleichwie ich Zedekia, den König von Juda, in die Hand des babylonischen Königs Nebukadnezar gegeben habe, der sein Feind war und ihm nach dem Leben trachtete.

Die Bibel bezieht sich also grundsätzlich auf den überlieferten Dynastischen Block. Wir wollen ihn aber chronologisch testweise etwas umformen. Die Angabe der 6 Jahre nach Manetho wird vernachlässigt. Würde man sie berücksichtigen. so würe dies bedeuten: Nechos Alleinherrschaft dauerte von 610-605 und ab 604 ist dann Hophra an der Reihe. Mit anderen Worten: Necho wäre in diesem Fall bei Karchemisch umgekommen.
Wir sehen aber aufgrund der Bibel, dass dies so nicht geht. Denn der Pharao nimmt beim Rückzug von Karchemisch den Joahas gefangen, vermutlich während einer allgemeinen Strafaktion gegen Syrische aufmüpfige. Necho ist also noch am Leben, und wenn auch die Bab.Chronik berichtet, dass Nebukadnezar ganz Hatti (= das Land zwischen Orontes und Euphrat) eingenomen hat, so ist doch das untere Syrien und Israel immer noch in Nechos Hand. Es ist Angabe aus der Bibel, welche uns diese elegante Spekulation verbietet.

Archäologische Mitteilungen

Ägypten

Es gibt sehr wenig Zeugnisse zu Necho.

  • Unter Necho wird ein Apisstier bestattet. Das Serapeum soll unter Psammetich wieder in Betrieb genommen worden sein. Diese Annahme unterliegt aber einer Folgerung aufgrund des Konsens. Die Periode des Serapium wird auf 600 Jahre veranschlagt. David Rohl zeigte aber, dass 22 bezeugte Stiere mit durchschnittlich 18 Lebensjahren lediglich eine Frist von 400 Jahren zuliessen, wobei etwa 200 Jahre zuviel wären.
    Immerhin ist ein necho bezeugt, was auf einen Pharao hinweist. Es wird angenommen, dass es pro Apisstier nur eine Widmung geben kann, also doppelte Widmungen für das Serapium ausgeschlossen sind. Das Serapium ist das wichtigste Zeugnis für Necho. Das Serapium gilt auch als wichtigstes bauliches Zeugnis seines Vaters Psametich I. für den ein Apisstier im 56.Jahr und im 20. jahr bezeugt ist.
  • Ein Artefakt mit dem Name "Wahemibre"
  • Eine Inschrift, Statuette Cartuche (?), deshalb als Zeugnis zweifelhaft.
  • Die Namen Hophra und Amasis sind in Äygpten selbts als Königsnamen nicht belegt. Sie beruhen ledigliche in schriftlicher Überlieferung.
  • Man hat auch keine Mumien oder Särge zu Könien der 26.Dynastie gefunden.

Nach Herodot war Necho ein Kanalbauer und Seefahrtsunternehmer. Unter ihm soll eine Afrikaumsegelung stattgefunden haben. Dies ist für das späte 7.Jh. doch spektakulär. Ein solcher Pharao sollte doch mehr Inschriften hinterlassen.

Eine Internetquelle behauptete Psammetich II habe Nechos Namen ausmeiseln lassen. Dieser Hinweis ist dubios, denn wenn man dies behaupten kann, kann man auch die Zeugnisse aufweisen. Hier handelt es sich wohl um eine Erklärung für den Mangel an Inschriften.

der Hergang der 26. Dynastie ist für mich sehr unklar. Herodots Hinweis will in einem eigenen Abschnitt untersucht werden.

Psammettich I hat die Amunpriesterin zu Theben "erpresst", seine Tochter Nitokris zu adoptieren. Derweil regierte die Dynastie von Sais im westlichen Nildelta aus. Ich denke, dass auch dieser formale Handstreich nach dem Südreich seine Spuren hinterlassen müsste in der Nekropole zu Theben.

Israel und Syrien

  • In 1982 the Israeli archaeologist Yigal Shiloh discovered 51 clay bullae in a controlled excavation in Jerusalem in a house destroyed by the army of Nebuchadnezzar in 586 BC. One of these bullae belonged to `Gemariah', son of Shaphan, official to King Jehoiakim (608-598 BC) and mentioned in Jeremiah 36:10. [BAR, Jul/Aug 1997, p. 37] (Quelle: Sanders)
  • Four clay impressions of a seal of Nekauwere were found in the ruins of a house at Carchemish together with seals of Psamthek. ... [See L. Wooley and T.E. Lawrence, eds., Carchemish, II (1915-1952), pp.126-128;Pl.26c] (Quelle: sanders)
  • Personal excavated possessions found at Arad of authentic Israelite personalities include: Eliashib, son of Ehiyahu, whose Hebrew inscription on scarab shaped seals read, Belonging to Eliashib'. They are said to belong to stratum VI of 605-595 BC. Among the written evidence were supply vouchers, inventory lists and military orders. [BAR, Mar/Apr 1987, p. 36-39] (Quelle: Sanders)

Persien

  • In den Trümmern von Xerxes Palast zu Persepolis: For the most part it is impossible to determine which of the objects preserved were first installed in this reign. So thorough was the looting by Alexander that no large-sized work of art in a precious metal has survived. The many superb vessels of stone which bear the name of Xerxes were all deliberately smashed, though fortunately a good many can be fitted together again. Of the trophies from successful wars, some come from Egypt. A creamy alabaster bowl, banded in white and light gray, bears near the small handle the cartouches of Necho. Further names of the same monarch appear on the base of a blue paste statuette. Amasis is mentioned on an alabaster vase stand and on a composite alabaster vessel [A.T. Olmstead, History of the Persian Empire (1948), p. 219] (Quelle: Jim Reilly Displaced Dynasties).

Jim Reilly weist auf die Zeitspanne Necho - Xerxes hin. Eine Vase, die beider Namen trägt (des Siegers wie des Beraubten) müssten doch zeitlich näher liegen, so der Gedanke von Jim Reilly. In Reillys Chronologie überlappen sich die Zeiten von Xerxes und Necho.

Streitfälle

Nitokris

Psammettich eroberte das Südreich Theben unmilitärisch, indem er den Amunpriester Shepenwepet II zwang, seine Tochter Nitokris zu adoptieren. Da Herrschaftsrechte in Ägypten über die weibliche Linie legitimiert waren, bedeutet dies einen Dynastiewechsel. Nitokris war nach Konsens von 656 bis 586 "Gods Wife". Dies ist eine unglaublich lange Zeit.
Das Problem taucht aber wieder auf bei ihrer Nachfolgerin Ankhnesneferibre, die immer noch unter Psammetisch III bezeugt ist, was ihr eine Amtszeit von 586-525 einträgt.
Jim Reilly macht diese unglaublich lange Zeit zu einem Argument für seine Revision.

When scholars note the fact that she served the god Amon either as adoptive daughter or as the god's wife for a total of 70 years they are impressed, but not stupefied. After all, they say, she was the daughter of Psamtik I who ruled Egypt for 54 years. She came by her longevity naturally.
But there is a vast difference between 54 years and 70 years. To be fair to the scholars, they have clearly felt uncomfortable about the situation. Were that not the case we would not continually read claims that Nitocris was in her early teens, or perhaps still in puberty, when taken to Thebes by Psamtik I. The image of a 90 year old functioning god's wife is just too difficult to imagine.
(Jim Reilly Displaced Dynasties)

Ich kann dieses Argument nicht kommentieren, die ich die Quellenlage bez¨glich der Amunpriester nicht zur Verfügung habe. Fragt sich aber, ob Amunpriesterschaft nicht eine lebenslange Anstellung war. Die Adoption der Nitokris hat ja die amtierende Pristerin nicht sogleich aus dem "göttlichen Ehebett befördert. Jobsharing nach Tauglichkeit sollte hier als Erklärung untersucht werden.

"beatyful names"

nach der Ramessidenzeit kam der Brauch von neuen "guten Namen" auf. Kein überwiegendes aber doch deutlcihes Phänomen. Dies entspricht etwa einem neuen Taufname. Hiebei wird eine Regel postuliert.

Stela Louvre #391 in the Darius group was erected by a religious official who bears numerous Memphite cultic titles and who refers to himself as Khnemibre-sa-Ptah rn.f nfr Necao ( lit. Khnemibre son of Ptah whose beautiful name is Necao). He names a Psamtik as one of his sons. Not only does this individual have both a basiliphorous and a beautiful name, but both the names Khnemibre and Necao are contained in separate cartouches. (Jim Reilly Displaced Dynasties)

Obiges Beispiel ist eine Ausnahme, da sie einen Necho nach Amasis voraussetzt, denn, der neue "gute Name" deutet auf den späteren Pharao hin. Nach dem Konsens ist dies aber nicht möglich. Oder die Theore von Widmann für die Regel des guten Namen ist nicht gültig, oder wurde hier verletzt.
 

Goldenes Kalb und symbolische Namen

zum Inhalt
 

Apisstiere und goldenes Kalb

Ich vertrete die Ansicht, das grosse Teile der Mosaischen Bücher in der ersten Hälfte des 6.Jh verfasst wurden. Manche Teile dürften auch bar einer Überlieferungsvorlage sein, und sich eher an die jüngste politische Erfahrung anlehnen.
der Gedanke, dass die 26.Dynastie herrschend war vor der unmittelbaren Redaktionszeit, wirft ein Licht auf die Anbetung des goldenen Kalbes.
Die Torah beschreibt ägyptischen Gottesdienst anhand des goldenen Kalbes. Die Pyramiden oder Theben werden nicht erwähnt. Hingegen das goldene Kalb, das so sehr an die Apisstiere erinnert. Die 26.Dynastie wird generell als Promotoren des Serapium dargestellt. Haben wir hier ein Zeugnis dafür, dass die 26. Dynastie tatsächlich Zeitgenössisch mit den letzten Königen von Jerusalem war?

Ich möchte nicht dabei bleiben, sondern die mögliche Konsequenz erwähnen. Wenn das goldene Kalb und die Apisstiere identisch sind, so wird die Verehrung dessen in der Torah zu einer unmittelbaren politischen Aussage, indem sich die Priesterschaft politisch nach Ägypten ausrichteten.

2Mo 324 Und er nahm sie von ihren Händen und bildete es mit dem Meißel und machte ein gegossenes Kalb. Da sprachen sie: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten geführt haben!

Die Aussage kann nicht pointierter dargestellt werden, als das Symbol der Befreiung gerade mit dem Symbol des aktuell wichtigsten Ritus der Zeit in Verbindung gebracht wird. Zu der Zeit, da das Volk dann in die Verbannung ziehen muss. Man vergleiche dies mit der Aussage:

2Mo 329 Und der HERR sprach zu Mose: Ich habe dieses Volk beobachtet, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk.
10 So laß mich nun, daß mein Zorn über sie ergrimme und ich sie verzehre, so will ich dich zu einem großen Volk machen!
11 Mose aber besänftigte das Angesicht des HERRN, seines Gottes, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn über dein Volk ergrimmen, das du mit so großer Kraft und starker Hand aus Ägypten geführt hast?

Jahwe droht unmittelbar, dieses Volk zu zerstören. Auch dies passt in den gegenwärtigen historischen Kontext um 600. Wenn wir also den historischen Konsens in diese Abschnitt akzeptieren, so müssen wir auf den Gedanken kommen, die ganze Szene um das goldene Kalb und die Art wie Ägypten beschrieben wird im Kontext um das Gesetz entspringt der freien Erfindung der zeitgenössischen Polemik und hat keine Überlieferung zum Paten. Das goldene Kalb ist originär dem späten 7.Jh als Gedanke.

Demgemäss gelte es wohl auch die Strafaktion Mose zeitgenössisch zu untersuchen.

2Mo 3227 Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Gürte jeder sein Schwert an seine Lenden und gehet hin und her, von einem Tor zum andern im Lager, und erwürge ein jeder seinen Bruder, seinen Freund und seinen Nächsten!
28 Die Kinder Levis taten, wie ihnen Mose gesagt hatte, so daß an demselben Tage vom Volke bei dreitausend Männer fielen.

Teilung und Bürgerkrieg wird auch reflektiert bei der verfassten Chronik in Bezug auf Jerobeam.

1Kö 1228Darum hielt der König einen Rat und machte zwei goldene Kälber und sprach zum Volk: Es ist zu viel für euch, nach Jerusalem hinaufzugehen! Siehe, das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben!
29Und er stellte das eine zu Bethel auf und tat das andere nach Dan.
30Aber diese Tat ward [Israel] zur Sünde; und das Volk lief zu dem einen [Kalbe] bis gen Dan.

Wobei auch hier die Interpretation der Kälber im Sinne einer proägyptischen Politik im Gegensatz zu Jerusalem plötzlich auch die Plünderung des Tempels durch Sisak erklärt.

Der Name Necho in der jüdischen Überlieferung.

Der Name Necho ist in den schriftlichen Quellen gut belegt.

  • In der Bibel in drei verschiedenen Büchern, di gleiche Person bedeutend.
  • Bei Herodot zwei verschiedene Personen
  • Manethos Liste, zwei Personen der 26. Dynastie
  • Assurbanipals Annalen, bedeutend einen Necho (oder Niku), der als einziger in einem Aufstand in Ägypten verschont wurde.

Es geht aber in der Bibel nicht um eine einmalige Erwähnung, sondern mehrfach in drei verschiedenen Büchern, hören wir diesen Namen. Wäre es möglich, dass Necho nicht der offizielle Name des Pharao ist, sondern ein symbolischer Name in der Bibel?

Ginzberg sagt zum Namen Necho:

The interpretation of Neco, the name of the Egyptian king, as though it were nkh "lame" is often found in Jewish and Christian writings; comp. Megillah 3a; Mo'ed Katan 28b; Targum Zech. 12.11, and 2 Chron 35:20; Peshitta on 2 Kings 23:29; Aphraates, 471. Legends of the Jews VI n. 123

Strongs Dic.

05221 hkn nakah naw-kaw'
a primitive root; TWOT-1364; v
AV-smite 348, slay 92, kill 20, beat 9, slaughter 5, stricken 3, given 3, wounded 3, strike 2, stripes 2, misc 13; 500
1) to strike, smite, hit, beat, slay, kill
1a) (Niphal) to be stricken or smitten
1b) (Pual) to be stricken or smitten
1c) (Hiphil)
1c1) to smite, strike, beat, scourge, clap, applaud, give a thrust
1c2) to smite, kill, slay (man or beast)
1c3) to smite, attack, attack and destroy, conquer, subjugate, ravage
1c4) to smite, chastise, send judgment upon, punish, destroy
1d) (Hophal) to be smitten
1d1) to receive a blow
1d2) to be wounded
1d3) to be beaten
1d4) to be (fatally) smitten, be killed, be slain
1d5) to be attacked and captured
1d6) to be smitten (with disease)
1d7) to be blighted (of plants)

05225 Nwkn Nakown naw-kone'
from 03559; ; n pr m
AV-Nachon 1; 1
Nachon =" prepared"
1) the owner of the threshing floor which the ark was passing on the trip to Jerusalem when it started to fall off the cart, Uzzah steadied it, and God smote him dead for touching it

07895 qvyv Shiyshaq shee-shak' or qvwv Shuwshaq shoo-shak'
of Egyptian derivation; ; n pr m
AV-Shishak 7; 7
Shishak =" greedy of fine linen"
1) king of Egypt, Sheshonk I, 1st king of the Bubastite 22nd dynasty; ruled in Egypt during the reigns of Solomon and Rehoboam and attacked the southern kingdom under Rehoboam and apparently made it tributary

Mit Strongs Wörterbuch können wir Necho aber noch anders Interpretieren: Schlagen – Töten
Es mag vielleicht die vorgeschlagene Vokalisierung nicht ganz korrekt sein. Aber niemand bestimmt, wie der Name Necho ausgesprochen wurde. Mag also eine der naheliegenden Varianten hier möglich sein.
Der Name Necho kommt also einem Inhalt engegen, welcher mt dem Pharao bezüglich der Jüdischen Geschichte assoziiert wurde.

