
Dieser Abschnitt war ursprünglich Bestandteil der Bauanleitung zum BdE. Da aber Überarbeitung anstand, und fragwürdige Spekulationen eher durch besser begründete Fragen zu ersetzen waren, beschloss ich mich, diesem Abschnitt eine eigene Seite zu widmen.
Der Inhalt dieser Seiten dürften für den Leser nichts fruchten, so er nicht hinreichend informiert ist, was der BdE sei.
Dem Neuling möchte ich deshalb drei Seiten als Einführung empfehlen:
Geschichte einer Entdeckung
Der Sabbat im BdE
BdE Online Kurse
Bei dieser Suche handelt es sich ganz ähnlich der Frage nach der Geschichte des Juweliers aus einer längst vergangenen Zeit, nachdem man zufällig dessen Kleinod nicht nur zu Gesichte bekam, sondern es in Händen hält und in allem bewundern kann. Alle Bewunderung gibt nicht Aufschluss über die Geschichte jenes Juweliers, und wir müssten sodann ganz andere Methoden und Erforschungen unternehmen, wollten wir auch nur etwas Bestimmtes mindestens erahnen.
Und doch lässt das Kunststück ein paar Annahmen zu, dass es sich um einen Juwelier handelte, und nicht um einen Bergarbeiter, der sich nicht aufs schneiden, schleifen und polieren verstehe. Die Art des Kunststücks mag man vergleichen und muss sich fragen, wo gibt es Ähnliches. Die Zuordnung des Kunststücks in eine Klasse derart gestalteter Objekte lässt Rückschlüsse zu auf den Juwelier.
Wir haben es hier aber nicht mit Kronjuwelen zu tun, sondern mit einer Schrift. Und wenn man für Kronjuwelen nicht ausschliessen kann, dass dazwischen eine spätere Reparatur, ein Ersatz eines Steins etc. möglich war, so gilt dies für unsere Schrift - die Bibel - in unbestritten stärkerem Masse.
In diesem Dokument müssen also verschiedene Fragen behandelt werden, um überhaupt das Mass der Originalität festzustellen. Dann müssen die Kennzeichen aufgelistet werden, die Rückschlüsse auf die Entstehungsumgebung zulassen, sodann gilt es auch Kontroversen (bekannte wie wenig bekannte) zu nennen.
Zuletzt hoffe ich doch, dass ich annähernd die Kultur unseres Juweliers beschreiben kann, wobei es nicht mein Anliegen ist, bis zu einer historisierenden Pseudobiographie vorzustossen.
Der BdE ist IN der Torah, zur Hauptsache, womöglich aber auch in weiteren Teilen der Bibel verankert. Kommentare die den BdE betreffen, sind lesbar in ausserbiblischen Quellen (Talmud). Die Suche nach der Entstehung des BdE betrifft also die Forschung nach der Entstehung der Bibel insgesamt. Damit kann die Suche aufbauen auf das, was Bibelforschung zum Teil erbracht hat.
Ich möchte die Frage nach der Entstehung aufsplitten in klare Rubriken: Wann, Wo, Warum, Wie ?
Es versteht sich, dass meine Antworten bestenfalls als Vorschläge zu deuten sind, denn diese Antworten haben im Laufe meiner Forschung auch schon eine graduelle Korrektur erhalten.
Ich möchte zu Beginn nochmals definieren, was der BdE sei.
Der BdE ist ein System, bestehend aus einem Text, der in Verse unterteilt wird. Die Anwendung eines sequenziellen Algorithmus über diesen Text nach Versen referenziert andere Verse. In der vorliegenden BdE Darstellung werden diese Querbezüge in der gleichen Reihe dargestellt, während der Fliesstext in einer Spalte vorliegt.
Die Bedeutung des BdE liegt darin, dass ein starker Bezug vorliegt zwischen der Verseinteilung und dem erzielten Querverweis, dessen literarische Aussage eine Absicht darstellt.
Die Indizienkette des BdE suggeriert, das Entstehung des BdE und Entstehung der Torah eventuell gemeinsam betrachtet werden müssen.
Die Prämisse also besagt, dass die Entstehung der uns vorliegenden Torah und des BdE zusammen betrachtet werden müssen. Da eine solche Annahme aber für den Beginn starker Tabak ist, möchte ich die Frage zunächst trennen. So ist augenscheinlich, dass der BdE der Verseinteilung bedarf. Wir können also fragen :
Wann wurde der Text der Torah in Verse eingeteilt?
Weiter gilt: Die Frage nach dem WANN hat zwei Grenzen, eine Frühgrenze und eine Spätgrenze. Wann muss eine Einteilung vorausgesetzt werden, und zu welchem Zeitpunkt machte eine solche Einteilung noch keinen Sinn, der dem BdE gleichkam?
Ich möchte damit beginnen, weil es mir erlaubt, gleichzeitig Argumente vorzubereiten, die ich später brauche für den spätest möglichen Zeitpunkt.
Für den frühest möglichen Zeitpunkt werden wir voraussetzen: Wir brauchen einen Text. Ich bin nun nicht der Annahmen geneigt, Moses habe den Pentateuch im 15. oder 13. Jahrhundert im Schatten eines Berges geschrieben, wiewohl das Schreiben an und für sich damals bekannt war. Vielmehr neige ich dazu, dass die Torah nicht vor dem Exil entstanden sein kann (darin wird mir die Mehrheit der Gelehrten zustimmen).
Mit scheint, dass solche Kunstgriffe wie die Kolophone in Genesis kein überzeugendes Indiz auf das Alter sei. Denn, die Genesis versucht sich quasi in vormenschlicher Zeit (die Schöpfung) und verrät sich selbst eher als "spätromantisches Kunstprodukt" (so es so etwas im semitischen Umfeld gibt). Die These also dass die Torah als ein geordnetes Schriftstück zur Hauptsache in die Zeit vor einem Königreich Juda verweise, damit, wenn nicht den Wortlaut, so doch den Inhalt aus jener Zeit beziehe, ist wiederum durch Archäologische Forschung vielfach bestritten. Es scheint vielmehr, dass diese Inhalte ein mutwilliges Patchwork seien, durchaus ein literarisches Produkt ausserhalb der geschilderten Zeit, und somit als solches zu klassifizieren.
Mein Argument ist nun wie folgt: Darf man von einem Buch das bezüglich des Vergangenen mehr Ungereimtheiten denn Reime enthält, erwarten, dass es über das Zukünftige etwas ernstliches Wisse? Wohl kaum.
Wenn wir also im BdE Anordnungen finden, die bereits prophetisches Ausmass (inklusive Jahresangabe) annehmen, dürfen wird dann vermuten, dass der BdE erst nach diesen Ereignissen verfasst wurde? Dies erscheint mir wahrscheinlich. Wenn ich also hier solche Stellen darstellen kann, ist es mir möglich, eine Frühgrenze für den BdE einzugrenzen? Mir scheint, in einem gewissen Rahmen ja, wobei Ungewissheit und Zufall eine Rolle spielen. Wir werden diesem Verfahren also nicht allzuviel Exaktheit im Ergebnis abgewinnen können.
Der Verlust des eigenen Landes war gewiss eine der stärksten Voraussetzungen für die Entstehung des Judaismus. Darunter ist die Zerstörung des Tempels im Jahr 586 oder 587 das wichtigste Ereignis.
Natürlich schreibt die Torah nirgendwo über dieses Ereignis. Aber dass sie es dennoch indexiert wird am folgenden Auszug aus dem BdE deutlich. Das Jahr 587/6 BC entspricht den jüdischen Jahr 3174/5.
| 10. Und da die sieben Tage vergangen waren, kam das Gewässer der Sintflut auf Erden. | 7. Also zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten, | 11. Und soll seine Kleider danach ausziehen und andere Kleider anziehen und die Asche hinaustragen außer dem Lager an eine reine Stätte | 8. Wenn er seinen Speichel wirft auf den der rein ist, der soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser baden und unrein sein bis auf den Abend. |
| 170 / 170 | 1514 / 1514 | 115 / 2858 | 431 / 3174 |
| 11. In dem sechshundertsten Jahr des Alters Noah, am siebzehnten Tag des andern Monats, das ist der Tag, da aufbrachen alle Brunnen der großen Tiefe, und taten sich auf die Fenster des Himmels, | 8. dazu das ganze Gesinde Josephs und seine Brüder und das Gesinde seines Vaters. Alleine ihre Kinder, Schafe und Ochsen ließen sie im Lande Gosen. | 12. Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nimmer verlöschen; der Priester soll da alle Morgen Holz drauf anzünden und oben drauf das Brandopfer zurichten und das Fett der Dankopfer drauf anzünden. | 9. Und der Sattel, darauf er reitet, wird unrein werden. |
| 171 / 171 | 1515 / 1515 | 116 / 2859 | 432 / 3175 |
Wir finden hier in der Spalte ganz links den Ausbruch der Sintflut, und dies markant in einer Anordnung, die ganz recht den Vers 432 / 3175 aufweist. Diese Versnummer spricht für gleiches Jahr, also die Zerstörung des Tempels.
Die Torah versteht es also zumindest, diese Jahr symbolisch auszuzeichnen mittels BdE, auch wenn die Torah nicht von der Tempelzerstörung spricht.
Um 515 BC (3246 jüdischer Zeitrechnung) sollen die rückgewanderten Juden ihren Tempel neu geweiht haben. Anders als die Tempelzerstörung ist diese Neuweihe ausserbiblisch nicht bezeugt. Ich berufe mich deshalb mehr auf das, was man als Lexikon Chronik bezeichnet. Die Torah hat für solches keinen Raum, auch wenn sie der Errichtung des Bundeszeltes viel Raum gibt. Von einer Tempelneuweihe weiss sie nichts. Aber dennoch weiss sie etwas zu erzählen von einem Melchisedek, einem Priester von Salem (ausgerechnet) dem Abraham den Zehnten gibt. Dieser Melchisedek ist also eine gewichtige Figur und man fragt sich: warum? Ist er quasi das personalisierte Symbol einer ewigen Priesterschaft nach dem Exil, die den Tempel nun verwalten soll in Ewigkeit?
| Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester GOttes des Höchsten. | 11. Und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, daß du uns mußtest wegführen, daß wir in der Wüste sterben? Warum hast du das getan, daß du uns aus Ägypten geführet hast? | 12. Darum hab ich gesagt den Kindern Israel: Keine Seele unter euch soll Blut essen, auch kein Fremdling, der unter euch wohnet. | 13. und je einen Zehnten Semmel mehls zum Speisopfer, mit Öl gemenget, zu einem Lamm. Das ist das Brandopfer des süßen Geruchs, ein Opfer dem HErrn. | 14. Da antwortetet ihr mir und sprachet: Das ist ein gut Ding, davon du sagest, daß du es tun willst. |
| 355 / 355 | 368 / 1901 | 502 / 3245 | 987 / 4589 | 14 / 4905 |
| 19. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seiest du, Abram, dem höchsten GOtt, der Himmel und Erde besitzt, | 12. Ist's nicht das, das wir dir sagten in Ägypten: Höre auf und laß uns den Ägyptern dienen? Denn es wäre uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, denn in der Wüste sterben. | 13. Und welcher Mensch, er sei vom Hause Israel oder ein Fremdling unter euch, der ein Tier oder Vogel fähet auf der Jagd, das man isset, der soll desselben Blut vergießen und mit Erde zuscharren. | 14. Und ihr Trankopfer soll sein: ein halb Hin Weins zum Farren, ein Dritteil Hin zum Widder, ein Vierteil Hin zum Lamm. Das ist das Brandopfer eines jeglichen Monden im Jahr. | 15. Da nahm ich die Häupter eurer Stämme, weise und erfahrene Männer, und setzte sie über euch zu Häuptern, über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn, und Amtleute unter euren Stämmen; |
| 356 / 356 | 369 / 1902 | 503 / 3246 | 988 / 4590 | 15 / 4906 |
Wir finden hier die Erscheinung Melchisedeks in einer Anordnung, die das Jahr der Tempelweihe referenziert. Solche Dinge geschehen stets mit geringer Wahrscheinlichkeit, und es ist uns mehr Spielraum gegönnt, über die Deutung des Melchisedek im Kontext zur Neuweihe zu streiten, als über die Zufälligkeit dieses Zusammentreffens.
Laut Chronik findet Josia in seinem 18.Jahr ein Gesetzbuch bei der Restauration des Tempels. Dass es sich hierbei um etwas ähnliches wie das Deuteronomium handelt wird von mir bezweifelt, wie ich überhaupt manches um diese Figur ins Legendäre verweise. Wir datieren diesen Vorfall laut Angaben ins Jahr 622/21 BC (3139 / 40 jüdische Zeitrechnung).
| 13. Mose sprach zu GOtt: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? | 30. und danach aus der einen Turteltaube oder jungen Taube, wie seine Hand hat mögen erwerben, | 14. Der israelitische Mann aber, der erschlagen ward mit der Midianitin, hieß Simri, der Sohn Salus, ein Fürst im Hause des Vaters der Simeoniter. | 21. Und er sah, daß ihm ein Haupt gegeben war, ein Lehrer, der verborgen ist, welcher kam mit den Obersten des Volks und verschaffte die Gerechtigkeit des HErrn und seine Rechte an Israel. | 17. der König zu Tapuah, der König zu Hepher, |
| 60/1593 | 396/3139 | 881/4483 | 936/5827 | 296/6143 |
| 14. Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werd's sein, der hat mich zu euch gesandt. | ||||
| 61/1594 |
Wir finden in der ersten Spalte eine bedeutende Stelle. Gott offenbart dem Moses seinen Namen. Aus diesem Grund wurde hier der Kontext ergänzt. Bemerkenswert finde ich aber, was ich fett in der vierten Spalte notiert habe. Es trifft genau die geschilderte Situation. Josia findet das Gesetz, das verborgen war.
Ich würde nie annehmen, dass hier alles um Josia echt ist. Sondern wir haben es hier mehr mit Kabbala als mit Geschichte zu tun. Immerhin zeigt dies, dass Daten kurz vor dem Exil und während dem Exil hier mit symbolischen Referenzen im BdE auftauchen.
Ich würde kaum annehmen, dass der BdE früher als die Daten verfasst wurde, dann wäre es ja ein wahrhaft prophetisches Buch. Vielmehr sagen uns diese Daten, wann der BdE noch nicht existiert haben kann (und vorausgreifend, auch die Torah in ihrer vorliegenden Struktur nicht).
Wir haben nun das späteste Beispiel im Jahr 515 BC. Vernünftigerweise würde man also den BdE später datieren müssen. so es mir möglich wäre, weitere Beispiele zu bringen nach 515 BC, täte ich es. Allein es ist mir bisher nicht möglich. Nach der akzeptierten Chronologie hätte man wohl noch die Ereignisse um Esra und Nehemia zur Auswahl, aber ich habe keine Beispiele dass diese Daten im BdE präsent wären.
Begnügen wir uns hier damit, dass wir den BdE und die Struktur des Grundtextes frühestens in die persische Blütezeit legen können, und dass ich innerhalb des 5.Jh. kein frühes Datum vorziehen würde.
Ich werde hier in ähnlicher Weise vorgehen, wobei ich es nicht vermeiden kann, dass ich hierbei erst einige Irrtümer um diese Thematik ausräumen muss. Ich präge hier den Begriff Mr.Stupid und den Begriff Mehrheitsmeinung. Mr. Stupid ist ein Mensch, der gehört hat, Papageien können menschliche Stimme imitieren, und glaubt dann Amseln, Stare oder Meisen könnten solches auch. Mr.Stupid ist sodann ein Held, wenn er meine Thesen mit seinem Wissen stürzen will. Mr.Stupid ist nicht weiter problematisch, aber unterhaltsam, und für mich Anlass, etwas darzustellen. schwerwiegender ist die Mehrheitsmeinung. Es handelt sich hierbei um die Mehrheit der Fachpublikationen zu diesem Thema, welche eben, weil sie den gelehrten Konsens vertritt, unhaltbare Thesen aufstellt, meist mit einem Hintergedanken.
Mr.Stupid meint: im 16. Jh. durch Robert Stephanus. Dann fährt er fort, mein Hirngespinst breitzuwalzen.
Halten wir ein und machen etwas deutlich. Was ist eine Verseinteilung? Was ist eine Indexierung in der Form von Kapiteln und Versen? Sie bemerken... aha, da ist ein Unterschied. eine Verseinteilung kann vorliegen, ohne dass ein Apparatus vorliegt, dessen Sinn darin liegt, direkt auf einen Kontext verweisen zu können.
Es ist wahrscheinlich so, dass das Indexsystem auf Robert Stephanus zurückgeht, aber nicht die Verseinteilung der Torah, allenfalls, und dies mit einem grossen Fragezeichen, des Neues Testaments.
Weiter besteht der Irrtum die Entwicklung der christlichen Bibel und der jüdischen Tenach gleichzusetzen. dem ist aber nicht so. Juden haben zwar Ideen wie die Kapitelüberschriften von Christen übernommen, später auch das System der Versindexierung. Aber lange zuvor hatten sie ihr eigenes System, Verse zu trennen.
moderne Variante (z.B. Tur Sinai)
Dies ist ein Vers * und dies der nächste
alte Variante
Dies ist eine Vers : und dies der nächste
Was die Verseinteilung anging haben Juden an einigen Stellen nicht die Einteilung der Christen übernommen.
Mehrheitsmeinung sagt: Die Verseinteilung sei ein Werk aus der Mischnazeit 2.Jh AD. Ich aber sage, die Verseinteilung der Torah war inoffiziell bereits spätestens im späten 4.Jh BC, gegeben, ohne dass diese Einteilung in den verbreiteten Texte auftaucht.
Dieser Meinung zu begegnen bedeutet mehr Aufwand. Doch zunächst, warum gibt es diese Mehrheitsmeinung? Es zwingt sie der Traktat Kidushin zu dieser Annahme, denn dieser äussert sich zum Versumfang des Pentateuch.
Wie will ich dem begegnen ? Auf zweifache Weise.
1. Indem ich auf die Offenbarung verweise
2. Indem ich auf die Unterschiede zwischen MT und LXX bezüglich Verseinteilung verweise.
Die Offenbarung (das letzte Buch im NT) wurde wohl nicht nach Ende des 1.Jh verfasst, wobei man darüber verschiedener Meinung sein kann, ob es spätere Ergänzungen gab.
Off.13,18 Hier ist die Weisheit! Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist 666.
Johannes hat eine Zahl zum Inbegriff des Widergöttlichen gemacht. Ich will es aber hier nicht breitwalzen, sondern der Leser wird sich in dieser ganzen Abteilung davon überzeugen können das die Zahl 666 eine der wichtigsten Kennwerte der Verseinteilung darstellt. An ihr wurde die Torah quasi fixiert, im BdE hoch und quer gekreuzigt und mit drei Nägeln befestigt.
Ich leiste mir die Frage. Sollten die Rabbis der Mischnazeit dem Offenbarer den Gefallen gemacht haben, dessen Wahn in einem konträren Sinne zum Anlass zu nehmen, ihre Torah derart in Verse einzuteilen? Im Gegenteil scheinen die Rabbis eher daran gelegen, diesen Umstand zu vertuschen. Davon zeugt zum Beispiel die Tatsache der Talmudchronik. Während es 656 Jahre sind von Tempelbrand bis Tempelbrand, gibt sich die Talmudchronik Mühe, genau dies zu verschleiern und kürzt ganz einfach die Perserzeit um ca. 160 Jahre.
Der Offenbarer hat ein existierendes sakrales System zum Anlass für seine Polemik genommen, nicht umgekehrt. Das System musste einerseits derart etabliert sein anderseits derart elitär verborgen, dass das anscheinend nicht besonders auffiel.
Ich nehme nun mein zweites Argument zur Hand. Die LXX. Egal wann genau die LXX Form der Torah verfasst wurde, sie scheint lange vor der Mischnazeit bestanden zu haben. Diese LXX hat nun im Verhältnis zum MT Text einige Eigentümlichkeiten, und ich präsentiere hier einen Fall, der wiederum an die Polemik des Johannes erinnern mag.
Es folgt ein Ausschnitt aus den Dekalogen im BdE. Achten Sie darauf, dass die jüdischen Varianten die vier Gebote in einem Vers zusammenfassen, anders als christliche Bibeln.
| 4. und beschnitt ihn am achten Tage, wie ihm GOtt geboten hatte. | 12. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der HErr, dein GOtt gibt. | 8. und dem HErrn opfern sieben Tage. Der siebente Tag soll auch heilig heißen, da ihr zusammenkommt; da sollt ihr auch keine Dienstarbeit tun. | 35. Atroth, Sophan, Jaeser, Jegabeha, | 16. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HErr, dein GOtt, geboten hat, auf daß du lange lebest, und daß dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der HErr, dein GOtt, geben wird. |
| 518 / 518 | 531 / 2064 | 665 / 3408 | 1150 / 4752 | 177 / 5068 |
| 5. Hundert Jahre war Abraham alt, da ihm sein Sohn Isaak geboren ward. | 13. Du sollst nicht töten. 14. Du sollst nicht ehebrechen. 15. Du sollst nicht stehlen. 16. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. | 9. Und der HErr redete mit Mose und sprach: | 36. Beth-Nimra und Beth Haran, verschlossene Städte und Schafhürden. | 17. Du sollst nicht töten. 18. Du sollst nicht ehebrechen 19. Du sollst nicht stehlen. 20. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. |
| 519 / 519 | 532 / 2065 | 666 / 3409 | 1151 / 4753 | 178 / 5069 |
| 6. Und Sara sprach: GOtt hat mir ein lachen zugerichtet; denn wer es hören wird, der wird mein lachen. | 17. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat. | 10. Sage den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr ins Land kommt, das ich euch geben werde, und werdet es ernten, so sollt ihr eine Garbe der Erstlinge eurer Ernte zu dem Priester bringen. | 37. Die Kinder Ruben baueten Hesbon, Eleale, Kiriathaim, | 21. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen, Esel noch alles, was sein ist. |
| 520 / 520 | 533 / 2066 | 667 / 3410 | 1152 / 4754 | 179 / 5070 |
Primo, wir finden hier eine 666 Anordnung in der strittigen Anordnung. An diesem Punkt nehme in Johannes Polemik auf.