Ginzbergs Kommentar zum Namen Necho wird durch Strongs bestätigt. (Ich habe aber noch den Nachun hingetan, weil wir diese Assoziation ev. später noch gebrauchen. ) Ginzbergs Kommentar muss aber dahingehend ergänzt werden: Der Talmud spekuliert über Salomos Thron, der technisch so beschaffen war, dass niemand darauf sitzen konnte. Als nun der biblische Sisak Jerusalem plünderte zur Zeit Rehabeams, da nahm er Salomons Thron mit. Beim Versuch, den Thron zu besteigen, griffen ihn aber die Tiere vor dem Thron an und verletzten ihn, weshalb Sisak auch Necho (=der Lahme) genannt wurde.
Spekulationn über Salomos Thron im Talmud sind nun aber kaum älter, als die Redaktion der Chronik oder von Jeremja, weshalb die Namenserklärung wohl eher der Thronmystik dient, als dass sie den Namen Necho historisch erklärt. Aber ein sonderbares Bindeglied gibt es dennoch, Denn Sisak und Necho waren die einzigen in der Bibel erwähnten Pharaonen, welche mit jüdischen Königen in agressivem Konflikt stehen. Da Historie und Archäologie ab dem mittleren jüdischen Reich immer mehr aus dem Ruder laufen, muss wohl an der Historizität von Jerobeam und Rehabeam gezweifelt werden (es ist ohnehin seltsam, dass mit der Teilung zwei solche Namen auftauchen). Ist Sisak ein historisch belegter Pharao? Oder steckt mehr hiter dem Thron Salomos, dass also Sisak und Necho symbolisch gleich zu lesen sind?

The throne did not remain long in the possession of the Israelites. During the life of Rehoboam, the son of Solomon, it was carried to Egypt. Shishak, the father-in-law of Solomon, appropriated it as indemnity for claims which he urged against the Jewish state in behalf of his widowed daughter. When Sennacherib conquered Egypt, he carried the throne away with him, but, on his homeward march, during the overthrow of his army before the gates of Jerusalem, he had to part with it to Hezekiah. Now it remained in Palestine until the time of Jehoash, when it was once more carried to Egypt by Pharaoh Necho. His possession of the throne brought him little joy. Unacquainted with its wonderful mechanism, he was injured in the side by one of the lions the first time he attempted to mount it, and forever after he limped, wherefore he was given the surname Necho, the hobbler. (71) Nebuchadnezzar was the next possessor of the throne. It fell to his lot at the conquest of Egypt, but when he attempted to use it in Babylonia, he fared no better than his predecessor in Egypt. The lion standing near the throne gave him so severe a blow that he never again dared ascend it. Through Darius the throne reached Elam, but, knowing what its other owners had suffered, he did not venture to seat himself on it, and his example was imitated by Ahasuerus. The latter tried to have his artificers fashion him a like artistic work, but, of course, they failed. (72) The Median rulers parted with the throne to the Greek monarchs, and finally it was carried to Rome. (73) (Ginzberg: Legends of the Jews)

Eine kleine Studie zu Pharaonennamen in der Bibel

=???= bedeutet, diese Identitäten sind durch Revisionen angezweifelt

Pharao Hophra:
Jer.4430 Myrum-Klm erpx herp-ta (BHM) ton ouafrh basilea aiguptou (LXX)
Sein Name (Haaibre Wahibre) ist in der hebräischen Fassung eher schlecht umschrieben. Ich lese erpx als Chaf-Re.

Pharao Sisak =???= Scheschonk (traditionel):
1.Kg.1140 Myrum-Klm qsys-la (BHM) prov sousakim basilea aiguptou (LXX)
David Rohl wies darauf hin, dass der Name Sisk auch auf Ramses II anzuwenden sei. Die Identität mit Scheschonk war all zu schnell hergestellt. Scheschonks Beutezug weisst tätsächlich Namen in Palästina auf, nur nicht jenen, den wir erwarten sollten aufgrund des biblischen Berichts. Er ist direkt konträr zu dem was die Bibel besagt. Wir dürfen die Gleichung Scheschonk gleich Sisak aufgeben. Ich lasse die Identifikation Sisaks lieber offen, da ich David Rohls Ansicht über die Bibel nicht teile.

Zera (der Kuschite) =???= Osorokon (der nicht-Kuschite)
2.Chr.149 yswk:h xrz (BHM) autouv zare o aiyioq (LXX)
Die Zuordnung ist hier eindeutig umstritten, denn Pharaonen des Names Osorokon werden als Lybier umschrieben, nicht als Nubier. Der biblische Zera zur Zeit Salomos ist ein anderer Zeithorizont, als die Nubier (traditonel erst nach dem Fall Samarias). Man könnte anhand LXX argumentieren, dass Aithiopia (z.B. nach Herodot) Afrika ausserhalb Ägypten bezeichnet, also inklusive Lybien. Das Gleiche müsste man auch für das Wort Kusch dann belegen. Die hebräische Schreibung xrz hat nicht ein -Re am schluss, sondern ähnlich Sirach, deutet also auf einen semitischen Namen hin. Es wird auch ein anderes Kusch in Asien diskutiert. Möglich dass sich hier die Unterschiede aus der historischen Ansicht/Erinnerung (6.Jh MT gegen 3.Jh LXX) bemerkbar machen.

Pharao Necho
2.Kng.2329 Myrum-Klm hkn herp (BHM) faraw necaw basileuv aiguptou (LXX)

Tirhaka =???= Taharka (traditionel)
Isa.37:9 swk-Klm hqhrt-le (BHM) yaraka basileuv aiyiopwn (LXX)

 

Josia Portrait

zum Inhalt
 

Josias Reformen

Josias wird mehr als jeder andere König vor ihm als Reformer des jüdischen Kultes angesehen. Josias zeigt ein anderes Verhalten als seine Vorgänger Manasse oder Amon.

Für Manasse teilt die Bibel eine lange Regentschaft mit. Er ist jener König, der mit Abstand am schlechtesten wegkommt nach jahwistischem Masstab. Auch sein Sohn Amon wird schlecht bewertet. Amon kommt in einer Palastrevolution um, un das Landvolk macht Josja zum König, als er acht Jahre alt ist.

Wir dürfen nicht annehmen, dass ein achtjähriger das Land regierte. Vielmehr war dieser König lange Zeit unter dem Einfluss einer Clique. Josia war ein Marionettenkönig, geformt nach den Erfordernissen der Priester. Die Formel vom dynastsch legitimierten Davidsthron war auch eine geeignete Formel, dass ein Puppenkönig anstelle eines fähigen erwachsenen Regenten eingesetzt wurde.

Die Reformen unter Josja haben zwei Zielrichtungen:

Die Monopolisierung des Kultes

konkurrierende Kulte werden abgeschäft oder so weit wie möglich verdrängt. Diese Vorgang lässt sich archäologisch für diese Epoche nachvollziehen. Zu dieser Vereinheitlichung gehört wohl auch die Austreibung bzw. Ermordung ungewollter Priesterschaft. Im Effekt mündet dies auch in ein Priestermonopol der Jahwisten.

1Kö 131 Aber siehe, ein Mann Gottes kam von Juda durch das Wort des HERRN gen Bethel, als Jerobeam eben bei dem Altar stand, um zu räuchern.
2 Und er rief wider den Altar durch das Wort des HERRN und sprach: Altar! Altar! So spricht der HERR: Siehe, es wird dem Hause Davids ein Sohn geboren werden namens Josia, der wird auf dir die Priester der Höhen opfern, die auf dir räuchern, und man wird Menschengebeine auf dir verbrennen!

Hier wird zweifelsohne der schon besprochene Kontext zum Goldenen Kalb hergestellt (Sisak=Necho ?). Diese postum fabrizierte Prophetie ist wohl mehr als symbolisch sondern zeigt durchaus auch, dass man mit Gewallt das neue Monopol durchsetzte.

2Kö 2315 Desgleichen auch den Altar zu Bethel und die Höhe, die Jerobeam, der Sohn Nebats, der Israel zur Sünde verführte, erbaut hatte: auch diesen Altar und die Höhe brach er ab und verbrannte die Höhe und machte sie zu Staub und verbrannte die Aschera.
16 Und Josia sah sich um und erblickte die Gräber, welche dort auf dem Berge waren, und sandte hin und ließ die Gebeine aus den Gräbern nehmen und verbrannte sie auf dem Altar und verunreinigte ihn, nach dem Worte des HERRN, welches der Mann Gottes verkündigt hatte, als er solches ausrief.
17 Und er sprach: Was ist das für ein Grabmal, das ich hier sehe? Da sprachen die Leute der Stadt zu ihm: Es ist das Grab des Mannes Gottes, der von Juda kam, und diese Dinge, die du getan hast, wider den Altar zu Bethel ankündigte.
18 Da sprach er: So laßt ihn liegen; niemand rühre seine Gebeine an! Also blieben seine Gebeine erhalten, samt den Gebeinen des Propheten, der von Samaria gekommen war.

Ein Jüngling, erzogen nach dem Willen der Priester, handelt hier beeinflusst durch göttlichen Auftrag, und um sein Handeln abzusegnen, wird gar eine Prophetie fabriziert (oder sie soll postum Josjas Verhalten absegnen).
Die Politik wird durch Propheten gesteuert. Die Propheten sind allgegenwärtig, nicht nur in dem Sinne wie wir sie lesen, sondern als agierende Politiker. Dies färbt die Eigenart der zeit, prägt das Gesicht dieses Jahwismus im ausgehenden 7. Jahrhundert.

2Kö 2319 Josia beseitigte auch alle Höhenhäuser in den Städten Samarias, welche die Könige von Israel gemacht hatten, den HERRN zu erzürnen, und verfuhr mit ihnen ganz so, wie er zu Bethel getan hatte.
20 Und er opferte alle Höhenpriester, die daselbst waren, auf den Altären; und verbrannte also Menschengebeine darauf und kehrte dann nach Jerusalem zurück.

Die Ausformung des zentralen Kultes

Die Institution des Passa als zentralen Akt, und die Institution des "renovierten" Tempels als zentrale Kultstätte sowie der Fund des Gesetzes im Sinne dessen das Jerusalem neu als Ort der Gesetzgebung bestätigt wird.

2Kö 2321 Dann gebot der König allem Volk und sprach: Feiert dem HERRN, eurem Gott, das Passah, wie es in diesem Bundesbuch geschrieben steht!
22 Denn es war kein solches Passah gehalten worden, seit der Zeit der Richter, die Israel gerichtet hatten, und während der ganzen Zeit der Könige von Israel und der Könige von Juda;
23 erst im achtzehnten Jahre des Königs Josia ist dieses Passah dem HERRN zu Jerusalem gefeiert worden.

Das Passa wurde nie mehr so gefeiert seit Samuel. Warum wird nicht auf das Passa des Salomo verwiesen? Unter Samuel wird gar kein solches Passa geschildert. Im Gegesatz sind die Opferhandlungen unter Samuel umstritten. Saul wird verworfen wegen eines unzeitigen Passa. Mir scheint, nicht das Passa ist das eigentlich wesentliche, sondern, Samuel war ja ein Königsmacher. Nur das Buch der Chronik, viel später verfasst, beschriebt dieses Passa im Sinne des Salomonischen Passa.

Josia lässt den Tempel ausbessern. Dieser Tempel war eventuell gar geschlossen. Manasse hatte als letzte erwähnte bauliche Massnahme sich um den Mauerbau gekümmert. Amon hatte sich nicht um den Tempel gekümmert. Josia liess ihn untersuchen.

2Kö 223 Und im achtzehnten Jahre des Königs Josia sandte der König Saphan, den Sohn Azaljas, des Sohnes Mesullams, den Schreiber, in das Haus des HERRN und sprach:
4 Gehe hinauf zu Hilkia, dem Hohenpriester, er soll das Geld auszahlen, das zum Hause des HERRN gebracht worden ist, welches die Schwellenhüter vom Volk gesammelt haben,
5 damit man es den Aufsehern über die Arbeiter im Hause des HERRN gebe; diese sollen es den Arbeitern am Hause des HERRN geben, daß sie ausbessern, was am Hause baufällig ist;
6 nämlich den Zimmerleuten und Bauleuten und den Maurern, um Holz und behauene Steine für die Ausbesserung des Hauses zu kaufen;
7 doch soll man nicht abrechnen mit ihnen betreffs des Geldes, das ihnen eingehändigt wird, denn sie handeln auf Treu und Glauben!

Es wird nicht im Detail berichtet, was Josia an diesem Tempel vornehmen liess. Sinngemäss handelt es sich um eine Restauration nach alten Bildern. Dieser Tempel ist aber doch sehr umstritten aus archäologischer Sicht. Und mindestens eine bauliche Massnahme wird auch in der Bibel erwähnt.

Jer 3610 Da las Baruch aus dem Buch die Reden Jeremias im Hause des HERRN, in der Halle Gemarjas, des Sohnes Saphans, des Staatsschreibers, im obern Vorhof, am Eingang des neuen Tores des Hauses des HERRN, vor den Ohren des ganzen Volkes.

Wir können dieses neue Tor, und den Vorhof dazu zwar nicht Josia zuordnen. Es belegt allenfalls mögliche Bautätigkeit.

Während dem Bau geschieht es nun, dass das Gesetz gefunden wird.

2Kö 228 Da sprach Hilkia, der Hohepriester, zu Saphan, dem Schreiber: Ich habe das Gesetzbuch im Hause des HERRN gefunden! Und Hilkia übergab Saphan das Buch, und er las es.
9 Und Saphan, der Schreiber, kam zum König und brachte dem König Bericht und sprach: Deine Knechte haben das Geld ausgeschüttet, das im Hause vorhanden war, und haben es den Aufsehern über die Arbeiter im Hause des HERRN gegeben.
10 Auch sagte Saphan, der Schreiber, dem König und sprach: Hilkia, der Priester, gab mir ein Buch. Und Saphan las es vor dem König.

Dieser Vorgang ist derart merkwüdig. Josja wurde von Priestern erzogen. Er weiss genug, dass er die Reinigung im Land vornimmt. Sein Verhalten macht gar nicht den Eindruck als sein das Gesetz so abwesend. Ja sogar die Restauration des Tempels verlangt doch eigentlich kultische Massgaben, sprich Gesetz. Plötzlich aber wird das Gesetz gefunden. Und dieser Fund ist Anlass zu Klagen und schweren Drohungen gegen das Volk und Jerusalem.

Die Folgen dieses Fundes sind: ??? Eventuell nur das Passa. Aber die Restauration des Tempels impliziert doch eigentlich schon eine zeremonielle Feier. Abgesehen wird uns nichts mehr mitgeteilt, das als logische Folge dieses Gesetzes geleten könnte. Die Reden der Prophetin Hulda, welche anlässlich des Fundes weissagt, Mögen eher eine nachträgliche Erklärung sein, warum trotz Restauration von Tempel und Kult Jerusalem doch nciht verschont wurde.

Die Schriftforschung deutet dieses Gesetz als Deuteronomium, oder als eine Vorform dessen. Inm Grunde kann es sich um alles mögliche handeln, oder schlichtweg als Legitimation, warum plötzlich ein neues Gesetz auftaucht.

Man bedenke: Josjas Ermordung der Priester wird durch eine gefakte Prophetie legitimiert.
Die Einführung eines neuen Gesetzes wird anlässlich einer Restauration proklammiert. Mit anderen Worten, ein solcher Anlass ist geeignet, die ganze Tradition umzuschreiben nach den neuen Bedürfnissen. Und genau dies ist der Befund und die Kluft zwischen Archäologie und Überlieferung.

Aber das Mysterium um diesen Gesetzfund wird uns weiter unten noch beschäftigen, wenn wir Josias Tod und diesen Fund am Baum der Erkenntnis testen. Wenn das Gesetz der Baum der Erkenntnis ist, die Frucht der Erkenntnis aber der Tod, so haben wir eine logische Erzählung. Denn als einzige eindeutige Folge des Gesetzfundes wird der Tod des Josia erzählt.

2Kö 232 Und der König ging hinauf in das Haus des HERRN, und alle Männer von Juda und alle Einwohner von Jerusalem mit ihm, auch die Priester und Propheten und alles Volk, klein und groß, und man las vor ihren Ohren alle Worte des Bundesbuches, das man im Hause des HERRN gefunden hatte.
3 Der König aber trat an die Säule und machte einen Bund vor dem HERRN, dem HERRN nachzuwandeln und seine Gebote und Zeugnisse und Satzungen von ganzem Herzen und von ganzer Seele zu beobachten, die Worte dieses Bundes, welche in diesem Buche geschrieben standen, auszuführen. Und das ganze Volk trat in den Bund.