Das entscheidende aber kommt nun in der Frage; welche Textvarianten zeigt die LXX?
Die LXX hat in :
Exodus 20,13-15
13 (20:15) ou foneuseiv
14 (20:13) ou moiceuseiv
15 (20:14) ou kleqeiv
Deuteronomium 5,17-20 :
17 (5:18) ou foneuseiv
18 (5:17) ou moiceuseiv
19 ou kleqeiv
Ebenso zeigt der um die Zeitwende datierte Nash Papyrus eine Umkehrung der Reihenfolge, indem er Du sollst nicht töten
nach Du sollst nicht ehebrechen
hat.
Die alternativen Stellen geben an, dass in LXX die Reihenfolge nicht die gleiche ist wie im MT. Dies lässt zwei Schlüsse zu: erstens sind diese in einem Vers zu behandeln, zweitens liegt eine Information zur Verseinteilung vor.
Ich leiste mir eine kleine Ergänzung. Abraham ist hier 100 jährig, und wir haben eine 666 Anordnung. Abraham wird im 666. Vers der Torah 175 jährig sein, und sterben. Es versteht sich, dass diese Stelle besonders fixiert ist, und die Bedeutung dieser Stelle musste den Verfassern der LXX bekannt gewesen sein.
Kurz, wir verlassen die Mischnazeit und sehen uns genötigt, in einer früheren Zeit zu suchen.
Die Makkabäerzeit kann das Phänomen der LXX nicht erklären. Dennoch räume ich dieser Zeit gewisse redaktionelle Tätigkeit vor allem im Bereich der Chronologie ein. Die Grundlagen zum BdE aber haben sie nicht geschaffen.
Dennoch möchte ich hier ein Argument anführen, das eventuell zeitlich nicht so sehr determiniert ist.
Eine verbreitete Meinung sagt: Die Verseinteilung folgt dem Zweck, Sinneinheiten zu schaffen, welche den Wechsel von Lesen des Hebräischen und Übersetzen ins Aramäische für sinnvolle kleine Einheiten möglich macht. Ich aber sage, die Gründe für den BdE liegen ganz wo anders und in dieser Eignung bei der Lesung/Übersetzung erscheint dies als günstiges Nebenprodukt. Wir wollen anmerken dass dieses Argument eher nach dem WARUM fragt. Dieses Warum hat aber eine zeitliche Komponente, da sie Rücksicht nimmt auf den Unterschied zwischen der Sprache der Torah und der Sprache der Hörer.
So wollen wir fragen, in welcher Zeit hat ein solches Argument Gültigkeit? Das Argument setzt voraus, es dürfen in einem rituellen Kontext keine Übersetzungen (LXX, Targume) verwendet werden. Wir kennen seit dem 3. Jh. Übersetzungen. Das AT hat aramäische Anteile. Das Argument bezieht sich also auf eine Zeit die einerseits streng ist, anderseits aber Hörer kennt, die kein hebräisch verstehen. Ich kann mir einen solchen Zustand zu mehreren Zeiten vorstellen. Er passt in hellenische Zeit ebenso gut wie in eine frühere Zeit.
Was mich seltsam betrifft ist, dass die Verseinteilung der Forderung an Übersetzungseinheiten nicht immer entspricht. Verse sind manchmal zu lange. Manchmal sind sie unnötig kurz. Mir kommt der Verdacht, dass bei der Erstellung der Einteilung sehr unsorgfältig auf dieses Bedürfnis Rücksicht genommen wurde. Viel eher scheint mir, die Absicht liegt in einer Einteilung die der Übersetzung nicht widerstrebt. Dabei geht es auch um Sinneinheiten, eben das, was wir im BdE finden.
Wenn wir den BdE studieren, kommen wir auf einen starken Zusammenhang zwischen der Textabfolge und der Einteilung. Ist es möglich dass der BdE erst kurz vor der LXX determiniert wurde? Dem stünde eigentlich nichts im Wege, wenn es nicht noch eine andere wichtige Variante gäbe: der samaritanische Pentateuch. Der SamP weist zwar viele Textvarianten auf, aber er hat die Eigentümlichkeit, dass er dem MT ebenso stark folgt wie die LXX. Und ich wüsste derzeit niemanden, der die Entstehung des SamP erst in hellenistischer Zeit postuliert.
Wir verlassen also die hellenistische Zeit und nähern uns der Perserzeit.
Ich habe bisher ein Argument nicht verwendet. Das Argument lautete: Ist die Torah ein prophetisches Buch, dass es das Ende des Tempels symbolisch als Sintflut, die Entdeckung des Gesetzbuches unter Josia als die Offenbarung des Namens YHVH und heimlichen Lehrers, die Tempelweihe als das Symbol des Melchisedek kennt? Gewiss nicht. All dies deutet darauf hin, dass der BdE und die Inhalte erst danach so zusammengestellt wurden. Das hat uns in die persische Zeit gebracht.
Ich kann anders herum argumentieren. Da es dem BdE beliebt, wichtige Ereignisse des 7.u.6.Jh. BC zu referenzieren, warum referenziert er keine späteren, wie etwa der Fall des zweiten Tempels? Anscheinend kann das Buch dies nicht referenzieren, da es damals schon fixfertig war, und die Geschichte manchmal die Eigenart hat, den Propheten zuwiderzuhandeln. Immerhin möchte ich sagen, dass man bei einer Konstellation von 656 Jahren Unterschied zwischen zwei Tempelbränden schon eine sintflutliche Dimension vor sich hat, allein in der Chronik (Sintflut laut MT im Jahre 1656).
Es ist relativ einfach, eine nationale Katastrophe gezielt herbeizuführen 70 AD. Aber es braucht doch mehr die Gunst der Stunde, das zu erreichen, was die Makkabäer erreichten. Nun.... sie haben Pech. Der BdE will sie partout nicht kennen und rühmt und schilt sie in keiner Weise. Das Buch war schon fixiert.
In gleicher Weise könnte man voranschreiten, aber die heilige Geschichtsschreibung hat schon darauf hingewiesen, dass da einfach nichts geschah. Unter den Persern waren die Juden fromme Perser, unter den Griechen waren sie fromme Griechen. Das einzige nennenswerte Abenteuer, sieht man mal von den Danielschen Don Quijoterien ab, liegt in der hochberühmten Verlesung des Gesetzes anno 444 BC durch einen Esra.
Ich bin derzeit nicht in der Lage, diese Gesetzesverlesung vom Holzgestell herab im BdE zu repräsentieren. Man vermag dies auf zweierlei Art zu begründen. Entweder war der BdE bereits fixiert, oder, und dafür gibt es Hinweise, es steht um die Chronik nicht zum Besten, und wir wissen nicht, wann und wie die zoroastrischen Neujuden genau zurückkamen, und ihre rückgebliebenen Israeliten Kanaaniten zu beschimpfen begannen.
Für den Vorgang denke ich mir lediglich zwei Bedingungen: Erstens muss es einem noch starken Persien gelegen sein, einen religiösen Verwaltungsbezirk Abarnahara zu schaffen (vom Euphrat bis zum Nil). Damit wird die Denkweise, die andere Ethik der Neujuden begründet. Anderseits aber gilt für die spezifische Dialektik die sich im BdE selbst ausdrückt, dass sie ein vollkommen emanzipiertes Denken darstellt, das man bereits nicht mehr unter dem reinen persischen Dualismus verstehen kann. denn Im BdE ist Jahwe und die Schlange eins. Hier ist der Zoroastrismus bereits teilweise überwunden. Und für diese Ausformung, denke ich mir, ist ein schwaches Persien eher geeignet.
Ich favorisiere für den BdE die späte Perserzeit, ohne dies abschliessend begründen zu können. Vielleicht werden mir zusätzliche Indizien pro oder contra hier noch die Sätze vermehren.
Für den BdE kommt nur die Perserzeit in Frage. Dies schliesst eine Verseinteilung mit ein. Allerdings ist es nicht leicht, dieses Zeitfenster genau anzugeben. Die jüdischen Nachrichten selbst sind in dieser Zeit widersprüchlich, und der Wirrkopf Daniel schafft die Voraussetzungen, dass die Talmudchronik die Perserzeit sagenhaft kürzt, relativ zur akzeptierten Chronik.
Nach Mehrheitsmeinung muss ich mir vorstellen, dass im 2.Jh AD eine noch nicht eingeteilte Torah in einem so glücklichen Zustand vorlag, dass ihre Einteilung dann nicht nur ein zwei drei.. Dutzende schlagende Beispiele einer glücklichen Fügung zuliessen. Ökonomischer ist es anzunehmen, dass diese glückliche Fügungen möglich sind, weil die Verseinteilung und die Redaktion der Torah zusammenfallen, das heisst, dass diese Torah, auf welcher der BdE basiert, sowohl der LXX als auch dem SamP vorausgehen muss.
Tatsächlich zwingt uns der BdE zu neuem Nachdenken bezüglich der Textabhängigkeit. wenn wir vom masoretischen Text sprechen, so denken wir an eine Textform, die durch Straffung der Varianten in der Bar Kochba Zeit entstanden ist. Der Zusammenhang von Struktur Inhalt und Verseinteilung ist aber so augenfällig im BdE dass wir eher annehmen müssen, es habe einen ProtoMT gegeben, der essentiell die Eigenschaften des MT hatte, der aber entgegen Erwarten nie eine Text für die Masse war.
Weiter sehen wir Eigenarten in der LXX, die eine Kenntnis des BdE verraten. Wir dürfen nun raten, ob die LXX diese Eigenart von einer hebräischen entstellten Variante erbte, oder diese bewusst im griechischen Text erst verändert wurde. Seit Qumran wird ein hebräischer ProtoLXX Text postuliert. Dieses Postulat gälte es aber für jedes Buch gesondert zu untersuchen.
Wie dem auch sei. Wir haben bewusst entstellte Varianten die man indirekt einer BdE-Bewussten Handschrift zuführen muss. Wir dürfen vermuten, dass einige Varianten bewusste Entstellungen sind, quasi zum Schutz. Diese Abschweife führt mich zum Thema Chronik.
Es mutet seltsam an, aber Verseinteilung mit absoluter Versnummerierung und jüdische Jahrrechnung sind konvergent. Anderseits wissen wir, dass mit SamP und LXX verschiedene Chroniken bestehen, und dass die jüdische Lesart durchaus nicht die natürlichste chronische Auswertung eines MT Textes darstellt.
Die jüdische Jahrrechnung wurde eigentlich erst mit Hillel II langsam bekannt und braucht noch lange um sich in jüdischen Kreisen durchzusetzen. Sie war offenbar etwas, das bisher gar nicht so allgemein wichtig war. Die Beispiele an obiger Stelle zeigen uns aber, dass Form und Zeit zusammen gehören. Die jüdische Zeitrechnung, so muss man sagen, wurde mit dem BdE erst so richtig erfunden. Der BdE setzt die Zerstörung des Tempels mit der Sintflut gleich, welche nach MT ins Jahr 1656 datiert ist. 656 Jahre später haben wir eine Art Jubiläum und der Tempel brennt neulich. Man kann sich fragen welche Funktion derlei Chronik hat, die einerseits die absurdeste Geschichte seit Anbeginn der Schöpfung erzählt, anderseits in historischer Zeit doch arg ins Straucheln kommt, und die Perserzeit verkürzt.