Eine Folge hat der Fund des Gesetzes. Das gesetz wird verlesen. Wir können aber nicht sagen, es handelte sich hier um eine Institution. Vielmehr geht es um die öffentliche Legitimierung zu gehen all dessen, was im Sinne des Fundes neu erscheinen muss. Auch vom Gesichtspunkt einer Restauration ist es notwendig, die Priesterschaft auf bestimmte kultische Normen öffentlich einzuschwören. Der Bund wird hier zu einer neuen Norm, im Kontext mit der Restauration. Dies erinnert ganz an die Verlesung des Gesetzes unter Esra. Doch ist der Akzent verschieden. Hier haben wir einen formellen Vorgang (die Schriften in der heutigen Form existieren nicht) unter Esra haben wir eine faktische Form (die Schriften existieren).

Josias Tod

Die Berichte

Wir haben zwei Berichte, einen frühen kurzen, einen längeren späteren:

2Kö 23,29 Zu seiner Zeit zog der Pharao Necho, der König von Ägypten, herauf wider den König von Assyrien an den Euphratstrom; dem zog der König Josia entgegen; aber der Pharao tötete ihn zu Megiddo, sowie er ihn gesehen hatte.
30 Und seine Knechte führten ihn tot von Megiddo weg und brachten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe. Da nahm das Volk des Landes Joahas, den Sohn Josias, und sie salbten ihn und machten ihn zum König an seines Vaters Statt.

Wenn wir diesen Text genau lesen, werden wir nicht entscheiden können, ob Josja eine diplomatische oder kriegerische Begegnung suchte. Mag sein, dass der Ort Megiddo, meist kriegerisch assoziert, hier bereits die indiffernete Nachricht entscheidet.

2Chr 3520 Nach alledem, als Josia das Haus [des HERRN] wieder hergestellt hatte, zog Necho, der König von Ägypten, herauf, um bei Karkemisch am Euphrat eine Schlacht zu liefern. Und Josia zog aus, ihm entgegen.
21 Jener aber sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was habe ich mit dir zu schaffen, König von Juda? Nicht wider dich [komme ich] heute, sondern wider ein Haus, das mit mir im Streite liegt, und Gott hat gesagt, ich solle eilen. Laß ab von [deinem Widerstand gegen] Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe.
22 Aber Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm ab, sondern verkleidete sich, um mit ihm zu kämpfen, und gehorchte nicht den Worten Nechos, [die] aus dem Munde Gottes [kamen], sondern kam, mit ihm zu streiten auf der Ebene bei Megiddo.
23 Aber die Schützen trafen den König Josia. Und der König sprach zu seinen Knechten: Traget mich hinüber, denn ich bin schwer verwundet!
24 Da hoben ihn seine Knechte von dem Kriegswagen auf seinen andern Wagen hinüber, den er [bei sich] hatte, und brachten ihn nach Jerusalem. Und er starb und ward begraben in den Gräbern seiner Väter. Und ganz Juda und Jerusalem trug Leid um Josia.

Dieser Bericht stellt Josias tat als Wahnsinn dar. Josia begegnet dem Pharao bei Megiddo, das ideales Schlachtengelände für Kriegsheere ist. War Josia überhaupt gerüstet für einen solchen offenen Krieg? Er bedurfte dazu der Kriegswagen. Er bedurfte ein Heer. Weder sein Vater noch sein Grossvater hinterliessen Berichte von geführten Kriegen. Alles deutet darauf hin, dass Jerusalem in der Vergangenheit wenig geübt war.
Weiter wird das Verkleidungsmotiv geschildert. Warum verkleidet sich Josia. Würde er nicht bekämpft, und getötet, wenn man ihn sehen würde? Oder war die Verkleidung zu seinem Schutz? Bedeutet Verkleidung hier seine Anonymisierung? Mag sein. Wir kennen aber einen Bericht, wo eine Verkleidung in der Schlacht schon mal eine Rolle spielte. Dort ist es der König von Israel (Ahab), der trotz Verkleidung tödlich getroffen wird. Sie war also ein Schutz, weil ein offener Gegner sofort die direkte Atacke befürchten musste.

Megiddo.....

Megiddo ist ein idealer Kampfplatz für Heere. Megiddo ist eine Festung am südlichen Fuss der Jesreel-Ebene. Dennoch ist in der Bibel dieser Ort nicht der klassisch jüdische Kampfplatz. Nur das Richterbuch berichtet dort eine Schlacht. Erst nach Josia ist Megiddo der typische Entscheidungsort geworden, welcher in der Offenbarung prominent ist als Harmageddon.

Hatte der Ort Megiddo bereits eine fundamentale Bedeutung, als der Bericht über Josia geschrieben wurde, oder liegt in Megiddo eine historische Botschaft, die wir nur nicht finden, weil unser Blick auf falschen Chronologien basiert?
Jim Reilly hat eine Lösung parat in seiner Revision. Da Pianki Menkheperre (=Menkheperre Necao) seinen Namen von Thutmose III entlehnt, sind auch viele Inschriften eigentlich aus der Zeit von Pianchi/Necho. Unter anderem auch die Analen über jenen Feldzug zu Megiddo, als Thutmose (traditionel) eien assyrische Koalition dort einschlisse und besiegt, revidiert einige Jahre vor Josias Fall. Reillys Revision hat also einen Vorteil, erklärt sie Megiddo, aber gleichwohl einen Nachteil. Wir würden zwar wissen, was es heisst, wenn Josia nach Megiddo ginge, aber Josias Unternehmen würde noch wahnsinniger erscheinen, weil der Sieg über Megiddo ja den Pharao in seiner Stärke charakterisiert.
Ich muss Reillys Revision hier ausklammern. Ich möchte, nebst einer fundamentalen Beduetung (die Megiddo später zukam) zuerst auf die stretegische Bedeutung hinweisen. Pharaos Zug nach dem Norden führte ihn zwingend bei Megiddo vorbei, denn dies war der Verlauf der typischen Heeresstrasse. Aus der Sicht Syriens würde ein Gegner dem Heer des Pharaos dort begegnen, wie es die syrische Koalition zur Zeit Thutmoses III tat. Aus der Sicht eines jüdischen Heeres ist diese Annahme gleichwohl unnötig, denn ein jüdisches Heer häte dem Pharao irgendwo am palästinischen Küstenstreifen begegnen können.

Necos then ceased from making the canal and engaged rather in warlike preparation; some of his ships of war were built on the northern sea, and some in the Arabian Gulf, by the Red Sea coast: the landing -engines of these are still to be seen. He used these ships at need, and with his land army met and defeated the Syrians at Magdolus, taking the great Syrian city of Cadytis after the battle. He sent to Branchidae of Miletus and dedicated there to Apollo the garments in which he won these victories. Presently he died after a reign of sixteen years, and his son Psammis reigned in his stead. Her. 2.158-9

Herodots Version, so man Magdolus mit Megiddo identifiziert, sieht Nechos Sieg in einem anderen Licht. Josia erscheint hier als Teil einer allgemeinen syrischen Erhebung. Ist aber Magdolus mit Megiddo identisch? Oder hat die jüdische Geschichte die Geschichte Josias aus seinem allgemenen Umfeld entfremdet? es gibt eine berühmte Schlacht bei Megiddo, Tuthmosis III hat sie gefochten. dies zu erörtern ist teil von Jim Reillys Revision. Uns befremdet aber dies. So Herodots Angabe hier schlüssig ist, bedeutet eine allgemeine Erhebung in Syrien doch die teilweise umstrittene Herrschaft Ägyptens. Wir haben aber keine Mühe, einen solchen Zustand nach 605 für Necho zu postulieren. Ich finde es also etwas gewagt, Magdolus mit Megiddo gleichzusetzen.
die Unsicherheit über die Identität der Namen kommt zum Zuge, da ich beobachtet dass ei un dieselbe Internetquelle Cadytis einmal mit Gaza, einmal mit Kadesh identifizierte. Ich hoffe der Leser kann nachvollziehen, warum ich Herodots Angabe in keiner Weise zur Untermauerung von Josias Schicksal hier verwenden kann.

Dies führt unweigerlich zur Frage: Auf was für militärische Ressouren konnte Josia zählen? Die Bibel schreibt ja nichts über Josias militärische Stärke, sondern nimmt viel Raum ein über Josias Eifer für die religiösen Reformen. Wir dürfen aber die Reformen Josias nicht losgelöst von dessen möglichen Exekutivgewalt verstehen. Josias Reformeifer ist nicht bar der Gewalt und dies bedingt mindesten eine Polizeitruppe, die ungestört agieren kann. Ob solche Reformen von Ägypten geduldet wurden, hängt von den Interessen ab. Die Reformen Josias betreffen keine explizit ägyptischen Kulte. Bzw. es idt dies schwer auszumachen, weil ägyptische Kulte in der Königszeit nicht als solche angegeben werden.
Dass Josia seine Reform durchführen kann, bedeutet nicht unbedingt eine schwäche Ägyptens, sondern beruht auf einer Nichteinmischung, solange die Interessen gewahrt wurden.
Man darf die 13 Jahren zwischen dem passa und der tödlichen Begegnung nicht übersehen. In dem Moment, da der Zentralismus von Jerusalem aus zu wirken beginnt, entwickeln sich auch andere militärische Ressourcen. Eine eventuelle Streitmacht Josias um 609 war zweifellos etwas anderes als die Polizeitruppe für die Reformen. Vielleicht war Josia ein Opfer seines Erfolges, der bei der Begegnung seine Möglichkeiten womöglich im religiösen Eifer, schlicht falsch einschätzte.

Als Necho von Karchemisch, bzw. dem gescheiterten Wiedereroberungsversuch von Haran zurückkommt, da rebellieren Syrische Fürsten. Unter anderem nimmt Necho auch den Joahas zu Ribla gefangen. Joahas war also auf dem Sprung zur Rebellion. Er war darin vielleicht nicht einzig. Joahas verhält sich dabei so, wie wenn es Josia gar nicht gegeben hätte, oder wie wenn die Niederlage gegen Pharao nicht im Bewusstsein wäre (es sein denn wir wollten Joahas ein Rachemotiv unterschieben). War Josia ein frühreifer Rebell? Oder was trieb Josia? War Josia zur Rebellion inspiriert durch die Reformen und seinen Wahn durch "göttliche Berufung"?

21 Jener aber sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was habe ich mit dir zu schaffen, König von Juda? Nicht wider dich [komme ich] heute, sondern wider ein Haus, das mit mir im Streite liegt, und Gott hat gesagt, ich solle eilen. Laß ab von [deinem Widerstand gegen] Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe

Die Mitteilung ist unzweideutig, dass Necho vollkommen überrascht von diesem unvermuteten Widerstand war. Josia ist es, nicht Necho, der auf einen Kampf besteht. Josias Kampf könnte man strategisch nur unter vielen Prämissen erklären. Wenn Zeit eine Rolle spielt, kann ein Kamikazeunternehmen zumindest notwendige Zeitverzögerung bedeuten. Spielte Zeit damal eine Rolle? Necho brach im Frühjahr auf, seine Truppen mit den assyrischen Resttruppen zu vereinigen. Haran war der Garnison überlassen. Zeit spielte keine unmittelbare Rolle.
Wir kommen aufgrund der zugänglichen Information nicht weiter. Entweder wir deklarieren Josia als Wahnsinnigen, oder wir deklarieren die biblischen Mitteilungen in diesem Punkt als Wahnsinnig.

Dieser Bericht nun erwähnt die Schlacht bei Karkemisch. Aus den Babylonischen Chroniken wissen wir aber, dass die Schlacht von Karkemisch erst im jahr 605 erfolgte, vier Jahr nach Josias Fall. Ist die Bibel hier ungenau?
Betrachten wir, wie sich der Ägyptische Einfluss flächendeckend ausdehnt, so geht er über Syrien bis an den Eufrat. Am Eufrat an der westlichen Schlaufe liegt Karchemisch. Diese Stadt ist also für Necho der Haupstützpunkt an der Grenze. Wenn Die Bibel also Karchemisch nennt, so nennt sie den damals wichtigsten Ort in der damaligen kriegerischen Auseinandersetzung. Karchemisch kann der Ort gewesen sein, wo sich die assyrischen und die ägyptichen Verbände traffen um ihre Rückeroberung Harans zu starten.

Diese Rückeroberung misslingt, und das Ägyptische Heer zieht sich über den Eufrat zurück. Es zieht über Ribla, wo Necho den Joahas gefangen nimmt. Der Historiker fragt sich, was Joahas zu Ribla im Land Hamat macht. Es wird nicht erklärt. Aber vermutlich wurde die Niederlage der assyrisch/ägyptischen Koalition von den Palästinensischen Fürsten falsch eingeschätzt und sie revoltierten. Aber Necho war durchaus in der Lage, diese Revolten aufzulösen und er nahm Joahas, der sich möglicherweise beteiligt hatte, gefangen.

Was war das für ein Pharao. Nehmen wir einmal nur diese Fakten, ohne sogleich in die Kisten der Dynastien zu greifen. Ägyptens Einfluss ging bis an den Eufrat. Ein solcher Einfluss ist ausserordentlich, und der Pharao jener Zeit darf mit Recht ein Grosser genannt werden.
Nebopolassar scheut eine direkte Konfrontation. Anderseits wird wohl der ägyptische Einsatz zu gunsten Assyriens auch nicht zu gross gewesen sein, so lange es ihm gelang, den Einfluss bis an den Eufrat aufrechtzuerhalten. Necho hat im Grunde die Grenze am Eufrat gesichert, in einer Situation, wo Medien und Babylon das Land neu aufteilten. Necho hat nach dieser Aktion Aufständische in Syrien und Libanon bestraft. Aus Ägyptischer Sicht war dieser Feldzug also Zufriedenstellend. Kein Eroberungszug, sondern ein gelungener Schachzug zur Festigung der bestehenden Grenzen gegen eine Koalition von Medern und Babyloniern.

Die Bibel ist eindeutig in Bezug auf den Namen dieses Pharao. Sowohl das Buch Könige, wie die Chronik und Jeremia nennen ihn Necho. Kein Pharao wird in der Bibel öfters mit Namen genannt, wie die Bibel auch sonst Pharaonen Namen vermeidet. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass die Archäologen diesen Namen gern als Angelpunkt für die Ägyptische Dynastienfolge akzeptieren.
Wir haben nun gehört, was für ein Kaliber dieser Necho ist, der bis an den Eufrat herrscht, und auch späteren Angriffen Nebukadnezars besser als andere Nationen trotzen kann. Nur der Wahnwitz Josias lässt vermuten, Necho sei ein unbedeutender Pharao gewesen. Er ist es nicht. Die Aufständigen haben sich geirrt. Aber wo ist der Necho der Ägyptischen Analen?
Es ist eine Eigenart des Konsens, dass Necho ein Jahr vor Josias Begegnung als Pharao zu herrschen beginnt. Dies erlaubt den Gedanken, Josja haben diesen Neuling auf dem Thron falsch eingeschätzt. Aber das ist nicht schlüssig. Die lange Regentschaft Psammetichs lässt vermuten, Necho sei längere Zeit als Koregent aktiv gewesen, ud gerade als Militärstratege kein Neuling. psametich führte ein von Assyrien unabhängiges Regime. Als es unter Assurbanipal zu einer Revolte seines Bruders kam, da ergriff Psametich Partei für den Bruder. Das Ägypten unter Psammetich und Necho war ein unabhängiges Reich, das bis an den Eufrat seine Interessen wahrnahm. Spekulationen hinsichtlich der Unerfahrenheit Nechos oder Ägyptischer Schwächen sind unangebracht. erst die Nierderlage enno 605 wird Ägypten zurückbinden. Die ganze Zeit über war Ägypten schwerlich herauszufordern.

Etwas rätselhaft ist Medien in dieser Angelegenheit. War Medien ungehidnert in der Koalition, oder war es durch die Skythen selbst in seiner Machtentfaltung behindert iwe Herodot dies vorschlägt. Im zweiten Fall ist nämlich eine Dominanz Medien/Babylonien gar nicht so augenfällig, dass Fürsten in Palästina eine Revolte wagen durften.

Josias Tod wird noch anhand des BdE. behandelt.

 

Josias Nachkommen

- - - - = umstritten
Joahas = Schallum genügt der Anforderung da Joahas nicht Erstgeborener sein kann
Chronik nennt Serubbabel gegen Haggai und Sacharja einen Sohn Pedajas.

 
 König

Serubbabel war nur Statthalter, Sacharja ist aber eindeutig punkto Heilserwartung während der Wirren unter Darius II

Das Problem steckt im Detail. Josja hat die Geburt Jojakims bereits mit 13 Jahren, muss aber vorher noch einen Erstgeborenen Joachanan auf die Welt zeugen. Die Angaben bewirken, dass dadurch Joahas nur mit Schallum identifiziert werden kann, über welchen gesagt wird:

Jer 22,11 Denn also spricht der HERR von Sallum, dem Sohne Josias, des Königs von Juda, der anstelle seines Vaters Josia regierte und von diesem Orte weggezogen ist: Er wird nicht mehr hierher zurückkehren, 12 sondern an dem Ort, dahin man ihn gefangen geführt hat, soll er sterben und dieses Land nicht wiedersehen!

Weniger verdächtig ist die immer noch orientalische Zeugungseifrigkeit von Jehojakim. Er hat seinen Sohn Jojachin mit 18 Jahren.
Zu denken gibt die enorme aristokratische Fruchtbarkeit des Gefangenen Jojachin. Ist er doch bis ins 37. Jahr seines kurzen Antritts mit dem Zepter in Babylonischer Gefangenschaft, ergo bis 565 oder in sein 51. Altersjahr. Danach zeugt er seine Nachkommen, und mit Serubbabel kehrt ein Enkel als Regent zurück, womöglich schon um 538. Dieser dürfte nach diesem Szenario (565-538 = 27, geteilt durch zwei Generationen) 13 Jahre alt gewesen sein. Dies alles ist nicht undenkbar.
Man müsste aber doch über die Lagerbedingungen in babylonischen Gefängnissen nachdenken, ob nicht mit gehörigem Schmiergeld Hafterleichterung im Sinne des Beischlafs zwecks Bau an der aristorkratisch zu untermauernden Heilsgeschichte erreicht werden konnte. Oder aber man interpretiert Serubbabels Rückreise als mit seinem Statthalteramt identisch ergo 520, womit er doch ein durchschnittliches Alter von mündigen 22 Jahren aufweisen dürfte.
Der ganze Kindergarten aus Jojachins Schoss darf man als legitimistische Zeugungen denken, für eine ganze Schar von Rabbis, die sich gern als Erben auf dem Davidsthron deklarieren wollen. Gott ist ein Tintenfass.

Erklärend muss dem Buch der Chronik attestiert werden: sie führt von Serubabbel Nachkommen bis ins dritte Glied auf, was etwas über die Redaktionszeit der Chronik aussagt. Aus diesem Horizont im frühen 4. Jh mögen andere Bedürfnisse an eine Genealogie herangetreten sein, womit sich eventuelle Unstimmigkeiten bezüglich Jojachins Nachkommen erklären.

70 Jahre

Josja spielt eine wichtige Rolle bei der Prophetie des Jeremia:

Jer 25,11-13 und dieses ganze Land soll zur Wüste und zum Entsetzen werden, und diese Völker sollen dem babylonischen König dienen, siebzig Jahre lang. Wenn dann die siebzig Jahre vollendet sind, so will ich am babylonischen König und an jenem Volk ihre Schuld heimsuchen, spricht der HERR, auch am Lande der Chaldäer, und will es zur ewigen Wüste machen. Und ich will über jenes Land alle meine Worte bringen, welche ich wider dasselbe geredet habe, alles, was in diesem Buche geschrieben steht, was der Prophet Jeremia über alle Heiden geweissagt hat.

Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, diese 70 Jahre zu berechnen:

  • Von der Zerstörung des Tempels 586 bis zu seiner Neuweihe 515
  • Vom Tod Josjas 609 bis zur Erberung Babylons durch Kyros 539
  • weitere eher ungereimte Fristen etwa von einem vollkommen spekulativen Jahr 608 alla Zeugen Jevovas bis 538 oder andere nur biblisch exegetische Fristen.

Jeremja spricht davon, dass Israel 70 Jahre Babylon dienen wird. Josja war der erste, der mit seinem Handeln dem König von Babylon diente, indem er sich Necho in den Weg stellte. 70 Jahre später gab es keinen König von Babylon mehr. Dies ist eine Aulegung die sehr nahe am Text ist. Und doch hat sie einen Haken.

Was bedeutet 70 Jahre. 70 Jahre in einer Prophetie bedeuten niemals exakt 70 Jahre, sondern viele (von Gott bestimmte) Jahre. 70 Jahre sind aber im Schnitt auch ein Menschenleben. Es ist lange genug, dass die Rückkehrer andere sind, als jene, die ins Exil gehen. (Man vergleiche dies mit Exodus).

Jeremjas Prophetie war also alles andere als exakt gemeint. Aber nun haben wir eine exakte Chronologie, welche diese Frist bestätigt. Wie ist das möglich? Die einfachste Antwort hier: Josjas Geschick ist ene Schreibtischtat.
Studieren wir die chronologischen Abläufe, so wären abweichende Fristen möglich für einen Tod Josjas. Aber der Chronist hat Jeremja wörtlich aufgefasst.
In einem gleichen Sinn werden wir über die Tempelweihe im Jahr 516/15 lesen, 70 Jahre nach der zerstörung. Diese Tempelweihe ist niergendwo ausserhalb der Bibel belegt. Sie ist ein Schreibtischakt über ein Ereignis, das in Wahrheit zeitlich nicht zu bestimmen ist.

Während das Datum 538 für das Ende Babylons gut belegt ist, kann man das Gleiche für den Tod Josja nicht sagen. Ditto gilt das Gleich für die Frist der Tempelzerstörung, die frühestens 587 war, aber von den Chronisten auf das Jahr 586 (Nebusaradan) festgelegt wurde. was mit der Tempelweihe, die nirgendwo sonst belegt ist, eine Frist bildet.

Sowohl der Tod Josjas, sein Fund des Gesetzes, die Zerstörung des Tempels, wie die Neuweihe bilden Daten, auf die der Baum der Erkenntnis eingeht mit symbolischen Gleichnissen. Die Neuweihe ist etwa ausgedrückt im Priester Melchisedek, dem Abraham kurz nach eienr Völkerschlacht den zehnten von Allem gibt. Das Bindeglied ist hierbei die Chronik.

Da die Versstruktur der Torah für den BdE nicht vor 300 fixiert wird, erleben wir hier ein Zusammenspiel von Chronik und Text in einem sehr späten Stadium, als die 70 Jahre nicht mehr als generation oder Menschenleben, sondern als wörtliche Jahresfrist aufgefasst wird. Im Zeitraum der Redaktion der Torah wurde im Einklang mit ihr die Chronik justiert.

Die 70 Jahre Jeremias dürfen also niemals als ein Indiz für die historische Unbestechlichkeit der Bibel betrachtet werden. Die späteren Chronisten verfuhren nur genau so wie es heutige Eschatologen zu tun Pflegen, wenn sie etwa die 7 Zeiten ind der Baum Prophetie im Buch Daniel auf das Jahr genau auslegen (und dabei wenn nötig natürlich die akzeptierte Chronologie in Frage stellen).

Es ist nicht nötig, Jeremjas Prophetie postzudatieren denn sie ist ja eine falsche Prophetie, spricht er doch davon, Babylon solle zur Wüste werden, was ja nicht geschah. Babylon existierte noch bis zur Zeit des Seleukus, und nahm erst ab, als Seleukus nicht weit entfernt eine neue Regierungsstatt Seleukia gründete. Aber dieser Zeithorizont ist vollkommen ausserhalb der Frist eines "Menschenlebens" bei Jeremja.

 

Babylon Chronik

zum Inhalt
 

Die Chronik Nebopolassars 616 - 607 (BM 21901)

translated by A.K. Grayson
Auf http://www.livius.org/ gefunden. Die Quelle bietet viele Materialien zum Thema Persien.

The tenth year of Nabopolassar [616-615 BCE]: In the month Aiiâru he mustered the army of Babylonia and marched along the bank of the Euphrates. The Suheans and Hindaneans [people living south of Harran] did not do battle against him but placed their tribute before him.
In the month Abu the army of Assyria prepared for battle in Gablini and Nabopolassar went up against them. On the twelfth of the month Abu [July 24, 616] he did battle against the army of Assyria and the army of Assyria retreated before him. He inflicted a major defeat upon Assyria and plundered them extensively. He captured the Manneans, who had come to the Assyrians' aid, and the Assyrian officers. On the same day he captured Gablini.
In the month Abu the king of Babylonia and his army went upstream to Mane, Sahiri and Bali-hu. He plundered them, sacked them extensively and abducted their gods.
In the month Ulûlu the king of Babylonia and his army returned and on his way he took the people of Hindanu and its gods to Babylon.
In the month Tašrîtu the army of Egypt and the army of Assyria went after the king of Babylonia as far as Gablini but they did not overtake the king of Babylonia. So they withdrew.
In the month Addâru the army of Assyria and the army of Babylonia did battle against one another at Madanu, a suburb of Arraphu [modern Kirkuk], and the army of Assyria retreated before the army of Babylonia. The army of Babylonia inflicted a major defeat upon the Assyrian army and drove them back to the Zab river. They captured their chariots and horses and plundered them extensively. They took many [lacuna] with them across the Tigris and brought them into Babylon.
The eleventh year [615-614]: The king of Babylonia mustered his army, marched along the bank of the Tigris, and in the month Aiiâru he encamped against Aššur. On the [lacuna] day of the month Sîmannu he did battle against the city but he did not capture it. The king of Assyria mustered his army, pushed the king of Babylonia back from Aššur and marched after him as far as Takrit, a city on the bank of the Tigris. The king of Babylonia stationed his army in the fortress of Takrit. The king of Assyria and his army encamped against the army of the king of Babylonia, which was stationed in Takrit, and did battle against them for ten days. But the king of Assyria did not capture the city. Instead, the army of the king of Babylonia, which had been stationed in the fortress, inflicted a major defeat upon Assyria. The king of Assyria and his army turned and went home. In the month Arahsamnu the Medes went down to Arraphu [modern Kirkuk] and [lacuna].
The twelfth year [614-613]: In the month Abu [July/August] the Medes, after they had matched against Nineveh [lacuna], hastened and they captured Tarbisu, a city in the district of Nineveh. They went along the Tigris and encamped against Aššur. They did battle against the city and destroyed it. They inflicted a terrible defeat upon a great people, plundered and sacked them. The king of Babylonia and his army, who had gone to help the Medes, did not reach the battle in time. The city [lacuna] The king of Babylonia and Cyaxares the king of the Medes met one another by the city and together they made an entente cordiale. [lacuna] Cyaxares and his army went home. The king of Babylonia and his army went home.
The thirteenth year [613-612]: In the month Aiiâru the Subeans rebelled against the king of Babylonia and became belligerent. The king of Babylonia mustered his army and marched to Suhu. On the fourth day of the month Sîmannu [May 11, 613] he did battle against Rahilu, a city which is on an island in the middle of the Euphrates and at that time he captured the city. He built his [lacuna] The men who live on the bank of the Euphrates came down to him. [lacuna] he encamped against Anat and the siege engines he brought over from the western side [lacuna] he brought the siege engine up to the wall. He did battle against the city and captured it. [lacuna] the king of Assyria and his army came down and [lacuna] the king of Babylonia and his army. The king of Babylonia went home.
The fourteenth year [612-611]: The king of Babylonia mustered his army and marched to [lacuna]. The king of the Medes marched towards the king of Babylonia. [lacuna] they met one another. The king of Babylonia [lacuna] Cyaxares [lacuna] brought across and they marched along the bank of the Tigris. [lacuna] they encamped against Nineveh.
From the month Sîmannu [June] until the month Abu [August] -for three months- they subjected the city to a heavy siege. On the [lacuna] day of the month Abu they inflicted a major defeat upon a great people. At that time Sin-šar-iškun, king of Assyria, died. [lacuna] They carried off the vast booty of the city and the temple and turned the city into a ruin heap [lacuna] of Assyria escaped from the enemy and [lacuna] the king of Babylonia [lacuna].
On the twentieth day of the month Ulûlu [August 15, 612] Cyaxares and his army went home. After he had gone, the king of Babylonia dispatched his army and they marched to Nasibin. Plunder and exiles [lacuna] and they brought the people of Rusapu [modern Kirkuk] to the king of Babylonia at Nineveh. On the [lacuna] of the month [lacuna] Aššur-uballit ascended to the throne in Harran to rule Assyria. Up until the [lacuna] day of the month [lacuna] the king of [lacuna] set out and in [lacuna]
The fifteenth year [611-610]: In the month Du'uzu [June/July] the king of Babylonia mustered his army and [lacuna] marched to Assyria victoriously. He marched about of [lacuna] and he captured Shu[lacuna], plundered it and carried of its vast booty.
In the month Arahsamnu [November/December] the king of Babylonia took the lead of his army personally and marched against Ruggulitu. He did battle against the city and on the twenty-eighth day of the month Arahsamnu [December 8, 611] he captured it. [lacuna] He did not leave a single man alive. [lacuna] He went home.
The sixteenth year [610-609]: In the month Aiiâru [May] the king of Babylonia mustered his army and marched to Assyria. From the month [lacuna] until the month Arahsamnu [November] he marched about victoriously in Assyria. In the month Arahsamnu the Medes, who had come to the help of the king of Babylonia, put their armies together and marched to Harran against Aššur-uballit, who had ascended to the throne in Assyria. Fear of the enemy overcame Aššur-uballit and the army of Egypt which had come to help him, and they abandoned the city. [lacuna] they crossed. The king of Babylonia reached Harran and [lacuna] he captured the city. He carried off the vast booty of the city and the temple. In the month Addâru the king of Babylonia left their [lacuna]. He went home. The Medes, who had come to help the king of Babylonia, withdrew.
The seventeenth year [609-608]: In the month Du'uzu [July] Aššur-uballit, king of Assyria, with a large army from Egypt crossed the river Euphrates and marched against Harran to conquer it. [lacuna] They captured [a town on the road to Harran]. They defeated the garrison which the king of Babylonia had stationed inside. When they had defeated it they encamped against Harran. Until the month Ulûlu [September] they did battle against the city but achieved nothing. However, they did not withdraw. The king of Babylonia went to help his army and [lacuna] he went up to Izalla and the numerous cities in the mountains [lacuna] he set fire to their [lacuna]
At that time the army of [lacuna] march as far as the district of Urartu. In the land [lacuna] they plundered their [lacuna] The garrison which the king of [lacuna] had stationed in it set out. They went up to [lacuna]. The king of Babylonia went home.
In the eighteenth year [608-607]: In the month Ulûlu [August/September] the king of Babylonia mustered his army. [lacuna].
Let the one who loves [the gods] Nabû and Marduk keep this tablet and not let it stray into other hands.

Eine andere Übersetzung

Aus der babylonischen Chronik, Tafel 21901 [In the fourteenth year] the king of Akkad called out his army [and marched to ......] the king of the Umman-manda with the king of Akkad. ............ they met each other. The king of Akkad ............ [Kyaxa]res ...... he made to cross and they marched along the bank of the river Tigris and ...... against Nineveh .... they encamped? From the month of Sivan to the month of Ab three US-[measures ...... they advanced?] A strong attack they made against the city, and in the month of Ab, [the ... th day the city was captured ......] a great defeat of the chief [people] was made. (lines 38-43) On that day Sinsharishkun, the Assyrian king ........ The great spoil of the city and temple they carried off and [turned] the city into a ruin-mound and heaps of debri[s ........] (rev. lines 44,45) In the month of Elul, the twentieth day, Kyaxares and his army returned to his land; the king of Akkad [and his army] marched as far as Nisibin. Booty and slaves (?) ........ and of the land of Rusapu they brought to the presence of the king of Akkad to Nineveh. (lines 47-49a)

Umman Manda wird mit Medien identifiziert

Sinscharischkun, der assyrische König, fällt wahrscheinlich bei diesem Angriff. Assurubalit wird sich mit einem Rest des assyrischen Heeres in Haran festsetzen. Nebopolassar war unwillig, ohne den medischen Partner sogleich Haran anzugreifen, denn er fürchtete den Partner von Assyrien: Ägypten

"In the month of Marcheswan the Umman-manda [who?] had come to the help of the king of Akkad ... united their armies and to the city of Harran [after] Ashur-[uball]it who had sat upon the throne in Assyria they marched. As for Ashuruballit and the army of Eg[ypt (?) which had come [to his help,] ..." (lines 59-61)

Die Babylonische Chronik bleibt still darüber, wie der Pharao von Ägypten hiess, welcher Assurubalit beistand. Deutlich ist, dass Ägypten zu dieser Zeit wohl Einfluss bis an den Eufrat wahrnahmen. Erst 610 erfolgt der Angriff auf Haran, nachdem ein grosser Teil des Ägyptischen Heeres von Haran abgerückt war. Haran wurde eingenommen und eine Ganison babylonisch/medische eingerichtet.