Es muss schon vor 70 AD gewesen sein, dass ein Alternativmodell zu der Perserzeit erfunden wurde. das Buch Daniel ist voller Wirrnisse bezüglich der persischen Regenten relativ zur akzeptierten Chronik. Man könnte diese Wirrnis aus der Zeitdistanz erklären, man kann aber darin auch den Versuch sehen, diese Manipulation durchzuführen die notwendig sein würde, damit Juden selbst, so sie die Talmudchronik lasen, nicht auf böse Gedanken kämen. Nein: die zwei Tempel sind nicht im Abstand von 656 Jahren abgebrannt, wir sehen es in der Chronik......
Diese Gedanken stehen nur aus einem Grund da. Die Verseinteilung und die Zeit sind aufeinander bezogen. Man darf das eine nicht ohne das andere diskutieren.
Wenn man fragt, warum der BdE erstellt wurde, muss man wissen, was der BdE leistet. Man kann Eigenschaften und Bedingungen sammeln und damit auf Gründe schliessen. Freilich gibt es hier auch Grenzen. Automobile haben die Eigenschaften dass sie zu Stosszeiten in Städten einen Stau produzieren. Dennoch ist offensichtlich, dass sie nicht zu diesem Zwecke gebaut wurden. Auch dass sie Verkehrsunfälle produzieren, lässt nicht den Schluss zu sie seien das Produkt schadenfroher Hirne.
Das Beispiel sollte uns warnen, dass nicht jedes Merkmal einer Absicht folgt. Das Merkmal, dass das heidnische Christentum entstand, ist keine Garantie dass die Initiatoren dies Absicht hatten. Es gibt sehr viele dynamische Faktoren, und ein Ding kann sich wandeln und einen anderen Zweck erhalten.
Es lassen sich, auch wenn man den Urtext des BdE nicht greifbar hat, ein paar Eigenschaften festhalten. Ich trenne hier einmal die Form (der BdE, die Textform, die Sprache, die Einteilung) von seinem Inhalt (dem Text, der Aussage, dem Appell).
Die Form liegt in ihrer offensichtlichsten Art als Rolle vor, welche geeigneter Weise von einem Stab oder Rollenhalter zusammengehalten wird. Dieses Merkmal trifft auf eines der wichtigsten Stücke, den Sündenfall, wo eine Schlange am Stab oder Pfahl die Vermittlerin der Erkenntnis ist. Das Merkmal ist also, dass Form und Inhalt Bezüge zueinander haben.
Die Form liegt vor in fünf oder sechs Büchern (abhängig davon, ob man den Begriff Torah auf Josua ausdehnt). Ungeachtet dessen scheint darin eine Notwendigkeit zur Handlichkeit zu liegen, so wie es auch im Buchdruck heute nicht möglich ist, beliebig dicke Bücher zu drucken. Dennoch haben diese Bücher den Anspruch eine Einheit zu sein in einem stärkeren Masse als alle anderen Bücher der Tenach. es wird stets vom Gesetz oder dem Buch des Moses gesprochen, nie von den Büchern des Moses.
Die Form lässt verschiedene Unterteilungen erkennen, deren sichtbarste die Abschnitte sind, und deren verbreitete kleinste Einheit die Verse sind. Die Strukturierung lässt den Schluss zu, dass der Text verschiedenen Ansprüchen genügen muss, und dass die Unterteilungen mögliche Schnittstellen durch zusammenfügen und ergänzen der Quelltexte sind.
Die Form der Verseinteilung lässt zu, dass der Text sich mit einem System numerischer Querreferenzen auf andere Verse sich bezieht und so den Text an bestimmten Stellen fixiert. Dieses System heisst Baum der Erkenntnis.
Zentrale Inhalte im Text erzeugen eine ausgeprägte analoge Erscheinung in der Form im BdE. Dazu möchte ich als Beispiellektüre empfehlen: Der Sabbat im BdE
Es gibt einen Zusammenhang zwischen Versnummern und Jahresrechnung.
Es gibt numerische Konstanten 666 und 656 sowie deren Umkehrungen 334 und 344, die einen hohen strukturellen Stellenwert besitzen.
Der Inhalt ist geschrieben in der Sprache eines Volkes, hat also eine ethnische Konzeption. Übersetzungen liegen vor, jedoch mit Abstrichen an einige Formeigenschaften.
Der Inhalt erzählt die Geschichte eines Volkes zu seinem Gott. Es erzählt die Sonderrolle dieses Volkes und bestimmt das Anders sein, des Volkes.
Der Inhalt besteht auch aus einem grossen Korpus an Gesetzen und Anordnungen zur Organisation einer Gesellschaft
Der Inhalt ist weitgehend fiktional, doch in einer Weise, die Menschen glauben macht, es sei Realität.
Der Inhalt ist so verfasst als ob er immer im Kontext eines Volkes stand. Moses soll den Inhalt verfasst haben auf Geheiss Gottes im Bewusstsein des Volkes für das Volk. Es wird damit abgelehnt, das ganze sei ein Schreibtisch Kunstprodukt.
Will man den Inhalt einem literarischen Genre zuführen, so ist er nicht eindeutig festzulegen. Er ist Legende, Lesebuch, Geschichtsbuch, Abenteuerroman, Juristisches Buch, Almanach, Ritualbuch in einem.
Der Inhalt lässt sich, wenn auch nicht ganz widerspruchslos, als eine choronologische Erzählung deuten. Das Buch Genesis geht über mehrere Generationen. Kolophone begleiten Abschnitte und suggerieren, wir hätten hier Ketten von Quellenüberlieferungen vor uns. Der Gebrauchswert liegt in einer Art ethnischen Legitimität, vor der Einführung des ganzen juristischen Korpus. Einem Abraham soll ein Landversprechen gegeben worden sein. Ein Moses soll das Volk in dieses Land führen und bringt die Gesetzgebung. Es besteht ein redaktioneller Willen zur Einheit, diese ganze Argumentationskette zusammen zu halten.
Begriffe, die eine starke Bedeutung haben für das Leben des Volkes unter diesem Text, wie der Sabbat, finden eine ähnliche Funktion im BdE wieder. Dahinter steckt der Ansatz, dass eine Idee, die das Leben strukturiert, auch das göttliche Wort strukturiert.
Wir haben einige Eigenschaften gefunden. Man kann diese noch beliebig detaillieren. Ich will hier aber versuchen, warum einige Eigenschaften vorliegen.
Eine unzweifelhafte Funktion des BdE ist es, den Text zu fixieren, den inneren Aufbau zu schützen. Das oben vorgeschlagene Lesebeispiel zum Sabbat verdeutlicht dies. Warum aber war es notwendig den Text zu fixieren?
Wir haben hier den Appell eines göttlichen ewigen Wortes vor uns, das von sich aus sagt, es sei worttreu. Ebenso verlangt es diese Treue. Der Verbindlichkeit wird geantwortet mit einem Text, dessen Form stabilisiert wurde.
Wir finden etwa in der Mitte der Torah die Krönung Aarons, Im BdE findet diese an einer besonderen Stelle statt (siehe Link in rechter Spalte). Die Krönung Aarons in der Mitte der Torah sagt etwas aus über den von der Obrigkeit gedachten Rolle des Priesters selbst. Die Priesterschaft ist da zum Schutze des Texts. Aaron wird gekrönt in der Mitte während wir links davon die zwei Ursachen des Sabbat finden (Gottes Ruhe, Gottes Rettung) sowie rechts davon einen Vers, der die Nummer 666 trägt, also drei Nägel aufweist. Die Priesterschaft soll also die Stabilität und Form des Textes gewährleisten. Aaron wurde horizontal und vertikal im Bau der Torah fixiert, gekreuzigt mit drei Nägel. Das Passahlamm an seiner Seite mag dann noch an die christliche Sinnentfremdung denken lassen.
Anmerkung : Freikirchler kennen ein verwandtes Bild - welches sie gerne zeigen - , wenn sie Jesus am Kreuz zeigen, der eine Brücke bildet zwischen zwei "Ufern" die von einem Abgrund getrennt sind. Ob diese Zwei Ufer nun Himmel und Erde, oder kommende Welt und heutige Welt bezeichnen, ist Interpretationssache. Auf jeden Fall wird damit ausgedrückt, dass die Priesterschaft unter diesem Zeichen das Vergangene in das Zukünftige tragen.
Dass der Text anhand von Schlüsselbegriffen gesichert wurde, kann anhand der Bundestafeln oder am Mass Gera gezeigt werden. Diese erscheinen gegen alle Wahrscheinlichkeit der Vorkommen im BdE als Parallelen.
Die Torah ist ein Volksbuch. Wenn es auch eine umstrittene Vorgeschichte und historischen Legitimität darstellt, so ist der Wille zur Bildung einer einheitlichen Nation deutlich vor Augen. Die Tatsache dass es Varianten gibt (SamP LXX Targume) scheint dem zu widersprechen. Aber die genauere Analyse zeigt uns doch, dass diese Varianten nicht obige Funktion aufweisen, und für den BdE unbrauchbar sind. Sie entbehren dieser Funktion und Möglichkeit. Dass ausgesprochen der hebräische MT Text diese Charakteristik des BdE aufweist, hat mit seinem ethnischen Programm zu tun. Die Varianten sind allenfalls Puffer, aber nicht eine Mittel in der sich eine Priesterschaft ähnlich legitimieren könnte.
Es ist nicht vorausgesetzt, dass dieser ethnische Rahmen bereits bestanden hat (entgegen dem was die Torah sagt) sondern vielmehr darf man darin den persisch zoroastrischen Willen finden, eine einheitliche Ethnie in Abarnahara zu schaffen. Die Verselbständigung in einer schärfer definierten kleineren Einheit finden wir wiederum in der Torah selbst. Die Einheit wird wesentlich in der Verpflichtung auf ein Programm bestimmt, deren Sprache Hebräisch ist.
Es mutet deshalb nicht seltsam an wenn wir vermuten dürfen, dass die Pufferschriften LXX SamP aus ebendenselben Händen stammen, die durchaus Kenntnis um den Inneren Aufbau der protomasoretischen Schrift hatten. Als Beispiel erwähne ich das oben schon dargestellte Verhalten der LXX bezüglich der Gebote in den Dekalogen.
Am Ausgeprägtesten zeigt sich die Exklusivität in der Bildung eines eigenen absoluten Ära Begriffes, den wir heute als die jüdische Jahrrechnung kennen. Spätestens hier muss auffallen, dass hier sorgsam ein Puffer gebildet wurde, so dass wir der LXX oder SamP ganz andere chronische Daten entnehmen, als etwa dem MT. Im BdE wird die Zerstörung des Tempels mit dem Symbol der Sintflut gleichgesetzt welche nach MT 1656 stattfand. 656 Jahre später wird wieder ein Tempel zerstört.
Anderseits ist bekannt, dass der Versuch, die jüdische Zeitrechnung auf das chronische Material des MT zurückzuführen, einiges Kopfkratzen erzeugt. Allein dass dies nicht unmöglich ist, und sogar elegant simpel ist, habe ich in meiner Abteilung Chronologie dargelegt.
Wir fanden bereits in der Erörterung über den frühest möglichen Zeitpunkt Hinweise, dass die Chronik seit Anbeginn der Textkomposition, also seit dem BdE, intendiert war. Dass diese Chronik sich nicht in einem grösseren Rahmen mitteilte, liegt darin begründet, dass sie ausserhalb eines elitären Zirkels wohl nicht von Bedeutung war und auch nicht sein sollte.
Dass der christliche Kalender eine eklatante Abhängigkeit von der jüdischen Chronik aufweist, ist wiederum eine andere Geschichte, und es ist schwer zu entscheiden, ob diese Funktion nicht eine unerwünschte Eigenschaft ist.
Der Christliche Kalender erzeugt das Faktum, dass die Unabhängigkeit des Israelitischen Staates 3000 Jahre nach der "Landnahme" entsprechend masoretischen Kalender geschah. Es ist dies das Jahr 1948, wobei diese Jahreszahl gleichzeitig für Abrahams Geburt steht, und wiederum die Struktur der Torah sich wie rechts zu sehen mitteilt:
Weitere Zyklen sind in diesem Umfang enthalten, und es zeigt sich, dass die Verseinteilung der Schrift einem chronischen Prinzip folgt. Darum dürfen wir die Einheit von absoluter Versnummerierung und jüdischer Jahrrechnung nicht als zufällig erachten.
Aus dem Umstand der Textvarianten (LXX SamP) erschliesst sich dann aber auch, dass der Wille nicht nur bezüglich einer eigenen Form, sondern auch einer eigenen Agenda kennt. Diese eigene Agenda wurde geschützt, indem die Varianten erzeugt wurden. Man möchte Herr der eigenen Chronik und eigenen Agenda bleiben.
Sinn und Zweck des BdE ist Erkenntnis. Aber diese Erkenntnis wird gleichsam geschützt und verflucht. Man kann hinter diesem seltsamen Vorgang den Versuch denken, einen emotionalen Zaun zu bilden. dies wäre aber nur die halbe Erklärung, wenn man aus den Augen verliert: der Baum der Erkenntnis hatte ja auch eine andere Aussage: Es ist die Geschichte darüber, soll der Mensch Leben töten um zu essen?
Diese erzählerische Schicht musste einem anderen Willen weichen, die aus der Erkenntnis tatsächlich dann ein konkretes System bildet, den BdE der Torah. Der Leser erahnt die Komplexität des ganzen, und er wird darin sicher das geeignete System zur Bildung einer intellektuellen Elite für einen nationalen Sinn erkennen. Denn die Komplexität verwehrt sich dem Simpel ebenso wie dem Menschen, der von Emotionen gerüttelt ist.
Tatsächlich verhehlt die Torah nicht, dass sie ein Dreiklassenmodell kennt. Priester, Leviten und Israeliten. Alle sind gleich, aber einige sind gleicher... Als vierte Klasse möchte man alle Unbefugten bezeichnen.
Dass der Zweck nicht nur in der intellektuelle Bildung, sondern gleichsam in der Verankerung unter einem nationalen Willen steht, wird deutlich durch: Sprache, Schulung, gegenseitige Kontrolle, Antijudaismus als geeigneter Zaun....
Der letzte Punkt muss Bedenken erregen. War dies die ursprüngliche Absicht? Oder wird dies lediglich in Kauf genommen? Immerhin kennt man ja die Sprachvarianten welche das Gegenteil aussagen und eine ethische Vermittlung darstellen.
656 Jahre nach dem ersten Tempel brannte der zweite Tempel, ohne dass wir hierfür eine überzeugendes Symbol im BdE hätten. Die Chronik genügt, um den Verdacht zu wecken, hier sei eher eine mystische Agenda am Werk gewesen, denn der Machtwille Roms, den man ja nur zur geeigneten Zeit herausfordern musste. Ich möchte damit andeuten dass provozierter Antijudaismus ein geeignetes Mittel sein kann einen nationalen Zaun zu bilden. Nach dem Erfolg des Christentums war jeder Versuch vermittelnder Schriften obsolet geworden.
Die Perser hatten über den Verwaltungsdistrikt Abarnahara (vom Euphrat bis an den Bach Ägyptens) eine klare Vorstellung. Sie wollten einen ethnischen Schmelztiegel bilden, den sie einfacher verwalten konnten. zu diesem Zwecke erhoben sie Kulte und andere unterdrückten sie. Jerusalem wurde zu einem Zentrum erhoben. Aus diesem Grunde lesen wir die Königsgeschichten über ein Jerusalem, das es nie so gab. Die Bedeutung lag darin, nahe zu Ägypten ein Zentrum zu schaffen mit einer stark zoroastrischen Ideologie und Ethik.
Die Idee des Zentralismus blieb den Juden erhalten und Jerusalem wurde ihre Stadt, die sie in der Torah gleich als den Sitz des Melchisedek bezeichnen. Näher geht die Torah nicht, denn sie versteigt sich höchstens zu einem ... an den Ort den Ich erwähle, meinen Namen wohnen zu lassen. Die Priesterschaft scheint mit einem Ort verbunden, aber gleichzeitig ist dieser Ort nicht selbst mit Namen definiert. Was also bleibt von der Idee des Zentralismus? Es ist die Idee einer zentral verwalteten Priesterschaft, die Idee einer Hierarchie.
Hierarchie und Nationalismus in einem ethnischen Konzept bedeutet Familienwirtschaft oder Oligarchie. Aus diesem Grund lesen wir solchen Humbug, dass ein Esra sich bis auf Eleasar und Aaron zurückführt. Genealogie scheint hier ein legitimes Mittel zu sein, überhaupt an dieser Art von Hierarchie teilzunehmen.
Diese Form eines idealen Zentralismus ist nun auch tauglich für eine Zerstreuung, für ein Exil, für andere Zustände der Nation, wie sie bald 2000 Jahre eher die Regel waren. Dass dieser Zentralismus sich geografischen an Jerusalem bindet ist eher eine persische Erbschaft. Die Torah scheint Wert zu legen, dass die Hierarchie ihren Zentralismus auch anders behalten kann.
In diesem Punkt der Nachtrag, dass, auch wenn die Torah umfassend Priestergebräuche schildert, die durch Verlust des Tempels obsolet wurden, so hat sie dennoch ihre Funktion in der Bildung ihrer Elite nicht eingebüsst.
Die Gründe, warum der BdE gefertigt wurde, liegen gleichzeitig in den Gründen, warum die Torah gesammelt wurde. Sie sind die Urkunde für ein nationales Konstrukt, deren Priorität eine ideale Einheit von ethischen Aussagen und verwendeten Mitteln zuweilen mindere Wichtigkeit gibt. Im Ansatz ist die Torah Produkt des persischen Machtwillens, in ihrer Ausformung und Willen aber ist sie das Dokument einer Elite, die sich bereits von den persischen geistigen Overlords emanzipiert hat, und ihre Zielsetzung enger formulierte.
F. Nieztsche hat dies wie folgt formuliert: Als die Juden vor der Wahl standen, zu sein oder nicht zu sein, da beschlossen sie, zu sein um jeden Preis.
Diese Wahl (oder Nötigung) hat ihren Preis. Dies zeigt uns die Geschichte, dies zeigt uns das Wort eines (es ist dies eher ein Beispiel) Juden, der selbst in grösster Anfechtung bekennt, und selbst wenn die Geschichte nicht wahr ist, sind wir verpflichtet zu handeln als ob sie wahr sei. (Ohne Quellenangabe. Ich habe dies mehrfach in diesem Sinne vernommen).
Der Preis ist also nicht mehr und nicht weniger als der Verlust der Objektivität als Voraussetzung für Wahrhaftigkeit.
Ob Nietzsche allerdings den Nagel auf den Kopf trifft, bezweifle ich dennoch, denn der Beschwörer des Zarathustra und Feuerkopf verkannte, wie stark die Juden eben ein Kunstprodukt der Perser waren, und dass die jüdischen Flüche gegenüber den Kanaanitern eher die Polemik Persiens widerspiegeln, denn das Selbstverständnis eines Israeliten im 7. oder 6. Jh.
Der BdE = die Torah enthält Quellen und Ergänzungen. Es ist müssig diese Quellen genau zu scheiden. Das Auge kann hier sehr täuschen. Wir dürfen vermuten dass die Quellen verschiedenster Herkunft sein können und zuletzt das darstellen, was der Text selbst sagt.
Anderseits liegt die Torah unzweifelhaft in Hebräischer Sprache vor, und diese scheint die Sprache des ersten Exemplars einer vollständigen Torah gewesen zu sein.
Damit stossen wir auf verschiedene Anforderungen. Ein Ort muss von hebräischen Gelehrten besucht oder bewohnt gewesen sein, und das Quellmaterial muss an diesem Ort sei es als Originale oder Abschriften, an diesem Ort verfügbar gewesen sein.
Ich möchte aufgrund der Komplexität der Aufgabe ausschliessen, die Torah oder der BdE könne auf solche Weise entstanden sein.
Mir scheint dass die Komplexität des BdE gewisse Bedingungen setzt an den Ort. Ohne genaue Kenntnis zu haben, welche Hilfsmittel bei der Erstellung notwendig waren. So ist es ausgeschlossen, dass dies Werk von verschiedenen Personen an verschiedenen Orten vollendet wurde. Vielmehr bedurfte es der konzentrierten Tat an einem Ort, was nicht heisst, dass von Anfang bis Schluss dies am gleichen Ort gewesen sein muss, sondern die involvierten Leute mussten, wenn es mehrere waren, zusammen arbeiten, und sich während der Arbeit besprechen können.
Auf welcher Grundlage wollte man einen Ort geographisch eingrenzen? Es wurde von mir vorgeschlagen, der BdE sei in spätpersischer Zeit entstanden. Wie sieht die geographische Verteilung der Juden dieser Zeit aus? Wie sah die geographische Verteilung der Israeliten aus? Der Leser bemerkt, dass ich hier einen Unterschied mache. denn offensichtlich ist das nicht automatisch dasselbe. Vielmehr erachte ich das Judentum eines Esra als etwas anderes als das vorexilische Judentum, das hauptsächlch israelitisch-kanaanitisch war. das Judentum bringt eine durch den Zoroastrismus stark geformten Glauben mit von einem Gott, den man nur im Geiste anbeten darf. es wird erzählt dass Esra als hoher Beamter die Aufgabe vollführe, den Distrikt Jerusalem nach persischem Willen zu formen. Wo wurde die Vorarbeit dazu ausgedacht? Wir dürfen kaum annehmen, dass dieser Esra erst nach Jerusalem ging, dort ein paar Ortsmuseen abklapperte und eine Torah verfasste. Dieser Punkt scheint mir derzeit noch ganz unklar, wobei, so man an die Spätpersische Zeit denkt, denkbar ist, dass die Hauptarbeit an der Torah in Israel selbst geschehen haben mochte.