Im 17.Jahr Nebopolassars (609/608 v.Chr.) aber machte Assurubalit mit Ägyptische Truppen einen Rückeroberungsversuch. Die Garnison hält aber stand, bis die Koalitionstruppen ihr zu Hilfe kommen. Assurubalit verschwindet damit aus der Geschichte, und die ägyptischen Truppen ziehen ab.
Im 18.Jahr Nebopolassars berichtet die Chronik einen Feldzug nach Urartu. Damit ist das Assyrische Reich aus der Geschichte abgetreten. Es kommt in diesem Jahr auch nicht zu Begegnungen mit Ägypten.

Chronik Nebopolassars 608-605 BM 22047

The eighteenth year of Nabopolassar (608/607 v.Chr.) not only begins a new tablet (BM 22047) but a new era. Babylon is now in control of all former Assyrian territory east of the Euphrates. The aging king campaigned extensively and successfully that year in the mountains of Urartu and then, in the nineteenth year, divided the army and shared leadership with his son. Nebuchadrezzar[7] enters history. (Jim Reilly: Displaced Dynasties))
In the eighteenth year of Nabopolassar, (608/607 v.Chr.) in the month of Elul, the king of Akkad mustered his army and following the bank of the river Tigris went up to the mountainous terrain of Bit-Hanunia which is a district of Urartu; he burned the cities with fire and took booty in great quantity. In the month of Tebet the king of Akkad retured to his own land.
In the nineteenth year (607/606 v.Chr.), in the month of Sivan, the king of Akkad mustered his army and Nebuchadrezzar (nabu-kudur-user), his eldest son, the crown-prince mustered his army and went to the mountains of Za....." (lines 1-5)
...
The king of Akkad mustered his army and went to Kimuhu which is on the bank of the River Euphrates. He crossed the river and did battle against the city, and seized the city in the month of Kislev. He carried off (prisoners) from it and set within (it) his garrison troops; in the month of Sebat he returned to his own land. (lines 14,15)
In the twentieth year (606/605 v.Chr.) the army of Egypt came to the city of Kimuhu against the garrison which the king of Akkad had set up within (it) and for four months they did battle against the city and then captured the city. They slew the garrison ... (lines 16-18)
The Egyptian army which had crossed the Euphrates at Carchemish came against the Babylonian army which was stationed in Quramati but the Babylonian army withdrew quickly and retreated. (lines 24-26)
"In the twenty-first year the king of Akkad stayed in his own land. Nebuchadrezzar his eldest son, the crown prince, mustered the Babylonian army and ..." (lines 27,28) The damaged conclusion to tablet BM 22047 leaves us guessing why the king stayed home and where the prince went with the army. But since Napolopassar died the next year, we can surmise that he was ill. (Jim Reilly: Displaced Dynasties)

Chronik Nebukadnezars 605- (BM 21946)

In the twenty-first year the king of Akkad stayed in his own land, Nebuchadrezzar his eldest son, the crown-prince, mustered (the Babylonian army) and took command of his troops; he marched to Carchemish which is on the bank of the Euphrates, and crossed the river (to go) against the Egyptian army which lay in Carchemish, ..... fought with each other and the Egyptian army withdrew before him.
He accomplished their defeat and to non-existence [beat?] them.
As for the rest of the Egyptian army which had escaped from the defeat (so quickly that) no weapon had reached them, in the district of Hamath the Babylonian troops overtook and defeated them so that not a single man [escaped] to his own country.
At that time Nebuchadrezzar conquered the whole of the Hatti-country.
For twenty-one years Nabopolassar had been king of Babylon.
On the 8th day of the month of Ab he died (lit. ‘the fates'); in the month of Elul Nebuchadrezzar returned to Babylon and on the first day of the month of Elul he sat on the royal throne in Babylon. ( lines 1-11)
Both the Jewish historians and the Bablonian chroniclers agree that this first phase of Babylonian suzerainty ended three years after it began. In 601 B.C. Nebuchadrezzar mistook Neco's inactivity for weakness. He moved to attack Egypt. (Jim Reilly)
In the fourth year (601-600) the king of Akkad mustered his army and marched to the Hatti-land. In the Hatti-land they marched unopposed. In the month of Kislev he took the lead of his army and marched to Egypt. The king of Egypt heard (it) and mustered his army.
In open battle they smote the breast (of) each other and inflicted great havoc on each other. The king of Akkad and his troops turned back and returned to Babylon. (rev. line 5-7)
While the Chronicle describes a stand-off battle it is clear that Nebuchadrezzar suffered heavy losses. Judah was lost, falling once again under Neco's control. Jehoiakim withheld tribute from Babylon.
The Jewish historians do not describe this battle. They record only the fact that, after three years of paying tribute to the Babylonians, Jehoiakim "changed his mind and rebelled against Nebuchadnezzar."
(2 Kings 24:1) (Jim Reilly)
In the seventh year, (598/97) the month of Kislev, the king of Akkad mustered his troops, marched to the Hatti-land, and encamped against (i.e. besieged) the city of Judah and on the second day of the month of Adar he seized the city and captured the king. He appointed there a king of his own choice (lit. heart), received its heavy tribute and sent (them) to Babylon." (rev lines 11-13)

Invasion Ägyptens?

"The kings, the allies of his power and -- his general and his hired soldiers -- he spoke unto. To his soldiers -- who were before -- at the way of -- In the 37th year of Nebuchadnezzar, king of Babylon -- the king of Egypt came up to do battle [?] and ---es, the king of Egypt -- and -- of the city of Putu-Jaman -- far away regions which are in the sea -- numerous which were in Egypt -- arms and horses -- he called to -- he trusted."
(Cuneiform tablet British Museum 78-10-15, 22, 37 and 38; Cf. Langdon, 'Building Inscriptions of the Neo-Babylonian Empire', p. 182.)

Mit diesem Fragment stützt man die These einer Invasion Ägyptens durch Nebukadnezar. Es wäre der Name Amasis für den Pharao einzusetzen. Das Fragment ist jedoch zu unsicher, und gibt, wenn überhaupt keine Angabe über den Ausgang an.
 

Herodot

zum Inhalt
 
Herodotus, son of Lyxus and Dryo, of Halicarnassus, from a prominent family, who had a brother Theodorus. He migrated to Samos because of Lygdamis, who was the third tyrant of Halicarnassus after Artemisia: Pisindelis was the son of Artemisia, and Lygdamis the son of Pisindelis. In Samos he practised the Ionian dialect and wrote a history in nine books, beginning with Cyrus the Persian and Candaules the king of the Lydians. He went back to Halicarnassus and drove out the tyrant; but later, when he saw that the citizens were jealous of him, he went of his own will to Thurii, which was colonized by the Athenians, and after he died there, was buried in the agora. But some say that he died in Pella. His Books are inscribed to the Muses (Quelle: Suda)

Die Suda ist eine byzantinische Enzyclopädie. Obiges Zitat ist eine Übersetzung aus dortigem Eintrag über Herodot. Die Suda beschreibt Herodot nicht nur als "Historiker" sondern auch als aktiven Politiker.

Herodot ist eine primäre Quelle neben der Bibel für die 26.Dynastie. Er sei hier ausladend dargestellt und besprochen.
Herodot verfasste ein Achtbändiges Werk - Geschichte. Ob er selbst Autor im ganzen Umfang war, ist umstritten. Manche bezweifeln, dass der zweite Band aus seiner Hand stamme. Aber auch die anderen Bücher Herodots wurden kritisiert.
Der Grund für die Kritik ist leicht einzusehen. Herodot ist nicht Historiker, sondern Geschichtenerzähler. Er scheut sich nicht, Lgeneden zu erzählen, gibt aber seine Wertung dazu.
Im Zentrum von Herodots Geschichtsschrebung liegen die aussenpolitischen Erfahrungen aus griechischer Sicht. Daraus erklärt sich, dass die Perser und Ägypter einen grossen Raum einnehmen, aber die Babylonier kaum erwähnt werden.
Herodot folgt auch nur ungefähr einem chronologischen Plan. Jedes Buch hat einen Schwerpunkt. Der Zweite Band ist Ägypten gewidtmet. Die dortige Folge der Pharaonen vor der 26. Dynastie entspricht nicht dem, was wir nach Manetho gewohnt sind. Die Anlage vor der nahen Vergangenheit folgt auch nicht einem chronologischen Plan. Sondern Herodot fragt: Wer war der Nächste (an Bedeutung). So überragt ein Kanalbauer Sesostris die Pyramidenbauer an bedeutung. Ferner ist die Folge durch Themen bestimmt, eine Art erzählerische Dialektik.

Herodot leistet sich auch unheimliche "Fehler". Wer war die Königin Nitokris in Babylon, welche den wunderbaren Kanal baute? Hier kommt deutlich der Fabulierer zum Zuge. Auch Herodot hat Satire hineingedichtet, lesbar (noch) für seine Zeitgenossen. Man darf Herodot nicht bei einem einzelnen Element nehmen, und darauf Geschichte aufbauen. Herodot aber quergelesen mit anderen Quellen gibt eine gewisen Bestätigung des generellen Ablaufs.

über Psammetich Sohn des Necho

[2.151].........Finding, however, upon examination, that he had acted in the matter without any guilty intent, they did not think it would be just to kill him; but determined, instead, to strip him of the chief part of his power and to banish him to the marshes, forbidding him to leave them or to hold any communication with the rest of Egypt.
[2.152] This was the second time that Psammetichus had been driven into banishment. On a former occasion he had fled from Sabacos the Ethiopian, who had put his father Necos to death; and had taken refuge in Syria from whence, after the retirement of the Ethiop in consequence of his dream, he was brought back by the Egyptians of the Saitic canton. Now it was his ill-fortune to be banished a second time by the eleven kings, on account of the libation which he had poured from his helmet; on this occasion he fled to the marshes. Feeling that he was an injured man, and designing to avenge himself upon his persecutors, Psammetichus sent to the city of Buto, where there is an oracle of Latona, the most veracious of all the oracles of the Egyptians, and having inquired concerning means of vengeance, received for answer that "Vengeance would come from the sea, when brazen men should appear." Great was his incredulity when this answer arrived, for never, he thought, would brazen men arrive to be his helpers. However, not long afterwards certain Carians and Ionians who had left their country on a voyage of plunder, were carried by stress of weather to Egypt where they disembarked, all equipped in their brazen armour, and were seen by the natives, one of whom carried the tidings to Psammetichus, and, as he had never before seen men clad in brass, he reported that brazen men had come from the sea and were plundering the plain. Psammetichus, perceiving at once that the oracle was accomplished, made friendly advances to the strangers, and engaged them, by splendid promises, to enter into his service. He then, with their aid and that of the Egyptians who espoused his cause, attacked the eleven and vanquished them.
[2.153] When Psammetichus had thus become sole monarch of Egypt, he built the southern gateway of the temple of Vulcan in Memphis, and also a court for Apis, in which Apis is kept whenever he makes his appearance in Egypt. This court is opposite the gateway of Psammetichus, and is surrounded with a colonnade and adorned with a multitude of figures. Instead of pillars, the colonnade rests upon colossal statues, twelve cubits in height. The Greek name for Apis is Epaphus.
[2.154] To the Ionians and Carians who had lent him their assistance Psammetichus assigned as abodes two places opposite to each other, one on either side of the Nile, which received the name of "the Camps." He also made good all the splendid promises by which he had gained their support; and further, he intrusted to their care certain Egyptian children whom they were to teach the language of the Greeks. These children, thus instructed, became the parents of the entire class of interpreters in Egypt. The Ionians and Carians occupied for many years the places assigned them by Psammetichus, which lay near the sea, a little below the city of Bubastis, on the Pelusiac mouth of the Nile. King Amasis long afterwards removed the Greeks hence, and settled them at Memphis to guard him against the native Egyptians. From the date of the original settlement of these persons in Egypt, we Greeks, through our intercourse with them, have acquired an accurate knowledge of the several events in Egyptian history, from the reign of Psammetichus downwards; but before his time no foreigners had ever taken up their residence in that land. The docks where their vessels were laid up and the ruins of their habitations were still to be seen in my day at the place where they dwelt originally, before they were removed by Amasis. Such was the mode by which Psammetichus became master of Egypt.
[2.157] Psammetichus ruled Egypt for fifty-four years, during twenty-nine of which he pressed the siege of Azotus without intermission, till finally he took the place. Azotus is a great town in Syria. Of all the cities that we know, none ever stood so long a siege.

Aztotus = Asdod. Nach dieser Angabe ist Palästina ab 637 spätestens unter Ägyptischer Kontrolle, also 10 Jahre vor dem Tod Assurbanipals. Die Lange Dauer (sie dürfte wohl nicht durchgehend sein) deutet aber auch auf eine nicht sehr konstante Kontrolle hin.

Über Necho Sohn des Psammetich

Psammetichus had a son Necos, who became king of Egypt. It was he who began the making of the canal into the Red Sea, which was finished by Darius the Persian. This is four days' voyage in length, and it was dug wide enough for two triremes to move in it rowed abreast. It is fed by the Nile, and is carried from a little above Bubastis by the Arabian town of Patumus; it issues into the Red Sea. The beginning of the digging was in the part of the Egyptian plain which is nearest to Arabia; the mountains that extend to Memphis (in which mountains are the stone quarries) come close to this plain; the canal is led along the lower slope of these mountains in a long reach from west to east; passing then into a ravine it bears southward out of the hill country towards the Arabian Gulf. Now the shortest and most direct passage from the northern to the southern or Red Sea is from the Casian promontory, which is the boundary between Egypt and Syria, to the Arabian Gulf, and this is a distance of one thousand furlongs, neither more nor less; this is the most direct way, but the canal is much longer, inasmuch as it is more crooked. In Necos' reign a hundred and twenty thousand Egyptians perished in the digging of it. During the course of excavations, Necos ceased from the work, being stayed by a prophetic utterance that he was toiling beforehand for the barbarian. The Egyptians call all men of other languages barbarians. Necos then ceased from making the canal and engaged rather in warlike preparation; some of his ships of war were built on the northern sea, and some in the Arabian Gulf, by the Red Sea coast: the landing -engines of these are still to be seen. He used these ships at need, and with his land army met and defeated the Syrians at Magdolus, taking the great Syrian city of Cadytis after the battle. He sent to Branchidae of Miletus and dedicated there to Apollo the garments in which he won these victories. Presently he died after a reign of sixteen years, and his son Psammis reigned in his stead. Her. 2.158-9

Weiter hat uns Herodot von einer Afrikaumschiffung zu erzählen

It is certain that Libya is surrounded by sea, except where it is joined to Asia, and the first to demonstrate this, so far as we know, was the Egyptian king Necos. For, when he abandoned the digging of the canal from the Nile to the Arabian Gulf, he dispatched certain Phoenicians on a voyage, and bade them sail so as to come home between the Pillars of Heracles to the sea on the north side of Libya and thus back to Egypt. The Phoenicians set out from the Red Sea and sailed the southern sea; as often as autumn came they went ashore and sowed the land in whatever part of Libya they had reached in their voyage and waited for the harvest; when they had gathered the crop, they sailed on. Thus two years passed, and in the third year they turned through the Pillars of Heracles and reached Egypt. They said what to me is unbelievable, though some may believe it; that as they sailed around Libya they had the sun on their right hand. Her. 4.42

Herodots Angaben stimmen gut mit dem Konsens überein, mit einem beträchtlichen Schönheitsfehler. Ab 608/7 muss Necho Nebukadnezar abwehren. Das gelingt ihm zwar, aber der Weg nach Syrien ist ihm dennoch so versperrt, dass er auf die See ausweichen muss. Nach dieser Konsenschronologie hatte Necho also keine Zeit, um den Kanal überhaupt zu starten.
Dieser Kanal wurde gefunden (er entspricht Herodots Angaben), dazu auch Stelen von Darius I, welcher ihn vollendet hatte. Nichts aber deutet auf Necho hin.

*Der Karthager Hanno (Zeitgenosse Herodots) hinterliess einen erstaunlichen Reisebericht, der ihn bis in die Küstengegend Kameruns führte. Später sollen karthagische Schiffe um das Horn Afrikas geschifft sein. Bedenklich daran ist: die Karthager werden vor allen anderen Nationen gerühmt. Man würde ihnen als ersten eine Afrikaumsegelung zumuten. Aber nach Herodot ist dies nicht der Fall. Man könnte einwenden dass die Mitteilungen dazu unvollständig sind, und dass das karthagische "Monopol" doch eher ein Konstrukt der Historikist denn eine Tatsache.