Mir kam des öfteren der Verdacht, die Torah und insbesondere die Genesis sei ein relativ spätes Werk innerhalb der Tenach. Zumindest fällt auf wie wenig die Inhalte der Torah, und wie oft auch widersprüchlich sie in anderen Teilen der Tenach referenziert wird. Dies lässt den Verdacht zu, die anderen Teile referenzierten allenfalls Vorlagen aus denen die Torah sich entwickelte.
Anderseits beinhaltet die Torah Stücke, die Imitationen anderer Geschichten sind, so etwa die Sintflutgeschichte. Die Torah vereinigt also Ideen und Vorlage unterschiedlicher Herkunft. erklärlich wäre dies, wenn der Torah eine Vorarbeit voran ging, eben durch die zoroastrischen neujüdischen Kolonisten, die im Zusammenprall mit den Ansiedlern, den Israeliten-Kanaaniten ein ganzes Schriftkorpus entwickelten. Das Buch Richter etwa könnte man als einen Versuch werten, all die lokalen Gottheiten zu judaisieren, ganz ähnlich der Heiligeninkorporation bei den Christen. Solche Vorgänge sind Zeugnis eines aufeinanderprallens. Die Neujuden vermochten nicht die Deborah auszumerzen, also wurde sie zur Richterin.
Die Aufgabe der Torah war es hier, eine Vorgeschichte zu schreiben. Und die Autoren konnten im Ziel auf bestehende Schriften hin schreiben. Auch dies deutet darauf hin, dass wir diese Verwertung und Redaktion in der Nähe des Konfliktortes ansiedeln, in Israel selbst.
Diese Frage scheint mir einfacher zu beantworten als die Frage, nach dem Ort oder gar den als Verfasser involvierten Personen. Denn so wir die Struktur des BdE kennen, können wir unterteilen in gangbare Verfahren und unfruchtbare Verfahren. Auch hier kann ich bestenfalls Vorschläge machen.
Um uns klar zu werden was erwünscht ist: Ein strukturierter Text nach Versen der nach einem Algorithmus auf andere Verse verweist. die in den Excellfiles vorliegende BdE Versionen geben davon eine gute Anschauung und zeigen sogleich die Schwierigkeit an.
Einen solchen Text zu verfassen ist weitab einer normalen Texterstellung die seriell geschieht. Unser Text schaut immer auf mögliche Parallelen die durch Referenzen nach dem Algorithmus auf jenen Vers zeigen. ein Vers steht also nicht nur im Kontext zu seinem vorangehenden oder nachfolgenden Vers, sondern auch zu einer Reihe Verse, die das Merkmal haben, einen Abstand nach einem Algorithmus aufzuweisen. Einen solchen Text kann man unmöglich an allen Orten sinnvoll gestalten, dass er allen möglichen Beziehungen genügt. Also wird das Augenmerk auf besondere Stellen sein, die eben durch ihren Inhalt ausgezeichnet sind. Wir haben dies im Falle des Sabbat gesehen.
Um dies noch weiter zu verdeutlichen halte ich mich diesmal an das Beispiel zu Abraham, und dessen Alter.
Ich beginne mit dem Satz :
Genesis 1,1 : BeRASchYT BaRA ALoHYM AT HaScheM
Bemerken Sie dass im hebräischen nur die Grossbuchstaben geschrieben sind. Ich ersetze diese nun durch ihren gematrischen Zahlenwert.
2+200+1+300+10+400 + 2+200+1 + 1+30+5+10+40 + 1+400 + 5+300+40 = 1948
Die Summe von Und im Anfang schuf Gott den Namen ist 1948. also wie das Geburtsjahr Abrahams
Genesis 1,1 : BeRASchYT BaRA ALoHYM AT HaScheMYM
eine kleine Modifikation, die Namen = den Himmel
2+200+1+300+10+400 + 2+200+1 + 1+30+5+10+40 + 1+400 + 5+300+40+10+40 = 1998
1998 ist 3 x 666. Was soll uns das sagen ? warten wir ab.
Abraham wird im 666. Vers der Torah 175 und stirbt. Bitte konsultieren Sie die Links zu BdE Online um dies zu verifizieren.
Wiederum sehen wir, dass Abraham 100 jährig wieder in einer BdE Anordnung zu finden ist die eine Zahl 666 aufweist.
Bei Abrahams Beschneidung in seinem 99. Jahr finden wir dies wieder in einer Anordnung diesmal aber nicht n666 sondern n656. Wobei gilt: die Umkehr von 656 ist eine der Sequenzen zwischen den Spalten: 1344.
Damit wird ausgedrückt Abrahams Lebenszeit ist strukturell in den BdE und also die Torah eingebunden. Weiter oben haben ich den Versumfang in Form von Perioden beschrieben. 3 abrahamische Perioden sind eine Torah. 1948 ist er geboren und im Jahr 1948, 3000 Jahre nach der literarischen Landnahme, haben wir eine neue Staatsgründung.
Derlei sind die Strukturen, welche beim Bau der Torah beachtet wurden, und sie erfordern entsprechende Übersicht, dass man nach einer geeigneten Methode, oder einem Apparatus suchen muss, der dies gewährleistet.
In der Bauanleitung zum BdE Habe ich eine einfache Methode gezeigt, wie man sich mit einem Messband und einem Nudelholz zumindest numerisch einen BdE basteln kann. Dieses Beispiel ist nicht so trivial, denn man könnte daran denken, dass, würde man dies entsprechend grösser dimensionieren, das gleiche auch inklusive Text möglich wäre. Das Nudelholz würde eine grosse Walze und die Schlaufen, die im Kleinformat vielleicht 1 Meter nach unten hänge, würden im Grossmodell quasi mehrere Stockwerke herunterhängen.
Diese Anordnung wäre in der Tat ein denkbarer Aparatus. Aber er hat dennoch seine Tücken und damit seine Unwahrscheinlichkeit. Man kann sich fragen, wie müssen die Pergamente (oder der Schreibgrund) aneinandergefügt sein, damit sie die Last einer freischwebenden Schlaufe tragen ohne zu reissen? Man könnte dies umgehen und einen horizontales Förderband machen. Aber auch dies hat Nachteile. Wir hätten es bereits mit einer fest installierten BdE Schreibmaschine zu tun.
Wichtig erscheint mir ein Indexsystem. Dieses sieht vor den Algorithmus der sich etwa so beschreiben lässt.
A --1546 Verse-- B --- 1344 V. --- C --- 1344 V. --- D --- 316 V. --- E
A bis E stellen dabei die Spalten dar, wobei ein Vers praktisch in jeder Spalte liegen kann, und somit aus verschiedenen Ausgangspositionen maximal 4 Nachbarverse referenziert.
Weiter ist ein Plan wichtig, der z.B. festlegt, dass:
- Der Umfang der Torah generell festgelegt wird nach einem Prinzip. Er liegt als Vielfaches von Perioden vor.
- die Namengebung Mose der 565. 1565. oder 10565. Vers der Torah sein muss. praktisch ist es der 1565. Vers.
- Abrahams Altersangaben in Versen liegen müssen die direkt oder indirekt auf einer 666 oder 656 Anordnung liegen. Dies ergibt eine Reihe von gültigen Versnummern.
- die Krönung Aarons belegt die Mitte der Torah.
-...
-...
Man sieht also dem Vorgang an, dass Schlüsselverse allein oder mit Kontext nach numerischen Kriterien an bestimmten Stellen fixiert werden. Die Kriterien sind dabei verschiedener Natur. Einmal möchten sie in Bezug zu einer numerischen Stelle stehen, einmal möchten sie parallel zu einem bestimmten Inhalt stehen.
Es ist zu zeigen, dass die Rücksicht auf den BdE zuweilen etwas unnatürliche Erzählfolgen erzeugt. In Exodus 3 haben wir etwa die Begegnung Mose mit Gott. Gott gibt ihm den Auftrag und die Zeichen. Mose geht zu Jethro, und bricht auf. Dann aber kommt nochmals ein Wort Gottes dazwischen (Israel ist mein Sohn), wobei die Erzählfolge hier nur aus den Bedürfnissen zum BdE erschlossen werden können. Hier wurde beim Schreiben ebenso in den parallelen wie in den seriellen Kontext geschielt. (siehe dazu den Link zu BdE Online
Aus diesen Anforderungen schliesse ich zweifach:
Wie soll ich diesen Vorgang beschreiben? Nehmen wir das Bild eines Puzzles. Darin ist es möglich, besondere Motive zu erstellen, auch wenn sie noch nicht in den Gesamtkontext eingebunden werden können. Ränder sind relativ leicht. Formlose Strukturen wie der Himmel oder Wasserflächen bieten hingegen einige Schwierigkeiten.
Ebenso kann man sagen, dass der Inhalt der Torah aus Stücken besteht, deren Versumfang sich abschätzen lassen. Man kann sie platzieren (zum Beispiel durch ein stellvertretendes Objekt). Dazwischen werden aber viele Lücken sein, für die einfach nichts Passendes da ist.
Es besteht also Grund diese Lücken zu füllen mit irgend etwas, das gerade zur Verfügung steht: eine Wiederholung, Ein Schnippsel, eine freie Erfindung, oder wenn es denn sein muss, eine ellenlange Beschreibung einer Wanderroute durch das Nichts.
Ich denke, ähnlich einem Puzzle ist Bedarf nach einer grossen Auslage, unabhängig ob man direkt Dokumente auslegt oder deren stellvertretende Objekte platziert. Den Raumbedarf darf man der Länge einer Torahrolle entnehmen.
Ich denke nicht, dass die Erstellung der Torah in einem Schritt vonstatten ging. Vielmehr haben wir es mit verschiedenen Schritten zu tun. In einer Entwurfphase wurden die wichtigen Stücke geschrieben. Dies mochte noch im Sinne einer Auslage gehen. Dann aber mussten in einer weiteren Phase Texte effektiv geschrieben und fixiert werden. Hierfür ist nicht minder wenig notwendig, als eine Torahrolle zu schreiben. Freilich darf man sich fragen, ob man sich hierbei der Weise bediente in welcher später Torahrollen vorlagen.
Der Text in einer Torahrolle besteht aus verschiedenen Blättern, die in der Regel zwei Spalten aufweisen. Handelt es sich um eine sakrale Rolle, so beginnt jeder Vers auf einer neuen Zeile. Aber es gibt keinen definierten Zeilenabstand. Dieses Layout ist also für einen Prototyp, indem ja das Verhalten des Textes getestet werden muss, ungeeignet.
Vielmehr braucht es eine andere Anlage des Textes wobei auch noch die Bedingung hinzu kommt, dass der Abstand von Versbeginn zu Versbeginn genormt sein muss, damit es möglich ist, Rollen parallel aneinander auszurichten und den Text allenfalls zu justieren. Ob es dazu nötig war, Rollen zu machen oder nicht lose Blätter genügten ist nebensächlich. Wahrscheinlich ist, dass es im Stadium eines solchen Prototypen zu neuen Schnitten und Verschiebungen kommen konnte.
Bild: Von Hand müssten die Rollen auch dann, wenn nicht
mit fixer Montage gerechnet wird, die Zeilen aufs genaueste zueinander
korrespondieren, oder man würde ein Referenzsystem an den Seitenrändern
anbringen, wofür aber kein Beispiel vorhanden ist.
Zu sehen ist hier die Richtung der Schrift, anders als dies üblich
ist. Normaler Weise finden sich im Gebrauch Rollen, die je zwei Spalten
auf einem Blatt vereinigen.
Der Prototyp braucht noch nicht den ganzen Text zu umfassen, aber zumindest die leeren notwendigen Verse mussten vorhanden sein. War die Anlage zur Zufriedenheit gemacht, mochte man den Text noch ergänzen.
Ob es statthaft ist, sich in der Frage nach dem Wie aus Hinweisen der Bibel zu bedienen? Zunächst fällt auch, das Gott dem Mose zweimal zwei Tafeln beschrieben haben soll mit seinem Göttlichen Finger. Diese Bundetafeln leigen im BdE wie oben schon gezeigt, tätsächlich parallel. Aber, wir haben ein Konstrukt vor uns, das von einer Vorstellung von gemeiselten Tafeln weit entfernt ist.
Ein wesentlcher Schritt zum BdE war für mich der Satz, dass der Herr Mose von der Mitte des Gnadenstuhles aus begegnen solle (siehe Link BdE Online). Dieses nahm ich zum Anlass, die letzte der 5 Spalten nach numerischen Prinzipien zu basteln, nämlich als die Mitte der 2. und der 4. Spalte. Da dies 2688 Verse auseinander waren, bedeutete die Mitte zwei Intervalle zu 1344 Versen.
Ich möchte nicht soweit gehen, der Bau der Bundeslade verrate direkt den Bau des BdE. Allein diese Information habe ich verwertet. Alle anderen Parallelen ergaben sich aus den Inhaltlichen Bezügen. Aber eine Frage wirft es auf. Die Bundelade als ein fiktiver heiliger Gegenstand ist ein Tabu. Nur der Hohenpriester darf sich diesem nähern. In dieser Bundelade sind die Gesetztafeln verwahrt sowie das Manna und der grünende Stab Aarons.
Mit diesen drei Dingen assoziere ich : das erste Gebot (du sollst nicht essen), das Manna (das Essen von dem besonderen), der Lebensbaum als Sinnbid priesterlicher Vollmacht. Ich finde Symbole die eben passen zu dem was die Initiation durch den Sündenfall beschreibt. (Siehe hierzu auch Die Geschichte einer Entdeckung).
Irgendwie wäre man versucht, den grossen Walzenapparat, wie oben beschrieben, sich etwas kleiner vorzustellen, komplexer, ihn quasi in eine truhe versogend, und dann einen Priester, der sich über die Lade beugt, der Inspiration dieses Sonderbaren Gesetzes sich hingebend zu denken. Was mich daran hindert, ist schlichtweg die unnötige Schwerfälligkeit eines solchen Apparats, denn es genügen fünf Rollen nach besonderem Muster beschrieben vollkommen für diese Funktion.
Hesekiels Thronwagen wurde zum Anlass einer gleichnamigen Mystik. Was uns da Hesekiel vorzaubert, scheint eine Art UFO zu sein, oder ein Helikopter, wenn man tendenziellen Publikationen folgt. Man kann aber mit etwas weniger Technophylie darin schlicht eine astrale Repräsentation finden, und die Tieren etwa den assyrischen Astralgottheiten gleichsetzen.
Wollte man aber doch dieses Gefährt mit seinen Rädern in Rädern, das voller Augen ist, nicht als Himmelszelt denken, so böte sich an, darin eine Anspielung an den BdE zu lesen. Ich gebe zu dass ich lange diesem Glauben fröhnte, aber heute doch etwas mehr Abstand nehme. Doch was bewog mich eigentlich dazu? Hesekiel ist in seinen Prophetien voller Anspielungen auf den BdE, respektive, seine Prophetien können zum Teil im Lichte des BdE sinnvoll gedeutet werden.
Dies setzt uns aber vor ein Problem, denn Die Torah wird von mir in der mittleren bis späten Perserzeit angesiedelt. Hesekiel aber besteht darauf mit Datumsangaben ein Zeitgenosse des späten 7. und frühen 6. Jh zu sein.
Wir haben aber diese Anweisung zum Bau des Tempels in seinem Buch, und dieser Teil, so schlagen Forscher vor, sei aus einer späteren Hand. Es ist genau in diesem Teil, wo man meint, die Messung der Mauern oder der Tore zum Tempel gäben uns die für den BdE dominanten Masse an.
Hesekiel spricht nicht minder, wie Mose es tut. Wie Mose sorgt er dafür dass dieser Tempel gänzlich abgesondert sei von aller weltlichen Nutzung, sich also nicht an realen Zuständen in Jerusalem orientiert.
Hesekiel zeigt uns gleich am Anfang seiner Tempelbeschreibung die Rute. Sie misst 6 Ellen. Damit ist die äussere Mauer schon mal mit 6-6 bezeichnet. Das nächste ist ein Torbau, der aus drei Nischen besteht. Man kennt diese Art von Nischen Toren aus archäologischen Grabungen. Wir haben drei Nischen die von Schwellen unterteilt sind. Die Abfolge ist 6-6-(6-5-6-5-6)-6-6.
Anderseits wissen wir, dass im BdE die Zahlen 666 und 656 dominante Konstanten sind.
Hesekiels Tempel wird also mit den gleichen Werten umzäumt und betreten, die wir im BdE als Funktion eines Zauns und Schutzes finden.
Man kann nun weiter spekulieren. Sollte man im Tempel noch weitere Merkmale finden, so wird man vielleicht geneigt sein, Hesekiels Thronwagen auch anders zu deuten. Ich finde dies derzeitig aber nicht sehr überzeugend. Vor allem würde es verlangen, dass wir auch diese Literatur gründlich anders datieren.
Hes 43,10 Du aber, Menschensohn, beschreibe dem Hause Israel dieses Haus, und wenn sie sich ihrer Missetaten schämen, so laß sie den Plan messen. 11 Wenn sie sich dann aller ihrer Taten schämen, so zeige ihnen die Form dieses Hauses und seine Einrichtung und seine Ausgänge und seine Eingänge und alle seine Formen und alle seine Maße, ja, alle seine Formen und alle seine Vorschriften, und zeichne es vor ihre Augen hin, daß sie alle seine Formen und Maße behalten und es so machen.
...
Hes 40,5 Und siehe, es war eine Mauer außerhalb, rings um das Haus herum; und die Meßrute, welche der Mann in der Hand hatte, war sechs Ellen lang, deren jede eine [gewöhnliche] Elle und eine Handbreite betrug. Damit maß er die Breite des Baues: eine Rute, und die Höhe: auch eine Rute. 6 Und er ging zu dem Tor gegen den Aufgang der Sonne und stieg dessen Stufen hinan und maß die Schwelle des Tors: eine Rute breit, und eine jede Schwelle: eine Rute breit. 7 Und eine jede Nische war eine Rute lang und eine Rute breit; und zwischen den Nischen war [ein Zwischenraum von] fünf Ellen. Und die Schwelle des Tors neben der Torhalle auf der Innenseite maß eine Rute.
Erst bei der Urtorah wurden dann deren heutige Merkmale aufgenommen: Ein Blatt hat zwei Spalten. Die Blätter sind aneinander gefügt, wobei diesmal die Laufrichtung des Textes im Verhältnis zum Prototypen gedreht wurde. Der Text wurde nun nach natürlichen Platzbedingungen geschrieben. Es wurden fünf Rollen gebildet.
Es bleibt die Frage, wo der Hinweis zu der Verseinteilung blieb, denn der BdE macht nur dann Sinn wenn die Information zur Einteilung des Textes nicht verloren ging. Dazu gibt es zwei Wege....
a) ein gesonderter Typ der diese Information enthielt neben einem für die Öffentlichkeit vorgesehenen Exemplar...
b) die Einteilung war vorhanden, verschwand aber in den Varianten für die Heiden und weiteren Abschriften.
Diese Frage kann man ganz einfach beantworten, so man sich von den hier dargelegten Beispielen und Zusammenhängen in keiner Weise dazu überreden lassen will, dass dies ein real existierendes Lesesystem zur Torah sei. In diesem Falle gilt: Ich habe den BdE verfasst. Danke Danke... zuviel der unterschobenen Genialität.
Wir haben die Auswahl die Frage mit beliebig aus der Bibel angebotenen Namen zu füllen wie etwa Esra. jeder aber, der sich mit der Bibel befasst stösst auf das Problem der Pseudoepigraphie. Was soll man vom Buch Daniel denken? Wie ist über den Wert der angebotenen Genealogien zu denken? Helfen hier Namen wirklich weiter? Oder muss man nicht her Fragen, wess Geistes Kind der oder die Autoren waren?
Ich stelle an die Autoren hohe Anforderungen, da sich in der Torah gleich mehrere Künste zusammen treffen.
Wenn wir diese Indizien zusammennehmen, werden wir finden, dass Männer wie Esra oder Nehemia typisch sein könnten. Sie spiegeln den Geist eines neuen Judentums. Diese Figuren zeigten sich stark richtungsweisend, zogen neue Grenzen, bewirkten die Scheidung von den Heiden und beharrten auf einem Sonderstatus und Selbständigkeit.
Obwohl sich die Bibel in ihrer Erzählung gern auf schillernde Einzelfiguren beruft, nehme ich nicht an, dass die Torah ein solches Werk einer Einzelfigur war. Dagegen spricht, dass ein solches Buch Konsens fähig sein muss. Die Torah erzählt uns von 70 Richtern, die das Volk richten sollen. Dieses Symbol hat bestimmt verschiedene Funktion und besagt eventuell nur, dass der Geist des Mose auf jenen liegt, die Urteilsfähig sind. Aber die Torah sah sich genötigt, solches mitzuteilen. Auch wenn immer wieder eine Figur in den Vordergrund geschoben wird, so besteht doch letztlich eine namenlose Gemeinschaft, die den Geist der Torah hat. Der Talmud sagt, das Synedrium ginge auf Esra zurück. Mit den 70 Richtern kann dieses Synedrium gemeint sein. Als solches tritt es im NT sichtbar in Erscheinung. Es meint aber nichts anderes als ein Kollegium von Befugten, welches sich selbst organisiert.
Ich würde meinen dass die Torah eben das Werk eines solch kollegialen Geistes war, der sich das Instrument schuf, das sein nationales und geistiges Selbstverständnis dokumentierte und die Grundlage für seinen autonomen Fortbestand bildete.
Ein Synedrium, das wissen wir aber aus späterer Zeit, kann in verschiedene Faktionen zersplittert sein. Hätte dieses Synedrium in dieser Form 100 Jahre vor der Torah bestanden, so würde ich solches vermuten, denn nichts ist natürlicher, als sich Parteien ergeben.
Es sind Informationen aus dem Talmud betreffs Esra oder der grossen Versammlung leider ein schwaches Indiz, denn besagter Talmud ist, was seine Chronik betrifft, leidlich im Widerspruch mit der sogenannten akzeptierten Chronologie. Immerhin wird auch in diesem Modell ermöglicht, dass die Esra Zeit (als die Zeit der Rekonstruktion) in mittel bis spätpersischer Zeit anzusiedeln sei. Eindeutig scheint, dass unter den mosaischen 70 Richtern die grosse Versammlung gemeint sein muss. wenn wir auch keine solche Angabe aus persischer Quelle kennen, so ist nicht undenkbar, dass eine Statthalterbehörde im Sinne eines Gremiums von den Persern abgesegnet wurde. Ich konnte nirgendwo entdecken, dass die Bibel einer solchen Behörde anderswo ein Wort gönnte als während der Wüstenwanderung, oder eben in nachexilischer Zeit.