Weitere Quellen zum Kanal:

Strabo writes of such a canal. He says, “There is another canal which empties into the Red Sea and the Arabian Gulf near the city Arsinoe, a city which some call Cleopatris. … The canal was first cut by Sesostris before the Trojan War though some say by the son of Psammitichus, who only began the work and then died and later by Dareius the First, who succeeded to the next work done upon it. But he, too, having been persuaded by a false notion, abandoned the work when it was already near completion; for he was persuaded that the Red Sea was higher than Aegypt, and that if the intervening isthmus were cut all the way through, Aegypt would be inundated by the sea. The Ptolemaic kings, however, cut through it…” (Geography 17:1:25; LCL 8:77).
Aristotle, in his Meteorologica, states, “One of the kings tried to dig a canal to it [the Red Sea]. (For it would be of no little advantage to them if this whole region was accessible to navigation: Sesostris is said to be the first of the ancient kings to have attempted the work.) It was, however, found that the sea was higher than the land: and so Sesostris first and Dareius after him gave up digging the canal for fear the water of the river should be ruined by an admixture of sea-water” (1:15:25-30; LCL 117).
Pliny describes the planned canal between the Nile River and the Red Sea in these terms, "This project was originally conceived by Sesostris King of Egypt, and later by the Persian King Darius and then again by Ptolemy the Second, who did actually carry a trench 100 ft. broad and 30 ft. deep for a distance of 34 ½ miles, as far as the Bitter Lakes” (Natural History 6:33:5; LCL 2:461, 463).
(Quelle: www.christiananswers.net/)
 

Interessant ist Strabos Begründung. Im Roten Meer herrschen täglich Fluten, weit höher als im Mittelmeer. Die Gefahr der Verbrackung des Wasers und damit mit einem Teil der Deltaausläufer des Nils war begründet in einer Zeit, da das Delta trockengelegt und urbar war. Dies war je länger je merh der Fall. Strabos Argument ist also Zeitabhängig und trifft für unseren Zeitabschnitt zu. Über den Zustand des Nildeltas im Mittleren Reich (für den Fall das Sesostris = Senusret) kann nur ungefähr spekuliert werden.

Zum Kanal: Kanalbauten sind Konstanten der Ägyptischen Geschichte. Schon im alten Reich wurde der erste Katarakt mit einem Kanal umschifft. Für den Kanal zum roten Meer muss der alte Flusslauf des Nils betrachtet werden. Ein Arm des Nils floss seit je her zum roten Meer hin und war bis zum Alten Reich nutzbar. Dieser Nilarm drohte nun zu versanden und wurde als Kanal neu unterstützt. Man vermutet, dass die 19.Dynastie den Kanal aushoben (das heisst, das bestehende Flussbett nutzten). Diese Kanal aber, der sich nicht selbst reinigen konnte, versandete immer wieder. Nechos Unternehmung gehört also in eine Reihe von Restaurationen.
Persönlich habe ich die Aussage eine natürlichen Flussbettes erstaunt aufgenommen. Man käme aufgrund der Geologe und Plattentektonik nicht auf diesen Gedanken.
 

Über Psammetich Sohn des Necho

[2.160] In the reign of Psammis, ambassadors from Elis arrived in Egypt, boasting that their arrangements for the conduct of the Olympic Games were the best and fairest that could be devised, and fancying that not even the Egyptians, who surpassed all other nations in wisdom, could add anything to their perfection. ....

Über Hophra

[2.161] Psammis reigned only six years. He attacked Ethiopia, and died almost directly afterwards. Apries, his son, succeeded him upon the throne, who, excepting Psammetichus, his great-grandfather, was the most prosperous of all the kings that ever ruled over Egypt. The length of his reign was twenty-five years, and in the course of it he marched an army to attack Sidon, and fought a battle with the king of Tyre by sea. When at length the time came that was fated to bring him woe, an occasion arose which I shall describe more fully in my Libyan history, only touching it very briefly here. An army despatched by Apries to attack Cyrene, having met with a terrible reverse, the Egyptians laid the blame on him, imagining that he had, of malice prepense, sent the troops into the jaws of destruction. They believed he had wished a vast number of them to be slain in order that he himself might reign with more security over the rest of the Egyptians. Indignant therefore at this usage, the soldiers who returned and the friends of the slain broke instantly into revolt.

Hophra ist jener Pharao, den man als Drahtzieher zum Aufstand Zedekias ortet. Ihm gilt auch Jeremias Drohung. Denoch schreibt Herodot über einen Seekrieg. Und dies nun muss, bei aller Absenz von Babylon in diesem Bericht, doch erstaunen. Nebukadnezar hat sich vergeblich an Tyrus versuch. Wenn Hophra in dieser Zeit von Babylon unabhängig war, dann würden wir keinen Seekrieg mit Tyrus erwarten. Ein Seekrieg aber bedeutet, dass Ägypten als Aliierter Babylons Tyrus mit belagerte.

Herodot schweigt über das Verhältnis zwischen Hophra und Nebukadnezar. Herodot erwähnt nur Nabonidus und eine fabulöse Nitokris. Herodot macht aber in keinem Fall den Eindruck, als ob es Babylon als Grossmacht gab. Dieses Schweigen ist doch seltsam. Es ist denn auch umstritten, ob Ägypten unter den Babyloniern eingenommen wurde.

Herodot äussert sich auch zu den Gräbern der 26.Dynastie.

[2.169]....Amasis treated him with kindness, and kept him in the palace for a while; but finding his conduct blamed by the Egyptians, who charged him with acting unjustly in preserving a man who had shown himself so bitter an enemy both to them and him, he gave Apries over into the hands of his former subjects, to deal with as they chose. Then the Egyptians took him and strangled him, but having so done they buried him in the sepulchre of his fathers. This tomb is in the temple of Minerva, very near the sanctuary, on the left hand as one enters. The Saites buried all the kings who belonged to their canton inside this temple; and thus it even contains the tomb of Amasis, as well as that of Apries and his family. The latter is not so close to the sanctuary as the former, but still it is within the temple. It stands in the court, and is a spacious cloister built of stone and adorned with pillars carved so as to resemble palm trees, and with other sumptuous ornaments. Within the cloister is a chamber with folding doors, behind which lies the sepulchre of the king.

Diese Gräber zu finden und die Mumien der 26.Dynastie zu bergen bleibt vieleicht ein (Wunsch-)Traum der Archäologen. Warum? Gleich anschliessend äussert sich Herodot sehr enigmatisch über Mysterien.

[2.170] Here too, in this same precinct of Minerva at Sais, is the burial-place of one whom I think it not right to mention in such a connection. It stands behind the temple, against the backwall, which it entirely covers. There are also some large stone obelisks in the enclosure, and there is a lake near them, adorned with an edging of stone. In form it is circular, and in size, as it seemed to me, about equal to the lake in Delos called "the Hoop."
[2.171] On this lake it is that the Egyptians represent by night his sufferings whose name I refrain from mentioning, and this representation they call their Mysteries. I know well the whole course of the proceedings in these ceremonies, but they shall not pass my lips. So too, with regard to the mysteries of Ceres, which the Greeks term "the Thesmophoria," I know them, but I shall not mention them, except so far as may be done without impiety. The daughters of Danaus brought these rites from Egypt, and taught them to the Pelasgic women of the Peloponnese. Afterwards, when the inhabitants of the peninsula were driven from their homes by the Dorians, the rites perished. Only in Arcadia, where the natives remained and were not compelled to migrate, their observance continued.
[2.172] After Apries had been put to death in the way that I have described above, Amasis reigned over Egypt. He belonged to the canton of Sais, being a native of the town called Siouph.

Über Amasis

The above-mentioned Amasis was the Egyptian king against whom Cambyses, son of Cyrus, made his expedition; and with him went an army composed of the many nations under his rule, among them being included both Ionic and Aeolic Greeks.
....
Psammenitus, son of Amasis, lay encamped at the mouth of the. Nile, called the Pelusiac, awaiting Cambyses. For Cambyses, when he went up against Egypt, found Amasis no longer in life: he had died after ruling Egypt forty and four years, during all which time no great misfortune had befallen him.
(Herodot hystory vol. III)
[1.30] On this account, as well as to see the world, Solon set out upon his travels, in the course of which he went to Egypt to the court of Amasis, and also came on a visit to Croesus at Sardis.
[1.77] Croesus laid the blame of his ill success on the number of his troops, which fell very short of the enemy; and as on the next day Cyrus did not repeat the attack, he set off on his return to Sardis, intending to collect his allies and renew the contest in the spring. He meant to call on the Egyptians to send him aid, according to the terms of the alliance which he had concluded with Amasis, previously to his league with the Lacedaemonians. He intended also to summon to his assistance the Babylonians, under their king Labynetus1, for they too were bound to him by treaty: and further, he meant to send word to Sparta, and appoint a day for the coming of their succours. Having got together these forces in addition to his own, he would, as soon as the winter was past and springtime come, march once more against the Persians.

1 Labynetus = Nabonidus

Die 26.Dynastie

Herodots Geschichte ist ein Werk des frühen 4.Jh. und geht damit dem Werk des Manetho voraus. Es fällt auch auf dass Herodots Jahresangaben am ehesten den Apisstieren entsprechen. Einhelligkeit herrscht über die Abfolge der Herrscher der 26. Dynastie:
Necho - Psammetich I - Necho II - Psammetich II - Hophra - Amasis
Es ist nicht zu entscheiden ob Manetho und Herodot über eine gemeinsame Quelle verfügten, oder ob diese Quellen voneinander unabhängig sind. Nur in der 26. Dynastie verfährt Herodot in einer "erblcihen" Weise, wohingegen er ansonsten nicht chronologisch geordnet über Äypten berichtet (relativ zu Manetho).

Skythen -Skythopolis

Die Skythen sind in der Geschichte eine marginale Erwähnung. Ihr Auftauchen in Palästina ist aber ein Faktum, das über Herodots Geschichte hinausgeht. Ihre Präsenz ist etwa in dem Namen Skythopolis (Beth Shean) lesbar. Ihr Einruch ist in der Regl bei Antritt Ciaxares datiert. Ich selbst mache hier einen apäteren Vorschlag in Rücksicht auf Herodot. Auf jeden Fall fällt dieses Phänomen in die Zeit Josias und muss bei Überlegungen über dessen Herrschaft, Reformen und eventuelle militärische Massnahmen mit berücksichtigt werden.

The reason why Bethshah was called Scythopolis is well known from Herodotus, B. I. p. 105, and Syncellus, p. 214, that the Scythians, when they overran Asia, in the days of Josiah, seized on this city, and kept it as long as they continued in Asia, from which time it retained the name of Scythopolis, or the City of the Scythians.
[1.73] ... for Astyages, son of Cyaxares and king of the Medes, who had been dethroned by Cyrus, son of Cambyses, was Croesus' brother by marriage. This marriage had taken place under circumstances which I will now relate.
A band of Scythian nomads, who had left their own land on occasion of some disturbance, had taken refuge in Media. Cyaxares, son of Phraortes, and grandson of Deioces, was at that time king of the country. Recognising them as suppliants, he began by treating them with kindness, and coming presently to esteem them highly, he intrusted to their care a number of boys, whom they were to teach their language and to instruct in the use of the bow. Time passed, and the Scythians employed themselves, day after day, in hunting, and always brought home some game; but at last it chanced that one day they took nothing. On their return to Cyaxares with empty hands, that monarch, who was hot-tempered, as he showed upon the occasion, received them very rudely and insultingly. In consequence of this treatment, which they did not conceive themselves to have deserved, the Scythians determined to take one of the boys whom they had in charge, cut him in pieces, and then dressing the flesh as they were wont to dress that of the wild animals, serve it up to Cyaxares as game: after which they resolved to convey themselves with all speed to Sardis, to the court of Alyattes, the son of Sadyattes. The plan was carried out: Cyaxares and his guests ate of the flesh prepared by the Scythians1, and they themselves, having accomplished their purpose, fled to Alyattes in the guise of suppliants.
[1.74] Afterwards, on the refusal of Alyattes to give up his suppliants when Cyaxares sent to demand them of him, war broke out between the Lydians and the Medes, and continued for five years, with various success. In the course of it the Medes gained many victories over the Lydians, and the Lydians also gained many victories over the Medes. Among their other battles there was one night engagement. As, however, the balance had not inclined in favour of either nation, another combat took place in the sixth year, in the course of which, just as the battle was growing warm, day was on a sudden changed into night 2. This event had been foretold by Thales, the Milesian, who forewarned the Ionians of it, fixing for it the very year in which it actually took place. The Medes and Lydians, when they observed the change, ceased fighting, and were alike anxious to have terms of peace agreed on. Syennesis of Cilicia, and Labynetus of Babylon, were the persons who mediated between the parties, who hastened the taking of the oaths, and brought about the exchange of espousals. It was they who advised that Alyattes should give his daughter Aryenis in marriage to Astyages, the son of Cyaxares, knowing, as they did, that without some sure bond of strong necessity, there is wont to be but little security in men's covenants. Oaths are taken by these people in the same way as by the Greeks, except that they make a slight flesh wound in their arms, from which each sucks a portion of the other's blood.

1 Das Thema des Kannibalismus taucht bei Herodot auch anderswo auch, wo später eine solche Schandtat zum Anlass der Revolte unter Ciaxares Sohn selbst wird. Herodot liebt es, solche Themen dialogisch zu setzen. Es ist schwer, diese Bildsprache eindeutg zu klären. Denkbar, dass Ciaxares die Skythen als Räuber ins Ausland schickte. Solange er an ihrer Beute teilhaben konnte, war es gut. Als aber die Skythen nicht mehr expandieren konnten, mussten sie wohl oder übel im medischen Bereich selbst räubern. Dies ist wohl gemeint, wenn sie dem König eigene Söhne als Beute zu fressen geben.
2 Sonnenfinsternis am 28.May 585 (22.Mai alternative Quelle), von Thales von Milet vorausgesagt. Daraus erschliesst sich der Krieg zwischen Alyattes von Lydien und Astyages von Medien von 590-585. Die Sykthen waren also bis 590 am Hof der Meder.

[1.103]... This prince, collecting together all the nations which owned his sway, marched against Nineveh, resolved to avenge his father, and cherishing a hope that he might succeed in taking the town. A battle was fought, in which the Assyrians suffered a defeat, and Cyaxares had already begun the siege of the place, when a numerous horde of Scyths, under their king Madyes, son of Prtotohyes, burst into Asia in pursuit of the Cimmerians whom they had driven out of Europe, and entered the Median territory.
[1.104] The distance from the Palus Maeotis to the river Phasis and the Colchians is thirty days' journey for a lightly-equipped traveller3. From Colchis to cross into Media does not take long - there is only a single intervening nation, the Saspirians, passing whom you find yourself in Media. This however was not the road followed by the Scythians, who turned out of the straight course, and took the upper route, which is much longer, keeping the Caucasus upon their right. The Scythians, having thus invaded Media, were opposed by the Medes, who gave them battle, but, being defeated, lost their empire. The Scythians became masters of Asia.
[1.105] After this they marched forward with the design of invading Egypt. When they had reached Palestine, however, Psammetichus the Egyptian king met them with gifts and prayers, and prevailed on them to advance no further. On their return, passing through Ascalon, a city of Syria, the greater part of them went their way without doing any damage; but some few who lagged behind pillaged the temple of Celestial Venus. I have inquired and find that the temple at Ascalon is the most ancient of all the temples to this goddess; for the one in Cyprus, as the Cyprians themselves admit, was built in imitation of it; and that in Cythera was erected by the Phoenicians, who belong to this part of Syria. The Scythians who plundered the temple were punished by the goddess with the female sickness, which still attaches to their posterity. They themselves confess that they are afflicted with the disease for this reason, and travellers who visit Scythia can see what sort of a disease it is. Those who suffer from it are called Enarees.
[1.106] The dominion of the Scythians over Asia lasted eight-and-twenty years, during which time their insolence and oppression spread ruin on every side. For besides the regular tribute, they exacted from the several nations additional imposts, which they fixed at pleasure; and further, they scoured the country and plundered every one of whatever they could. At length Cyaxares and the Medes invited the greater part of them to a banquet, and made them drunk with wine, after which they were all massacred. The Medes then recovered their empire, and had the same extent of dominion as before.
They took Nineveh - I will relate how in another history - and conquered all Assyria except the district of Babylonia. After this Cyaxares died, having reigned over the Medes, if we include the time of the Scythian rule, forty years.

3Phasis und Kolchis: Fluss und Landschaft südwestlich an den Hängen des Kaukasus

Diese Angabe von Herodot muss mit Nebopolassars Analen quer gelesen werden. Ciaxares regierte von 625 bis 585. Wir haben aber nach der Babylonischen Chronik einen Arsanes von Medien (615) und den Vertrag mit Ciaxares im folgenden Jahr. 590 begann der Lydisch-Medische Krieg. Die 28 Jahre Skythenherrschaft (was immer das bedeutet) kann man nicht vollständig vor den Beginn des Lyisch-Medischen Krieges legen. Die Flucht der Skythen aus Medien an den Hof von Alyattes von Lydien macht aber einen starken Skythischen Einfluss wahrscheinlich.

Die Bewegung der Skythen ist schwer zu fassen, da es auch an Zeugnissen mangelt. Revisionisten bringen Beth-Shean (Skythopolis) mit Setis Stela dort in Verbindung. Demgemäss identifizieren sie (Die Richtung die sich an Velikovsky anlehnt) Psammetich I. mit Seti.

Die Bibel selbst bleibt ruhig über die Skythen (es sei denn, man wollte die Gogscharen damit in Verbindung bringen).

Es ist ein etwas gewöhnungsdürftiger Gedanke. Jerusalem von 605 bis 587 erscheint zerrissen zwischen der Einflusssphäre von Babylon und Ägypten. Unausgesprochen gibt es aber eine dritte Partei: die Skythen, die namentlich in Askalon und in der Jordanebene präsent sind. Sie werden zwar schon unter Pammetich bei Askalon gestopt, also noch vor dem Fall Josias.

616 ist Ägypten mit Assyrien gegen Nebopolassar beschäftigt. Dann wird es nicht mehr erwähnt. Sind die Jahre um 614 und folgende die Jahre, in welchen Psammetich die Skythen abwehrte? Vielleicht gelang es der Assyrisch-Ägyptischen Koalition, die Skythen auf ihre Seite zu ziehen. Dies wären also das Hilfskontigent im Kontext mit der Wiedereroberung Harans. Nachdem dies scheitert, machen die Skythen den Medern zu schaffen. Wie die Beziehung (Machtbeteilung ?) war, lässt sich nur spekulieren.
Nach der Schlacht bei Karchemisch ergibt sich aufgrund der Quellenlage eine relativ ungestörte Machtentfaltung Nebukadnezars. Die Meder scheinen einigermasssen behindert, ihren Einfluss nach Süden auszudehnen. Sie halten Anatolien bis zum Fluss Halys, den sie erst 590 überschreiten im Krieg gegen Lydien. Die 28 Jahre Präsenz, von Herodot erwähnt, sind also nicht eindeutig festzulegen, da sie nicht einen bestimmten Herrscher bezeichnen.

Von Bedeutung iist die Funktion Ägyptens als Polizei, gegenüber den skythischen "Räubern" aus der Sicht Palästinas. Das Wahrnehmen Ägyptens seiner Interesse würde auch die proägyptische Stimmung (Partei) in Judäa erklären, da sich hier gemeinsame Interessen finden.

 

Revidierte Chronologien

zum Inhalt


Um es vorweg zu nehmen, unbesehen dessen, ob der Vorschlag eines Revisionisten vernünfig st, oder sich in Teilen in der Diskussion durchzusetzen vermag, verdienen die Revisionisten Aufmerksamkeit und sind wichtig für die Wahrnehmung der Geschichte.

  • Geschichte, namentlich Ägyptologie wird zunehmend zu einer Spezialwissenschaft. Der Laie kennt kaum mehr die Diskussionen, die nicht mehr bis in die populären Publikationen vordringen. Die Vertreter des Konsens machen sich nicht die Mühe, Schwierigkeiten in der Geschichte einem Publikum einfach nahezulegen, und so wurde lange Zeit ein Geschichtsbild propagiert, dass alles andere als sichtbar war. Es war nur einfach "einfach", klar geordnet, mit spektakulären Namen. Erst Revisionisten haben sich bemüht, dem Publikum auch das zu Zeigen, was die Kontinuität der Geschichte stört.
  • Geschichte besteht aus vielen einzelnen Daten. Der Laie hat keinen Zugang. Die Diskussion der Revsionisten, weil sie häufig von den Fakultäten verbannt werden, wird aber in demokratischen Medien geführt. Es ist das Verdienst der Revisionisten, dass Daten so überhaupt verfügbar werden für nicht Spezialisten unter den Akademikern und auch für Laien.
  • Bewusstsein erwächst erst bei Fragstellungen. Geschichte ist mehr als Daten. Letztendlich ist es eine Reihe von Interaktionen getragen von Kulturkonstanten, die sich mitunter gleitend, mitunter auch abrupt verändern können. Revsionisten müssen häufige besser weil gegen den Konsens begründen. Dies eröffnet mehr Nachdenken, mehr Einsicht in die Kulturen, hiter die Kulissen der Ausstellungsobjekte, der berühmten Namen, Der Jahreszahlen und der Schlagzeilen.

Das Problem fehlender Angaben wird von Revisionisten unterschiedlich erklärt mit zum Teil drastischen Konsequenzen für unser Geschichte zwischen Josia und Necho. Es ist zu vermuten, dass dieser Pharao unter einem anderen aber prominenten Namen in Ägypten Geschichte schrieb.

Dieser Ansatz wird aus anderen Gründen auch von Reformisten wie folgt umgesetzt:

  • Immanuel Velikovsky hat die XIX. und die XXVI. Dynastie identifiziert. Ramses II ist dadurch unser Pharao Necho. Velikovsky hat darüber hinaus den Impuls gesetzt, die künstlichen Dark-Ages im nördlichem Mittelmeerraum in folge einer falschen ägyptischen Chronologie zu überdenken. Seine Revision zeichnet sich dadurch aus, dass er die Gleichung Ramses II = Pharao Necho vornimmt.
  • Alfred Rohl hat eine Revision vorgenommen, welchen unseren Zeithorzont nicht tangiert. Der Grund liegt darin, dass die Lybische Dynastie schwerlich verschoben werden kann, und er an der Identität Nechos nicht zu zweifeln wagte. Die Amarna-Epoche ist nach Rohl zeitgleich mit dem frühen Königtum in Israel.
  • Peter James verfährt ähnlich wie Rohl. Im Detail unterscheiden sie sich aber. Peter James vetritt in "Centuries of Darkness" vermehrt überlappende Dynastien (21./22. Dynastie).
  • Jim Reilly hat jüngst in seinem Werk "Displaced Dynasties" eine Revision in der Zeit vom 8. bis 5. Jh vorgenommen. Bei ihm ist der biblische Pharao Necho identisch mit Pianchi, dem Nubier, welcher die Angewohnheit zu historisierenden Namen hatte (er nannte sich auch Menkephere wie Tutmosis II, ein grosser Feldherr und Sieger in Megiddo), während die 26.Dynastie in die Frühzeit der Perser zu liegen kommt.
  • Den grössten Mangel haben obige Revisionisten, insofern sie die Bibel zum Argument ihrer Revisionen erheben und je nach dem verschiedenen Teilen grössere Plausibilität geben.

Die traditionelle Chronologie mit ihrer Gleichung: Wahemibre Necao (Necho) 610-595 B.C. = biblischer Necho muss darüber hinaus erklären, wie Necho Schiffe baute in er wartung einer See-Offensive durch die Babylonier. Kein Zeugnis unterstützt einen Seekrieg durch die Babylonier in dieser Phase. Darius und Xerxes setzten auf die Marine, und verwendeten auch Herodots Triremes*. Herodots Necho (gefolgt von einem Psamis) verweist auf die 26. Dynastie, bedarf aber einen anderen Zeithorizont.

Jim Reilly

Jim Reilly ist einer der wenigen, der sich nicht mit Revisionen der dritten Zwichenzeit und früher begnügt, sondern auch die 26. Dynastie in ein Jahrhundert später ansiedelt. Eines seiner Argumente beruht in Herodot.

25th (Ethiopian) dynasty (earlier kings omitted)-
Taharka (in Egypt) 569-564 B.C.-
INVASION OF NEBUCHADREZZAR-
Taharka (in Ethopia) 564-543 B.C.-
26th (Saite) dynasty (139 years)-
Wahibre Psamtik (Psamtik I) (as governor/king) 543-525 B.C.ARRIVAL OF CAMBYSES
Wahibre Psamtik (I) 525-489 B.C.27th (Persian) dynasty (124 years)
Cambyses 525-522 B.C.
Wahemibre Necao (Necho) 489-474 B.C.Darius I (son of Hystaspes) 522-486 B.C.
Neferibre Psamtik (Psamtik II) 474-468 B.C.Xerxes (the Great) 486-466 B.C.
Ha’a’ibre Wahibre (Apries) 468-449 B.C.Artaxerxes (Longimanus) 465-424 B.C.
Knemibre ‘Ahmose-sa-Neith (Amasis) 449-405 B.C.Darius II (son of Xerxes) 424-404 B.C.
‘Ankhkaenre Psamtik (Psamtik III) 405-404 B.C.*-
*This king does not belong here. He is listed for reference only.
There is nothing in Herodotus, apart from his description of the Persian invasion which brought the Saite dynasty to a close, which places it unequivocally in the 7th/6th centuries. Herodotus is ignorant of any connection between Psamtik I and the Assyrians. He knows nothing of Necho's wars with Nabopolassar nor of Nebuchadrezzar's conflicts with Egypt. The Babylonian invasion and the exile which followed are not mentioned. (Jim Reilly "Displaced Dynasties")

Dies ist zweifellos richtig. Wer Josephus liest, erfährt die 26.Dynastie vor einem anderen Hintergrund (Persien) als wer die Bibel liest. Aber Herodot ist auch nirgends so lesbar, dass Necho ein Zeitgenosse des Darius sein muss. Wenn Herodot Necho und Darius als Kanalbauer bezeichnet, bedeuetet dies nicht Gleichzeitigkeit.
Die Assyrer sind nicht Herodots Thema. Er ist ein Zeitgenosse der Perser und er erlebt die Perser als die Gefahr für die Griechen. Der Historiker hat eine Agenda, und er will zweifellos darstellen, was die Perser bedeuten. Herodot ist bei der Darstellung von Kambyses sehr einseitig. Er scheut sich nicht, ihn legendär darzustellen. An diesen Legenden ist vielleicht etwas wahr, charakterisiert Kambyses, aber erzählt doch nicht die eigentlichen Hintergründe.
Die Darstellung der Ägypter ist hingegen sympathischer. Necho wird als Seefahrer geschildert. Vieles an der Ägyptendarstellung speziell im II. Band hat Herodot schlechte Kritik eingebracht. Es wird auch vermutet, dass dieser Band von späterer Hand stammt. Etwas ist hingegen typisch. Kambuyses Nubienfeldzug scheitert am gleichen Problem, das auch seinen Krieg gegen die Griechen scheitern liess: das Nachschubproblem.

Gegen die These, dass der 2.Band exklusiv von anderer Hand stammt, spricht, dass wir haarsträubende Geschichten über eine Nitokris von Ägypten, als auch über eine Nitokris von Babylon erfahren, mit ähnlicher Thematik. Bei Babylon spielt sich dies dort ab, wo wir gerne etwas über Nebukadnezar erfahren würden. Es kann hier nur spekuliert werden, wieviel Vorwissen Herodot vom Leser über diesen berühmten Chaldäer verlangte, um darauf seine Saga zu entwickeln.
Der Historiker Herodot schreibt Geschichten aber nicht Weltgeschichte. Er schreibt Geschichte für das Piublikum seiner Zeit, Griechen, die den Perserkrieg erlebten und die mit Ägypten Handelsbeziehungen hatten. Aus diesem Blickwinkel gönnt er Ägypten mehr Raum.

Man kann aber Herodot doch noch genauer lesen, und hier findet sich folgendes:

[1.30] On this account, as well as to see the world, Solon set out upon his travels, in the course of which he went to Egypt to the court of Amasis, and also came on a visit to Croesus at Sardis.

Croesus widerum ist ein Zeitgenosse von Cyrus. Damit ist Amasis doch einigermassen relativ eingeordnet bei Herodot, so wie wir dies nach dem Konsens gewohnt sind. Es wird zwar anerkannt dass dies ein Legendäres Treffen ist, aber es ist vom Zeithorizont her nicht unmöglich.

Jim Reillys hat aber noch andere Argumente, so etwa die seltsame Lage der Särge für die Apisstiere. Namentlich jener des Amasis war aus Granit über 60 Tonen schwer. Dieser verlor seinen Deckel, so dass dieser im Weg war und nicht entfernt wurde, auch als später jener des Kambyses (ach ein Grannitsarg) über das Hindernis zu seiner Nische verfrachtet wurde. Es gibt aber noch einen möglichen Umweg.

Reilly macht auch auf die hohen Alter der Amunpriesterinnen aufmerksam, ein Argument aber, das weniger mit der relatven Chronologie zu tun hat.

Während Jim Reilly das Problem so löst, dass er die ganze Dynastie nach Manetho in die Perserzeit schiebt, bleibt doch das Rätsel um die Angabe Necho in der Bibel damit unbeantwortet. Reilly über den späteren Necho (des Herodot).

2. The Egyptian Pharaoh Neco who killed Josiah and who for years contested with Babylon for control of the Hatti lands, and the Wahibre (Hophra) whose activity provoked the wrath of God in Ezekiel's oracle, are not the second and fourth kings of the Saite dynasty, in spite of the coincidental correspondence in names and dates. Their true identity needs to be sought among the earlier kings of the 25th dynasty. Alternative identifications are readily available. [chapter 4 and later book in this series]
7. Necao was not the military genius who allied Egypt with Assyria and intimidated the military powers of Media and Babylon. He was instead a puppet king and an unwilling participant in the wars that Darius I and Xerxes fought on land and sea against Greece. His major accomplishments, the excavation of a Mediterranean-Red Sea canal, the construction of a fleet of triremes, and the circumnavigation of the African continent, must be credited to his Persian masters. [chapter 8] Jim Reilly "Displaced Dynasties"

Necho ist in der früheren Zeit zwar nicht prominent, aber doch nicht unbekannt als Namensbestandteil. Jim Reilly findet die Gleichung Pianchi Menkheperre = (Menkheperre) Necao:

The name Menkheperre is unusual. In spite of the fact that the name was borne by the author of the Karnak Annals, identified by historians as the 18th dynasty king Thutmose III, reputedly the most successful military figure in all of Egyptian history, it was not adopted by any of his immediate successors.[3] In addition to Piankhi, only three post 18th dynasty kings, all interesting in their own right, borrowed the name. One is the obscure Menkheperre, successor of Pinudjem I in the Theban branch of the 21st dynasty, whose other cartouche name is unknown. A second is Shabataka, son and successor of Piankhi, twice removed. The third is an enigmatic figure named Menkheperre Necao, assigned by scholars to the time of the Assyrian occupation of Egypt. The latter is known from a single monument, a glazed statue of Horus, which contains nothing more than the king's cartouche names.[4]
This Menkheperre Necao is typically identified as the father of Psamtik I, the founder of the 26th dynasty, a conclusion based entirely on a genealogical entry provided by Manetho, who states that the father of Psamtik was named Nechao. But the family connection is not confirmed from the monuments. A king Necao, father of Psamtik, is otherwise unattested in Egypt. Some support for the identification is said to be provided from the statue itself, which bears certain characteristic features of 25th dynasty sculpture, thus dating it to the time of Psamtik's immediate ancestors. But we argue that this same evidence identifies Menkheperre Necao as a 25th dynasty, not a 26th dynasty king. And since we have already established that Piankhi used the prenomen Menkheperre, and was ambivalent about his nomen, it follows that he may be the king who commissioned the Horus statue. (Jim Reilly "Displaces Dynasties")

Meine Gedanken zu Reillys Theorie

Meiner Ansicht nach liesst Reilly Herodot falsch, wenn er Amasis später als Kambyses ansiedeln will. Herodots Angaben sind in Einklang mit dem Verständnis nach Manetho, und auch solche indirekte Hinweise wie über Solon passen gut ins akzeptierte Bild.
Ich bin deshalb der Idee abgeneugt, die 26. Dynastie zu verschieben.