Der Mosaische Bericht deutet an, dass dieses Gremium nicht eins war (der Aufstand der Korahiten, siehe rechts), und könnte so die Idee darstellen, dass die Torah als Grundlage des BdE nicht das Produkt der Versammlung insgesamt war, sondern bereits die Schrift eines Partikularinteresses darstellt. Dies klingt reichlich spekulativ. Aber wenn man dem Talmud folgt, so stellt man fest, wie er von der Idee eines Gremiums abrückt, und von Esra weg dem Strang einer zweifachen Führerschaft (er nennt sie Fürsten) folgt, welche die pharisäische Führungsstruktur möglicherweise nach dem Jamia Modell verwegnehmen.
Die Offenbarung des Gesetzes geschah unter einem Moses, von dem Pharaos Tochter sagt, sie habe ihn ja gezogen, nämlich aus dem Wasser. Dieser Moses wird einer der zieht, ein Erzieher oder Lehrer. Diese fiktionale Figur wird an den Anfang gestellt und alle anderen Figuren versinken in der Anonymität.
Der BdE aber sagt zur Namengebung, es gibt eine Beziehung zwischen YHVH (10 5 6 5) und dem 1565. Vers, in welchem Mose seinen Namen erhält. Es wird eine Beziehung hergestellt, und gleichzeitig gesagt, was hier zieht. Was hier zieht ist ein Intellektuelles Programm. Dem Wesen nach ist es ein mystischer Weg in die Erkenntnis. Es werden also Prinzipien vorangestellt. Die Autoren sagen nicht: wir waren es, sondern sie nennen als einen Autor ein intellektuelles Prinzip, an dessen Geist sie selbst teilhaben.
4Mo 16,2 und sie empörten sich wider Mose, samt zweihundertundfünfzig Männern aus den Kindern Israel, Hauptleuten der Gemeinde, Berufenen der Versammlung, angesehenen Männern.
Es wurde dargelegt dass die Torah für eine Priesterschaft verfasst und die Priesterschaft wiederum zum Schutz der Torah legitimiert wurde. Dies besagt, dass hier der Dienst einer Priesterschaft nicht primär mehr im kultischen verankert ist, sondern in der Verwaltung einer Schrift. Dies lässt uns diese Priesterschaft ganz anders vorztellen, denn als prächtige Marionetten auf einer Bühne. Es bedeutet dies aber nicht per se ein anderes Modell, sondern eine Akzentverschiebung.
Die Urheber der Codes müssen nun gleichsam mit dem Werk eine nachfolgende Schule erzeugen, welche über diese Codes wacht. So entsteht eine Verbindung zwischen Text und seinen Wächtern. Tatsächlich hören wir dass es noch vor den Masoreten (jene welche die Vokalisation über und unter die Schriftzeichen setzten, sogenannte Soferim gab, was Zähler heisst. Sefer ist aber gleichzeitig das Buch, während Mesefar Zahl heisst. Es gab also im pharisäischen Judentum Funktionäre, welche von den Kopisten unabhängig war.
In der Zeit der Masoreten hatten diese vor den Kopisten die abschliessende Kontrolle. Man sieht also, dass das Kriterium für Kopisten nicht so hoch war, dass aber ein Kopist, dem die mystische Eigenart des Textes unbekannt war, angewiesen war, eine Abschrift originalgetreu zu erhalten, wenn er sein Geld verdienen wollte, denn der Masoret oder der Soferi konnte allzeit Stichproben nehmen nach bestimmten Verfahren und dem Kopisten einen fehlenden Buchstaben vorrechnen dies ohne dass er jeden Buchstaben zählen musste). Dies war nur möglich, indem der Text an vielen Stellen exemplarisch fixiert war, und die Art der Fixierung der Erwartung des Masoreten oder Sofari entsprach.
Wir kennen seit der Makkabäischen Zeit die zwei konkurrierenden Gruppen der Pharisäer und der Essener (auch Zadokkiten, Ebioniten) genannten Gruppen. Man kann, so man die Essener mit den Qumran-Schriften charakterisiert, die zwei Gruppen wie folgt unterscheiden.
Die Essener waren messianische Zeloten, deren Ziel ein unabhängiges Königreich war. Sie scheinen dazu ein starkes reales Interesse an einem bestehenden Priestertum mit Ritualen gehabt zu haben.
Die Pharisäer hingegen erscheinen als die Philosophen, nicht weil sie plötzlich sich für antike Philosophie interessierten, sondern weil sie ihren Text zum Zentrum machten. Das Hören und Studium des Wortes hatte Vorrang vor allem anderen.
Man kann sich fragen, welcher Gruppe die Eigenschaft der Torah eher entgegen kam? Es sind gewiss die Pharisäer, und diese dürften denn auch die Erben der Wächter gewesen sein, welche den MT Text verwalteten.
Eine solche Behauptung liesse sich prüfen indem man die Beziehung zwischen dem Qumran-Korpus und dem BdE klärt. Ich möchte mich aber derzeit nicht dazu letztlich äussern. Aber doch einige Notizen bringen und zeigen, warum die Essener als Träger dieser Schule ausscheiden.
Die Essener gebrauchten alle Arten Schriften. LXX SamP hebräische Varianten und MT-Typen sind unter den Schriften vorhanden. Es gab darin kein Bewusstsein, den MT-Typus in irgend einer Weise zu favorisieren.
Die Essener glaubten an den ungebrochenen Geist der Prophetie, was es ihnen erlaubte, Schriften zu erstellen mit einem Status, wie es den Pharisäern nicht glaubhaft war.
Die Essener waren militant messianisch gesinnt. Die Bewegung der Nazarener entstammte ihren Wurzeln und dieser war ein gescheiterter Versuch unter vielen.
Die Essener hatten eine starke Abneigung gegen die Pharisäer, welchen sie Kollaboriation mit den Römern vorwarfen. Essener schieden sich von den Israeliten ab, hatten ihre eigenen kommunistisch geführten Höfe und in Jerusalem einen gesonderten Stadtteil mit eigenem Stadttor.
Die Essener lebten nach einem Vorbild der Torah, beanspruchten für sich Ämter und drängten an das Priesteramt in Jerusalem in einem eschatologischen Kampf zu erobern.
Der Gebrauch der Schriften (Jubiläen, 364 Tage Jahr) zeigt, dass die Essener ein Zeitsystem verfolgten, dass inkompatibel zur MT Chronik ist.
Der Urtext der Johannes Apokalypse mit ihrer Polemik wider Rom und die Pharisäische Torah könnte aus einer essenischen Feder stammen.
Schwierig is das Aufrechterhalten einer strengen beziehung zwischen Qumran als Fundort der Schriften und den Essenerr als eine Bewegung. Es zeigt sich bei den datierten Schriften von Qumran eine Drift richtung masoretischen Text mit zunahmendem Fortschritt, was darauf hindeutet, dass die Region ein Reduit für alle Arten Widerstandskämpfer wurde, und nicht ausschliesslich die Essener charakterisiert.
Für Qumran ist bedeutend, dass die ältesten masoretischen Schrifttypen aus selbigem Fundort ins 3. Jh BC datiert werden, und dem masoretischen Schrifttypus also ein höheres Alter attestieren, als von der progressiven Textkritik lange zugestanden. Die Datierung der Qumranschriften bleibt aber in einem gewissen Rahmen kontrovers.
Es funktioniert nicht so gut, die Pharisäer anhand des NT charakterisieren zu wollen. Vielmehr gibt der Talmud darüber Auskunft. Die Pharisäer waren gewiss eine nationalistische Bewegung unter den Makkabäern. aber nicht mehr so exklusiv unter den Römern. Erst als der Krieg unumgänglich wird, nehmen sie eindeutig Partei.
Typisch für die Pharisäer ist die Schule Hillels, während man die Schule Schammais eher der zelotischen Richtung zuweisen muss. Hillel ist charakterisiert durch seinen Pazifismus und seine vermittelnde Stellung. Tatsächlich darf man annehmen, dass die Pharisäer viel mehr aus dem Hintergrund die Fäden zogen. Unter den Herodianern hatten sie keinen Zugang zum Priesteramt, denn dieses war in der Hand von 3 bis 4 favorisierten Familien die man als Herodianer bezeichnet.
Die Pharisäer (Perushim) kann man als die Abgesonderten bezeichnen. Tatsächlich waren sie es nicht, denn die Essener sonderten sich viel mehr ab. Es bietet sich an, in den Pharisäern die Perserpartei zu sehen, die bis auf die Neuorganisationen der Kolonisten zurückgeht. Als Verwalter der hebräischen Proto-MT Torah blieben sie Verwalter ihrer Torah in Konkurrenz zu den Samaritanern und später den Griechen. Die Erzeugung der Schriftvarianten geht im Anfang auf ihr Wirken zurück. Alles andere ist natürlicher Prozess.
Diese Politik im Umgang mit anderen Faktionen kann man als teile und herrsche bezeichnen: Andere Anteil haben zu lassen, ohne die Perlen zu verschenken. Denn dies ist das Faktum, welches wir in den Schriften erblicken, wenn wir den BdE als Kriterium nehmen.
Das wesentlichste Merkmal der Pharisäer ist also die Kontrolle der Schrift, oder weiter gedacht, der Ideologie. So sind sie also die Intelligenzia hinter dem Judaismus.
Kabbala bedeutet den Empfang, und wird meist im Sinn der Tradition, einer mystische Lehre etc... verstanden. Es ist ein Wort das ich weder den Pharisäern noch den Essenern exklusiv gönne. Mystizismus war unter den Essenern verbreitet, und die Talmudisten begannen diesem Mystizismus einen Riegel zu schieben. Hesekiel wurde als Buch angezweifelt, weil es eben die Quelle solcher Thronwagen Mystik war. Der Lebensbaum ist eine moderne Entwicklung des Mystizismus. Die Karaiten, Geisteskinder der Essener, lehnten wiederum den Talmud ab, da jener die Offenbarung beschränkte und die Bedeutung der Torah verdrängte. Man sieht dahinter als den Kampf zwischen dem Schutz und der Beschränkung eines Programms (der Torah) und einer ausufernden Entwicklung im Mystizismus, der naturgemäss keine Grenzen kennt, wie wir das an der heutigen Rezeption des Lebensbaums im Abendland sehen.
Dennoch ist deutlich, dass auch die Pharisäer eine Form der Kabbala bedurften, oder vielleicht sollte man eher sagen, eine Regel der Tradition. Nach welchen Kriterien sollte das Wissen um die Torah verwaltet werden von Generation zu Generation? Wir finden bei den Pharisäern das ausgeprägte Schulwesen, und ich werde vermuten, dass gerade der voluminöse Talmud vieles enthält. Ich studiere den Talmud nicht. Ich finde aber gelegentlich Aussagen im Talmud, die im Lichte des BdE absolut Sinn machen.
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Okt 2005 umformatiert und Links zum BdE berichtigt.