Velikovsky et. al

Diese Gruppe orientiert sich an der Idee Velikovskys, die 26. Dynastie sei identisch mit der 19.Dynastie (Seti, Rhamses Mernephtah).
Diese Theorie kann also erklären, warum wir von der 26. Dynastie keinen Mumien finden: Sie wurden bereits gefunden.

ÄgyptenBabylon
Seti = Psammettich Nebopolassar
=(griechisch) Nabomorasar =
(Nabu)-Mursili = Musili II
Rhamses II = Necho II Nebukadnezar = (Nabu)-Khetasar
= Hantusili III von Hatti
Mernephtah = Apries 

Velikovsky machte auf die Parallelen Aufmerksam:
Sowohl Mursili als auch Nebopolosar nahmen Babylon ein. Beide kämpften gegen einen Assurubalit von Assyrien. Assur wird durch den einsatz der UmanMand und parallel durch die Skythen udn Meder besiegt.
Hantusillis wechselvolle Kriege mit Ramses II sind ähnlich Nebukadnezars Kriege mit Necho. Ramses nach Qades ein, Necho laut Herodotus die grosse Stadt Kadytis. An selbiger Stelle erlitten beide eine Niederlage.

Da sind die nun also, die fehlenden Inschriften. Necho ist nun nicht mehr ein "unbeschriebenes Blatt" sondern als Rhamses II eine illustre Figur. Seti ist bekannt durch die Stele zu Beth Shean. Wir kämen auf die Idee, diese Stelen als ein Reflex auf die Skythen zu lesen. Mernephtahs "Israel" Inschrift würde dann als ein Zeugnis gelesen, das Israel "nicht mehr ist".

`The California Institute for Ancient Studies' präsentiert hier Grundthesen einer Chronologie, die auf Velikovsky aufbaut, und begründet.

Es mag verführerisch sein, den heute mangelhaft bezeugten Necho mit Daten aus der 19.Dynastie aufzufüllen. Doch führt dies zu anderen Problemen. So müssten die Dokumentationen der 19.Dynastie ihren Wiederhall finden in den Annalaen Assyriens und Babylons.

Ein Blick auf die Ausgrabungssituation in Ägypten macht deutlich: Die Städte Memphis und Sais wurden wegen der heutigen baulichen Situation und der Menge an Arbeit an anderen Orten bisher kaum angekratzt. Memphis und Sais waren aber die Hauptorte der Wirksamkeit der 26.Dynastie.

Philister Argument

Wir kennen seit Ramses III, der die Seevölker bekämpfte, den Begriff der Peleset, die Palästina den Namen gaben. Die Revisionen nötigen dazu, Ramses III in der Perserzeit anzusiedeln. Aus den Peleset würde dann die Pereset (in einem anderen Falle wurde diese Lesart vertreten). Das wirft die Frage auf, warum die Bibelautoren die vornehmlich in der frühen Perserzeit ihr Geschichtswerk sammelten, David dann mit diesen Pereset kämpfen lässt. In einer gelinden Revision (also nicht Velikovsky folgend) wäre diese Notstand zu Umgehen.
 

Josja im Baum der Erkenntnis

zum Inhalt


Es ist mir ein Anliegen, den Fall Josias auch aufgrund einer anderen Quelle zu beurteilen, welche von Historikern kaum je besichtigt wird. Den Baum der Erkenntnis. Der Baum der Erkenntnis ist deshalb interessant, weil er aufgrund des jüdischen Jahresrechnung eine Datierung erlaubt wichtiger Ereignisse.

Obwohl weder Necho noch Josia im Text des BdE behandelt werden (Pentateuch und Teil des Buches Joshua), erlaubt ein historisches Datum nahe an der angenommenen Redaktionszeit des BdE die Suche nach einem wichtigen inhaltlichen Indiz, in der Annahme, die Redaktoren haben dieses Ereignis symbolisch berücksichtigt.
Es folgt also ein Ausschnitt zur Zeit von Josias Tod.
 

4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und sie ward zum Stab in seiner Hand.43. Wenn dann das Mal wiederkommt und ausbricht am Hause, nachdem man die Steine ausgerissen und das Haus anders beworfen hat,8. Aber die Kinder Pallus waren Eliab; 5. Also starb Mose, der Knecht des HErrn, daselbst im Lande der Moabiter nach dem Wort des HErrn.6. alle, die auf dem Gebirge wohnen, vom Libanon an bis an die warmen Wasser, und alle Zidonier. Ich will sie vertreiben vor den Kindern Israel. Lose nur drum, sie auszuteilen unter Israel, wie ich dir geboten habe.
73/1606409/3152894/4496 949/5840 309/6156


Das Jahr 609 v.Chr. entspricht dem jahr 3152 nach jüdischer Chronik. In der 2.Spalte haben wir einen Vers, der diese absolute Versnummer aufweist.
Die ganze Anordnung erzählt aber vom Tod des Mose (4.Spalte)
Der Vers der ersten Spalte selbst ist insofern prominent, als er das Gegenstück zum Tod des Mose enthält. Ich will diesen Vers im Kontext des Initialsystems im Baum der Erkenntnis darstellen.
 

4. Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; 4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und sie ward zum Stab in seiner Hand.
60/6073/1606


60 und 1606 = 1666
Näheres zur 666 als Sinnbild des Todes in der Struktur des BdE finden Sie in den BdE Online Kursen

Josia Tod und Mose Tod. Könnte dies die Erklärung sein für Josias wansinnige Tat? Ein Treffer allein genügt nicht. Josia war Reformer. In seinem 18. Jahr wurde das Gesetzbuch gefunden. Im Sinne des BdE handelt es sich um eine wichtige Angabe.
Josia regierte 31 Jahre lang, von 640 - 609
Sein 18. Jahr ist das Jahr 623/22 v.Chr. oder jüdisch 3139. In diesem Jahr gibt Josia den Auftrag , den Tempel zu öffnen und auszubessern. Und das geschieht es:

2Kö 228Da sprach Hilkia, der Hohepriester, zu Saphan, dem Schreiber: Ich habe das Gesetzbuch im Hause des HERRN gefunden! Und Hilkia übergab Saphan das Buch, und er las es. 9Und Saphan, der Schreiber, kam zum König und brachte dem König Bericht und sprach: Deine Knechte haben das Geld ausgeschüttet, das im Hause vorhanden war, und haben es den Aufsehern über die Arbeiter im Hause des HERRN gegeben. 10Auch sagte Saphan, der Schreiber, dem König und sprach: Hilkia, der Priester, gab mir ein Buch. Und Saphan las es vor dem König. 11Als aber der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriß er seine Kleider.
 
13. Mose sprach zu GOtt: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? 30. und danach aus der einen Turteltaube oder jungen Taube, wie seine Hand hat mögen erwerben, 14. Der israelitische Mann aber, der erschlagen ward mit der Midianitin, hieß Simri, der Sohn Salus, ein Fürst im Hause des Vaters der Simeoniter. 21. Und er sah, daß ihm ein Haupt gegeben war, ein Lehrer, der verborgen ist, welcher kam mit den Obersten des Volks und verschaffte die Gerechtigkeit des HErrn und seine Rechte an Israel. 17. der König zu Tapuah, der König zu Hepher,
60/1593396/3139881/4483936/5827296/6143
14. Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werd's sein, der hat mich zu euch gesandt.        
61/1594      


Die vierte Spalte liest sich: ...... ein Lehrer, der ihm verborgen ist..... Kein Zweifel, das passt vollkommen auf dieses jahr des Fundes des Gesetzbuches. Auber das ist niht alles. Was ist das für ein Lehrer? Die linke Spalte zeigt eine wichtige Aussagen Gottes über sich selbst, und seinen Namen.

Ich will nun beide Ereignisse etwas besprechen. Josias Tod (jenes Jahr) stellt Mose Tod dar unter dem Aspekt eines gewissen Widerspruches. Denn Mose nahm die Schlange in die Hand und starb nicht, stirbt aber jenseits des gelobten Landes. Ein Widerspruch? Nein ein Sinnbild der Lüge und des Todes des Baumes der Erkenntnis.

Mose ist ein Berufener. Ebenso Josja, denn unter ihm wird das Gesetz gefunden? wann? In jenem Jahr im BdE in einer solchen Anordnung teilt Gott seinen Namen mit. Ein geheimer Lehrer ist ihm gegeben. Und so haben wir das gleiche Drame für Mose und Josja. Die Berufung und der paradoxe Tod. Die Jahreszahlen stimmen, die zentralen Ereignisse stimmen. Und wie wohl wier weder den Namen Necho noch Josia finden, haben wir doch den Verdacht, der BdE wurde in Rücksicht auf diese historischen Ereignisse verfasst (oder etwa umgekehrt?).

.... ein Lehrer, der verborgen ist, welcher kam mit den Obersten des Volks ...... (33:21 VYRA RASYT LV KY-Sm XLQT MXQQ $PVn VYTA RASY Om CDQT YHVH OsH VMSP+YV Om-YsRAL.)

Wer kennt einen Lehrer, der denn im Pentateuch mit den Obersten des Volkes "kam" (ankam)? Die Aussage ist reichlich seltsam. Wir können aber sagen, dass das Gesetz mit den Obersten des Volkes zu Josia kam, nachdem es gefunden war im Tempel. Ein unverständlicher Satz wird plötzlich lesbar.

Das Wort für Lehrer ist dasselbe wie im Segen Judas (dort als "Meister" wiedergegeben).

10. Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis daß der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen.

oder:

18. Das ist der Brunnen, den die Fürsten gegraben haben; die Edlen im Volk haben ihn gegraben durch den Lehrer und ihre Stäbe. Und von dieser Wüste zogen sie gen Mathana;

Das Wort MXQQ für Lehrer oder Meister erinnert an XQVT (Weise, Weisung) und XQ-OVLm (ewiges Recht).
Lehrer im Sinne von Rabbi ist also nicht gemeint, sondern im Sinne von oberstem Lehrer des Rechts, oder oberster Richter.

Diese besondere Betonung weist auf ein prinzipales Recht hin, wie es auch von Historikern als Reformerischer Akt nicht im Sinne der Reform, sondern der Institution zur Zeit Josias angenommen wird. Nach meiner Theorie deutet diese eher auf die Institution der Torah als oberste Weisung hin, aber als Beginn, als Plan, und nicht als Abschluss.

Wir haben damit zwei wichtige Etappen im BdE verbunden mit einer (historischen oder erdichteten?) Geschichte um Josia, deren Angelpunkt jüdische Chronologie ist.
a) Der Name des Herrn als verborgener Lehrer und der Fund des Gesetzbuches unter Hilkia
b) Der Tod Mose und der Tod des Königs, dessen Zeit der Fund des Gesetzes zugehört.

Haben wir damit den Wahnsinn des Josia begriffen? Oder handelt es sich um den Wahnsinn der Kabbala, welche unter dem Zugzwang der Verststruktur Geschichte im Sinne des BdE berichtigen musste?

Die Frage ist ausserhalb der biblischen Geschichte nicht unwichtig, da dies auch nahelegen könnte, warum "Necho" nur ein biblischer Rufname ist für einen Pharao, der historisch unter anderem Namen bekannt ist.

Diese Koinzidenz stürzt uns in Verlegenheit. Wieviel historisches ist im Fall des Josia. Vernunft würde uns annehmen lassen, die Begnung habe gar nie stattgefunden. Die historischen Umstände erlaubten allenfalls den Schreibern der Josiaberichte, diese Geschichte in der Historie passend zu platzieren.

Es gibt mehrer chronologische Treffer zwischen BdE und Historie. Da wäre der Fall Jerusalems, Der Tempelneubau unter Serubbabel. Wichtige Momente der jüdischen Geschichte. Es ist schwerer anzunehmen, der BdE sei vor diesen Ereignissen Verfasst worden (und habe damit Prophetische Funktion für die nachfolgende Geschichte) als anzunehmen, die Quellen seien erst Mitte des 6.Jh so schematisiert worden.

    Ich möchte diesbezüglich noch viel Vorsichtiger sein und wesentliche chronistische Zusammenhänge und Systematisierung der Verseinteilung gar erst im 3.Jh postulieren.

Wenn wir eine Redaktion nachträglich annehmen, dann besteht die Möglichkeit, dass die Daten, die der BdE liefert tatsächlich einer Relevanz haben, wenn auch die mitgelieferte Geschichte um Josia und den Gesetzfund doch auch etwas relativiert werden muss. Es ist also nicht undenkbar, dass mit Josia etwas geschah.

Über die Natur des BdE muss aber festgehalten werden: Er eignet schwerlich als eine Art Geschichtsbuch. Denn sein Bau und seine Funktionsweise haben mehre Dimensionen. Je mehr wichtige Geschichtsdaten damit realisiert werden sollen, um so komplizierter wird der Moment der Montage. Ich lehne deshalb den BdE. als Geschichtsbuch weitgehend ab, bis auf einen Bereich, den ich zeitlich nahe zum Redaktionszeitpunkt eingrenze.

Nach einerm Redaktionszeitpunkt darf der BdE ohnehin nicht mehr als Gechichtssammlung betrachtet werden, sondern bestenfalls als ein Orakelbuch, oder eine Agenda zur Kabbala. Meine bisherige Erfahrung aber widerstrebt der Annahme, die Redaktionszeit sei mit jenem Fund des Gesetzbuches unter Hilkia anzusetzen. Diese würde ich doch eher in der babylonischen Epoche ansetzen, wenn nicht gar in der frühesten persischen. Eine Eingrenzung ist hier sehr heikel.
 

Josia kann im BdE noch genauer untersucht werden. Denn es gibt mehr als nur eine Anordnung für ein betreffendes Jahr. Eine solche Untersuchung aber eignet sich besser an der Datenbank selbst.

Die Konsultation des BdE. hat doch etwas gebracht. Die etwas missmutige Bemerkung, Josia müsse wohl verrückt sein, hat den Akzent verlagert: eine verrückte Geschichtsschreibung. Wenn Geschichte im Sinne der Kabbala tendenziell ist, dann ist sie schwerlich neutral. Sie neigt dazu, Dinge umzudeuten. Zum Beispiel erscheint der Name Necho nicht als ein historischer Name, sondern als ein Ausdruck.

Ich habe die Könige Judas nicht nach ihrem Vorkommen im BdE untersucht. Josia bildet hier eine Ausnahme. Der Grund für diese Unterlassung: Eine Untersuchung biblischer vorexilischer "Fakten" wie etwa die Königschronologie bedürfen zuerst eine zweifelsfreie Chronik. Da aber die Chronologie spätestens ab Hiskia problematisch wird, ist eine systematische Prüfung kaum ratsam.

Ich habe vermehrt Ereignisse zwischen 650 und 500 geprüft, in der Annahme, dass in der zur Redaktion nahen chronologischen Zeit vorgefallene wichtige Ereignisse ihren Niederschlag im BdE finden. Und sie tun es. Diese meist symbolischen Gleichnisse (Melchisedek, der Priester in Ewigkeit steht für die Tempelweihe, Die Sintflut für die Zerstörung des Tempels), bestätigen die Hebräische Jahreszählung insofern diese mit der Akzeptierten Chronik nach Babel im Einklang ist.
Die BdE Anordnungen bilden aber einen schrfen Kontrast zur Talmud-Chronologie (siehe: Chronologie : die masoretische Chronologie

Josia als chronologischer Baustein (70Jahre) zeigt ein chronisches Bewusstsein, das Jeremias Verständnis ausbaut in einem faktischen Sinne. ZIn diese Entwicklungsreihe gehört dann, dass die zwei Tempelzerstörungen in dem für den BdE Bedeutsamen Konstuktionsintervall von 656 Jahren stattfinden (597 BC - 70 AD)
Nach 515 BC lässt der chronische Nachweis im BdE stark nach. Dies deutet darauf hin, dass der BdE nach 515 fixiert wurde. Während die Tempelzerstörung unter Nebuchadnezar im BdE via das Sintflutsymbol gut dokumentiert ist, fehlt ein solches für die Zerstörung anno 70 AD, was in Einklang ist, dass der BdE vor 70 AD fixiert wurde.

Der Vorschlag, dass der BdE in zwei Stufen (das erste mal im 3.Jh Zeitgleich mit dem LXX-Pentateuch) und ein 2.Mal unter den Makkabäern fixiert wurde, kann hier nur postuliert werden.

Material zum Baum der Erkenntnis:
Abhandlung über die Lüge (Leseprobe) behandelt den BdE.
BdE Online Kurse
Anleitung zum Bau des BdE
LutherTenachLXX BdE (zip 900 kBytes) Excell File

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